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Amanita im Urlaubsgepäck *PIC*

Boletus ⌂, (vor 8195 Tagen)

Hallo,

Am Cap Ras, Costa Brava, im Pinienwäldchen gefunden:

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Die Art wächst da in grosser Anzahl und scheint an Pinie gebunden zu sein. Auffallend die Robustheit und und Grösse der Fruchtkörper. Zudem erschienen mir die Pilze wie gestaucht, die Stiellänge im Verhätnis zum Hutdurchmesser ist kürzer als der mir bekannten Scheidenstreiflinge. Hut bis 12 cm, in 90% der Fälle mit Velumfetzten überzogen. Stiel bis 14 cm und bis 20 mm breit, fast genattert.

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Lamellen reinweiss, frei

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Robuste Volva

Leider bin ich bei der Bestimmung nicht weiter gekommen. Aufgeschlüsselt nach Moser komme ich in die Gegend von A. vaginata, dagegen sprechen aber die Velumfetzten auf dem Hut. Makroskopisch würde A. mairei gut passen...der wächst aber im Laubwald. Auch Cetto, der Südländer, hat mir nicht weitergeholfen :-(
Eine mediterrane Art ?? Das momentane Massenauftreten in dieser Gegend lässt auf eine häufige, bekannte Art hoffen. Vielen Dank für alle Infos.

Liebe Grüsse
Sepp

PS: Habe da noch einige Problemfälle in meinem "Urlaubskratten" darüber aber später mehr!

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Re: Amanita im Urlaubsgepäck

Andreas ⌂, (vor 8195 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,

leider geht auch bei den Scheidenstreiflingen rein gar nix ohne mikroskopische Merkmale. "Man" "kennt" heute etwa 40 Taxa ringloser Amaniten und diese werden zunächst mal in 2 Untergattungen unterteilt:
Sporen globos-subglobos (Q 1-1,1) = Untersektion Vaginatae
Sporen ellipsoid (Q 1,2-1,5) = Untersektion Ovigerae

Innerhalb der rundsporigen kämst Du aufgrund der dauerhaften Volva (sieht jedenfalls danach aus) in die Serie vaginata. Dort paßt aber nix so recht auf Deine Pilze.

Geht man also von den ellipsoid-sporigen aus, dann käme man in die Serie mairei (wiederum beständige Volva vorausgesetzt). Dort gäbe es bei den breitelliptisch-sporigen (Q = 1,2) Amanita cistetorum unter Cistus, müßte aber ziemlich rein grau im Hut sein, nicht braun wie auf deinem ersten Bild. Auch Lamellen und Stiel müßten mit der Zeit grau überlaufen sein. Mairei hätte in etwa dieselben Farben, käme auch noch in Betracht. Diese Art hat Schnallen an den basidien, das müßte man mal überprüfen. Hat sie kein, dann käme A. separata in Frage. Tendierst Du mehr zu braunen Hutfarben, dann kannst Du mal mit Amanita fraudulenta vergleichen, aber die müßte einen deutlich hutfarben genatterten Stiel haben.
Naja, alles Rumraterei, erst mal muss man die Sporenmasse wissen. Kannst Du das nachreichen?

Beste Grüße,
Andreas

Am Cap Ras, Costa Brava, im Pinienwäldchen gefunden:


Die Art wächst da in grosser Anzahl und scheint an Pinie gebunden zu sein.
Auffallend die Robustheit und und Grösse der Fruchtkörper. Zudem
erschienen mir die Pilze wie gestaucht, die Stiellänge im Verhätnis zum
Hutdurchmesser ist kürzer als der mir bekannten Scheidenstreiflinge. Hut
bis 12 cm, in 90% der Fälle mit Velumfetzten überzogen. Stiel bis 14 cm
und bis 20 mm breit, fast genattert.

Lamellen reinweiss, frei

Robuste Volva
Leider bin ich bei der Bestimmung nicht weiter gekommen. Aufgeschlüsselt nach
Moser komme ich in die Gegend von A. vaginata, dagegen sprechen aber die
Velumfetzten auf dem Hut. Makroskopisch würde A. mairei gut passen...der
wächst aber im Laubwald. Auch Cetto, der Südländer, hat mir nicht
weitergeholfen :-(
Eine mediterrane Art ?? Das momentane Massenauftreten in dieser Gegend lässt
auf eine häufige, bekannte Art hoffen. Vielen Dank für alle Infos.
Liebe Grüsse
Sepp
PS: Habe da noch einige Problemfälle in meinem "Urlaubskratten"
darüber aber später mehr!

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Re: Amanita im Urlaubsgepäck

Boletus ⌂, (vor 8195 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Vielen Dank für die ausführliche Antworten. Ich werde in den nächsten Tagen die Mik-Details nachliefern sofern meine unter miesesten Bedingungen hergestellten Exsikate (Heizlüfter und die spärliche Sonne)etwas hergeben. Ich muss mich aber erst wieder mal in der "realen Welt" *g* zurechtfinden.

Gruss Sepp

leider geht auch bei den Scheidenstreiflingen rein gar nix ohne
mikroskopische Merkmale. "Man" "kennt" heute etwa 40
Taxa ringloser Amaniten und diese werden zunächst mal in 2 Untergattungen
unterteilt: Sporen globos-subglobos (Q 1-1,1) = Untersektion Vaginatae
Sporen ellipsoid (Q 1,2-1,5) = Untersektion Ovigerae
Innerhalb der rundsporigen kämst Du aufgrund der dauerhaften Volva (sieht
jedenfalls danach aus) in die Serie vaginata. Dort paßt aber nix so recht
auf Deine Pilze.
Geht man also von den ellipsoid-sporigen aus, dann käme man in die Serie
mairei (wiederum beständige Volva vorausgesetzt). Dort gäbe es bei den
breitelliptisch-sporigen (Q = 1,2) Amanita cistetorum unter Cistus, müßte
aber ziemlich rein grau im Hut sein, nicht braun wie auf deinem ersten
Bild. Auch Lamellen und Stiel müßten mit der Zeit grau überlaufen sein.
Mairei hätte in etwa dieselben Farben, käme auch noch in Betracht. Diese
Art hat Schnallen an den basidien, das müßte man mal überprüfen. Hat sie
kein, dann käme A. separata in Frage. Tendierst Du mehr zu braunen
Hutfarben, dann kannst Du mal mit Amanita fraudulenta vergleichen, aber
die müßte einen deutlich hutfarben genatterten Stiel haben.
Naja, alles Rumraterei, erst mal muss man die Sporenmasse wissen. Kannst Du
das nachreichen?
Beste Grüße,
Andreas

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Mikros *PIC*

Boletus ⌂, (vor 8193 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas

: leider geht auch bei den Scheidenstreiflingen rein gar nix ohne
[quote]mikroskopische Merkmale. "Man" "kennt" heute etwa 40
Taxa ringloser Amaniten und diese werden zunächst mal in 2 Untergattungen
unterteilt: Sporen globos-subglobos (Q 1-1,1) = Untersektion Vaginatae
Sporen ellipsoid (Q 1,2-1,5) = Untersektion Ovigerae
[/quote]

Sporenmasse: 12.5- 14 x 9 -9.5 (Q 1.4 - 1,5)

: Geht man also von den ellipsoid-sporigen aus, dann käme man in die Serie
[quote]mairei (wiederum beständige Volva vorausgesetzt).
[/quote]

trifft zu


[quote]Dort gäbe es bei den
breitelliptisch-sporigen (Q = 1,2) Amanita cistetorum unter Cistus, müßte
aber ziemlich rein grau im Hut sein, nicht braun wie auf deinem ersten
Bild. Auch Lamellen und Stiel müßten mit der Zeit grau überlaufen sein.
[/quote]

trifft auch bei alten Ex. nicht zu !

[quote]Mairei hätte in etwa dieselben Farben, käme auch noch in Betracht. Diese
Art hat Schnallen an den basidien, das müßte man mal überprüfen. Hat sie
keine, dann käme A. separata in Frage.
[/quote]

[image]
Nach meiner Beurteilung..keine Schnalle, wie meinst du?

:Tendierst Du mehr zu braunen Hutfarben,

JA

dann kannst Du mal mit Amanita fraudulenta vergleichen, aber
[quote]die müßte einen deutlich hutfarben genatterten Stiel haben.
[/quote]

Hat sie nicht


[quote]Naja, alles Rumraterei, erst mal muss man die Sporenmasse wissen. Kannst Du
das nachreichen?
[/quote]

Somit geschehen und vielen Dank

Beste Grüße,
Sepp

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Re: Mikros

Andreas ⌂, (vor 8192 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,

na, da kamen wir der Art ja fast schon durch Raten auf die Spur ;-)

Jedenfalls bleibt nach dem Schlüssel von CONTU im Amanita-Sonderhaft des Bollettino nur Amanita separans übrig.
Das wollte mir zunächst nicht so recht schmecken, denn ich wäre doch eigentlich viel lieber in der Gruppe von A. lividopallescens gelandet, der dein Pilz (bis auf die Velumflecken) sehr ähnlich sieht. Habe dann aber bei GALLI "Le Amanite" den Hinweis gelesen "Amanita separata Contu è infatti del tutto analoga ad A. lividopallescens, ma possiede spore prevalentemente ellittiche." Was auch ohne Italienisch-Kenntnisse gut zu verstehen sein dürfte, jedenfalls lese ich daraus, dass A. separta eben bis auf die elliptischen Sporen mit A. lividopallescens übereinstimmt.
A. oblongispora und A. malleata, an die ich auch noch gedacht hatte, haben aber eine brüchige Volva mit viel Sphaerozysten, erstere auch Schnallen an den Basidien.

Ich denke, Du kannst Deinen Fund mal als Amanita separata ablegen, gebe aber zu bedenken, dass ich die Art nicht aus eigener Anschauung kenne. Vielleicht mailst Du mal Christoph Hahn direkt an, ich glaube der hatte die Art letztes oder vorletztes Jahr in München (oder war das A. simulans?).

Beste Grüße,
Andreas