Pilze Pilze Forum
Erweitert

Bestimmungshilfe erbeten *PIC*

Pio, (vor 8231 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,

es ist ja eine Menge los zur Zeit, jeden Tag Erfolgsmeldungen, Morcheln und Lorcheln in Hülle und Fülle. Ich bin gerade von einem verlängerten Ostertrip aus dem Harz zurück gekommen, von dem ich allerdings waldmäßig nur Bärlauch mitgebracht habe. Da hatte ich ganz schön zu tun, die neuen Beiträge zu sichten.

Nun zu meinem Thema: Ich hatte mein Foto schon einmal in diesem Thread gezeigt, aber da ist es anscheinend untergegangen, da ich den Beitrag ziemlich spät angehängt hatte. Hier noch mal das Foto:

[image]

Die Bilder stammen bereits vom April 2002. Was könnte das sein? Ich hatte in dem erwähnten Thread schon eine kurze Diskussion mit ajuga, der auf die Riesenmorchel getippt hatte. Aber nach dem Ansehen einiger Fotos der Riesenmorchel in einem Pilzbuch konnte ich mich dieser Meinung nicht unbedingt anschließen.

Ich habe drei Exemplare davon am 28.4.2002 gefunden, die sahen alle so aus wie auf dem Bild. Der Standort: Auf einem kleinen Hügel im Flachland, unter großen Eschenahorn-Bäumen im Gras, rund herum Fliederhecken. Keinerlei Nadelbäume. Die Pilze sind im Unterschied zu den selten hier auftauchenden Rundmorcheln sehr viel kräftiger und größer. Frühjahrslorcheln habe ich ab und zu in den hier zahlreichen Kiefernwäldern auch schon gefunden (habe sogar vor etlichen Jahren mal drei davon nach Abbrühen vernascht und die haben gut geschmeckt und sind mir auch gut bekommen), aber die sehen auf jeden Fall anders aus. Kräftige kaffeebraune Hutfarbe, wellig faltiger kräftiger Stiel, ich glaube, die Oberfläche war leicht körnig, innen natürlich alles hohl.

Also: Wenn es eine Lorchel sein soll, dann vermisse ich die gehirnartigen Windungen im Hut. Wenn es eine Morchel sein soll, dann vermisse ich die wabenartige Oberflächenstruktur, was ist das nun?

Viele Grüße - Pio

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Bestimmungshilfe erbeten

Christoph ⌂, (vor 8231 Tagen) @ Pio

Hi Pio,

ich denke, viele trauen sich nicht, was dazu zu sagen, weil sie nicht sicher sind, ob das verrückte Teil nun ne Morchel oder Lorchel ist. Und das wäre ja peinlich... Das ist auch ein gewisses Problem bei Internetbestimmungen. Auch ich kann nicht 100%ige Sicherheit geben.

Aber ich gehe davon aus, dass es sich aufgrund der Hutstruktur eindeutig um die Gattung Morchella handelt. Das Ding ist sehr aberrant und könnte z.B. krankheitsbedingt deformiert sein (Virus?) oder aus anderen äußeren Gründen. Ich denke an eine banale Speisemorchel mit seltsamen Verwachsungen/Strukturen.

Eine Riesenlorchel schließe ich makroskopisch aus, da die Wabenstruktur doch sehr gut erkennbar ist. Vermutlich ist das Ding steril (geht mir meist so, wenn ich besonders große oder aberrante Exemplare finde).

Grüße
Christoph

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

ein verpilzter Pilz? *oT*

Harald Andres Schmid, (vor 8231 Tagen) @ Pio

- kein Text -

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Bestimmungshilfe erbeten

Manfred, (vor 8230 Tagen) @ Pio

Hallo Pio

Das abgebildete Exemplar ist eindeutig eine Speisemorchel (M. Esculenta), ich bin mir da 100%-ig sicher. Ich habe schon öfter Exemplare mit weniger, dafür grösseren Löchern gefunden, so dass kaum mehr eine Bienenwabenstruktur erkennbar war. Etwas anderes ist mir aber im Zusammenhang mit der von Dir erwähnten Fliederhecke durch den Kopf gegangen: irgenwann letztes Jahr habe ich auf einer französischen Webseite (Name leider vergessen), wo es um Fundstellen von Morcheln ging, den Hinweis auf Flieder entdeckt, und zwar, dass dieser angeblich im Wurzelwerk Glukose bildet, was Nährstoff für Morcheln sein soll, d.h. Morcheln kämen also u.a. gerne bei Flieder vor. Habe dies aber seither nicht weiter verfolgt.

Grüssli
Manfred

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Bestimmungshilfe erbeten

Pio, (vor 8228 Tagen) @ Manfred

Hallo Christoph und Manfred,

die Resonanz auf meine Anfrage war ja nicht so kräftig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber immerhin zwei Antworten, die meinen Anfangsverdacht erhärtet haben. Ich habe damals drei dieser Exemplare verspeist und sie haben sehr gut geschmeckt. Eigentlich bin ich erst vor kurzem ins Zweifeln gekommen, als ich noch mal dieses Bild mit den gängigen Morchel- und Lorchelfotos verglichen habe. So richtig passt ja mein Exemplar weder zu der einen noch zu der anderen Art.

In diesem Jahr brauche ich gar nicht erst an der Fundstelle zu erscheinen. Es ist hier alles staubtrocken, hat schon ewig nicht richtig geregnet. Hoffentlich setzt sich das Witterungsdrama vom vergangenen Frühjahr und Sommer hier in Brandenburg nicht fort. Ich bin heute auf einem Waldweg fast im tiefen Pulversand stecken geblieben. So schlimm war es da nicht mal im letzten Sommer. Trotz alledem habe ich im Kiefernwald eine riesige Frühjahrslorchel gesichtet. Mir unerklärlich, wie die das geschafft hat.

Auf jeden Fall herzlichen Dank für die Antworten.

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Bestimmungshilfe erbeten

Kazuya, (vor 8226 Tagen) @ Pio

hallo,

nun, da kann man sich schlecht entscheiden, ob dies nun eine Morchel oder vielleicht doch eine Art aus der Gattung Gyromitra ist. Ich würde bei den wabenartigen Vertiefungen (Alveolen genannt) auf eine Morchel tippen, allerdings spricht die unebene "Alvelenoberfläche" sowie der "gyromitrafarbene" Oberteil zu einer Gyromitra, wenn diese auch sehr untypisch gebildet wurde. Man kann davon augehen, dass der Fruchtkörper von einem Pilz befallen wurde, und möglicherweise hat genau das die hier vorliegende Deformation verursacht. Bei diesem Exemplar würde ich "aus dem Bauch raus" auf eine Morchel (Morchella) tippen, mehr als Raten ist da aber nicht gegeben.

Gruß,
Kazuya