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Graue Wulstlingskonfusion

martin, (vor 8150 Tagen)

In einem dichten und hohen Fichtenbestand habe ich heute mehrere Graue Wulstlinge gefunden. Die Pilze waren mit der Knolle tief in den Boden eingesenkt, Ring deutlich gerieft, der Hutrand allenfalls bei älteren Exemplaren schwach gerieft.

In der anschließenden Literaturnachlese stellte ich fest, das es um den Grauen Wulstling eine wahre Konfusion gibt.

Excelsa oder Spissa, das ist hier die Frage!

Dähncke schließt sich Bon an, nachdem hier zu differenzieren sei. Spissa habe eine oberflächige Knolle, aber deutlich gerieften Ring. Excelsa steckt tief im Boden, der Ring sei aber nicht gerieft. Meine gefundenen Pilze wären dann quasi so ein Zwischending.
Winkler schreibt was von A. spissa var. Excelsa bei eingesenktem Stiel, Gerhard hält sich (besser) ganz raus.

Der Graue Wulstling ist anscheinend sehr variabel, was ist euere Meinung zu dem Artendurcheinander?

Ach ja: irgendein Sammler hatte sich reife Exemplare abgerupft, die Stielknollen steckten alle noch im Boden, wie der wohl sicher gehen kann, das er keinen Panterpilz erwischt hat!?

Noch was: habe den ersten Fliegenpilz im selben Waldstück gefunden, schon früh dran, zumindest habe ich hier im Forum noch von keinen Funden gelesen.

Grüße aus Nordschwaben!

Martin

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Re: Graue Wulstlingskonfusion

Huperzia ⌂, (vor 8150 Tagen) @ martin

Ach ja: irgendein Sammler hatte sich reife Exemplare abgerupft, die
Stielknollen steckten alle noch im Boden, wie der wohl sicher gehen kann,
das er keinen Panterpilz erwischt hat!?

Hallo Martin,

Man kann die beiden sehr gut an der gerieften Manschette (Grauer Wulstling und Perlpilz) erkennen.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Graue Wulstlingskonfusion

Werner2, (vor 8150 Tagen) @ martin

Hallo,
Der Graue Wulstling (früher A. spissa inzwischen A. exelsa, da der Name älter ist) ist manchmal sehr variabel. Eine dieser Formen ist der eingesenkte Wulstling mit tief "eingesenktem" Stiel (früher E. excelsa) inzwischen wohl nur noch var. excelsa. Von der der alten spissa kaum unterschieden.
Ist also alles zusammen ein sehr variable Art, die aber durch die geriefte Manschette, Geruch und Hutoberfläche gut festgelegt ist.
.
Gruss Werner2

In einem dichten und hohen Fichtenbestand habe ich heute mehrere Graue
Wulstlinge gefunden. Die Pilze waren mit der Knolle tief in den Boden
eingesenkt, Ring deutlich gerieft, der Hutrand allenfalls bei älteren
Exemplaren schwach gerieft.
In der anschließenden Literaturnachlese stellte ich fest, das es um den
Grauen Wulstling eine wahre Konfusion gibt.
Excelsa oder Spissa, das ist hier die Frage!
Dähncke schließt sich Bon an, nachdem hier zu differenzieren sei. Spissa habe
eine oberflächige Knolle, aber deutlich gerieften Ring. Excelsa steckt
tief im Boden, der Ring sei aber nicht gerieft. Meine gefundenen Pilze
wären dann quasi so ein Zwischending.
Winkler schreibt was von A. spissa var. Excelsa bei eingesenktem Stiel,
Gerhard hält sich (besser) ganz raus.
Der Graue Wulstling ist anscheinend sehr variabel, was ist euere Meinung zu
dem Artendurcheinander?
Ach ja: irgendein Sammler hatte sich reife Exemplare abgerupft, die
Stielknollen steckten alle noch im Boden, wie der wohl sicher gehen kann,
das er keinen Panterpilz erwischt hat!?
Noch was: habe den ersten Fliegenpilz im selben Waldstück gefunden, schon
früh dran, zumindest habe ich hier im Forum noch von keinen Funden
gelesen.
Grüße aus Nordschwaben!
Martin

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Re: Graue Wulstlingskonfusion

martin, (vor 8149 Tagen) @ Huperzia

hallo tanja,
würde das merkmal -geriefte manschette- ausreichen, um einen derartigen wulstling ohne knolle eindeutig als perlpilz oder grauer wulstling vom pantherpilz zu unterscheiden?
gestern habe ich mit einem pilzberater darüber gesprochen, und er würde einen solchen wulstling ohne knolle nicht freigeben.
was meinst du?

viele grüße
martin

Hallo Martin,
Man kann die beiden sehr gut an der gerieften Manschette (Grauer Wulstling
und Perlpilz) erkennen.
Viele Grüße,
Tanja

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Re: Graue Wulstlingskonfusion

Huperzia ⌂, (vor 8149 Tagen) @ martin

hallo tanja,
würde das merkmal -geriefte manschette- ausreichen, um einen derartigen
wulstling ohne knolle eindeutig als perlpilz oder grauer wulstling vom
pantherpilz zu unterscheiden?
gestern habe ich mit einem pilzberater darüber gesprochen, und er würde einen
solchen wulstling ohne knolle nicht freigeben.
was meinst du?
viele grüße
martin

Hallo Martin,

Ich würde einen solchen Wulstling freigeben, wenn er mir nicht irgendwo anders komisch vorkäme (also nur undeutlich oder untypisch gerieft oder sonst irgendwo verdächtig).
Die geriefte Manschette ist ein sicheres Merkmal.

Manch ein Pilzberater will aber durch das Nichtfreigeben auch seine Sammler dazu bewegen allgemein nur Pilze vollständig zu sammeln und vorzuzeigen. Das würd ich dann vielleicht auch bei der Beratung erwähnen.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Graue Wulstlingskonfusion

Werner, (vor 8148 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

Ich würde einen solchen Wulstling freigeben, wenn er mir nicht irgendwo
anders komisch vorkäme (also nur undeutlich oder untypisch gerieft oder
sonst irgendwo verdächtig).
Die geriefte Manschette ist ein sicheres Merkmal.
Manch ein Pilzberater will aber durch das Nichtfreigeben auch seine Sammler
dazu bewegen allgemein nur Pilze vollständig zu sammeln und vorzuzeigen.
Das würd ich dann vielleicht auch bei der Beratung erwähnen.

Sorry, aber da muß ich Dir arg widersprechen. Nicht, weil ich nicht glaube, daß Du einen Grauen Wulstling auch ohne Knolle von einem Pantherpilz unterscheiden kannst. Aber aus pädagogischen Gründen.

Der Ratsuchende soll doch lernen, draußen die beiden zu unterscheiden. Und der ist nun mal offensichtlich unerfahren, wenn er Dir sowas vorlegt. Und wenn Du dem das Hauptmerkmal nicht erklären kannst - anhand der mitgebrachten Knolle - lebt der in Zukunft sehr gefährlich, weil er nicht auf Deinem Wissensstand ist. Der schneidet dann fröhlich weiter die Knollen weg und ißt Graue Wulstlinge - wenn dann doch mal Panther dabei sind, merkt der das auch nicht wirklich.

Auch ich traue mir zu, 90% der Grauen Wulstlinge problemlos ohne Knolle als solche anzusprechen, nur würde ich mir die Verantwortung (s.o.) nicht auf mich laden mögen.

Gruß,

Werner

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Re: Graue Wulstlingskonfusion

Huperzia ⌂, (vor 8148 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

Du nennst die Knolle das "Hauptmerkmal" - das ist es für mich nicht. Wirklich jeder hat eine andere Art, Pilze zu betrachten und man kann es pädagogisch noch so gut meinen, nicht jeder spricht auf gleiche Methoden gleich an.
Es bleibt mir ja, dem Ratsuchenden gegebenenfalls die Knolle anhand einer Pilzbuchabbildung zu er- und über Risiken aufzuklären.
Das Risiko des Nachsammelns hat man übrigens IMMER - man steckt nie in dem Ratsuchenden drin und eine einmalige Pilzberatung läßt mich nicht automatisch die Verantwortung für sämtliche Pilzaktionen des Ratsuchenden übernehmen. Ich kann nach meinem besten Wissen und Gewissen aufklären, aber warum sollte ich ihn einen Pilz wegschmeißen lassen, der doch eindeutig und auch für Laien (vielleicht nicht jeden, aber über wen reden wir überhaupt - jeder Ratsuchende ist anders) auch ohne Knolle zu erkennen ist?

Viele Grüße,

Tanja