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Testbericht aus der Versuchsküche - Riesenporling

Birgit, (vor 8112 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

so ziemlich das Einzige, was hier bei diesem Wetter noch wächst, sind Riesenporlinge. Simon kennt die Stelle, letztes Jahr nach dem Forumstreffen haben Simon, Gabi und ich ja schon einmal einen Testversuch gestartet. Gestern waren also die Riesenporlinge wieder im genußfähigen, jungen Zustand und ich hab einen neuen Versuch gestartet, um die positive Meinung von letztem Jahr noch einmal zu bestätigen. Ich hab den Pilz in so ca. 5 mm dicke Stücke geschnitten und in (Raps)öl knusprig gebraten. Das Ergebnis war umwerfend: sehr guter pilziger Geschmack, der durchaus mit anderen sehr guten Speisepilzen konkurrieren kann. Die Konsistenz ist sehr angenehm in etwa mit Pfifferlingen zu vergleichen, die Stücke waren außen knusprig, innen weich :-). Ich würde ihn problemlos in der Kategorie "guter Speisepilz" einordnen und ich esse nicht alles. Letzthin habe ich zum Beispiel nochmel Pfeffermilchlinge probiert und die fand ich richtig schrecklich, ebenso wie z.B. den wolligen Milchling (Lactarius velleremus).Da die Riesenporlinge bei Berührung schwarz flecken, verfärben sich die Pilzstücke in der Pfanne schwärzlich, was mich aber nicht weiter stört.

Das Problem an der Geschichte ist, daß man die Riesenporlinge unbedingt noch im Knubbelstadium erwischen muß bevor sie anfangen Konsolen zu bilden und bevor sie faserig werden. Essen kann man sie zwar dann auch noch, aber selbst die Konsistenz der zarten noch mit einem normalen Messer schneidbaren jungen Kanten, erinnert an gebratene Bierdeckel - wenn auch "zarte" Bierdeckel, wie ich letztes Jahr feststellen mußte. Daraus folgt auch, daß man sich schon verdammt sicher sein muß, daß man wirklich einen sehr jungen Riesenporling vor sich hat und nicht etwas anderes, weil sich der Pilz zu Beginn noch nicht sehr ähnlich sieht. Dabei hilft natürlich, daß der Riesenporling bei Berührung schwärzt, aber meines Wissens nach tut das der Kieferbraunporling auch und der ist ganz jung auch schön gelb (normalerweise viel gelber) und weich, schmeckt aber vermutlich mindestens nicht gut ;-). Meine Riesenporlinge wachsen übrigens an sehr alten. dicken und schönen Buchen, die eine ist wohl mitverursacht durch einen Blitzschlag leider am Absterben. Die Nachbarbuche beherbergt übrigens eine große Kolonie von schuppigen Porlingen, die mich aber vom Gesachmack her auch nicht überzeugt haben.

Also, probiert ruhig mal den Riesenporling, es lohnt sich wirklich :-)

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Testbericht aus der Versuchsküche - Riesenporl

Karl Keck ⌂, (vor 8112 Tagen) @ Birgit

Die Nachbarbuche beherbergt
übrigens eine große Kolonie von schuppigen Porlingen, die mich aber vom
Gesachmack her auch nicht überzeugt haben.

Hallo Birgit,

Riesenporlinge habe ich noch nicht probiert. Ich weiß aber einen Platz und werde, sofern ich zur richtigen Zeit ernten kann, doch mal einen Versuch machen.
Junge Schuppige Porlinge habe ich schon mal in Scheiben geschnitten und gebraten. Ich fand den Geschmack nicht unangenehm - ähnlich wie Maipilze.

In der Mail schreibe ich Dir noch was in Sachen Thüringen.

Viele Grüße
Karl

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Re: Testbericht aus der Versuchsküche - Riesenporl

Huperzia ⌂, (vor 8111 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

ganz in meiner Anfangszeit - wo ich fast noch alles gegessen hab, hab ich mal Riesenporling gegessen - paniert und gebraten hat der wie frisches Hühnerfleisch geschmeckt.
Danach war´s mein Lieblingspilz, aber nur bis ich das nächste mal einen gefunden und gegessen hatte...:-/. Der war auch sehr jung - deutlich jünger als mein erster (von dem hatte ich zwei oder drei Mahlzeiten) - aber geschmckt hat er mir nicht.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Testbericht aus der Versuchsküche - Riesenporl

Mison, (vor 8111 Tagen) @ Birgit

hallo birgit,

ja, ich erinnere mich natürlich. auch daran, dass uns der riesenporling damals kein wirklich prickelndes kulinar-erlebnis bescherte. lief bei mir unter der kategorie "kann man überraschenderweise essen". aber mit den ganz ganz jungen ... das sollte ich dann vielleicht nochmal ausprobieren. freut mich, dass es dir geschmeckt hat.

was den kiefernbraunproling angeht: ich weiß nicht, wie variabel der in jungem alter ist, aber ich habe im schwarzwald einige junge gesehen, die fast neongelb waren, ganz anders als der riesenporling (wie du ja auch schon sagtest).

walter pätzold hat uns im ersten kurs neulich auch schön knusprig gebratene pfeffermilchlinge vorgesetzt, und es gab sogar einige, die das gesicht nicht verzogen haben. ich bin allerdings bei bitter recht empfindlich, und nicht einmal die schönsten hutstücke wollten mir schmecken. mein urteil: definitiv ungenießbar. warum sollte man, wenn der wald anderes hergibt? und wenn nicht, dann eben ausnahmsweise mal keine pilze ;-))

schönen gruß,
simon