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Zeckenimpfung - FSME

Klaas Reißmann, (vor 9605 Tagen)

Hallo Leute,

ich habe diese Umfrage in der Headline wegen der Impfung gegen FSME gelesen (mich auch daran beteilig: "Nein, ich bin nicht gegen FSME geimpft") und wollte nur mal grundsätzlich dazu was los werden:

Man soll Zeckenbisse natürlich nicht so einfach auf die leichte Schulter nehmen. Immerhin besteht die Möglichkeit, daß sie die oben erwähnte FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis oder einfach Gehirnhautentzündung) und auch die Lyme-Boreliose übertragen können.

ABER:

Der einfachtse Schutz vor sowas ist natürlich immernoch einfach auf den Waldwegen zu bleiben. Da ihr aber alle Pilzsucher seit, dürftet ihr daran kein Interesse haben. Somit sei hier mit ein paar Vorurteilen Schluß gemacht und auch ein paar Tips gegeben.

Zecken lassen sich nicht von Bäumen oder Sträuchern auf ihr "Opfer" herab fallen. Ich höre das zwar immer wieder, habe aber noch nie in meinem Leben eine Zecke auf einem Baum oder Strauch (es sei denn in entsprechender Höhe) gesehen, und ihr könnt mir glauben, daß ich in den leztzten 10 Jahren verdammt viele Zecken gesehen habe. Zecken sitzen meißt im hohen Gras oder seltener Farn, am ehesten in offenen Stellen, also Lichtungen und Wiesen, wo es deutlich wärmer ist als im Schatten des Waldes, etwa bis maximal Hüfthöhe (also etwa 80 bis 100 cm) und recken ihr vorderstes Beinpaar raus. Streift man am Ansitzplatz der Zecke vorbei, so reagiert diese auf die Erschütterung und krallt sich einfach fest. Wenn ihr die Zecke später in der Armbeuge oder am Hals oder sonst wo weiter oben findet, dann ist sie erstmal stundenlang und heftig auf euch rumgekrabbelt, bis sie sich entschieden hat wo es ihr denn am besten gefällt.

Jetzt muß man wissen, daß die Norddeutschen und die Mitteldeutschen derzeit noch keine Angst vor FSME in ihren Gefilden haben müssen. Die gibt es nur in Bayern und Baden-Württemberg, vereinzelt auch noch etwas weiter nördlich. Dabei sei gesagt, daß nur etwa jede 100ste Zecke den Erreger der FSME oder der Lyme-Boreliose trägt. Wer in Süddeutschland lebt oder dort eine Runde Querfeldein-urlaub machen möchte, der sollte sich schon erkundigen, ob das entsprechende Gebiet FSME Gebiet ist und dann selbst entscheiden ob er eine Impfung bevorzugen würde oder nicht.

Wenn ihr im Wald dann querfeldein gegangen seid, dann solltet ihr zuhause eure Klamotten ausziehen und euch dann gegenseitig absuchen. In der Regel findet man alle Zecken auf diese Art und Weise. Die Klamotten würde ich sofort in die Waschmaschine stopfen und waschen, damit eventuell darin und darauf vorhandene Zecken entsprechende Behandlung erfahren.

Habt ihr doch mal eine Zecke übersehen (ist mir dieses Jahr schon ziemlich oft passiert, weil die im Juni wahnsinnig klein waren), so werdet ihr diese am nächsten Tag recht schnell finden, weil die Stelle anfängt zu jucken.

Nun gilt einfach folgende Faustregel: für diejenigen unter uns, die keine Impfung gegen FSME haben gilt, wenn sie grippeähnliche Krankheitssymptome zeigen, zum Arzt gehen und erwähnen, daß sie vor geraumer Zeit eine Zecke im Fleisch hatten. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die ersten Symptome für FSME bis zu 10 Jahren auf sich warten lassen können. Der Arzt sollte dann die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.

Bezüglich Lyme-Boreliose gilt: eine Impfung ist bisher nicht möglich. Habt ihr eine Zecke im Fleisch gehabt, dann ist die Stelle über einen längeren Zeitraum gut zu beobachten. In den ersten ein bis zwei Wochen habt ihr eine kleine Quaddel, die zuweilen auch fürchterlich juckt. Das ist nicht weiter tragisch und vergeht nach etwa zwei Wochen. Sollte etwa drei bis mehrere Wochen mehr nach dem Zeckenbiss an der Stelle eine Rötung auftreten, die langsam größer wird, an dieser Stelle verschwindet und anderswo wieder auftaucht ("Wanderröte"), so ist ein Arztbesuch angesagt, weil ihr euch dann eine Lyme-Boreliose eingefangen habt. Und die sollte schnell behandelt werden, da die auch sehr böse ausgehen kann, im schlimmsten Falle eben tödlich.

Eines ist noch wichtig: die Zecke ist immer mit einer spitzen Pinzette oder einem anderen Gegenstand, mit dem die Zecke gut erfaßt werden kann, zu entfernen. Auf keinen Fall Hausmittelchen anwenden. Die alte Empfehlung einen Tropfen Öl auf die Zecke zu tun ist tödlich. Die Zecke erstickt und die gesamte Muskulatur erschlaft, so daß sich der ganze Verdauungssaft mit den blutgerinnungshemmenden Stoffen in die Wunde ergißt. Hat die Zecke bis zu diesem Zeitpunkt den Erreger noch nicht übertragen, so hat sie es jetzt garantiert.

Also: zecken sind nicht ohne, aber man muß die Sache auch nicht so dramatisieren, wie es in der letzten zeit in der Presse getan wird. Ich hatte dieses Jahr schon kanpp ein Dutzend Zeckenbisse und lebe noch; ich hatte noch nicht mal eine Boreliose (FSME sowieso nicht, dafür bin ich zu weit im Norden). Und Zeckenbisse hatte ich nicht nur dieses Jahr.

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes zeckenfreies Jahr

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Re: Zeckenimpfung - FSME

Birgit, (vor 9605 Tagen) @ Klaas Reißmann

Hallo Klaas,

daß nur jede hundertste Zecke borrelioseinfiziert ist, glaube ich nicht. Bei FSME hab ich diese Zahl auch gehört, aber bei Borreliose liegt die Infektionsrate wesentlich höher, die oft zitierten 30% mögen etwas zu hoch sein, aber sehr viel niedriger ists hier in Bayern sicher nicht. Wie anders soll ich mir erklären, daß unsere beiden Ponies einen positiven Borreliosetiter haben, obwohl sie nie im hohen Gras weiden oder geritten werden und daher in ihrem Leben bestimmt noch keine statistischen 100 Zecken pro Pony hatten. Unsere Tierärztin berichtet in unserer Gegend von massiven Gesundheitsproblemem durch Borreliose bei Hunden. Anscheinend haben wir hier eine hohe Befallsquote.

Die Wanderröte um einen Zeckenbiß kommt bei Borreliose nicht einmal bei der Hälfte der Fälle vor, wenn sie nicht auftritt, heißt das noch lange nicht, daß es keine Borreliose ist. Daher muß man auch danach auf z.B. Sommergrippesymptome etc. achten, die auch von einer Borreliose verursacht sein können. Die Borreliosefälle, die auf Grund eines intakten abwehrbereiten Immunsystems zu Beginn mit heftigen Symptomen aufwarten, scheinen die zu sein, die am leichtesten mit Antibiotika zu heilen sind. Daß keine Symptome nach dem Zeckenbiß auftreten heißt daher leider nicht, daß keine Borrelioseinfektion erfolgt ist.

Meine Zeckenbisse haben auch immer ziemlich gejuckt, aber es gibt wirklich sehr viele Leute, die den Zeckenbiß gar nicht bemerken (versteh ich auch nicht, aber ich kenn persönlich jemanden, wo die vollgesogene Zecke dann noch gefunden wurde).

Für weitere Informationen über Borreliose kann ich wirklich sehr das Forum http://www.borreliose.de/forum/ empfehlen, in dem sich Betroffene zu WOrt melden.

Grüße

Birgit

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Re: Zeckenimpfung - FSME

felix, (vor 9604 Tagen) @ Klaas Reißmann

Hallo Leute,
ich habe diese Umfrage in der Headline wegen der Impfung gegen FSME gelesen
(mich auch daran beteilig: "Nein, ich bin nicht gegen FSME
geimpft") und wollte nur mal grundsätzlich dazu was los werden: Man
soll Zeckenbisse natürlich nicht so einfach auf die leichte Schulter
nehmen. Immerhin besteht die Möglichkeit, daß sie die oben erwähnte FSME
(Frühsommer-Meningoencephalitis oder einfach Gehirnhautentzündung) und
auch die Lyme-Boreliose übertragen können.
ABER: Der einfachtse Schutz vor sowas ist natürlich immernoch einfach auf den
Waldwegen zu bleiben. Da ihr aber alle Pilzsucher seit, dürftet ihr daran
kein Interesse haben. Somit sei hier mit ein paar Vorurteilen Schluß
gemacht und auch ein paar Tips gegeben.
Zecken lassen sich nicht von Bäumen oder Sträuchern auf ihr "Opfer"
herab fallen. Ich höre das zwar immer wieder, habe aber noch nie in meinem
Leben eine Zecke auf einem Baum oder Strauch (es sei denn in
entsprechender Höhe) gesehen, und ihr könnt mir glauben, daß ich in den
leztzten 10 Jahren verdammt viele Zecken gesehen habe. Zecken sitzen meißt
im hohen Gras oder seltener Farn, am ehesten in offenen Stellen, also
Lichtungen und Wiesen, wo es deutlich wärmer ist als im Schatten des
Waldes, etwa bis maximal Hüfthöhe (also etwa 80 bis 100 cm) und recken ihr
vorderstes Beinpaar raus. Streift man am Ansitzplatz der Zecke vorbei, so
reagiert diese auf die Erschütterung und krallt sich einfach fest. Wenn
ihr die Zecke später in der Armbeuge oder am Hals oder sonst wo weiter
oben findet, dann ist sie erstmal stundenlang und heftig auf euch
rumgekrabbelt, bis sie sich entschieden hat wo es ihr denn am besten
gefällt.
Jetzt muß man wissen, daß die Norddeutschen und die Mitteldeutschen derzeit
noch keine Angst vor FSME in ihren Gefilden haben müssen. Die gibt es nur
in Bayern und Baden-Württemberg, vereinzelt auch noch etwas weiter
nördlich. Dabei sei gesagt, daß nur etwa jede 100ste Zecke den Erreger der
FSME oder der Lyme-Boreliose trägt. Wer in Süddeutschland lebt oder dort
eine Runde Querfeldein-urlaub machen möchte, der sollte sich schon
erkundigen, ob das entsprechende Gebiet FSME Gebiet ist und dann selbst
entscheiden ob er eine Impfung bevorzugen würde oder nicht.
Wenn ihr im Wald dann querfeldein gegangen seid, dann solltet ihr zuhause
eure Klamotten ausziehen und euch dann gegenseitig absuchen. In der Regel
findet man alle Zecken auf diese Art und Weise. Die Klamotten würde ich
sofort in die Waschmaschine stopfen und waschen, damit eventuell darin und
darauf vorhandene Zecken entsprechende Behandlung erfahren.
Habt ihr doch mal eine Zecke übersehen (ist mir dieses Jahr schon ziemlich
oft passiert, weil die im Juni wahnsinnig klein waren), so werdet ihr
diese am nächsten Tag recht schnell finden, weil die Stelle anfängt zu
jucken.
Nun gilt einfach folgende Faustregel: für diejenigen unter uns, die keine
Impfung gegen FSME haben gilt, wenn sie grippeähnliche Krankheitssymptome
zeigen, zum Arzt gehen und erwähnen, daß sie vor geraumer Zeit eine Zecke
im Fleisch hatten. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die ersten Symptome
für FSME bis zu 10 Jahren auf sich warten lassen können. Der Arzt sollte
dann die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.
Bezüglich Lyme-Boreliose gilt: eine Impfung ist bisher nicht möglich. Habt
ihr eine Zecke im Fleisch gehabt, dann ist die Stelle über einen längeren
Zeitraum gut zu beobachten. In den ersten ein bis zwei Wochen habt ihr
eine kleine Quaddel, die zuweilen auch fürchterlich juckt. Das ist nicht
weiter tragisch und vergeht nach etwa zwei Wochen. Sollte etwa drei bis
mehrere Wochen mehr nach dem Zeckenbiss an der Stelle eine Rötung
auftreten, die langsam größer wird, an dieser Stelle verschwindet und
anderswo wieder auftaucht ("Wanderröte"), so ist ein Arztbesuch
angesagt, weil ihr euch dann eine Lyme-Boreliose eingefangen habt. Und die
sollte schnell behandelt werden, da die auch sehr böse ausgehen kann, im
schlimmsten Falle eben tödlich.
Eines ist noch wichtig: die Zecke ist immer mit einer spitzen Pinzette oder
einem anderen Gegenstand, mit dem die Zecke gut erfaßt werden kann, zu
entfernen. Auf keinen Fall Hausmittelchen anwenden. Die alte Empfehlung
einen Tropfen Öl auf die Zecke zu tun ist tödlich. Die Zecke erstickt und
die gesamte Muskulatur erschlaft, so daß sich der ganze Verdauungssaft mit
den blutgerinnungshemmenden Stoffen in die Wunde ergißt. Hat die Zecke bis
zu diesem Zeitpunkt den Erreger noch nicht übertragen, so hat sie es jetzt
garantiert.
Also: zecken sind nicht ohne, aber man muß die Sache auch nicht so
dramatisieren, wie es in der letzten zeit in der Presse getan wird. Ich
hatte dieses Jahr schon kanpp ein Dutzend Zeckenbisse und lebe noch; ich
hatte noch nicht mal eine Boreliose (FSME sowieso nicht, dafür bin ich zu
weit im Norden). Und Zeckenbisse hatte ich nicht nur dieses Jahr.
Ich wünsche euch allen ein wunderschönes zeckenfreies Jahr

zu deiner hervorragenden information noch eine ergänzung: es handelt sich nicht um zeckenbisse sonder zeckenstiche.
und noch ein interessantes detail: während des stiches wird durch die zecke eine flüssigkeit in die stichstelle eingespritzt, die zum einen verhindert, dass es gleich schmerzt und zum zweiten das blut an dieser stelle nicht gerinnen lässt. gleichzeitig "zementiert" die zecke ihren stachel ein, um ein abstreifen nahezu unmöglich machen zu können. ganz schön raffiniert, diese biester. im wiener raum leiden wir seit jahrzehnten unter einer richtigen zeckenplage. daher auch immer wieder interessante radiosendungen mit experten.
übrigens wird schon seit langem versucht, mit der mär aufzuräumen, dass diese biester von bäumen fallen, aber immer wieder hört man das im volksmund.
zecken, so kürzlich ein zeckenexperte, befinden sich auf gräsern und sträuchern in maximalen höhen von 1 bis 1,5m.

felix

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Re: Zeckenimpfung - FSME

Klaas Reißmann, (vor 9604 Tagen) @ felix

zu deiner hervorragenden information noch eine ergänzung: es handelt sich
nicht um zeckenbisse sonder zeckenstiche.
und noch ein interessantes detail: während des stiches wird durch die zecke
eine flüssigkeit in die stichstelle eingespritzt, die zum einen
verhindert, dass es gleich schmerzt und zum zweiten das blut an dieser
stelle nicht gerinnen lässt. gleichzeitig "zementiert" die zecke
ihren stachel ein, um ein abstreifen nahezu unmöglich machen zu können.
ganz schön raffiniert, diese biester. im wiener raum leiden wir seit
jahrzehnten unter einer richtigen zeckenplage. daher auch immer wieder
interessante radiosendungen mit experten.
übrigens wird schon seit langem versucht, mit der mär aufzuräumen, dass diese
biester von bäumen fallen, aber immer wieder hört man das im volksmund.
zecken, so kürzlich ein zeckenexperte, befinden sich auf gräsern und
sträuchern in maximalen höhen von 1 bis 1,5m.
felix

Hallo Felix,

ich danke Dir für die Zusatzinfo. Die Aussagen sind soweit korrekt (injizieren der Flüssigkeit, die das Gerinnen des Blutes verhindert etc.). Wenn Du Dir aber eine Zecke genau ansiehst, dann wirst Du feststellen, daß das mit dem Stich nicht möglich ist. Um stechen zu können müßte die Zecke entweder einen Stachel haben, wie die Bienen und Wespen, oder einen Rüssel, wie die Mücken. Die Zecke gräbt sich aber mit ihren Mundwerkzeugen regelrecht ein (der Kopf verschwindet zum Teil in der Haut). Aber ich will nicht den Besserwisser machen, hoffe auch, daß das nicht so rüber kommt. Auf der anderen Seite lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

Liebe Grüße

Klaas

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Re: Zeckenimpfung - FSME

Klaas Reißmann, (vor 9604 Tagen) @ Birgit

Hallo Klaas,
daß nur jede hundertste Zecke borrelioseinfiziert ist, glaube ich nicht. Bei
FSME hab ich diese Zahl auch gehört, aber bei Borreliose liegt die
Infektionsrate wesentlich höher, die oft zitierten 30% mögen etwas zu hoch
sein, aber sehr viel niedriger ists hier in Bayern sicher nicht. Wie
anders soll ich mir erklären, daß unsere beiden Ponies einen positiven
Borreliosetiter haben, obwohl sie nie im hohen Gras weiden oder geritten
werden und daher in ihrem Leben bestimmt noch keine statistischen 100
Zecken pro Pony hatten. Unsere Tierärztin berichtet in unserer Gegend von
massiven Gesundheitsproblemem durch Borreliose bei Hunden. Anscheinend
haben wir hier eine hohe Befallsquote.
Die Wanderröte um einen Zeckenbiß kommt bei Borreliose nicht einmal bei der
Hälfte der Fälle vor, wenn sie nicht auftritt, heißt das noch lange nicht,
daß es keine Borreliose ist. Daher muß man auch danach auf z.B.
Sommergrippesymptome etc. achten, die auch von einer Borreliose verursacht
sein können. Die Borreliosefälle, die auf Grund eines intakten
abwehrbereiten Immunsystems zu Beginn mit heftigen Symptomen aufwarten,
scheinen die zu sein, die am leichtesten mit Antibiotika zu heilen sind.
Daß keine Symptome nach dem Zeckenbiß auftreten heißt daher leider nicht,
daß keine Borrelioseinfektion erfolgt ist.
Meine Zeckenbisse haben auch immer ziemlich gejuckt, aber es gibt wirklich
sehr viele Leute, die den Zeckenbiß gar nicht bemerken (versteh ich auch
nicht, aber ich kenn persönlich jemanden, wo die vollgesogene Zecke dann
noch gefunden wurde).
Für weitere Informationen über Borreliose kann ich wirklich sehr das Forum
http://www.borreliose.de/forum/ empfehlen, in dem sich Betroffene zu WOrt
melden.
Grüße
Birgit

Hallo Birgit,

danke für den Link zum borrelioseforum. Werde ich mir bei nächster Gelegenheit (also gleich) ansehen. Das Ding mit der Wanderröte ist mir neu. Alle Leute, mit denen ich bisher darüber gesprochen habe (und die eine Borreliose hatten) haben mir diese Wanderröte bestätigt. Einem Freund habe ich aufgrund dessen am Telefon schon sagen können, welches Problem er voraussichtlich hat.

Die Sache mit den Sommergrippesymptomen ist richtig. Die hätte ich vielleicht erwähnen sollen, aber im Prinzip gilt aus meiner Sicht: wer Grippesymptome hat und vorher irgendwann mal von einer Zecke gebissen wurde, der sollte beim Arzt darauf hinweisen.

Meines Wissens ist die Anzahl der Borrelioseverseuchten Zecken identisch mit der der FSME. Ich gebe aber zu bedenken, daß es immer regionale Unterschiede geben kann. Auch in den FSME-Gebieten gibt es Gebiete, wo die "Norm" nach oben oder unten abweichen kann. Und wenn Ihr bei Euch ein Borrelioseproblem habt, dann sollte man das sicherlich nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Ich habe übrigens gelesen, daß Reptilien, also Schlangen und Eidechsen, kein guter Wirt für Borreliose sind, so daß Zecken, die an Eidechsen und Schlangen gesogen haben, fast ausnahmslos Borreliosefrei sein sollen. Vielleicht ist da ein Zusammenhang (wenn es bei Euch wenig oder gar keine Reptilien gibt). Des weiteren heißt es, daß in erster Linie die kleinen Nymphen den Erreger tragen sollen, also das erste und zweite Larvenstadium (ausgerechnet die Viecher, die man wegen ihrer geringen Größe kaum sieht). Es wäre interessant zu erfahren, ob sich die Borreliosefälle bei Euch vorallem in den Monaten Mai/Juni und Anfang Juli häufen, denn dann wäre auch hier der Zusammenhang gefunden.

Kannst Du Dich da schlau machen.

Liebe Grüße

Klaas

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Re: gute Zeckenseite

Klaas Reißmann, (vor 9604 Tagen) @ Aurelia

Hier sind ganz brauchbare Informationen, schoene Verbreitungskarten fuer
Teile Deutschlands sowie die prozentuale Befallenheit von Nymphen und
Larven etc. (unter "Verbreitung"), und sogar Europa. Inwiefern
das aktuell ist, weiss ich allerdings nicht.


http://www.garmisch-partenkirchen.com/gesundheitsamt/gap/seuchen/infektionskrankheiten/...
Gruss Aurelia

Vielen Dank, die Seite ist zwar kompliziert (wegen diverser wohl eher medizinischer Ausdrücke) aber trotzdem sehr interessant.

Nochmal Danke.

Klaas

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Re: Zeckenimpfung - FSME

felix, (vor 9603 Tagen) @ Klaas Reißmann

Hallo Felix,
ich danke Dir für die Zusatzinfo. Die Aussagen sind soweit korrekt
(injizieren der Flüssigkeit, die das Gerinnen des Blutes verhindert etc.).
Wenn Du Dir aber eine Zecke genau ansiehst, dann wirst Du feststellen, daß
das mit dem Stich nicht möglich ist. Um stechen zu können müßte die Zecke
entweder einen Stachel haben, wie die Bienen und Wespen, oder einen
Rüssel, wie die Mücken. Die Zecke gräbt sich aber mit ihren Mundwerkzeugen
regelrecht ein (der Kopf verschwindet zum Teil in der Haut). Aber ich will
nicht den Besserwisser machen, hoffe auch, daß das nicht so rüber kommt.
Auf der anderen Seite lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen.
Liebe Grüße
Klaas

da ich den zeckenexperten heuer am radio gebannt zuhörte, musste ich für mich auch neues, erstaunliches hören: zwischen den "werkzeugen" mit denen sich die zecken am wirt anklammern und quasi das "bohrloch aufbereiten", wird eine art stachel herausgefahren, der dann das beschriebene vollführt. deshalb sprechen ausnahmslos alle zeckenfachleute von stich!

ein euch allen möglichst zeckenfreie urlaubstage und hoffentlich herrliche pilzwochen wünschender

felix