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Anhängselröhrling ? *PIC*

hellmut, (vor 8111 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

zu meiner grossen Freude habe ich vorgestern diesen " Gelbröhrer"
gefunden,tue mir aber bei der Zuornung recht schwer.
Fundort ist Fichtenwald mit vereinzelten Buchen,wobei der Pilz direkt
neben einer Fichte wuchs. Nächste Buche etwa 10 m entfernt.
Bitte die Boletusexperten um Hilfe.

[image]

Herzliche Grüsse Hellmut

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Re: Anhängselröhrling ?

Schwammerlkönig, (vor 8111 Tagen) @ hellmut

Hallo Hellmut,
der Anhängselröhrling Boletus appendiculatius wächst normalerweise eher in Laubwäldern wie Buche oder Hainbuche, ich tippe eher auf Boletus subappendiculatus, der allerdings mehr in Gebirgsfichtenwäldern vorkommt.
Gruß Peter

Hallo Pilzfreunde,
zu meiner grossen Freude habe ich vorgestern diesen " Gelbröhrer"
gefunden,tue mir aber bei der Zuornung recht schwer.
Fundort ist Fichtenwald mit vereinzelten Buchen,wobei der Pilz direkt
neben einer Fichte wuchs. Nächste Buche etwa 10 m entfernt.
Bitte die Boletusexperten um Hilfe.

Herzliche Grüsse Hellmut

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Das könnte der blauende königsröhrling...

Christoph G, (vor 8111 Tagen) @ hellmut

.... sein B. speciosus. Wenn ja ein toller Fund gratuliere!
Jürgen oder Andreas können sicher genaueres sagen.

Gruß christoph

Hallo Pilzfreunde,
zu meiner grossen Freude habe ich vorgestern diesen " Gelbröhrer"
gefunden,tue mir aber bei der Zuornung recht schwer.
Fundort ist Fichtenwald mit vereinzelten Buchen,wobei der Pilz direkt
neben einer Fichte wuchs. Nächste Buche etwa 10 m entfernt.
Bitte die Boletusexperten um Hilfe.

Herzliche Grüsse Hellmut

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Re: Das könnte der blauende königsröhrling...

Schwammerlkönig, (vor 8111 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,
glaub ich nicht ganz, den der Königsröhrling Boletus regius verfärbt sich bei Druck oder bei aufschneiden nicht blau. Es wurden allerdings schon einmal Ausnahmefälle beobachtet, aber äußerst selten ! Auch erscheint mir die Kappenfärbung etwas z u dunkel. Wenn ich einen Königsröhrling finden würde, so würde ich ihn eh stehen lassen, da er äußerst selten und schützenswert ist.
Grüße
Peter

.... sein B. speciosus. Wenn ja ein toller Fund gratuliere!
Jürgen oder Andreas können sicher genaueres sagen.
Gruß christoph

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Du mußt richtig lesen peter...

Christoph G, (vor 8111 Tagen) @ Schwammerlkönig

... ich red nicht von B. regius sondern von B. speciosus bzw. pseudoregius. Das ist eine ander Art die eben blaut und die sehr gut passen könnte.

Gruß Christoph

Hallo Christoph,
glaub ich nicht ganz, den der Königsröhrling Boletus regius verfärbt sich bei
Druck oder bei aufschneiden nicht blau. Es wurden allerdings schon einmal
Ausnahmefälle beobachtet, aber äußerst selten ! Auch erscheint mir die
Kappenfärbung etwas z u dunkel. Wenn ich einen Königsröhrling finden
würde, so würde ich ihn eh stehen lassen, da er äußerst selten und
schützenswert ist.
Grüße
Peter

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Bin ganz deiner Meinung!

Andreas ⌂, (vor 8111 Tagen) @ Christoph G

Ich halte das auch für den Falschen Königs-Röhrling (Boletus pseudoregius, der zukünftig wohl B. fuscoroseus heißen wird und der früher fälschlicherwiese für den amerikanischen B. speciosus gehalten wurde).

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Anhängselröhrling ?

Andreas ⌂, (vor 8111 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo Hellmut,
der Anhängselröhrling Boletus appendiculatius wächst normalerweise eher in
Laubwäldern wie Buche oder Hainbuche, ich tippe eher auf Boletus
subappendiculatus, der allerdings mehr in Gebirgsfichtenwäldern vorkommt.
Gruß Peter

Hallo Peter,

der Nadelwald-Anhängselröhrling blaut nicht oder höchstens in einer schwachen Linie direkt über der Röhrenschicht, ferner hat er keine Rottöne am Stiel und in der Stielbasis. Die Hutfarbe ist deutlich gelber als beim Laubwald-Anhängselröhrling, er sieht von oben farblich eher einem Sandröhrling gleich.
Daher scheidet B. subappendiculatus für mich aus.

Beste Grüße,
Andreas

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100%iger Boletus pseudoregius *oT*

Jürgen, (vor 8111 Tagen) @ hellmut

- kein Text -

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Re: Du mußt richtig lesen peter...

Schwammerlkönig, (vor 8111 Tagen) @ Christoph G

Sorry Leute, aber der kommt in keinem meiner Bücher vor, und ich habe schon ein paar gute.
Gruß Peter

... ich red nicht von B. regius sondern von B. speciosus bzw. pseudoregius.
Das ist eine ander Art die eben blaut und die sehr gut passen könnte.
Gruß Christoph

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Auf jeden Fall aufheben!!!

Jürgen, (vor 8111 Tagen) @ Jürgen

Der amerikanische Boletus speciosus sieht zwar anders aus (lebhafter rot), soll aber immerhin im Nadelwald vorkommen - und für Boletus pseudoregius wäre der Begleitbaum Fichte ungewöhnlich (warum aber nicht, andere Boletus-Arten "springen" auch zwischen Buche und Fichte).

Am Exsikkat könnte man aber zusätzlich die Sporen prüfen - falls die sehr schmal wären (um 3-4 µ, wenn ich's richtig im Kopf habe), könnte man ja sogar ernsthafter in Richtung speciosus ss. str. spekulieren.

Soll nur aber ein Tipp sein, um den Fund hieb- und stichfest abzusichern. Das Foto ist für sich eigentlich als Boletus pseudoregius eindeutig genug.

Grüße, Jürgen

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Re: Du mußt richtig lesen peter...

Jürgen, (vor 8111 Tagen) @ Schwammerlkönig

Hallo Peter,

"Sorry Leute, aber der kommt in keinem meiner Bücher vor, und ich habe schon

ein paar gute."

das sind doch die wahren Erfolgserlebnisse: zum ersten Mal eine Art zu finden, nach der sich andere jahrelang die Hacken abrennen und doch kein publikationswürdiges Foto beikriegen. Wirklich "gute" Pilzbücher kann man nie genug haben - irgendwas fehlt immer.

Grüße, Jürgen

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Da hast du Recht Jürgen

Schwammerlkönig, (vor 8111 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen, da hast du wohl recht. Ich kenne Leute die haben noch nie im Leben einen Kronenbecherling geehen, und ich kannte einen Platz, da waren sie sehr häufig. Hab erst heuer wieder welche gefunden http://www.schwammerlkoenig.de/Kronenbecherling.JPG

Also nichts für ungut und danke für die Aufklärung. Nur so lernt man wirklich etwas !!
Schöne Grüße
Peter

Hallo Peter,
"Sorry Leute, aber der kommt in keinem meiner Bücher vor, und ich habe
schon
das sind doch die wahren Erfolgserlebnisse: zum ersten Mal eine Art zu
finden, nach der sich andere jahrelang die Hacken abrennen und doch kein
publikationswürdiges Foto beikriegen. Wirklich "gute" Pilzbücher
kann man nie genug haben - irgendwas fehlt immer.
Grüße, Jürgen

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Ja aber peter hat ihn doch gar nicht...

Christoph G, (vor 8111 Tagen) @ Jürgen

... gefunden, das war doch hellmut aus Österreich ;-))

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Na klasse!!

Jürgen, (vor 8111 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

"der zukünftig wohl B. fuscoroseus heißen wird"

Ich hab's ja geahnt, dass beim Falschen Königsröhrling nochmal das Nomenklatur-Kartoffelbeet umgewühlt wird - wo wird das denn zurzeit ausgeheckt???

Nicht dass ich prinzipiell etwas gegen Smotlachas "fuscoroseus" hätte - wenn der Name Priorität hat und sich auf unser Taxon bezieht, meinetwegen. Aber hatte Estades seinerzeit nicht kategorisch ausgeschlossen, dass pseudoregius und fuscoroseus ein und dasselbe sind??? (gut, jeder kann sich mal irren)

Aus pragmatischer Sicht ist es bedauerlich, dass mit pseudoregius ein gerade mal einigermaßen eingebürgerter Name jetzt wieder passé sein soll. Den Namen fuscoroseus gibt's ja schon 80 Jahre - warum kommt die Systematikergilde denn erst jetzt drauf?

Grüße, Jürgen

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Ja klar, sorry! *oT*

Jürgen, (vor 8111 Tagen) @ Christoph G

- kein Text -

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Korrekturen zu Boletus fuscoroseus

Jürgen, (vor 8111 Tagen) @ Jürgen

Habe eben noch mal nachgeschaut: Alain Estades, von dem die Neubeschreibung des Boletus pseudoregius stammt, hat den Namen fuscoroseus nicht kategorisch abgelehnt, sondern hält es selbst sogar für gut möglich, dass Smotlacha damit genau "unsere" Art gemeint hat. Den Namen wollte er aber nicht verwenden, weil a) Smotlachas Beschreibung zu knapp gewesen sei und b) einige Autoren (u. a. Vichansky) damit - fälschlich - den Nadelwald-Anhängselröhrling (Boletus subappendiculatus) belegt haben.

Boletus fuscoroseus wurde schon im Jahr 1912 (zit. n. Estades; nach anderen Literaturstellen 1910) von Smotlacha beschrieben. Der Name pseudoregius (Huber) ist gut 15 Jahre jünger.

Grüße, Jürgen

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Re: Korrekturen zu Boletus fuscoroseus

Andreas ⌂, (vor 8111 Tagen) @ Jürgen

Habe eben noch mal nachgeschaut: Alain Estades, von dem die Neubeschreibung
des Boletus pseudoregius stammt, hat den Namen fuscoroseus nicht
kategorisch abgelehnt, sondern hält es selbst sogar für gut möglich, dass
Smotlacha damit genau "unsere" Art gemeint hat. Den Namen wollte
er aber nicht verwenden, weil a) Smotlachas Beschreibung zu knapp gewesen
sei und b) einige Autoren (u. a. Vichansky) damit - fälschlich - den
Nadelwald-Anhängselröhrling (Boletus subappendiculatus) belegt haben.
Boletus fuscoroseus wurde schon im Jahr 1912 (zit. n. Estades; nach anderen
Literaturstellen 1910) von Smotlacha beschrieben. Der Name pseudoregius
(Huber) ist gut 15 Jahre jünger.
Grüße, Jürgen

Hallo Jürgen,

soweit ich Christoph Hahn verstanden habe, ist für ihn die Beschreibung Smotlachas aber nicht zu knapp. Vielleicht hat er auch Typusmaterial aufgetrieben und damit was anfangen können.
Dass manche Autoren den namen falsch benutzt haben, kann kaum weiter verbreitet gewesen sein. Ich hatte vorher noch nichts von der Verwendung des Namens überhaupt gehört, geschweige denn von einer irrtümlichen Verwendung.
Andererseits ist der Name pseudoregius auch (noch) nicht so gut eingeführt, dass man ihn unbedingt über fuscoroseus konservieren müßte.
Im übrigen ist der Name Boletus pseudoregius (Huber 1935) ex Estades ja erst durch die Validierung von Estades gültig geworden (wann war das? in den 80er oder 90er Jahren?), also wesentlich jünger als fuscoroseus. Was aber keine Rolle spielt.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Korrekturen zu Boletus fuscoroseus

Jürgen, (vor 8110 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

im Nachhinein ist es schade, dass SINGER (1967) nicht schon erkannt hatte, dass unsere europäische Sippe verschieden von Boletus speciosus Frost ist. Bei ihm taucht Boletus fuscoroseus nämlich als ältestes zweifelsfreies Synonym auf Artrang auf - es spricht einiges dafür, dass er diesen Namen dann aufgegriffen und nachhaltig eingeführt hätte (siehe - als weniger geglücktes Beispiel - Boletus splendidus).

Die (Fehl-)Interpretation Vichanskys datierte erst kurz vorher von 1963, sie hat aber offenbar nur in der CSSR eine Rolle gespielt. Von dort wurde ja dann später auch, als "Reaktion" auf den Irrtum, Boletus subappendiculatus gültig beschrieben.

Estades hat den Namen pseudoregius im Jahr 1988 validiert. Er bezieht sich auf einen kurzen Aufsatz von Huber (Saarbrücken) in der ZfP 1938. Zitat: "Am besten nennt man diesen Doppelgänger des Königspilzes Boletus appendiculatus ssp. pseudoregius". [Eine frühere diesbezügl. Publikation von Huber kenne ich nicht, so dass die Jahreszahlen 1935 oder 1927, die man öfter liest, falsch sein müssen.]

Interessanterweise bringen Lannoy & Estades (2001) Smotlachas Namen neuerdings als Boletus appendiculatus forma fuscoroseus ad int. für Funde ins Spiel, die makroskopisch zwischen B. pseudoregius und appendiculatus vermitteln (die habe ich auch schon selbst gefunden).

Nebenbei: Wenn man mal Google als (sicher nicht repräsentativen) Maßstab nimmt, ist der Name pseudoregius zurzeit (leider?) schon ähnlich weit verbreitet wie der früher gängige Name speciosus:
- Boletus pseudoregius: 101 Belege
- boletus speciosus: 147
(für Boletus fuscoroseus völlige Fehlanzeige; z. Vgl.: Boletus depilatus, 1985 beschrieben, bringt es auf 86 Belege)

Wenn mit Boletus fuscoroseus alle Diskussionen beseitigt wären, könnte man sich mit dem Namen sicher anfreunden. Hoffentlich kommt dann aber demnächst nicht doch einer mit Boletus cerasinus Martin an... (wäre noch älter und ist m. W. gültig beschrieben, auch wenn Hutfarbe und Sporenmaße laut Estades schlecht zu unserer Art passen sollen).

Kommst du an Smotlachas Originaldiagnose heran?

Grüße, Jürgen

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Re: Korrekturen zu Boletus fuscoroseus

Andreas ⌂, (vor 8110 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

besten Dank für die Informationen. Somit habe ich in der Ba.-Wü.-Flora und im Abbildungsverzeichnis auch eine falsche Jahreszahl verwendet, 1935 statt richtig 1938.

Interessanterweise bringen Lannoy & Estades (2001) Smotlachas Namen
neuerdings als Boletus appendiculatus forma fuscoroseus ad int. für
Funde ins Spiel, die makroskopisch zwischen B. pseudoregius und
appendiculatus vermitteln (die habe ich auch schon selbst gefunden).
Wenn mit Boletus fuscoroseus alle Diskussionen beseitigt wären, könnte man
sich mit dem Namen sicher anfreunden. Hoffentlich kommt dann aber
demnächst nicht doch einer mit Boletus cerasinus Martin an... (wäre noch
älter und ist m. W. gültig beschrieben, auch wenn Hutfarbe und Sporenmaße
laut Estades schlecht zu unserer Art passen sollen).

Ich finde, dass die Hutfarbe perfekt zu B. fuscoroseus paßt und ich wäre mir sicher, dass cerasinus Martin identisch mit fuscoroseus ist. Allerdings ist er wie alle Arten in diesem Werk nur als Subspezies beschrieben: Boletus subtomentosus ssp. cerasinus.
Übrigens schreibt er interessanterweise, dass er ihn nur für eine einfache Varietät seiner subsp. iridaeus hält. Und Boletus subtomentosus ssp. iridaeus ist für mich zweifelsfrei B. appendiculatus.

Sporenangabe sind dem Werk Martin's keine zu entnehmen, Estades muss also einen Typusbeleg untersucht haben. Martin selbst hat nur zwei Kollektionen gehabt (zumindest zum Zeitpunkt seiner Publikation), von denen die erste zwei junge Basidiocarpien waren, die seinen Angaben nach noch keine Sporen entwickelt haben, die andere dagegen ein reifes Exemplar. Wollen wir hoffen, dass er letzteres konserviert hat ....

Um die Originaldiagnose von Smotlacha kümmere ich mich.

Beste Grüße,
Andreas

Kommst du an Smotlachas Originaldiagnose heran?
Grüße, Jürgen

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Originalbeschreibung Boletus fuscoroseus

Andreas ⌂, (vor 8109 Tagen) @ Jürgen

Hallo Andreas,
Kommst du an Smotlachas Originaldiagnose heran?

Hallo Jürgen,

tja, inzwischen habe ich eine Originaldiagnose - aber ob's die richtige ist?

SINGER gibt an, sie sei 1912 in den Sitzungsberichten der königl. bot. Gesellschaft Wien erschienen. Auf deutsch. Diesen Text habe ich bisher nicht erhalten können.
Allerdings gibt es eine Publikation in tschechisch, in einer völlig unaussprechlichen und unschreibbaren Zeitschrift, die ebenfalls 1912 publiziert worden ist. Auf tschechisch. Diesen text habe ich und Jacques Melot hat in mir freundlicherweise übersetzt. Allerdings als kleinen Gag ins Französisch, da ich ihn ja nicht direkt gebeten hatte, ihn ins Deutsche zu übersetzen .... Aber besser als tschechisch allemal.

Nun, welcher Text effektiv früher publiziert wurde und damit die Originaldiagnose darstellt, entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich handelt es sich nur um Wochen oder Tage Unterschied. Vielleicht sind die Texte ja auch identisch.

Jacques Melot hat allerdings den Verdacht, dass es möglicherweise noch eine dritte Publikation geben konnte, die 1910 oder 1911 erschienen sein könnte. Sollte diese sich auffinden, dann wäre dort die Originaldiagnose zu finden.

Ob das für die Artauffassung eine große Rolle spielt bin ich nicht sicher, denn innerhalb von 2 Jahren ändert man ja meist nicht seine Artauffassung.

Wenn Du willst kann ich Dir den tschechischen Text als pdf schicken und die Übersetzung von Jacques als mail weiterleiten.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Originalbeschreibung Boletus fuscoroseus

Jürgen, (vor 8109 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
bei Vichansky wird auf eine Publikation Smotlachas in einer tschech. Zeitschrift von 1910 verwiesen. Habe ich gerade nicht zur Hand, kann die Belegstelle aber raussuchen.
Grüße Jürgen

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Re: Originalbeschreibung Boletus fuscoroseus

Andreas ⌂, (vor 8109 Tagen) @ Jürgen

Hallo Andreas,
bei Vichansky wird auf eine Publikation Smotlachas in einer tschech.
Zeitschrift von 1910 verwiesen. Habe ich gerade nicht zur Hand, kann die
Belegstelle aber raussuchen.
Grüße Jürgen

Hallo Jürgen,

das wäre vielleicht interessant. Meine tschechische Literaturstelle lautet folgendermaßen:
SMOTLACHA, F. (1912 "1911") - Monografie ceskych hub hribovitych. Vest. Kral. Ces. Spol. Nauk. (2)8: 47

Was auch immer diese Abkürzungen bedeuten mögen ....

Beste Grüße,
Andreas

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Abkürzung

EricS ⌂, (vor 8109 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

die Reihe heißt "Vestnik kralovske ceske Spolecnosti nauk". Natürlich ist auch mir die Übersetzung nicht bekannt :(.

Googlen brachte aber immerhin eine brauchbare französische "Übersetzung", für deren Korrektheit ich nicht garantiere : "Memoires de la Societe Royale des sciences de Boheme".

Viele Grüße,

Eric

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Re: Originalbeschreibung Boletus fuscoroseus

ThomasHofheim, (vor 8109 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
gerade aus Hornberg zurückgekehrt, habe ich mir mal die entsprechenden Literaturstellen angeschaut und für mich sieht das Ganze so aus:
Falls Du Dich auf die Angabe in Singers Röhrlingsmonographie beziehst, muß sie eigentlich das selbe meinen, wie die von Dir angegebene tschechische Stelle, deren Text im mycologia-europea-Forum ja auch mitgepostet wurde. Singers Angabe "Sitzb. k. b. Ges. Wiss." dürfte sich nämlich auf die Sitzungsberichte der Königl.-Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Klasse = Vestník Královské Spolecnosti Nauk, Trída Mathematicko-Prírodovedecká, erschienen in Prag, beziehen. Das Titelblatt dieser Sitzungsberichte ist zweisprachig, die enthaltenen Artikel sind teilweise auf deutsch, teilweise auf tschechisch. Was etwas stört, ist Singers Jahrgangs- bzw. Seitenangabe "8:29", denn einen Band 8 der Sitzungsberichte gibt es nicht (soweit ich mich entsinne; die Kopie liegt gerade bei meiner Mutter zum übersetzen - ins Deutsche) und die Beschreibung von B. fuscoroseus steht dort auf S. 47 f. Der Artikel Smotlachas ist eine Beschreibung der tschechischen Röhrlinge, die unter dem von Dir zitierten Titel erschienen ist. Das Wirrwarr mit den Jahreszahlen - 1910, 1911, 1912 - mag daher kommen, dass die entsprechenden Sitzungsberichte 1912 erschienen sind, aber den Sitzungszeitraum 1911 behandeln (vgl. bei Deiner Angabe [1912 "1911"]. Smotlacha selbst datiert seine Arbeit auf 1910, so in dem Vorwort das ebenfalls im m.-e-Forum gepostet wurde. Er schreibt an einer Stelle explizit, dass in dieser Arbeit (die für ihn 1910 entstanden ist) 3 neue Röhrlingsarten beschrieben werden, darunter B. fuscoroseus. So würde sich seine eigene Autorenangabe über der Beschreibung von fuscoroseus erklären: "Smotlacha 1910". Ich wäre mir also gar nicht so sicher, ob es so viele Beschreibung von fuscoroseus gibt. Mitunter existiert nur diese eine tschechische in den Sitzungsberichten. Das wäre dann aber ja wohl kaum eine ausreichende Beschreibung und das hätte Singer doch sicher irgendwie vermerkt ...
Bin gespannt, wie's weitergeht, auch wenn das alles an der Identität des "Falschen Königsröhrlings" nichts ändert.
Viele Grüße
ThomasHofheim

Hallo Jürgen,
das wäre vielleicht interessant. Meine tschechische Literaturstelle lautet
folgendermaßen: SMOTLACHA, F. (1912 "1911") - Monografie ceskych
hub hribovitych. Vest. Kral. Ces. Spol. Nauk. (2)8: 47
Was auch immer diese Abkürzungen bedeuten mögen ....
Beste Grüße,
Andreas

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Re: Auf jeden Fall aufheben!!!

hellmut, (vor 8108 Tagen) @ Jürgen

Der amerikanische Boletus speciosus sieht zwar anders aus (lebhafter rot),
soll aber immerhin im Nadelwald vorkommen - und für Boletus pseudoregius
wäre der Begleitbaum Fichte ungewöhnlich (warum aber nicht, andere
Boletus-Arten "springen" auch zwischen Buche und Fichte).
Am Exsikkat könnte man aber zusätzlich die Sporen prüfen - falls die sehr
schmal wären (um 3-4 µ, wenn ich's richtig im Kopf habe), könnte man ja
sogar ernsthafter in Richtung speciosus ss. str. spekulieren.
Soll nur aber ein Tipp sein, um den Fund hieb- und stichfest abzusichern. Das
Foto ist für sich eigentlich als Boletus pseudoregius eindeutig genug.
Grüße, Jürgen

Besten Dank für die interessanten Beiträge !!

Hellmut

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Re: Anhängselröhrling ?

Christoph ⌂, (vor 8107 Tagen) @ hellmut

Auch für mich 100% Boletus fuscoroseus...

Grüße
Christoph