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Fragen zum Thema Morcheln

ajuga, (vor 8254 Tagen)

Hallo!

Immer wenn ich auf Morchelsuche allein durch die Natur streife, gehen mir - besonders wenn ich nichts finde - viele Gedanken durch den Kopf. Und dabei bleiben natürlich einige Fragen offen und ich hoffe, dass mir der eine oder andere vielleicht mit seinen Erfahrungen weiterhelfen kann. Vielen Dank!

1. Hat schon jemand Spitzmorcheln in reinen Kiefernbeständen gefunden?

2. Kann man Spitzmorcheln auch an solchen Stellen finden, an denen die Halbfreie Morchel häufig auftaucht?

3. Sind Morcheln im allgemeinen eher im Mittelgebirge aufgrund entsprechender Baumbestände wie Fichtenforste und Eschen (letzterr ist meiner Erfahrung nach in der Norddeutschen Tiefebene viel seltener als in Mittelgebirgen) zu finden?

4. Braucht man wirklich Kalkboden/Kalkstein als Untergrund? Immerhin wachsen ja auf Nadel- oder Laubstreu über Kalkuntergrund auch Pflanzen, die nur saure Böden lieben. Die verrottende Laub- oder Nadelstreu säuert die Oberfläche ja sehr stark an.

Viele Grüße,

ajuga

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Re: Fragen zum Thema Morcheln

Christoph ⌂, (vor 8254 Tagen) @ ajuga

Hi ajuga...

1. Hat schon jemand Spitzmorcheln in reinen Kiefernbeständen gefunden?

Nein, aber im reinen Fichtenwald - und in Weißtannenbeständen sollen sie über Kalk tels häufig sein.

2. Kann man Spitzmorcheln auch an solchen Stellen finden, an denen die
Halbfreie Morchel häufig auftaucht?

Warum nicht? Es gibt auch Spitzmorcheln bei Eschen oder Pappeln - und da gibts auch Käppchenmorcheln.

3. Sind Morcheln im allgemeinen eher im Mittelgebirge aufgrund entsprechender
Baumbestände wie Fichtenforste und Eschen (letzterr ist meiner Erfahrung
nach in der Norddeutschen Tiefebene viel seltener als in Mittelgebirgen)
zu finden?

Mittelgebirge?! Nicht unbedingt - Alpenvorland, Alpen etc. In der Nordd. Tiefebene scheinen Morcheln allegemein aber wirklich seltener zu sein...

4. Braucht man wirklich Kalkboden/Kalkstein als Untergrund? Immerhin wachsen
ja auf Nadel- oder Laubstreu über Kalkuntergrund auch Pflanzen, die nur
saure Böden lieben.

Die verrottende Laub- oder Nadelstreu säuert die

Oberfläche ja sehr stark an.

Häh?! Wo sollen dann Kalkarten wie Seidelbast, Türkenbund, Leberblümchen etc. pp. wachsen?! Nur außerhalb des Waldes? Nein nein, die Laubstreu säuert nur wenig und oberflächlich an, bei der Nadelstreu auch nur oberflächlich (hängt von der Zersetzungsgeschwindigkeit ab - es kann dicke Rohhumusauflagen im gebirge geben, die einfach nur sauer sind.
Viele Pflanzen haben Wurzeln, die tiefer als nur in die obersten wenigen Zentimeter des Bodens reichen. Auf Kalk wachsen nur "säureliebende" mit flachem Wurzelwerk (oder Moose)

Zu den Morcheln: ich fand selbige bisher nur über Kalk, was aber wohl auch daran liegt, dass ich hier im Süden soviel Kalk habe bzw. alle Alpenflüsse aus den Kalkalpen kommen (mineralreiches Wasser)

Grüße
Christoph

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Re: Fragen zum Thema Morcheln

ajuga, (vor 8253 Tagen) @ Christoph

Danke für Deine Antworten!

Ich höre immer wieder, dass man für eine Spitzmorchel immer auch Nadelbäume in der Nähe braucht. Auch die Mulcheln wachsen ja hauptsächlich auf Rindenmulch von Nadelbäumen (auch von Kiefern!).
Was ist dran? Du schreibst, Spitzmorcheln würden auch unter Eschen und Pappeln wachsen - ganz ohne Fichte oder Kiefer?

Hier in Jena und Umgebung haben wir auf jedenfall Muschelkalk als Untergrund. Auf den Platten und an den Hängen rund um das Saaletal wachsen hauptsächlich die Gemeine Kiefer und die Schwarzkiefer - jedoch kaum Fichten. Erst einmal habe ich hier eine Spitzmorchel in freier Wildbahn gefunden. Dieses Exemplar war mehr als 10 cm hoch.
Ich werde es einfach weiter versuchen...

ajuga

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Re: Fragen zum Thema Morcheln

Birgit, (vor 8253 Tagen) @ ajuga

Hi ajuga,

Ich höre immer wieder, dass man für eine Spitzmorchel immer auch Nadelbäume
in der Nähe braucht. Auch die Mulcheln wachsen ja hauptsächlich auf
Rindenmulch von Nadelbäumen (auch von Kiefern!).
Was ist dran? Du schreibst, Spitzmorcheln würden auch unter Eschen und
Pappeln wachsen - ganz ohne Fichte oder Kiefer?

Ich hab bisher noch keine Spitzmorcheln gefunden, wos gar keine Fichte in der Nähe gab (aber ich hab nicht viel Erfahrung), bei einer Stelle meinte Christoph allerdings, daß diese Spitzmorcheln an den Eschen dranhingen, allerdings waren die Spitzmorcheln im Vorjahr dort gehäuft an den Wurzeln einer gefällten Fichte zu finden. Käppchenmorcheln gibts hier weniger als Speise- oder Spitzmorcheln, da kann ich keine Aussage dazu machen. elfi weiß dazu sicher mehr.

Hier in Jena und Umgebung haben wir auf jedenfall Muschelkalk als Untergrund.
Auf den Platten und an den Hängen rund um das Saaletal wachsen
hauptsächlich die Gemeine Kiefer und die Schwarzkiefer - jedoch kaum
Fichten. Erst einmal habe ich hier eine Spitzmorchel in freier Wildbahn
gefunden. Dieses Exemplar war mehr als 10 cm hoch.
Ich werde es einfach weiter versuchen...

Na das ist doch schon mal was, wo einmal eine Spitzmorchel stand, könnte vielleicht in den Folgejahren wieder was in der Umgebung kommen. Achte mal auf gefällte Fichtenstümpfe (die müssen scheinbar noch relativ frisch sein, aber älter als 1 Jahr).

Woher weißt du, daß Spitzmorcheln auch auf RIndenmulch von Kiefern wachsen können?

freundliche Grüße

Birgit

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Spitzmorcheln auf Kiefernmulch

ajuga, (vor 8253 Tagen) @ Birgit

Woher weißt du, daß Spitzmorcheln auch auf RIndenmulch von Kiefern wachsen
können?

Ich habe das selbst gesehen (und gegessen!). In meiner Heimat in der norddeutschen Tiefebene, auf dem Grundstück meiner Eltern, wuchsen Ende Mai (!!!) 2003 zwei Spitzmorcheln auf gut bewässerten Rindenmulch, der aus der Borke von Kiefern bestand. Als Biologie-Student mit einer Teil-Spezialisierung auf Botanik wage ich zu sagen, dass es sich hierbei mit nahezu 99,9 %iger Wahrscheinlichkeit um Rindenmaterial der Pinus sylvestris handelte.

Vielleicht war der Mulch ja auch ein Gemisch aus mehreren Baumarten, was ich mir aber nicht vorstellen kann...

(Mal sehen ob dieses Jahr wieder was drauf wächst. Werde dann mal genau untersuchen, aus was für einem Rindenstück die Morcheln herauswachsen...)

ajuga

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Re: Spitzmorcheln auf Kiefernmulch

Matthias, (vor 8253 Tagen) @ ajuga

Ich habe das selbst gesehen (und gegessen!). In meiner Heimat in der
norddeutschen Tiefebene, auf dem Grundstück meiner Eltern, wuchsen Ende
Mai (!!!) 2003 zwei Spitzmorcheln auf gut bewässerten Rindenmulch, der aus
der Borke von Kiefern bestand. Als Biologie-Student mit einer
Teil-Spezialisierung auf Botanik wage ich zu sagen, dass es sich hierbei
mit nahezu 99,9 %iger Wahrscheinlichkeit um Rindenmaterial der Pinus
sylvestris handelte.
Vielleicht war der Mulch ja auch ein Gemisch aus mehreren Baumarten, was ich
mir aber nicht vorstellen kann...
(Mal sehen ob dieses Jahr wieder was drauf wächst. Werde dann mal genau
untersuchen, aus was für einem Rindenstück die Morcheln herauswachsen...)
ajuga

Hallo Ajuga,
wahrscheinlich wirst du dieses Jahr keine Morcheln mehr finden wenn nicht nachgemulcht wurde und die Aussage das es "nur" Kiefernrinde war glaube ich so nicht, das kann man durch reines anschauen nicht zu 99.9% sagen,
Gruss
Matthias