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Helvella, Mycena und ein Fragezeichen ... *PIC*

Werner, (vor 8198 Tagen)

Hallo wieder einmal,

als erstes mal ein Bild von Mycena abramsii (Voreilender Helmling), die momentan recht oft vorkommt. Sie ist durch nitrösen Geruch gekennzeichnet. Ich mußte meine mikroskopisch absichern, da ich sie nicht kannte. Müßte eigentlich auch rein makroskopisch gehen, nicht? Die spindeligen Zystiden und Sporenmaße von 10,1x4,8 ließen mich dann nicht mehr zweifeln. Mycena niveipes kann lt. BK damit verwechselt werden, ist aber 1. sehr selten und 2. durch breitere Sporen und glatte HDS-Hyphen gekennzeichnet.

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Dann die wunderschöne Helvella acetabulum (Hochgerippte Lorchel), die durch die Rippen, die weit außen hochragen leicht kenntlich ist.

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Und jetzt kommt wieder die Frage des Tages :-): Was ist das? Gefunden am Wegrand eines Fichtenwaldes aber direkt unter einer Eiche. Der Pilz roch ausgesprochen stark ranzig-mehlig. Erst dachte ich, es müßte vielleicht ein Lactarius sein. Aber - null Milch. Oben drauf waren ein paar Schüppchen - siehe Foto. Die Sporen waren schwach bis mittel warzig, Sporenpulver weiß.

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Leider war es nur dieser eine Fruchtkörper. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß ich den Pilz eigentlich kennen müßte, aber ich komme nicht drauf. Scheint ein untypisches Exemplar zu sein ...

Abgesehen davon verblüfften mich noch einige Clitocybe fragrans, die ja noch sehr früh dran sind.

Viele Grüße aus München,

Werner

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Re: Helvella, Mycena und ein Fragezeichen ...

Axel Schilling ⌂, (vor 8198 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,
versuchs mal mit dem Kohlen-Trichterling, Clitocybe sinopica oder Clitocybe squamulosa. Könnte es eine alte Brandstelle gewesen sein ?
Gruß
Axel

Und jetzt kommt wieder die Frage des Tages :-): Was ist das? Gefunden am
Wegrand eines Fichtenwaldes aber direkt unter einer Eiche. Der Pilz roch
ausgesprochen stark ranzig-mehlig. Erst dachte ich, es müßte vielleicht
ein Lactarius sein. Aber - null Milch. Oben drauf waren ein paar
Schüppchen - siehe Foto. Die Sporen waren schwach bis mittel warzig,
Sporenpulver weiß.


Leider war es nur dieser eine Fruchtkörper. Irgendwie habe ich das Gefühl,
daß ich den Pilz eigentlich kennen müßte, aber ich komme nicht drauf.
Scheint ein untypisches Exemplar zu sein ...
Abgesehen davon verblüfften mich noch einige Clitocybe fragrans, die ja noch
sehr früh dran sind.
Viele Grüße aus München,
Werner

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Re: Helvella, Mycena und ein Fragezeichen ...

Martin Schmidt ⌂, (vor 8198 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

bei deinem unbekannten Pilz könnte es sich um Clitocybe sinopica, den Kohlentrichterling handeln. In Berlin hatten wir ihn dieses Jahr schon mehrmals und er kommt durchaus nicht nur auf Brandstellen vor.

Viele Grüße Martin

Hallo wieder einmal,
als erstes mal ein Bild von Mycena abramsii (Voreilender Helmling), die
momentan recht oft vorkommt. Sie ist durch nitrösen Geruch gekennzeichnet.
Ich mußte meine mikroskopisch absichern, da ich sie nicht kannte. Müßte
eigentlich auch rein makroskopisch gehen, nicht? Die spindeligen Zystiden
und Sporenmaße von 10,1x4,8 ließen mich dann nicht mehr zweifeln. Mycena
niveipes kann lt. BK damit verwechselt werden, ist aber 1. sehr selten und
2. durch breitere Sporen und glatte HDS-Hyphen gekennzeichnet.

Dann die wunderschöne Helvella acetabulum (Hochgerippte Lorchel), die durch
die Rippen, die weit außen hochragen leicht kenntlich ist.

Und jetzt kommt wieder die Frage des Tages :-): Was ist das? Gefunden am
Wegrand eines Fichtenwaldes aber direkt unter einer Eiche. Der Pilz roch
ausgesprochen stark ranzig-mehlig. Erst dachte ich, es müßte vielleicht
ein Lactarius sein. Aber - null Milch. Oben drauf waren ein paar
Schüppchen - siehe Foto. Die Sporen waren schwach bis mittel warzig,
Sporenpulver weiß.


Leider war es nur dieser eine Fruchtkörper. Irgendwie habe ich das Gefühl,
daß ich den Pilz eigentlich kennen müßte, aber ich komme nicht drauf.
Scheint ein untypisches Exemplar zu sein ...
Abgesehen davon verblüfften mich noch einige Clitocybe fragrans, die ja noch
sehr früh dran sind.
Viele Grüße aus München,
Werner

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Re: Helvella, Mycena und ein Fragezeichen ...

Andreas ⌂, (vor 8198 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

ich glaube auch, dass dein UMO Clitocybe sinopica ist. Wie Martin schon sagte kommt er mindestens genauso oft ohne Brandstellen vor als mit. Typisch schon ab April/Mai. Ich kenne ihn aus der Fichtennadelstreu genauso wie von Flugsanddünen und Kiesgruben im Rheintal.
Dass Du die Sporen als warzig angesehen hast liegt wohl daran, dass die voller Guttulen sind, wie geschäumt. Es passiert auch Erfahrenen oft, dass sie die Sporen dann für ornamentiert halten, doch wenn Du die Schärfeneinstellung genau auf die Mitte der Spore drehst, wirst Du sehen, dass die Sporenwand glatt ist.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Helvella, Mycena und ein Fragezeichen ...

Werner, (vor 8198 Tagen) @ Andreas

Hallo Werner,
ich glaube auch, dass dein UMO Clitocybe sinopica ist. Wie Martin schon sagte
kommt er mindestens genauso oft ohne Brandstellen vor als mit. Typisch
schon ab April/Mai. Ich kenne ihn aus der Fichtennadelstreu genauso wie
von Flugsanddünen und Kiesgruben im Rheintal.
Dass Du die Sporen als warzig angesehen hast liegt wohl daran, dass die
voller Guttulen sind, wie geschäumt. Es passiert auch Erfahrenen oft, dass
sie die Sporen dann für ornamentiert halten, doch wenn Du die
Schärfeneinstellung genau auf die Mitte der Spore drehst, wirst Du sehen,
dass die Sporenwand glatt ist.

Danke, Axel,Martin und Andreas. Der ist es wohl (C. sinopica). Den habe ich bewußt noch nie gefunden. Ist ja auch - relativ - selten, lt. Krieglsteiner (BaWü). Mit den "warzigen" Sporen kannst Du sehr wohl recht haben, Andreas. Ich habe den Pilz dann auch nicht mehr so genau untersucht, weil ich erst mal davon ausgegangen bin, daß es ein unnatürlicher Fruchtkörper ist, den ich wohl nie bestimmt kriege. Aber mit diesem schlauen Forum hier darf man von so was wohl nie ausgehen :-)

Und nein, ich konnte keine Brandstelle feststellen. Könnte natürlich sein, daß die extrem alt und überwachsen war, ist aber eher unwahrscheinlich. Da der Geruch - auf den ich normalerweise nicht so arg viel gebe - in diesem Fall ausgesprochen unangenehm mehlig-ranzig war, kann ich wohl C. squamulosa ausschließen. Meine bescheidene Literatur beschreibt den bestenfalls als "angenehm mehlig" oder vom Geruch her gar nicht.

Vielen Dank an alle,

Werner

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Re: Helvella, Mycena und ein Fragezeichen ...

Andreas ⌂, (vor 8198 Tagen) @ Werner

Danke, Axel,Martin und Andreas. Der ist es wohl (C. sinopica). Den habe ich
bewußt noch nie gefunden. Ist ja auch - relativ - selten, lt.
Krieglsteiner (BaWü). Mit den "warzigen" Sporen kannst Du sehr
wohl recht haben, Andreas. Ich habe den Pilz dann auch nicht mehr so genau
untersucht, weil ich erst mal davon ausgegangen bin, daß es ein
unnatürlicher Fruchtkörper ist, den ich wohl nie bestimmt kriege. Aber mit
diesem schlauen Forum hier darf man von so was wohl nie ausgehen :-)
Und nein, ich konnte keine Brandstelle feststellen. Könnte natürlich sein,
daß die extrem alt und überwachsen war, ist aber eher unwahrscheinlich. Da
der Geruch - auf den ich normalerweise nicht so arg viel gebe - in diesem
Fall ausgesprochen unangenehm mehlig-ranzig war, kann ich wohl C.
squamulosa ausschließen. Meine bescheidene Literatur beschreibt den
bestenfalls als "angenehm mehlig" oder vom Geruch her gar nicht.
Vielen Dank an alle,
Werner

Hallo Werner,

Clitocybe squamulosa ist wesentlich weniger freudig braunorange gefärbt, hat mehr die Farbe von C. gibba. Mit einem so auffallenden Kontrast zwischen rostorangem Hut/Stiel und weißen Lamellen gibt es nur C. sinopica und C. vermicularis. Die Sporengröße dieser beider Arten ist signifikant unterschiedlich.

Beste Grüße,
Andreas