Röhrlingsfrage *PIC*
Hallo Pilzfreunde!
Hoffentlich haltet ihr mich nicht für paranoid, aber ich möchte trotz dieser Gefahr fragen:
Was ist das?
Heute gefunden, auf fast nacktem Boden unter Linden.
Beste Grüße! pm.
pilzmel , (vor 8148 Tagen)
Hallo Pilzfreunde!
Hoffentlich haltet ihr mich nicht für paranoid, aber ich möchte trotz dieser Gefahr fragen:
Was ist das?
Heute gefunden, auf fast nacktem Boden unter Linden.
Beste Grüße! pm.
Hallo Andreas,
ich halte das auf den ersten Blick für eine Marone, die Röhren scheinen ja leicht auf Druck zu Blauen, bei Tillia (Linde) hatte ich die bisher nicht, aber schon öfter unter Quercus (Eiche) und Fagus (Rot-Buche),
viele Grüsse
Matthias
Hallo,
das ist nur nach den Fotos (zumal ohne Schnittbild) schwer zu entscheiden. Ich neige zu Xerocomus communis, der z. T. auch als braune Form von X. rubellus betrachtet wird. Prüfe doch mal, ob das Fleisch in der Stielbasis orangerot gefärbt ist (und wenn's nur Pünktchen sind). Auch der Standort bei Linde wäre nicht untypisch.
Gruß, Jürgen
Hallo,
das ist nur nach den Fotos (zumal ohne Schnittbild) schwer zu entscheiden.
Ich neige zu Xerocomus communis, der z. T. auch als braune Form von X.
rubellus betrachtet wird. Prüfe doch mal, ob das Fleisch in der Stielbasis
orangerot gefärbt ist (und wenn's nur Pünktchen sind). Auch der Standort
bei Linde wäre nicht untypisch.
Gruß, Jürgen
Hallo Jürgen,
das kann natürlich auch sein, da war mit die Huthaut aber zu glatt.
Sollte es beim einsortieren nicht andersrum sein da X.communis der ältere Name ist als X. rubellus?
viele Grüsse
Matthias
Jürgen, (vor 8147 Tagen) @ Matthias
Hallo Matthias,
es gibt so glatte Hüte bei dieser Art - entscheidend wäre aber die Farbe des Stielfleisches, speziell in der Basis, und natürlich die Mikroskopie.
Ich persönlich finde an der Kombination "Xerocomus rubellus var. communis" auch unlogisch, die Art mit dem älteren Namen (communis) der mit dem jüngeren (rubellus) als Varietät unterzuordnen* - genau darüber habe ich mit Andreas auch schon diakutiert. Aber in verzwickten Fragen der Nomenklatur ist er kompetenter als ich.
Gruß, Jürgen
* Davon abgesehen scheint "communis" (also die braunen Formen) zumindest regional deutlich häufiger zu sein als "rubellus".
Hans hurter, (vor 8148 Tagen) @ pilzmel
- kein Text -
Matthias, (vor 8148 Tagen) @ Hans hurter
Hallo Hans,
das ist mit Sicherheit ein Filzröhrling, mit dem Schmierröhrling bist du genausoweit weg wie vom Sommersteinpilz zum Hainbuchenröhrling,
viele Grüsse
Matthias
Hans hurter, (vor 8148 Tagen) @ Matthias
- kein Text -
Matthias, (vor 8148 Tagen) @ Hans hurter
- kein Text -
Hans hurter, (vor 8148 Tagen) @ Matthias
- kein Text -
Christoph G, (vor 8147 Tagen) @ Hans hurter
... Hans und ich glaub fast deine Äschen sind hammerhaie
))
Hallo Pilzfreunde!
Zunächst erstmal Danke! Ich hätte die ganze Angelegenheit schlicht als Rotfuß abgetan, aber der Pilz erschien mir irgendwie "anders". Wuchs auch nicht im Wald, sondern auf einem Friedhof voller Linden (nichts anderes ringsum), dummerweise als Einzelexemplar. Hier meine Notizen:
Die kirschrote, pustelige Stielüberhauchung kommt auf den Fotos nicht gut. Auf alle Fälle ist das keine Marone. Fleischfarbe: weißlich-blaßgelb, stielabwärts fließend in Blaßorange übergehend. In der Basis reichlich vorhandene Madengänge waren rötlich gerandet. Aber kein deutliches Orangerot (es wird doch wohl niemand Arten aufgrund orangeroter Flecken in der Stielbasis differenziert haben??). Unter der Huthaut schmale rotbraune Zone. Fleisch bläut (Blaugrün) zögerlich. Röhren auf Druck blaugrün.
Ich verzweifle also schon an einem Röhrling...
Beste Grüße! pm.
...im Schnitt bei Xerocomus communis aussehen.
![[image]](http://www.arcor.de/palb/alben/94/3399794/3333636366333861.jpg)
viele Grüsse
Matthias
pilzmel , (vor 8147 Tagen) @ Matthias
Hallo Matthias!
Danke für das Bild. Nein, so sah das nicht aus.
Beste Grüße! pm.
Hans hurter, (vor 8147 Tagen) @ pilzmel
ich kann nicht einmal Hainbuchige von Maronen unterscheiden!!! esse aber jede Woche selbstgesuchte und lebe noch heute mitsamt meiner Familie!!!!!!!Juhui Freude herrscht , im Pilzforum gibt es rege Pilzdiskussionen unter Pilzprofessoren, da kann man profitieren und lernt etwas!!Das meine ich jetzt ehrlich !Nicht dass Du jetzt lieber Jogi schreibst ,dass verstehe ich nicht!Verstehen ist manchmal eine Frage des Alters?Man wird weiser und weisser! Grüsslis von dem der die Köpfe abbeisst,Hans
Hallo Matthias!
Danke für das Bild. Nein, so sah das nicht aus.
Beste Grüße! pm.
Werner2, (vor 8147 Tagen) @ pilzmel
Hallo, ich stimme Jürgen Schreiner zu....
.
als ich das Bild sah, viel mir sofort X. quercinus ein, von der
Heinz Engel (mündl. Mitt.) sogar mal eine var. tiliae machen wollte.
Ich fand solche Pilze, die genau so aussahen wie der auf dem Foto, seinerzeit in größeren Gruppen unter Linden in Österreich während einer Tagung, und Engel bestimmte ihn aus der Hand als quercinus (var. tiliae).
Das ist die Art, die heute wohl als X. communis bzw. als var. communis von rubellus bezeichnet wird. Die punktierte Orangefärbung im Fleisch der Stielbasis war bei meinen Funden bisher immer vorhanden, wenn auch oft nur sehr, sehr kleinflächig.
Die Art/Varietät ist hier in Mittelhessen garnicht so selten. Auch wenn PM da mit "Nein" kategorisch abwinkt, in diesen Formenkreis scheint mir der Fund
doch zu gehören.
.
Gruß Werner2
Hallo Matthias!
Danke für das Bild. Nein, so sah das nicht aus.
Beste Grüße! pm.
Das ist die Art, die heute wohl als X. communis bzw. als var. communis von
rubellus bezeichnet wird.
Hallo ihr,
Jaja, streut nur Salz in meine Wunden .... 
Ich habe in der Baden-Württemberg-Flora communis und rubellus als Varietäten behandelt, und der Meinung bin ich auch heute noch.
Nur habe ich den ziemlich unverzeihlichen Lapsus begangen, communis zur Varietät von rubellus herabzustufen - obwohl natürlich communis von Bulliard das ältere Taxon ist *ROTWERDWEGRENN*
Tja, vermutlich höre ich Christoph (Hahn) auf dem Sterbebett noch .... *ggg*
Also wenn schon, dann hätte es Xerocomus communis var. rubellus heißen müssen.
Beste Grüße,
Andreas
Hallo Andreas!
Die falschen Prioritäten sind mir natürlich sofort aufgefallen, und ich hole schon mal den großen Salzstreuer...
Solche nicht zu verzeihenden Fehler kannst du dir ab morgen leisten, weil da immer eine gute Ausrede parat ist.
Beste Grüße! pm.
Hallo Werner,
sah wirklich nicht so aus, aber die Stielbasis war recht vermadet. Hoffentlich finde ich noch ein vernüftiges Exemplar. Interessant, was sich dahinter verbergen mag. So genau hatte ich die Filzröhrlinge noch nicht betrachtet.
Vielen Dank und Beste Grüße! pm.
Hallo pilzmel,
möglicherweise hat der Madenfraß das Merkmal in der Stielbasis unkenntlich gemacht. Es ist aber manchmal von vornherein nur schwach ausgeprägt. Einfach demnächst drauf achten.
Alles andere passt aber gut, auch die Sporen: X. communis (=quercinus) hat relativ gedrungene Sporen (Längen-Breiten-Quotient < 2,5) - hierher passt deine Zeichnung eher als zu den länglicheren Sporen von chrysenteron oder pruinatus. Das Fehlen einer apikalen Delle schließt auch porosporus aus. X. moravicus (leonis), an den man übrigens auch noch denken könnte, ist vor allem durch die Blauverfärbung deines Fundes ausgeschlossen.
Übrigens bin ich noch nicht restlos davon überzeugt, dass es nicht doch eine (v. a. jung) konstant rothütige Sippe gibt, die sich als "echter" rubellus von communis trennen lässt. Die Sporen schienen mir beim klassischen rubellus tendenziell kürzer und breiter zu sein als bei communis (quercinus), auch die Standortansprüche sind nicht ganz dieselben (communis scheint etwas stickstoffhaltigere und humosere Böden zu bevorzugen als rubellus).
Die Zeiten, in denen man die kleinen unscheinbaren Filzröhrlinge mal eben als "Rotfüßchen" abtun konnte sind vorbei - und Schwierigkeiten mit Röhrlingen haben noch ganz andere!
Aber das ist eine andere Diskussion...
Grüße, Jürgen
[...]
Alles andere passt aber gut, auch die Sporen: X. communis (=quercinus) hat relativ gedrungene Sporen (Längen-Breiten-Quotient < 2,5) - hierher passt deine Zeichnung eher als zu den länglicheren Sporen von chrysenteron oder pruinatus.
Aber rubellus hat auch die eher gedrungenen Sporen.
Übrigens bin ich noch nicht restlos davon überzeugt, dass es nicht doch eine (v. a. jung) konstant rothütige Sippe gibt, die sich als "echter" rubellus von communis trennen lässt.
Der Meinung bin ich auch - aber es muss ja nicht unbedingt auf Artebene sein ....
Die Sporen schienen mir beim klassischen rubellus tendenziell kürzer und breiter zu sein als bei communis (quercinus), auch die Standortansprüche sind nicht ganz dieselben (communis scheint etwas stickstoffhaltigere und humosere Böden zu bevorzugen als rubellus).
Stickstoffhaltiger ja, aber humoser stimmt meiner Erfahrung nach nicht. Ich kenne communis eher von hageren, flachgründigeren Stellen (Magerrasen, Eichen-Hainbuchenwald auf Sandstein), zumeist allerdings an Wegrändern, Rändern von Holzschälplätzen o.ä. kleinräumig N-angereicherten Plätzen. Humos kann ich eher von rubellus behaupoten, den ich z.B. des öfteren im faulen Laub von zeitweise trockenfallenden Gräben finde (es ist nicht ripariellus!).
Beste Grüße,
Andreas
Aber rubellus hat auch die eher gedrungenen Sporen.
Das sag ich ja unten: eher noch gedrungener. Aber X. rubellus ss. str. kommt ja bei pilzmel's Fund, um den es hier geht, nicht in Frage.
Stickstoffhaltiger ja, aber humoser stimmt meiner Erfahrung nach nicht. Ich
kenne communis eher von hageren, flachgründigeren Stellen (Magerrasen,
Eichen-Hainbuchenwald auf Sandstein), zumeist allerdings an Wegrändern,
Rändern von Holzschälplätzen o.ä. kleinräumig N-angereicherten Plätzen.
Humos kann ich eher von rubellus behaupoten, den ich z.B. des öfteren im
faulen Laub von zeitweise trockenfallenden Gräben finde (es ist nicht
ripariellus!).
Wenn sich unsere Standort-Erfahrungen in dem Punkt so überschneiden, spricht das ja für die Eine-Art-Version. Komischerweise finde ich X. communis eher in faulem Laub zwischen Brennesseln, während X. rubellus bei mir tendenziell eher ein "Rasenpilz" ist (es gibt aber auch die umgekehrten Fälle, das stimmt). Dieser Unterschied bei unseren Beobachtungen kann Zufall sein und vielleicht auch an der individuellen Wahrnehmung bzw. am "Suchverhalten" liegen.
Mir fiel halt auf, dass die beiden Sippen zumindest bei mir in Unterfranken deutlich verschiedene Areale aufzuweisen scheinen. X. rubellus ist (ähnlich wie B. pulverulentus) in den Eichen-Hainbuchenwäldern der Fränkischen Platte ausgesprochen selten, während X. communis gerade dort (vor allem an den N-beeinflussten Waldrändern) weit verbreitet ist und dort gern zusammen mit X. porosporus vorkommt. In den wärmeren Tieflagen (Flußauen) des Buntsandsteingebiets, in Parks u. ä. finden sich die vier genannten Arten gerne wieder zusammen.
Viele Grüße
Jürgen
Aber rubellus hat auch die eher gedrungenen Sporen.
Das sag ich ja unten: eher noch gedrungener.
Ja, stimmt, man sollte halt immer erst mal zu Ende lesen ....
Aber X. rubellus ss. str. kommt ja bei pilzmel's Fund, um den es hier geht, nicht in Frage.
Meinst Du? Ich denke gerade das Gegenteil, nämlich dass es sich hier um X. rubellus handelt. Zumindest wenn man das breite Spektrum das SIMONINI & LADURNER präsentieren akzeptiert. Schau Dir mal in Fungi europaei 9 auf Seite 355 das obere Bild an. Das ist 100%ig genau Pilzmel's Fund!
Stickstoffhaltiger ja, aber humoser stimmt meiner Erfahrung nach nicht. Ich
kenne communis eher von hageren, flachgründigeren Stellen (Magerrasen,
Eichen-Hainbuchenwald auf Sandstein), zumeist allerdings an Wegrändern,
Rändern von Holzschälplätzen o.ä. kleinräumig N-angereicherten Plätzen.
Humos kann ich eher von rubellus behaupoten, den ich z.B. des öfteren im
faulen Laub von zeitweise trockenfallenden Gräben finde (es ist nicht
ripariellus!).
Wenn sich unsere Standort-Erfahrungen in dem Punkt so überschneiden, spricht das ja für die Eine-Art-Version. Komischerweise finde ich X. communis eher in faulem Laub zwischen Brennesseln, während X. rubellus bei mir tendenziell eher ein "Rasenpilz" ist (es gibt aber auch die umgekehrten Fälle, das stimmt). Dieser Unterschied bei unseren Beobachtungen kann Zufall sein und vielleicht auch an der individuellen Wahrnehmung bzw. am "Suchverhalten" liegen.
Tja, auf Bollmann's Friedhof kommen ziemliche Menge von ?rubellus im Gras vor, manchmal schön rot, aber manchmal auch fast ohne rote Hüte. Orange Punkte in der Stielbasis sind vorhanden. In einem Jahr würde man sie unbesehen als rubellus ansehen, im anderen als communis. Ich denke dennoch, dass das alles rubellus ist. Die können ja auch einheitlich braun sein (werden?).
Mir fiel halt auf, dass die beiden Sippen zumindest bei mir in Unterfranken deutlich verschiedene Areale aufzuweisen scheinen. X. rubellus ist (ähnlich wie B. pulverulentus) in den Eichen-Hainbuchenwäldern der Fränkischen Platte ausgesprochen selten, während X. communis gerade dort (vor allem an den N-beeinflussten Waldrändern) weit verbreitet ist und dort gern zusammen mit X. porosporus vorkommt. In den wärmeren Tieflagen (Flußauen) des Buntsandsteingebiets, in Parks u. ä. finden sich die vier genannten Arten gerne wieder zusammen.
Beste Grüße, Andreas
Hallo Andreas!
Herzlichen Glückwunsch und willkommen im Kreis der bemoosten Häupter!
Was den Röhrling betrifft: Verzweifel, Verwirr...
Beste Grüße! pm.
Hallo pilzmel,
kein Grund zum Verzweifeln! Ich denke es ist auch im Sinne von Andreas, wenn ich das Thema noch mal von der "akademischen" Ebene herunterhole und einfach sage: Es ist KEINE Marone, KEIN Rotfuß, KEIN Falscher Rotfuß, KEINE Ziegenlippe/Brauner Filzröhrling etc. Es ist AUF JEDEN FALL der Blutrote Röhrling Xerocomus rubellus im weiteren Sinne.
Man kann jetzt nur darüber streiten, ob es
- eine abweichende braune Form des "echten" Blutroten ist (das würde nahe liegen, wenn aus demselben Myzel an der Fundstelle auch typisch rothütige Frkp. wüchsen) - oder
- der so genannte Eichenfilzröhrling Xerocomus communis - aber bei dem ist umstritten, ob er nicht insgesamt AUCH zum Blutroten gehört.
Einigermaßen klar?
Grüße, Jürgen
Hallo Andreas,
Meinst Du? Ich denke gerade das Gegenteil, nämlich dass es sich hier um X.
rubellus handelt. Zumindest wenn man das breite Spektrum das SIMONINI
& LADURNER präsentieren akzeptiert.
Also X. rubellus sensu lato einschließlich X. communis, oder? Wenn ich zwischen rubellus ss. str. und communis ss. str. entscheiden müsste, würde ich doch eher letzteren wählen (ohne dass ich braunhütigen "echten" rubellus, siehe unten, ausschließen kann)
Tja, auf Bollmann's Friedhof kommen ziemliche Menge von ?rubellus im Gras
vor, manchmal schön rot, aber manchmal auch fast ohne rote Hüte. Orange
Punkte in der Stielbasis sind vorhanden. In einem Jahr würde man sie
unbesehen als rubellus ansehen, im anderen als communis. Ich denke
dennoch, dass das alles rubellus ist. Die können ja auch einheitlich braun
sein (werden?).
Die Beobachtung habe ich auch gemacht. Womöglich ist der Fall deshalb so verwirrend, weil zwei nah verwandte, jeweils variable Arten existieren, die sich in ihren Merkmalsausprägungen überschneiden. Ich denke analog z. B. an Boletus queletii und B. luridus oder auch an B. fechtneri und B. pseudoregius, wo es gelegentlich auch Zuordnungsprobleme einzelner Funde gibt, ohne dass man deswegen die eine Art zur Varietät der anderen abstufen würde.
Viele Grüße, Jürgen
Hallo Jürgen,
Also X. rubellus sensu lato einschließlich X. communis , oder? Wenn ich
zwischen rubellus ss. str. und communis ss. str. entscheiden müsste,
würde ich doch eher letzteren wählen (ohne dass ich braunhütigen
"echten" rubellus , siehe unten, ausschließen kann)
Du hast natürlich recht, SIMONINI & LADURNER beziehen communis in ihr Konzept von rubellus mit ein. Das hatte ich übersehen. Pilzmel hat schon recht, ich werd alt ......
Die Beobachtung habe ich auch gemacht. Womöglich ist der Fall deshalb so
verwirrend, weil zwei nah verwandte, jeweils variable Arten existieren,
die sich in ihren Merkmalsausprägungen überschneiden. Ich denke analog z.
B. an Boletus queletii und B. luridus oder auch an B. fechtneri und
B. pseudoregius , wo es gelegentlich auch Zuordnungsprobleme einzelner
Funde gibt, ohne dass man deswegen die eine Art zur Varietät der anderen
abstufen würde.
Für letzteres Artenpaar würde mich eine Varietätenlösung nicht gerade vor Überraschung umhauen. Bis auf die Huthautstruktur und die Hutfärbung junger Exemplare kann ich nichts vernünftiges an Trennmerkmalen finden - und mit den Unterschieden in der HDS hab' ich bisweilen so meine Probleme. Aber das liegt vielleicht auch an mir und nicht an den Huthäuten 
beste Grüße,
Andreas
Hallo Andreas,
haben Ladurner und Simonini nicht auch einen Lapsus begangen, indem sie den prioritätsberechtigten Namen communis in die Synonymie von rubellus eingereiht haben? Oder haben sie "stillschweigend" rubellus als seit langem gebräuchlichen Namen für die Gesamtart "konserviert", zumal communis möglicherweise ein nomen confusum (vgl. Boletus purpureus) ist und bisher von Mykologen zudem kaum angewandt wurde?
Grüße, Jürgen
ThomasHofheim, (vor 8146 Tagen) @ Jürgen
Hallo Jürgen,
auch wenn ich nicht Andreas bin, glaube ich, dass sich hier ein kleines Problem des Buches von Simonini und Ladurner offenbart, dass es nämlich im Gegensatz zu manchem Vorgängerwerk derselben Reihe fast keine Angaben zur (Geschichte der) Nomenklatur der verschiedenen Arten gibt.
Am Ende des Abschnittes zu rubellus findet sich dazu aber noch erstaunlich viel, was in Richtung einer, wie Du schreibst, stillschweigenden Konservierung geht. Die Autoren glauben, dass die "Wiederbelebung" des alten Namens communis für "braune Formen von X. rubellus" die Situation noch verkompliziert. Am Ende heißt es ja sinngemäß: "Zur Zeit erscheint es vernünftig, den weithin verbreiteten Namen X. rubellus für alle Farbvarianten beizubehalten anstelle des älteren, aber bis jetzt selten benutzten Namen X. communis."
Ich habe auch in keiner der mir bekannten anderen Publikationen von Simonini zum rubellus-Komplex eine Auseinandersetzung mit diesem Problem gefunden.
Ich fand ohnehin etwas merkwürdig, dass in der Monographie keine wirkliche Diskussion darüber stattfindet, was und warum jetzt eigentlich zu rubellus ss.l. gehören soll, vor allem wenn man bedenkt, dass Simonini doch der Mitautor einer Studie ist, in der man Hinweise darauf gefunden hat, dass sich rubellus und communis/quercinus dna-analytisch differenzieren lassen.
Die Dissertation von Ladurner kenne ich leider nicht.
Viele Grüße
Thomas
Hallo Andreas,
haben Ladurner und Simonini nicht auch einen Lapsus begangen, indem sie den
prioritätsberechtigten Namen communis in die Synonymie von rubellus
eingereiht haben? Oder haben sie "stillschweigend" rubellus als
seit langem gebräuchlichen Namen für die Gesamtart
"konserviert", zumal communis möglicherweise ein nomen confusum
(vgl. Boletus purpureus) ist und bisher von Mykologen zudem kaum angewandt
wurde?
Grüße, Jürgen
Jürgen, (vor 8145 Tagen) @ ThomasHofheim
das ist mir bei der Lektüre noch nicht aufgefallen - der Wälzer ist halt sehr dick:)
Matthias, (vor 8136 Tagen) @ Matthias
...im Schnitt bei Xerocomus communis aussehen.
viele Grüsse
Matthias
Beim Blutroten Röhrling habe ich das bisher so nicht gefunden, hier zwei Bilder von gestern und das habe ich auch bei Funden in den letzten Jahre nie festgestellt das beim Blutroten Röhrling diese roten Punkte zu sehen sind
![[image]](http://www.arcor.de/palb/alben/94/3399794/6663626138643432.jpg)
![[image]](http://www.arcor.de/palb/alben/94/3399794/3063313434396530.jpg)
viele Grüsse
Matthias
ThomasHofheim, (vor 8134 Tagen) @ Matthias
Hallo Matthias,
ich glaube im Prinzip ja auch immer noch, dass eine Trennung von communis und rubellus möglich ist. Andererseits gibt es aber doch Kollektionen, die zwischen beiden vermitteln und sich nur schwer eindeutig zuordnen lassen, wie das ja auch für so manche andere Xerocomus-Aufsammlung gilt.
Bei dieser Kollektion, die von den Farben eindeutig zu rubellus gehört, erkennt man rötliche Bereiche in der Stielbasis, wenn auch nicht so schön ausgeprägt wie bei typischem communis.
![[image]](http://annius.instantgallery.de/i?n=b34225c8a0e9e3ebef6b3935c2603dbc_1090449642_1.jpg&1090450137)
![[image]](http://annius.instantgallery.de/i?n=c4dc3f72b5b83b11cf0e27852143f068_1090449642_.jpg&1090450182)
Andererseits dann Aufsammlungen, die sehr schön die karottenroten Punktierungen zeigen:
![[image]](http://annius.instantgallery.de/i?n=aea297036c28901518d0912c66cebc26_1090449944_1.jpg&1090450283)
und von den Hutfarben her bei einigen Exemplaren auch gut zu communis passen, bei denen links aber deutlich ausgeblasste blutrote Töne zeigen:
![[image]](http://annius.instantgallery.de/i?n=4e331d1306e45ce2cd9f4ec4a719ba15_1090449944_.jpg&1090450377)
Bei den Sporenmassen müsste man wahrscheinlich größere Mengen messen, um evtl. Unterschiede zu finden. Andererseits aber eben viele ganz eindeutige Aufsammlungen, die sich problemlos zuordnen lassen, dazu der (unsichere, aber immerhin) molekularbiologische Befund, nach dem eine Trennung der beiden Arten anzunehmen ist.
Ich glaube einfach, dass hier trotz der Monographie von Simonini und Ladurner noch einiges zu tun ist!
In diesem Sinne viele schöne rubellus/communis-Kollektionen in diesem Jahr und viele Grüße
ThomasHofheim
Beim Blutroten Röhrling habe ich das bisher so nicht gefunden, hier zwei
Bilder von gestern und das habe ich auch bei Funden in den letzten Jahre
nie festgestellt das beim Blutroten Röhrling diese roten Punkte zu sehen
sind
viele Grüsse
Matthias