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Geologische Karten / Bodenkarten

Rainer_aus_AC, (vor 8278 Tagen)

Wahrscheinlich geht es Euch auch so: Wenn man sich etwas mehr dafür interessiert,
warum welche Pilze gerne in bestimmten Gegenden wachsen (und wo nicht), dann hätte
man gerne auch mal entsprechende Karten, die einem einen Überblick über die
Bodenbeschaffenheit geben.

Spontan denkt man da z.B. an geologische Karten (war, glaub ich, auch schon mal Thema
im Forum). Für Nordrhein-Westfalen gibt's die z.B. beim Geologischen Dienst NRW
http://www.gd.nrw.de/g_gk500d.htm . Wobei die nicht gerade preiswert sind.

Eine Frage, die sich mir stellt, ist aber auch die: Wie hilfreich sind
geologische Karten überhaupt, wenn es um das tatsächliche Vorkommen von Pilzen geht,
die bestimmte Anforderungen an den Boden stellen? Ich könnte mir vorstellen,
dass es den Pilzen zunächst mal relativ egal ist, welche geologische Struktur
der Boden ab einer bestimmten Tiefe hat (?).

Neben geologischen Karten bietet der geologische Dienst auch sog. "Bodenkarten" an.
Ich vermute mal, dass die aussagekräftiger sind, oder?

Hat jemand von Euch da ein paar praktische Erfahrungen?

Interessieren würde mich auch, ob es irgendwo im Web ein paar einfache Übersichts-
karten dieser Art für bestimmte Regionen gibt (oder vielleicht entsprechende Literatur?).
Das würde den Geldbeutel schonen. Schliesslich will man als Pilzliebhaber ja
nicht direkt ganz tief in die Geologie einsteigen.

Viele Grüße,
Rainer.

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Re: Geologische Karten / Bodenkarten

Thomas aus D, (vor 8278 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,

für die Eifel gibt es eine Geologische Übersichtskarte im Maßstab 1:200.000 vom Rheinisches Mineralien Kontor in Bonn relativ preiswert zu kaufen, z. B. beim Landkartenhaus Gleumes in Köln (http://www.gleumes.info/globus/).
Ob die für deine Zwecke genügt ist eine andere Frage. Man bekommt aber schon einen Überblick. Für genauere Untersuchungen wird man wohl nicht an den teuren Karten (1:50.000 oder 1:25.000) des Geologischen Dienstes NRW bzw. anderer Bundesländer vorbeikommen.
Vielleicht hat eine öffentliche Bibliothek in Aachen (Uni?) die Messtischblätter und Du kannst sie dort einsehen oder gar ausleihen.

Gruß
Thomas aus D.

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Re: Geologische Karten / Bodenkarten

ThomasHofheim, (vor 8278 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo Rainer,
zunächst mal hat Thomas aus D. mit seinem Hinweis ganz recht: Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von geologischen Übersichtskarten (von Deutschland, einzelnen Bundesländern, Regionen usw.), die einem zur Orientierung dienen können, wenn man etwa wissen möchte, wo man in der näheren Umgebung Kalkvorkommen findet. Wenn man aber vor Ort steht und dann wissen will, was dort geologisch eigentlich los ist, nützen einem solche Karten nur noch wenig. Man sollte sich aber doch gut überlegen, ob man in die teuren 25 000-Karten investiert. Einerseits bieten die eine für den Laien kaum zu überschauende Informationsfülle, andererseits muß man kleinräumig immer damit rechnen, dass nicht genau kartiert wurde und die Karte einen also täuscht.
Hinzu kommt, und dass schreibst Du ja quasi selbst, dass Pilze nicht im Ausgangsgestein, sondern im Boden wachsen. Der wird zwar ganz maßgeblich von der Geologie geprägt, aber gerade hier muss man mit einigen Verschiebungen rechnen. An sich kalkhaltige Lößböden etwa sind meistens oberflächlich kalkfrei und bilden daher einen sauren Boden aus, aber auch nicht immer ... Für sowas nutzt einem dann auch die beste bodenkundliche Karte nix (gibt es im Prinzip auch auf 25000 Basis und sind auch so teuer wie die geologischen).
Langer Rede, kurzer Sinn: Wenn man wissen will, welche bodenkundlichen Verhältnisse an einem bestimmten Pilzfundort vorliegen, fährt man wahrscheinlich am sichersten, wenn man von den Pflanzen am Standort ausgeht (oder man schaut sich den Boden selbst an, Fingerprobe, Bohrung und so :-)). Mit einer geologischen oder bodenkundlichen Karte allein, kann man auf jeden Fall nach meiner Meinung relativ wenig anfangen. Es kommt aber immer drauf an, welche Ansprüche und Vorkenntnisse man genau hat.
Viele Grüsse
Thomas aus H.

Wahrscheinlich geht es Euch auch so: Wenn man sich etwas mehr dafür
interessiert,
warum welche Pilze gerne in bestimmten Gegenden wachsen (und wo nicht), dann
hätte
man gerne auch mal entsprechende Karten, die einem einen Überblick über die
Bodenbeschaffenheit geben.
Spontan denkt man da z.B. an geologische Karten (war, glaub ich, auch schon
mal Thema
im Forum). Für Nordrhein-Westfalen gibt's die z.B. beim Geologischen Dienst
NRW
http://www.gd.nrw.de/g_gk500d.htm . Wobei die nicht gerade preiswert sind.
Eine Frage, die sich mir stellt, ist aber auch die: Wie hilfreich sind
geologische Karten überhaupt, wenn es um das tatsächliche Vorkommen von
Pilzen geht,
die bestimmte Anforderungen an den Boden stellen? Ich könnte mir vorstellen,
dass es den Pilzen zunächst mal relativ egal ist, welche geologische Struktur
der Boden ab einer bestimmten Tiefe hat (?).
Neben geologischen Karten bietet der geologische Dienst auch sog.
"Bodenkarten" an.
Ich vermute mal, dass die aussagekräftiger sind, oder?
Hat jemand von Euch da ein paar praktische Erfahrungen?
Interessieren würde mich auch, ob es irgendwo im Web ein paar einfache
Übersichts-
karten dieser Art für bestimmte Regionen gibt (oder vielleicht entsprechende
Literatur?).
Das würde den Geldbeutel schonen. Schliesslich will man als Pilzliebhaber ja
nicht direkt ganz tief in die Geologie einsteigen.
Viele Grüße,
Rainer.

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Re: Geologische Karten / Bodenkarten

Gerd-A, (vor 8277 Tagen) @ Rainer_aus_AC

Hallo zusammen,

das Pilzmyzel nur in den oberen Bodenschichten wächst (und damit der eigentliche Untergrund häufig nachrangig ist), darauf wurde schon eingegangen.

ThomasHofheim hat es in seinem Beitrag auf den Punkt gebracht:
Langer Rede, kurzer Sinn: Wenn man wissen will, welche bodenkundlichen Verhältnisse an einem bestimmten Pilzfundort vorliegen, fährt man wahrscheinlich am sichersten, wenn man von den Pflanzen am Standort ausgeht (oder man schaut sich den Boden selbst an, Fingerprobe, Bohrung und so :-)). Mit einer geologischen oder bodenkundlichen Karte allein, kann man auf jeden Fall nach meiner Meinung relativ wenig anfangen. Es kommt aber immer drauf an, welche Ansprüche und Vorkenntnisse man genau hat.

Mein Kommentar:
===> Nur, wer ist schon (ich schließe mich ein)außer ausgebildeten Biologen in der Lage, eine Vegetationsaufnahme zu machen.
===> Aber, da kann ich nur Jedem, der sich dafür interessiert und sich einarbeiten möchte das Buch von Dr. Heinrich Hofmeister, "Lebensraum Wald" empfehlen. Auch für Laien verständlich. Mit mehr (insbesondere Verlag/Preis) kann ich leider nicht dienen, da meine Ausgabe von 1977 stammt und zwischenzeitlich m.W bei Neuauflage der Verlag gewechselt wurde.

Viele Grüße
Gerd

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Re: Geologische Karten / Bodenkarten

ThomasHofheim, (vor 8277 Tagen) @ Gerd-A

Hallo Gerd,
natürlich hast Du recht, dass nur wenige gleich eine richtige Vegetationsaufnahme machen können. Aber mit der Zeit kann man sich doch ein paar "Zeigerpflanzen" aneignen. Eine wirklich umfassende Standortbeurteilung geht wohl ohnehin nur mit einer Kombination verschiedener Verfahren und Hilfsmittel.
Auch ich finde, dass der Hofmeister einen sehr guten Einstieg bietet. Noch 1997 ist bei Parey unter dem von Dir genannten Titel eine Neuauflage erschienen, die aber meines Wissens nicht mehr im Handel ist. Man müßte also antiquarisch suchen. Bestimmt gibt es aber noch andere, ähnliche Titel, die noch erhätlich sind.
Viele Grüße
Thomas aus H.

Hallo zusammen,
das Pilzmyzel nur in den oberen Bodenschichten wächst (und damit der
eigentliche Untergrund häufig nachrangig ist), darauf wurde schon
eingegangen.
ThomasHofheim hat es in seinem Beitrag auf den Punkt gebracht: Langer Rede,
kurzer Sinn: Wenn man wissen will, welche bodenkundlichen Verhältnisse an
einem bestimmten Pilzfundort vorliegen, fährt man wahrscheinlich am
sichersten, wenn man von den Pflanzen am Standort ausgeht (oder man schaut
sich den Boden selbst an, Fingerprobe, Bohrung und so :-)). Mit einer
geologischen oder bodenkundlichen Karte allein, kann man auf jeden Fall
nach meiner Meinung relativ wenig anfangen. Es kommt aber immer drauf an,
welche Ansprüche und Vorkenntnisse man genau hat.
Mein Kommentar: ===> Nur, wer ist schon (ich schließe mich ein)außer
ausgebildeten Biologen in der Lage, eine Vegetationsaufnahme zu machen.
===> Aber, da kann ich nur Jedem, der sich dafür interessiert und sich
einarbeiten möchte das Buch von Dr. Heinrich Hofmeister, "Lebensraum
Wald" empfehlen. Auch für Laien verständlich. Mit mehr (insbesondere
Verlag/Preis) kann ich leider nicht dienen, da meine Ausgabe von 1977
stammt und zwischenzeitlich m.W bei Neuauflage der Verlag gewechselt
wurde.
Viele Grüße
Gerd

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Re: Geologische Karten / Bodenkarten

Gerd-A, (vor 8277 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo zusammen,

bei einer GOOGLE-Recherche "Hofmeister Lebensraum" bin ich fündig geworden:

Viele Grüße
Gerd

Hallo Gerd,
natürlich hast Du recht, dass nur wenige gleich eine richtige
Vegetationsaufnahme machen können. Aber mit der Zeit kann man sich doch
ein paar "Zeigerpflanzen" aneignen. Eine wirklich umfassende
Standortbeurteilung geht wohl ohnehin nur mit einer Kombination
verschiedener Verfahren und Hilfsmittel.
Auch ich finde, dass der Hofmeister einen sehr guten Einstieg bietet. Noch
1997 ist bei Parey unter dem von Dir genannten Titel eine Neuauflage
erschienen, die aber meines Wissens nicht mehr im Handel ist. Man müßte
also antiquarisch suchen. Bestimmt gibt es aber noch andere, ähnliche
Titel, die noch erhätlich sind.
Viele Grüße
Thomas aus H.