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Glühende Kohlen *PIC*

elfi ⌂, (vor 8212 Tagen)

Hallo ,
zur Morchelzeit ist jeder Mulchberg hochinteressant, statt der erhofften Morcheln
können sie auch ganz andere Pilze beherbergen, wie wir zur Genüge hier im Forum schon gesehen haben.
Auf diesen unglaublich groben Rindenstücken (Kiefer?) wachsen ausschließlich Lorcheln.

[image]

Aus den Zwischenräumen der Holzstücke leuchteten viele noch nicht ganz sichtbare
Lorcheln heraus, der Hügel sah aus wie ein heruntergebranntes Grillfeuer.

[image]

Das größte Exemplar hatte einen Durchmesser von 12 cm.

[image]

Gibt es eigentlich noch Leute die Lorcheln essen?
Grüße
elfi

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Re: Glühende Kohlen

Werner, (vor 8212 Tagen) @ elfi

Hallo Elfi,

Gibt es eigentlich noch Leute die Lorcheln essen?

Im Osten sollen Frühjahrslorcheln in manchen Ländern sogar noch Marktpilz sein. Man kann über die Giftigkeit auch oft lesen, daß die standortabhängig ist. Allerdings ist das Essen schon etwas arg haarig, weil da ja tatsächlich das Gift Gyromitrin gefunden worden ist. Auch Trocknen oder Abkochen soll nicht immer alles Gift entfernen. Ich würde als Selbstversuch höchstens G. gigas in kleinsten Mengen hernehmen - aber das soll bei Gott keine Empfehlung sein. Jeder muß ja wissen, was er tut ...

Gruß,

Werner, der auch noch 3 getrocknete G. gigas rumliegen hat ...

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Lorcheln essen?

Pio, (vor 8212 Tagen) @ Werner

Im Osten sollen Frühjahrslorcheln in manchen Ländern sogar noch Marktpilz
sein. Man kann über die Giftigkeit auch oft lesen, daß die
standortabhängig ist. Allerdings ist das Essen schon etwas arg haarig,
weil da ja tatsächlich das Gift Gyromitrin gefunden worden ist. Auch
Trocknen oder Abkochen soll nicht immer alles Gift entfernen.

Hallo Werner,

ich hab mal vor etlichen Jahren, drei Stück nach Abkochen und Weggießen gegessen, aber es hat nichts bewirkt. Nicht mal eine Magenverstimmung. Hat sogar sehr gut geschmeckt. Ich hatte dann noch etliche Exemplare getrocknet, weil zu lesen war, dass das Gift beim Trocknen verschwinden würde. Später wurde dann wieder genau das Gegenteil behauptet. Ich habe dann vorsichtshalber das Trockengut entsorgt. Ich erinnere mich noch, dass die Lorcheln hier lange Zeit als Marktpilz gehandelt wurden, mindestens bis in die 60er Jahre, denke ich mal. Allerdings wurde immer auf die Problematik des Abkochens hingewiesen. Es wurde auch erwähnt, dass selbst das Abkochen keine absolute Sicherheit bieten würde und es in wenigen Fällen extrem gefährliche Vergiftungen gegeben hätte. Und ich höre immer noch, wie meine Oma mehrfach davon geschwärmt hat, wie viele Lorcheln sie und die ganze Verwandtschaft "in der schlechten Zeit" gesammelt und verspeist haben. Also ich würde die Dinger lieber nicht anfassen.

Viele Grüße - Pio

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Re: Lorcheln essen?

Werner, (vor 8212 Tagen) @ Pio

Hallo Pio,

ich hab mal vor etlichen Jahren, drei Stück nach Abkochen und Weggießen
gegessen, aber es hat nichts bewirkt. Nicht mal eine Magenverstimmung.

Das dürfte ja auch der Normalfall sein. D.h., daß die Dinger normalerweise gut verträglich sind, in Einzelfällen aber auch tödlich sein können. Also ist das ein bißchen wie mit dem japanischen Kugelfisch. Dazu kommt bei den Pilzen noch, daß man annimmt, daß sich das Gift bei mehreren Mahlzeiten im Körper anreichern kann und das ist dann arg gefährlich.

Hat
sogar sehr gut geschmeckt. Ich hatte dann noch etliche Exemplare
getrocknet, weil zu lesen war, dass das Gift beim Trocknen verschwinden
würde. Später wurde dann wieder genau das Gegenteil behauptet. Ich habe
dann vorsichtshalber das Trockengut entsorgt. Ich erinnere mich noch, dass
die Lorcheln hier lange Zeit als Marktpilz gehandelt wurden, mindestens
bis in die 60er Jahre, denke ich mal. Allerdings wurde immer auf die
Problematik des Abkochens hingewiesen. Es wurde auch erwähnt, dass selbst
das Abkochen keine absolute Sicherheit bieten würde und es in wenigen
Fällen extrem gefährliche Vergiftungen gegeben hätte. Und ich höre immer
noch, wie meine Oma mehrfach davon geschwärmt hat, wie viele Lorcheln sie
und die ganze Verwandtschaft "in der schlechten Zeit" gesammelt
und verspeist haben. Also ich würde die Dinger lieber nicht anfassen.

Ich stimme mit Dir voll überein. Es heißt auch in manchen Büchern, daß man annimmt, daß Frühjahrslorcheln von feuchten Standorten vermutlich mehr Gyromitrin enthalten und deshalb giftiger sind.

Außerdem heißt es, daß die Riesenlorchel (G. gigas) viel weniger Gyromitrin enthält. Ich muß zugeben, daß die im frischen Zustand sehr gut gerochen haben. Mich würde eigentlich nur der Geschmack rein als Probe interessieren, nicht zum Dauerkonsum. Denn es heißt ja öfters, daß die richtig gut sind. Kann ich mir auch vorstellen. Zum wirklichen Verzehr sind die eh viel zu selten, aber ich habe ja noch 3 Exsikkate, die nur Platz wegnehmen. Und vielleicht mache ich damit mal einen Selbstversuch, wenn ich meinen mutigen und neugierigen Tag habe :-)

Vom Abkochen von Pilzen halte ich aus Geschmacksgründen nichts. Wenn ich Pilze so lange kochen muß um sicherzugehen, schmecken sie normalerweise nur noch nach Pappe oder undefinierbarem Brei. Da ist es dann ungefährlicher und ebenso schmackhaft, gleich Schuhkartons zu kochen :-)

Aber wie gesagt, mein vielleicht einmal stattfindendes Selbstexperiment mit max. 3 G. gigas soll hier nicht zur Nachahmung gedacht sein.

Gruß,

Werner

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Re: Lorcheln essen?

Pio, (vor 8212 Tagen) @ Werner

Aber wie gesagt, mein vielleicht einmal stattfindendes Selbstexperiment mit
max. 3 G. gigas soll hier nicht zur Nachahmung gedacht sein.

Hallo Werner,

ehrlich gesagt, hatte ich damals eine depressive Phase, normalerweise hätte ich es sonst trotz meiner tatsächlich vorhandenen Neugier wohl nicht ausprobiert. Heute würde ich es wohl nicht mehr machen, obwohl statistisch gesehen die Gefahr sicher sehr gering ist.

Also es hat wirklich gut geschmeckt trotz Abkochen. Neulich hätte ich ja dieses Exemplar am liebsten mit nach Hause genommen und in die Pfanne geschmissen, zumal es seit vielen Wochen wegen der anhaltenden Dürre hierzulande das einzige war, was ich bisher überhaupt gefunden hatte. Aber ich konnte mich gerade noch beherrschen.

Pio

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Lorcheln essen

Thomas Pruß, (vor 8211 Tagen) @ elfi

Gibt es eigentlich noch Leute die Lorcheln essen?
Grüße
elfi

Moin Elfi,
ja, es gibt sie: Ich habe in Helsinki auf dem Markt mehrere Stände gesehen, auf denen Frühjahrslorcheln zum Verkauf angeboten wurden. Die Pilze sind da wohl ganz gewöhnliche Markt- und Speisepilze.
Entweder sind die Dinger da oben kaum giftig oder jeder Finne weiß, worauf er sich einlässt.
Grüsslis
Thomas

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Re: Lorcheln essen

Harald Andres Schmid, (vor 8211 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Elfi,
ja, es gibt sie: Ich habe in Helsinki auf dem Markt mehrere Stände gesehen,
auf denen Frühjahrslorcheln zum Verkauf angeboten wurden. Die Pilze sind
da wohl ganz gewöhnliche Markt- und Speisepilze.
Entweder sind die Dinger da oben kaum giftig oder jeder Finne weiß, worauf er
sich einlässt.
Grüsslis
Thomas

hallo
habe auch gehört, (weiss nicht, ob es stimmt)dass Lorcheln in Polen und Russland noch immer im grossen Stil in der Konservenindustrie verarbeitet werden.
Gruss, Harald Andres

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Re: Lorcheln essen

Dedimyk, (vor 8210 Tagen) @ Harald Andres Schmid

hallo
habe auch gehört, (weiss nicht, ob es stimmt)dass Lorcheln in Polen und
Russland noch immer im grossen Stil in der Konservenindustrie verarbeitet
werden.
Gruss, Harald Andres

Hallo Harald,
die Leute müssen Saumägen haben, aber die Osteuropäer essen sowieso alles,
was der Wald hergibt. Auch gelbe Knollis wurden mir schon von Rußlanddeutschen in der Pilzberatung vorgelegt, mit der Bemerkung: "Essen wir schon seit Jahren, schmecken prima ".
Das sagt schon genug aus , oder ?

Gruß Detlef

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Re: Lorcheln essen

Werner, (vor 8210 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Harald,
die Leute müssen Saumägen haben, aber die Osteuropäer essen sowieso alles,
was der Wald hergibt. Auch gelbe Knollis wurden mir schon von
Rußlanddeutschen in der Pilzberatung vorgelegt, mit der Bemerkung:
"Essen wir schon seit Jahren, schmecken prima ".
Das sagt schon genug aus , oder ?

Sorry, aber so abwertend würde ich das nicht mit den Saumägen formulieren. Es ist halt eine andere Kultur. In Skandinavien werden so z.B. diverse scharfe Milchlinge siliert und gegessen. Und ein Amerikaner würde unsere Mägen dann vielleicht ebenfalls als "Saumagen" titulieren, weil dort praktisch keine Wildpilze gegessen werden - außer von ein paar "Pilzfreaks".

Ich halte das für eine kulturell bedingte Sache. Gelbe Knollis sind ja auch nicht weiter giftig (zumindest nach Erhitzen, da Bufotenin dann zerstört ist) - nur ist man sich hier darüber einig, daß sie wegen der Verwechslungsgefahr und des schlechten Geschmacks (auch wieder eine Geschmackssache :-)nicht essen sollte.

Wenn ich aber hier so manchmal lese, was alles gegessen wird, könnte man durchaus auch von Saumägen sprechen (Stinkmorchelhexeneier, Ockertäublinge, Netzstielige Hexen, Graue Wulstlinge, Voreilende Ackerlinge usw.). Ich selbst würde da auch nicht von "Saumägen" sprechen und probiere sowas teilweise auch mal. Und wenn ich Gelbe Knollis oder Graue Wulstlinge nicht selbst probiere, dann nur wegen des schon im Rohzustand unangenehmen Geruchs.

Bei Lorcheln war es doch immerhin vor nicht allzulanger Zeit auch hier noch so, daß die sogar in D Marktpilze waren und dazu noch wohlschmeckend sein sollen. Da ist es doch verständlich, daß Leute aus Osteuropa die noch essen, weil sie eben nichts von der Gefahr wissen und auch selbst keine negativen Erfahrungen haben. Vergleich dazu auch Grünlinge, Kahle Kremplinge, Weiße Raslinge usw. - die ja vor nicht allzulanger Zeit hier auch alle noch massenhaft gegessen wurden.

Gruß,

Werner