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Nachricht an Harry!!!

Sven, (vor 9608 Tagen)

Hallo Harry!
Ich bin endlich dazu gekommen, wegen dem Heideröhrling nachzuschauen wie ich im Chat versprochen hatte. Der Heideröhrling wird auch als Heidenröhrling bezeichnet, sein wissenschaftlicher Name ist Xerocomus badiorufus. Nähere Angaben zu Standort und Aussehen kann ich Dir sonst auch noch geben. Hoffentlich habe ich DIr mit den wenigen Informationen gedient!
Gruß

Sven

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Re: Nachricht an Harry!!!

Harry, (vor 9607 Tagen) @ Sven

Hallo Harry!
Ich bin endlich dazu gekommen, wegen dem Heideröhrling nachzuschauen wie ich
im Chat versprochen hatte. Der Heideröhrling wird auch als Heidenröhrling
bezeichnet, sein wissenschaftlicher Name ist Xerocomus badiorufus. Nähere
Angaben zu Standort und Aussehen kann ich Dir sonst auch noch geben.
Hoffentlich habe ich DIr mit den wenigen Informationen gedient!
Gruß
Sven

Hallo Sven,

was zum Geier ist Xerocomus badiorufus ????? Auf welchem Planeten wächst das
Ding.Spaß beiseite,Sven der Pilz ist mir absolut unbekannt.Auch beim
Durchstöbern meiner Literatur konnte ich keinen Pilz dieses Names ausmachen.
Hast Du ein Buch wo er abgebildet oder beschrieben ist? Wenn ja, wie heißt es?
Bist Du in Besitz eines Fotos? Wenn ja, kannst Du es mir zumailen?
Du hast mich ganz schön neugierig gemacht, aber ich vermute mal es handelt sich
um einen bekannten Pilz mit einer uralten lateinischen Bezeichnung.

Bye Harry

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Re: Nachricht an Harry!!!

Sven, (vor 9607 Tagen) @ Harry

Hallo Sven,
was zum Geier ist Xerocomus badiorufus ????? Auf welchem Planeten wächst das
Ding.Spaß beiseite,Sven der Pilz ist mir absolut unbekannt.Auch beim
Durchstöbern meiner Literatur konnte ich keinen Pilz dieses Names ausmachen.
Hast Du ein Buch wo er abgebildet oder beschrieben ist? Wenn ja, wie heißt
es?
Bist Du in Besitz eines Fotos? Wenn ja, kannst Du es mir zumailen?
Du hast mich ganz schön neugierig gemacht, aber ich vermute mal es handelt
sich
um einen bekannten Pilz mit einer uralten lateinischen Bezeichnung.
Bye Harry

Hallo Harry!
Bild uns Beschreibung kommen demnächst, kann aber einige Tage dauern ;), habe zur Zeit sehr viel zu tun!

Gruß Sven

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Re: OK, ich warte. *oT*

Harry, (vor 9607 Tagen) @ Sven

- kein Text -

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Re: Nachricht an Harry!!!

KARL, (vor 9607 Tagen) @ Harry

Hallo Harry,
laut dem Abbildungsverzeichnis von Bollmann/Gminder/Reil heißt "Xerocomus badiorufus (Heim 1960) Bon 1970 (inval.)" zu deutsch "Kurzröhriger Maronen-Röhrling". Es wird dort auf lediglich zwei Abbildungen verwiesen: CD 1658 (Courtecuisse-Duhem) und MT 58 (Merlo, Rosso e Traverso, I Boleti). Ich habe in dem "Illustrierten Lexikon der Pilze" von Ladislav Hagara (Karl Müller Verlag, Erlangen) auf Seite 113 eine Beschreibung und ein Foto gefunden. Dort heißt er "Heiden-Röhrling".
Gruß Karl

Hallo Sven,
was zum Geier ist Xerocomus badiorufus ????? Auf welchem Planeten wächst das
Ding.Spaß beiseite,Sven der Pilz ist mir absolut unbekannt.Auch beim
Durchstöbern meiner Literatur konnte ich keinen Pilz dieses Names ausmachen.
Hast Du ein Buch wo er abgebildet oder beschrieben ist? Wenn ja, wie heißt
es?
Bist Du in Besitz eines Fotos? Wenn ja, kannst Du es mir zumailen?
Du hast mich ganz schön neugierig gemacht, aber ich vermute mal es handelt
sich
um einen bekannten Pilz mit einer uralten lateinischen Bezeichnung.
Bye Harry

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Re: Danke Karl.

Harry, (vor 9606 Tagen) @ KARL

Hallo Harry,
laut dem Abbildungsverzeichnis von Bollmann/Gminder/Reil heißt
"Xerocomus badiorufus (Heim 1960) Bon 1970 (inval.)" zu deutsch
"Kurzröhriger Maronen-Röhrling". Es wird dort auf lediglich zwei
Abbildungen verwiesen: CD 1658 (Courtecuisse-Duhem) und MT 58 (Merlo,
Rosso e Traverso, I Boleti). Ich habe in dem "Illustrierten Lexikon
der Pilze" von Ladislav Hagara (Karl Müller Verlag, Erlangen) auf
Seite 113 eine Beschreibung und ein Foto gefunden. Dort heißt er
"Heiden-Röhrling".
Gruß Karl

Hallo Karl,

vielen Dank für Deine Informationen.Weißt Du ob die Art heute noch als
eigenständig anerkannt ist,und in welchen Merkmalen unterscheidet er sich vom
normalen badius.Nur durch kürzere Röhren, oder gibt es da noch andere.

Bye Harry

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Re: Xerocomus badiorufus

Andreas Gminder, (vor 9606 Tagen) @ Harry

Hallo Sven,
was zum Geier ist Xerocomus badiorufus ????? Auf welchem Planeten wächst das
Ding.Spaß beiseite,Sven der Pilz ist mir absolut unbekannt.Auch beim
Durchstöbern meiner Literatur konnte ich keinen Pilz dieses Names ausmachen.
Hast Du ein Buch wo er abgebildet oder beschrieben ist? Wenn ja, wie heißt
es?
Bist Du in Besitz eines Fotos? Wenn ja, kannst Du es mir zumailen?
Du hast mich ganz schön neugierig gemacht, aber ich vermute mal es handelt
sich
um einen bekannten Pilz mit einer uralten lateinischen Bezeichnung.
Bye Harry

Hallo Harry und alle anderen Röhrlingsfans,

Xerocomus badiorufus ist eine kaum bekannte, aber vielleicht doch eigenständige Art. In Deutschland ist sie bisher nicht nachgewiesen. ENGEL et al. (1996, Die Schmier- und Filzröhrlinge) führen sie zwar auf, aber als Art ohne bekannte Sektionszugrhörigkeit und nur mit aus der Literatur kompilierter Beschreibung. Demnach soll sie eine Art aus der Nähe von X. badius sein, aber mit wesentlich kleineren Sporen. ich glaube, dass sie in die Nähe von X. moravicus gehört, eben deswegen und weil die Röhren als blassgelblich mit weisslichen Poren angegeben sind.
Charakteristische makroskopische Kennzeichen sollen sein:
Robuster Hut mit eingerolltem Rand und weissem Häutchen
Kurze, etwas herablaufend Röhren
Robuster, spindelig-wurzelnder Stiel mit feiner Netzzeichnung (!) im oberen Stielteil

Im Übrigen ist die Art nicht gültig publiziert, weil kein Typus angegeben wurde. Sie stammte aus der Gegend von Mans (Frankreich) und wächst HEIM zufolge unter Pinus sylvestris auf Sandboden (Dünen?).

Xerocomus badiorufus (Heim) M. Bon 1970 (nom. inval.)
= Boletus badiorufus Heim 1960 (inval., kein Typus angegeben)

Zusätzlich zu den Abbildungen die Karl erwähnte gibt's zwei Bilder:
Courtecuisse & Duhem (1994): Champignons d'Europe, Nr. 1658
Leclair & Essette (1969): Les Bolets, Nr. 59 (Schwarz-Weiss)

Zeichnungen bzw. Skizzen gibt's in:
Heim (1957): Champignons d'Europe 2: 139
Heim (1960): Rev. de Mycol. 25(3-4): 235 (Originaldiagnose, inval.)
Bon (1970): Rev. de Mycol. 35(4): 233 (Kombination mit Xerocomus, inval.)

Quelle: Fiche d'Identité des Bolets d'Europe
Das sind die Arbeitsblätter, die von REDEUILH & SIMONINI herausgegeben werden, mit dem Ziel, eines Tages die Röhrlingsarten einheitlich (in Europa) zu definieren, sowohl was die Benennung als auch was die Bestimmung anbelangt.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Xerocomus badiorufus

Harry, (vor 9605 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo Harry und alle anderen Röhrlingsfans,
Xerocomus badiorufus ist eine kaum bekannte, aber vielleicht doch
eigenständige Art. In Deutschland ist sie bisher nicht nachgewiesen. ENGEL
et al. (1996, Die Schmier- und Filzröhrlinge) führen sie zwar auf, aber
als Art ohne bekannte Sektionszugrhörigkeit und nur mit aus der Literatur
kompilierter Beschreibung. Demnach soll sie eine Art aus der Nähe von X.
badius sein, aber mit wesentlich kleineren Sporen. ich glaube, dass sie in
die Nähe von X. moravicus gehört, eben deswegen und weil die Röhren als
blassgelblich mit weisslichen Poren angegeben sind.
Charakteristische makroskopische Kennzeichen sollen sein: Robuster Hut mit
eingerolltem Rand und weissem Häutchen
Kurze, etwas herablaufend Röhren
Robuster, spindelig-wurzelnder Stiel mit feiner Netzzeichnung (!) im oberen
Stielteil
Im Übrigen ist die Art nicht gültig publiziert, weil kein Typus angegeben
wurde. Sie stammte aus der Gegend von Mans (Frankreich) und wächst HEIM
zufolge unter Pinus sylvestris auf Sandboden (Dünen?).
Xerocomus badiorufus (Heim) M. Bon 1970 (nom. inval.)
= Boletus badiorufus Heim 1960 (inval., kein Typus angegeben)
Zusätzlich zu den Abbildungen die Karl erwähnte gibt's zwei Bilder:
Courtecuisse & Duhem (1994): Champignons d'Europe, Nr. 1658
Leclair & Essette (1969): Les Bolets, Nr. 59 (Schwarz-Weiss)
Zeichnungen bzw. Skizzen gibt's in: Heim (1957): Champignons d'Europe 2: 139
Heim (1960): Rev. de Mycol. 25(3-4): 235 (Originaldiagnose, inval.)
Bon (1970): Rev. de Mycol. 35(4): 233 (Kombination mit Xerocomus, inval.)
Quelle: Fiche d'Identité des Bolets d'Europe
Das sind die Arbeitsblätter, die von REDEUILH & SIMONINI herausgegeben
werden, mit dem Ziel, eines Tages die Röhrlingsarten einheitlich (in
Europa) zu definieren, sowohl was die Benennung als auch was die
Bestimmung anbelangt.
Beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

vielen Dank für deine detalierten Ausführungen.Ganz geheuer,muß ich ehrlich
zugeben, ist mir das ganze aber nicht.Nur zu stark ist der Trieb mancher Autoren
aus einem etwas artuntypischen Fruchtkörper gleich eine neue Art zu kreieren.Es
wäre nicht die erste Geisterart, die durch die Literatur spukt.
Sven hat,oder vorsichtiger ausgedrückt will diesen Pilz bei sich zu Hause
aufgefunden haben.Das Foto liefert er nach. Wie er ihn bestimmt hat würde mich auch mal interessieren,ob die makroskopischen und mikroskopischen Merkmale mit denen von dir beschriebenen übereinstimmt.Nun er ließt dieses Posting mit Sicherheit auch und wird wohl noch dazu Stellung nehmen. Bin mal gespannt was bei der Sache rauskommt.
Meine Neugierde ist noch in keinster Weise gestillt - im Gegenteil.

Bye Harry

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Re: Xerocomus badiorufus

Sven, (vor 9605 Tagen) @ Harry

Hallo Harry!
Eine mikroskopische Bestimmung der Sporen wurde von mir damals nicht vorgenommen, dazu fehlt mir auch leider die Erfahrung. X. badiorufus (wenn er es denn war, nach den ganzen Beschreibungen möchte ich das nicht mehr so uneingeschränkt behaupten, ich bin KEIN Experte!) fand sich in einem kleinen Heidegebiet mit trockenem Sandboden und einem kleinen Gewässer. Er wuchs unter trockener Heide in der Nähe einer Kiefer. Es handelte sich nur um einen einzigen Fruchtkörper. An gleicher Stelle ist seit dem Fund (1997) kein Röhrling mehr erschienen. Die Bestimmung des Fundes stammt nicht von mir, sie stammt von einem sehr alten Freund der Familie der aus Ostpreußen stammte und schon von Kindheit an Pilze gesucht hatte (er war damals 88 Jahre alt). Dieser erklärte, solche Pilze hätte er zuletzt vor dem 2. Weltkrieg in Schlesien gesehen, dort hätte man sie als "Heideröhrling" bezeichnet. Der wissenschaftliche Name sei Xerocomus badiorufus. Beide Namen habe ich mir damals aufgeschrieben weil mir der Pilz unbekannt war obwohl ich mich sonst mit Röhrlingen recht gut auskenne. Der Pilz sei ihm seit 60 Jahren nicht mehr begegnet, er wäre also extrem selten, so hat er berichtet. Seine Beschreibung der Merkmale paßt in der Aussage soweit ich mich daran erinnere zu dem, was Andreas in seinem Posting berichtet hat.

Bye

Sven

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Re: Xerocomus badiorufus (Heim) Bon

KARL, (vor 9605 Tagen) @ Harry

Hallo Harry, Andreas und andere Röhrlingsfreunde:

hier die Beschreibung von Xerocomus badiorufus aus Régis Courtecuisse & Bernard Duhem (1995, englische Ausgabe):
Cap <8 cm, margin long inrolled, dry, dull brown. Tubes very short, arching decurrent, pale yellowish. Pores whitish, +/- unchanging. St < 8x3 cm, cylindric spindle-shaped, ochraceous beige or pale yellowish. Flesh very pale, flushing pink or russet then faintly blueing, mild. Hab mainly conifers, but also B-L trees. R (F,GB,I).

Also: Hut mit kleinerem Durchmesser als X. badius, mit lange eingerolltem Rand, trocken. Während die Poren von X. badius stark blauen, schreibt Courtecuisse von X. badiorufus, dass sie mehr oder weniger unverändert weißlich bleiben. Das Fleisch soll sehr blass sein, rosa bis rostbraun anlaufen und dann schwach blauen. So würde ich den Text übersetzen. Als Habitat gibt er überwiegend Nadelbäume, aber auch Laubbäume (B-L = broad-leaved) an. R steht für rar = selten. Vorkommen gibt er für Frankreich, Großbritannien und Italien an.

Ladislav Hagara (1995/1997) schreibt hingegen:
"Ähnelt der vorigen Art (X. badius), wächst aber unter Eichen und Buchen, in der Regel auf sandigenm, sauren Boden im Heidekraut.
Der Hut ist 50 - 150 mm breit ... Röhren ..., die nach Druck blau werden. ... Fruchtfleisch ... in der Jugend über den Röhren oder unter der Huthaut oft etwas gelblich werdend, im Alter am Schnitt fleckig blauend oder blaugrün verfärbend, bei Trockenwerden braun anlaufend. Riecht ähnlich wie der Steinpilz, hat aber oft einen bitteren Geschmack.
Wächst von Juli bis August in Eichen- und Buchenwäldern, gewöhnlich im Heidekraut. ... ist aber sehr selten: bisher sind in Europa nur wenige Fundorte bekannt."

Bei Hagara ist also keine Rede von "flushing pink" oder "russet", während bei Courtecuisse keine Rede ist von "blaugrün verfärbend"! Bei Courtecuisse ist der Hutdurchmesser auch kleiner.

Dass ein Marcel Bon einen Pilz ungültig beschreibt, wundert mich schon!
Andererseits ist er ja dafür bekannt, dass er die Zahl der Arten (unnötig?) vermehrt.

Viele Grüße
Karl

Hallo Andreas,
vielen Dank für deine detalierten Ausführungen.Ganz geheuer,muß ich ehrlich
zugeben, ist mir das ganze aber nicht.Nur zu stark ist der Trieb mancher
Autoren
aus einem etwas artuntypischen Fruchtkörper gleich eine neue Art zu
kreieren.Es
wäre nicht die erste Geisterart, die durch die Literatur spukt.
Sven hat,oder vorsichtiger ausgedrückt will diesen Pilz bei sich zu Hause
aufgefunden haben.Das Foto liefert er nach. Wie er ihn bestimmt hat würde
mich auch mal interessieren,ob die makroskopischen und mikroskopischen
Merkmale mit denen von dir beschriebenen übereinstimmt.Nun er ließt dieses
Posting mit Sicherheit auch und wird wohl noch dazu Stellung nehmen. Bin
mal gespannt was bei der Sache rauskommt.
Meine Neugierde ist noch in keinster Weise gestillt - im Gegenteil.
Bye Harry