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Galerina marginata (groß) und G. stylifera *PIC*

Birgit, (vor 8375 Tagen)

Hallo Ihr alle, insbesondere Pilztom,

alsdenn hier mal Bilder von meinen großen Galerina marginata mit 6 cm Hutdurchmesser.

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Und nun zur Giftigkeit des behangenen Häublings (Galerina stylifera): Ich hab nochmal in meinen Büchern geblättert und folgende Infos gefunden.

Laut Bresinsky&Besl (1985) wurde in folgenden Galerina-Arten Amanitin nachgewiesen: G. autumnalis, G. marginata, G. venenata(nordamerikanische Art, anscheinend nicht heimisch hier?), G. badipes, G. beinrothii, G. unicolor und der in den Tropen und bei uns in Gewächshäusern vorkommenden G. sulciceps. Die genannnten Arten gehören der Sektion Naucoriopsis an, daher muß vor allen Arten dieser Sektion gewarnt werden. Nu ist die Preisfrage, welche Arten noch zu Sektion Naucoriopsis gehören, da gibt meine Literatur nix her und beim Googlen hab ich auch nicht mehr rausgefunden. Todesfälle kamen vor bei Verzehr von Gallerina autumnalis, Galerina sulciceps und durch nicht eindeutig identifizierte G. marginata. Schwere Vergfitungen mit Symptomen einer Amanitinvergiftung wurden für G. venenata und G. fasciculata angegeben.
ALso stellt sich die Frage, ob G. stylifera zur Sektion Naucoriopsis dazugehört. Irgendetwas an dieser Sektion muß an die Gattung Naucoria (Erlenschnitzlinge) erinnern, aber was? Das Äußere kanns nicht so sein, weil da wohl mehr oder wenigeer fast alle Häublinge vom Hut her Erlenschnitzlingen ähnlich sehen? Die Zystiden könnens eigentlich auch nicht sein, denn die sind bei Naucoria oft schnabelförmig... und bei Galerina nicht. Vielleicht weiß ja von Euch jemand mehr?

Ich würde jedenfalls bei dieser ungeklärten Sachlage eigentlich jede Galerina als giftverdächtig einstufen, noch dazu wo ich auf ANhieb keine Infos gefunden habe, in welcher Art sicherlich kein Amanitin nachzuweisen ist. Das soll jetzt aber keine faule Ausrede dafür sein, daß ich bei der Giftigkeitsangabe von G. stylifera geschlampert habe ;-).

Liebe Grüße

Birgit

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Naucoriopsis

EricS ⌂, (vor 8375 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit & alle anderen Interessierten,

hier eine kurze Vorstellung der Sektion NAUCORIOPSIS Kühner 1935

1) alle Angaben nach R.Singer - The Agaricales in modern taxonomy 4.Aufl. 1986, Koeltz, Koenigstein, Germany
2) Übersetzung von mir, also nicht allzu anspruchsvoll sein ;-)
3) Ergänzungen des Textes (zum Verständnis) in eckigen Klammern und kursiv

Setkion NAUCORIOPSIS Kühner 1935
# Cheilozystiden und Pleurozystiden vorhanden, aber die letzteren nicht so breit abgerundet wie in Sektion 5 [Sektion 5 = Sektion PHYSOCYSTIS Smith & Singer 1957];
# Epicutis nicht wie in Sektion 4 [Sektion 4 = Sektion INODERMA Smith & Singer 1957][d.h. äußere Hyphenschicht der Epicutis NICHT mit zystidenähnlichen Terminalzellen und auch NICHT mit hakenförmigen Terminalzellen (ähnlich wie denen bei Phaeomarasmius)];
# Basidiocarpien [d.h. Fruchtkörper] charakteristisch naucorioid [d.h. wie ein Erlenschnitzling (Naucoria/Alnicola) geformt] (z.B. mit zu Beginn eingerolltem Hutrand und erwachsen nicht konisch-glockenförmigem Profil) oder fleischig wie eine Pholiota [d.h. ein Schüppling] (wegen eines ausgeprägten Ringes bei vielen Arten);
# Sporen von fast glatt bis deutlich warzig

Typusart: Galerina marginata (Fr.) Kühner

In den 4 verschiedenen Stirps (Autumnalis, Marginata, Macquariensis, Cedretorum) werden folgenden Arten geführt:

G.subochracea, G.viscida, G.autumnalis, G.castaneipes, G.oregonensis, G.megalocystis, G.cinnamomea, G.discernibilis, G.dormientis, G.quinteroensis, G.phlegmacioides, G.infernalis, G.moelleri, G.unicolor, G.marginata, G.patagonica, G.physophora, G.helvoliceps, G.vialis, G.rudericola, G.platyphylla, G.riparia, G.venenata, G.sabuletorum, G.macquariensis, G.badipes, G.mesites, G.cedretorum, G.subglabripes, G.arenicola, G.subpectinata, G.hepaticicola, G.sulciceps, G.austroandina, G.conspicua, G.pinetorum.

Unsere G.stylifera gehört zur Sektion MYCENOPSIS (Stirps Sideroides).

Ob das alles heute noch so gehandhabt wird ist mir aber auch nicht geläufig ;-)

Viele Grüße,

Eric

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Re: Galerina marginata (groß) und G. stylifera *PIC*

elfi ⌂, (vor 8375 Tagen) @ Birgit

Liebe Birgit,
ganz große Klasse, Dein Beitrag über Galerina marginata, den man nicht
oft genug sehen kann, damit man ihn kennt. Das dritte Bild habe ich
kopiert um es gut genug studieren zu können.
Leider hatte ich das schwäbische Pilzforum geöffnet und Deinen Text
zuerst ganz anderst gelesen:

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Sorry, aber ich konnte ihn nicht für mich behalten...
Trotzdem liebe Grüße und nochmal Entschuldigung, dass ich den
unbedingt guten Eintag hier etwas verzerre.
elfi

Hallo Ihr alle, insbesondere Pilztom,
alsdenn hier mal Bilder von meinen großen Galerina marginata mit 6 cm
Hutdurchmesser.
Und nun zur Giftigkeit des behangenen Häublings (Galerina stylifera): Ich hab
nochmal in meinen Büchern geblättert und folgende Infos gefunden.

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Re: Galerina marginata (groß) und G. stylifera

Karl Keck ⌂, (vor 8375 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

solche großen Galerina-Fruchtkörper haben Helga St. und ich am 20.11. im Moosholz bei Bellenberg auch gefunden, als uns Josef I. den Sellerie-Ritterling zeigte.
Man sollte also keineswegs glauben, Häublinge (Galerina) hätten generell kleinere Hüte als das Stockschwämmchen (Kuehneromyces)!
Zur Giftigkeit kann ich leider nichts beitragen. Ich betrachte vorsichtshalber alle Galerina-Arten als giftig.

Zur Zeit finde ich im Wald außer Baumpilzen (fast) nur noch Butter- bzw. Horngraue Rüblinge, Helmlinge und Falsche Pfifferlinge, diese aber in Unmengen!

Viele Grüße
Karl

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Galerina schdylifera :-)))

Birgit, (vor 8375 Tagen) @ elfi

ist wirklich lesenswert ;-).

Birgit

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Re: Galerina marginata (groß) und G. stylifera

Pilztom, (vor 8375 Tagen) @ Birgit

Hallo Ihr alle, insbesondere Pilztom,
alsdenn hier mal Bilder von meinen großen Galerina marginata mit 6 cm
Hutdurchmesser.


Und nun zur Giftigkeit des behangenen Häublings (Galerina stylifera): Ich hab
nochmal in meinen Büchern geblättert und folgende Infos gefunden.
Laut Bresinsky&Besl (1985) wurde in folgenden Galerina-Arten Amanitin
nachgewiesen: G. autumnalis, G. marginata, G. venenata(nordamerikanische
Art, anscheinend nicht heimisch hier?), G. badipes, G. beinrothii, G.
unicolor und der in den Tropen und bei uns in Gewächshäusern vorkommenden
G. sulciceps. Die genannnten Arten gehören der Sektion Naucoriopsis an,
daher muß vor allen Arten dieser Sektion gewarnt werden. Nu ist die
Preisfrage, welche Arten noch zu Sektion Naucoriopsis gehören, da gibt
meine Literatur nix her und beim Googlen hab ich auch nicht mehr
rausgefunden. Todesfälle kamen vor bei Verzehr von Gallerina autumnalis,
Galerina sulciceps und durch nicht eindeutig identifizierte G. marginata.
Schwere Vergfitungen mit Symptomen einer Amanitinvergiftung wurden für G.
venenata und G. fasciculata angegeben.
ALso stellt sich die Frage, ob G. stylifera zur Sektion Naucoriopsis
dazugehört. Irgendetwas an dieser Sektion muß an die Gattung Naucoria
(Erlenschnitzlinge) erinnern, aber was? Das Äußere kanns nicht so sein,
weil da wohl mehr oder wenigeer fast alle Häublinge vom Hut her
Erlenschnitzlingen ähnlich sehen? Die Zystiden könnens eigentlich auch
nicht sein, denn die sind bei Naucoria oft schnabelförmig... und bei
Galerina nicht. Vielleicht weiß ja von Euch jemand mehr?
Ich würde jedenfalls bei dieser ungeklärten Sachlage eigentlich jede Galerina
als giftverdächtig einstufen, noch dazu wo ich auf ANhieb keine Infos
gefunden habe, in welcher Art sicherlich kein Amanitin nachzuweisen ist.
Das soll jetzt aber keine faule Ausrede dafür sein, daß ich bei der
Giftigkeitsangabe von G. stylifera geschlampert habe ;-).

Hallo liebe Birgit,

Kompliment:-) Du hast wirklich super recherchiert und den "grossen Galerina" kannte ich in dieser Form noch gar nicht * danke *
Ich werde mal schauen ob ich noch Info's zu Stylifera bekomme...ich sehe schon das ist gar nicht so einfach!

gruß
Pilztom

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Re: Galerina marginata (groß) und G. stylifera

Pilztom, (vor 8375 Tagen) @ elfi

Liebe Birgit,
ganz große Klasse, Dein Beitrag über Galerina marginata, den man nicht
oft genug sehen kann, damit man ihn kennt. Das dritte Bild habe ich
kopiert um es gut genug studieren zu können.
Leider hatte ich das schwäbische Pilzforum geöffnet und Deinen Text
zuerst ganz anderst gelesen:

Sorry, aber ich konnte ihn nicht für mich behalten...
Trotzdem liebe Grüße und nochmal Entschuldigung, dass ich den
unbedingt guten Eintag hier etwas verzerre.
elfi

Hallo Elfi:-)

*Lach*wirklich niedlich***

Gruß
Pilzdom

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vielen herzlichen Dank,

Birgit, (vor 8373 Tagen) @ EricS

lieber Eric,

waas für ein Service :-).

hier eine kurze Vorstellung der Sektion NAUCORIOPSIS Kühner 1935
1) alle Angaben nach R.Singer - The Agaricales in modern taxonomy 4.Aufl.
1986, Koeltz, Koenigstein, Germany
2) Übersetzung von mir, also nicht allzu anspruchsvoll sein ;-)
3) Ergänzungen des Textes (zum Verständnis) in eckigen Klammern und kursiv
Setkion NAUCORIOPSIS Kühner 1935
# Cheilozystiden und Pleurozystiden vorhanden, aber die letzteren nicht so
breit abgerundet wie in Sektion 5 [ Sektion 5 = Sektion PHYSOCYSTIS Smith
& Singer 1957 ];
# Epicutis nicht wie in Sektion 4 [ Sektion 4 = Sektion INODERMA Smith &
Singer 1957 ][ d.h. äußere Hyphenschicht der Epicutis NICHT mit
zystidenähnlichen Terminalzellen und auch NICHT mit hakenförmigen
Terminalzellen (ähnlich wie denen bei Phaeomarasmius) ];
# Basidiocarpien [ d.h. Fruchtkörper ] charakteristisch naucorioid [ d.h. wie
ein Erlenschnitzling (Naucoria/Alnicola) geformt ] (z.B. mit zu Beginn
eingerolltem Hutrand und erwachsen nicht konisch-glockenförmigem Profil)
oder fleischig wie eine Pholiota [ d.h. ein Schüppling ] (wegen eines
ausgeprägten Ringes bei vielen Arten);
# Sporen von fast glatt bis deutlich warzig
Typusart: Galerina marginata (Fr.) Kühner
In den 4 verschiedenen Stirps (Autumnalis, Marginata, Macquariensis,
Cedretorum) werden folgenden Arten geführt: G.subochracea, G.viscida,
G.autumnalis, G.castaneipes, G.oregonensis, G.megalocystis, G.cinnamomea,
G.discernibilis, G.dormientis, G.quinteroensis, G.phlegmacioides,
G.infernalis, G.moelleri, G.unicolor, G.marginata, G.patagonica,
G.physophora, G.helvoliceps, G.vialis, G.rudericola, G.platyphylla,
G.riparia, G.venenata, G.sabuletorum, G.macquariensis, G.badipes,
G.mesites, G.cedretorum, G.subglabripes, G.arenicola, G.subpectinata,
G.hepaticicola, G.sulciceps, G.austroandina, G.conspicua, G.pinetorum.

Wie viele sind denn da hier heimisch? Wenn in einer Sektion schon so viele drin sind, dann farge ich mich schon ein bißchen, wie man ohne MOnografie überhaupt noch Galerinas bestimmen kann? In den Pilzen der Schweiz ist da ja nur ein Bruchteil vorhanden.

Unsere G.stylifera gehört zur Sektion MYCENOPSIS (Stirps Sideroides).

Aha, danke.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Galerina marginata (groß) und G. stylifera

Birgit, (vor 8373 Tagen) @ Pilztom

Hallo Tom,

Kompliment:-) Du hast wirklich super recherchiert und den "grossen
Galerina" kannte ich in dieser Form noch gar nicht * danke *
Ich werde mal schauen ob ich noch Info's zu Stylifera bekomme...ich sehe
schon das ist gar nicht so einfach!

Danke für das Kompliment. Wie du oben ja sehen kannst hat Eric schon fleißig recherchiert. G. stylifera gehört nicht zur Sektion Naucoriopsis, ob man die Art nun als giftverdächtig oder kein Speisepilz führt, wird wohl strittig bleiben. Mir wär giftverdächtig lieber.

liebe Grüße

Birgit

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Re: vielen herzlichen Dank,

EricS ⌂, (vor 8373 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

waas für ein Service :-).

Gern geschehen ;-) Der Singer ist schon ein tolles Buch. Wenn Du also mal günstig an einen dranrennen solltest, nur zu empfehlen. Ist halt ein wenig trocken (1 Farbbild auf geschätzte 600-700 Seiten) aber für solche Fragestellungen ideal.

Wie viele sind denn da hier heimisch? Wenn in einer Sektion schon so viele
drin sind, dann farge ich mich schon ein bißchen, wie man ohne MOnografie
überhaupt noch Galerinas bestimmen kann? In den Pilzen der Schweiz ist da
ja nur ein Bruchteil vorhanden.

Das kann ich Dir leider nicht sagen, doch ich denke, daß wir mit den Großpilzen BaWü 5 (sofern die Galerinen da drin sind) ganz gut fahren werden können. Im übrigen pfeifen es die Mykospatzen von den Dächern, daß Galerina in Zukunft wohl stark aufgespalten wird (worden ist?????). Die Gattung stellt keine "phylogenetische Einheit" dar (ich hoffe ich habe mich jetzt nicht in den Fachtermini verheddert ;-)).

Man wird sehen.

Liebe Grüße aus Freiburg,

Eric

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Re: Galerina schdylifera :-))) Varietät

Pilztom, (vor 8373 Tagen) @ Birgit

ist wirklich lesenswert ;-).
Birgit

Schdylifera ist die polnische Varietät:-)))smile*

Pilztom