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Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 7936 Tagen)

Hallo,

mit der folgenden Beitragsserie möchte ich ins Jahr 2005 starten, das, wie wir alle hoffen, uns viele viele Pilze bescheren wird. Ich kultiviere des öfteren auch Pilze, aber nicht auf Holz oder Stroh, sondern auf Dung. Natürlich erwarte ich keine essbaren Arten, sondern möchte einfach nur untersuchen, wann welche Pilzarten erscheinen. Vielleicht ist ja auch mal was Selteneres dabei. Sobald ich auf den 3 Aufsammlungen (Pferdemist und 2 Kuhfladen) irgendwas pilzliches entdecke, werde ich es fotografieren und es hier im Fourm zeigen. Damit könnt ihr mitverfolgen, was sich innerhalb von 20-30 Tagen auf solch einer Kultur tut.

Auf einer der Kuhfladen fand ich schon direkt am Standort (hier sind es knapp 4°C) einen orangegelblichen Becherling, der mir zunächst unbekannt war:

[image]

Coprobia granulata (Bull.: Fr.) Boud.
Fk. 0,5-4 mm breit, dick becher- bis scheibenförmig, stiellos dem Substrat aufsitzend; Hymenium orangegelblich bis aprikosenfarben, glatt, etwas konkav; Rand und Außenseite kleiig-granuliert, etwas dunkler als das Hymenium. Asci und Sporen noch keine beobachtet, dafür bis 8 µm dicke Paraphysen, die an ihrer Spitze bis 15 µm breit und oftmals einfach verzweigt sind. Auffallend ist ihr orangefarbener Inhalt sowie ihre mehrfache Septierung (meist im unteren Drittel).
Für mich steht trotz der fehlenden Sporen nahezu eindeutig fest, dass es sich hierbei um Coprobia granulata (Bull.: Fr.) Boud., den Körnigen Rinderdungbecherling, handelt. Neuderdings ist die häufige, vorwiegend auf Kuhfladen zu findende Art in der Gattung Cheilymenia untergebracht.

Ins Bild hat sich noch ein kleiner Pilobolus geschmuggelt. In freier Natur sind diese kleinen, zur Gruppe der Zygomycetes gehörenden Arten kaum zu beobachten, dafür erscheinen sie "in vitro" schon nach 2-3 Tagen.
Auf den beiden anderen Aufsammlungen bilden sich gerade ebenfalls kleine Becherlinge, die weißlich und (noch) kugelförmig bzw. winzig klein, hellorange und behaart sind (= Lasiobolus?). Dazu später mehr, wenn sie fotogen sind.

Fortsetzung folgt...

Viele Grüße,
Kazuya

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Dedimyk, (vor 7936 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,

das finde ich großartig, daß Du uns coprophile Pilzarten vorstellen wirst.Auch ich habe bereits des öfteren tierische Exkremente einer optischen Untersuchung unterzogen bisher jedoch mit recht wenig Erfolg.Umso mehr freut es mich, daß Du gezielt Versuche anstellst und uns bestimmt den einen oder anderen interessanten Pilz präsentieren wirst.
Auf die nächsten Bilder wartend grüße ich freundlich

Detlef

Hallo,
mit der folgenden Beitragsserie möchte ich ins Jahr 2005 starten, das, wie
wir alle hoffen, uns viele viele Pilze bescheren wird. Ich kultiviere des
öfteren auch Pilze, aber nicht auf Holz oder Stroh, sondern auf Dung.
Natürlich erwarte ich keine essbaren Arten, sondern möchte einfach nur
untersuchen, wann welche Pilzarten erscheinen. Vielleicht ist ja auch mal
was Selteneres dabei. Sobald ich auf den 3 Aufsammlungen (Pferdemist und 2
Kuhfladen) irgendwas pilzliches entdecke, werde ich es fotografieren und
es hier im Fourm zeigen. Damit könnt ihr mitverfolgen, was sich innerhalb
von 20-30 Tagen auf solch einer Kultur tut.
Auf einer der Kuhfladen fand ich schon direkt am Standort (hier sind es knapp
4°C) einen orangegelblichen Becherling, der mir zunächst unbekannt war:
Coprobia granulata (Bull.: Fr.) Boud.
Fk. 0,5-4 mm breit, dick becher- bis scheibenförmig, stiellos dem Substrat
aufsitzend; Hymenium orangegelblich bis aprikosenfarben, glatt, etwas
konkav; Rand und Außenseite kleiig-granuliert, etwas dunkler als das
Hymenium. Asci und Sporen noch keine beobachtet, dafür bis 8 µm dicke
Paraphysen, die an ihrer Spitze bis 15 µm breit und oftmals einfach
verzweigt sind. Auffallend ist ihr orangefarbener Inhalt sowie ihre
mehrfache Septierung (meist im unteren Drittel).
Für mich steht trotz der fehlenden Sporen nahezu eindeutig fest, dass es sich
hierbei um Coprobia granulata (Bull.: Fr.) Boud., den Körnigen
Rinderdungbecherling, handelt. Neuderdings ist die häufige, vorwiegend auf
Kuhfladen zu findende Art in der Gattung Cheilymenia untergebracht.
Ins Bild hat sich noch ein kleiner Pilobolus geschmuggelt. In freier Natur
sind diese kleinen, zur Gruppe der Zygomycetes gehörenden Arten kaum zu
beobachten, dafür erscheinen sie "in vitro" schon nach 2-3
Tagen.
Auf den beiden anderen Aufsammlungen bilden sich gerade ebenfalls kleine
Becherlinge, die weißlich und (noch) kugelförmig bzw. winzig klein,
hellorange und behaart sind (= Lasiobolus?). Dazu später mehr, wenn sie
fotogen sind.
Fortsetzung folgt...
Viele Grüße,
Kazuya

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Kazuya, (vor 7936 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Kazuya,
das finde ich großartig, daß Du uns coprophile Pilzarten vorstellen
wirst.Auch ich habe bereits des öfteren tierische Exkremente einer
optischen Untersuchung unterzogen bisher jedoch mit recht wenig
Erfolg.Umso mehr freut es mich, daß Du gezielt Versuche anstellst und uns
bestimmt den einen oder anderen interessanten Pilz präsentieren wirst.
Auf die nächsten Bilder wartend grüße ich freundlich
Detlef

hallo Detlef,

ich bin überrascht, dass du bei deinen Untersuchungen wenig Erfolg hast. Ich habe bereits in der Vergangenheit so einige Exkremente eingesammelt, und kann behaupten, dass die Kultivierung von Pilzen auf Kuhfladen und Schafkot bei weitem erfolgreicher ist als auf Pferdemist. Dass auf Kuhfladen nach spätestens 10-12 Tagen etwas pilzliches erscheint, liegt nach meiner Meinung (unter guten Bedingungen) bei fast 100%iger Wahrscheinlichkeit. Mich würde interessieren, wie genau deine optischen Untersuchungen ablaufen.

Beste Grüße,
Kazuya

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Dedimyk, (vor 7935 Tagen) @ Kazuya

Hallo Kazuya,

ich habe mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Bisher habe ich noch keine Zuchtversuche angestellt, sondern nur jedes Exkrement in Wald und Flur genau untersucht und dabei eben erst sehr wenig gefunden. Wie machst Du die Kultivierung mit den Exkrementen ? Sammeln und in Garten legen, oder wie ? Für einen Tip wäre ich dankbar, da ich solches mit Schaf,-Hase,- und Rehkot eventuell versuchen will.
Danke im voraus.

Detlef

hallo Detlef,
ich bin überrascht, dass du bei deinen Untersuchungen wenig Erfolg hast. Ich
habe bereits in der Vergangenheit so einige Exkremente eingesammelt, und
kann behaupten, dass die Kultivierung von Pilzen auf Kuhfladen und
Schafkot bei weitem erfolgreicher ist als auf Pferdemist. Dass auf
Kuhfladen nach spätestens 10-12 Tagen etwas pilzliches erscheint, liegt
nach meiner Meinung (unter guten Bedingungen) bei fast 100%iger
Wahrscheinlichkeit. Mich würde interessieren, wie genau deine optischen
Untersuchungen ablaufen.
Beste Grüße,
Kazuya

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Andreas ⌂, (vor 7935 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Kazuya,
ich habe mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Bisher habe ich noch keine
Zuchtversuche angestellt, sondern nur jedes Exkrement in Wald und Flur
genau untersucht und dabei eben erst sehr wenig gefunden. Wie machst Du
die Kultivierung mit den Exkrementen ? Sammeln und in Garten legen, oder
wie ? Für einen Tip wäre ich dankbar, da ich solches mit Schaf,-Hase,- und
Rehkot eventuell versuchen will.
Danke im voraus.
Detlef

Hallo Detlev,

ganz einfach: Köttel mitnehmen, in eine Plastikdose auf ein Moospolster oder ein feuchtes Zewa oder so was legen, Deckel drauf (aber nicht völlig luftdicht bitte) und dann warten. Alle Tage mal wieder besprühen, austrocknen dürfen sie nicht.
Ein paar Tipps:
Nimm am besten Plastikgefäße die 1. durchsichtig sind (Lichteinfall könnte wichtig sein, habe ich jedenfalls manchmal den Eindruck), 2. Nicht allzu hoch sind (höchstens Joghurtbechergröße, sonst passen sie nicht richtig unter die Stereolupe) und 3. auch nicht zu niedrig sein dürfen, die Köttel sollten noch Platz bis zum Deckel haben, sonst keigst Du lauter verbogene Tintlinge, die man nicht fotografieren kann.
Ich stelle das Ganze dann auf die Fensterbank über die Heizung oder auch mal direkt auf die heizung wenn die nur auf klein geschaltet ist. So 20-25 Grad sollte wohl optimal sein.

Und nicht die Geduld verlieren, manchmal dauerts ein paar Tage bis was kommt. Mit der Zeit bekommt man einen Blick dafür, welche Köttel besonders "trächtig" sind - weder zu frisch noch zu alt. Dann kannst Du oft schon nach 2-3 Tagen die ersten Pilobolus oder Sordariaceen oder sowas finden. Von den Ascobolaceen scheint mir Ascobolus immersus (der mit den riesigen Sporen) der erste zu sein, den man gerne übersieht weil scheinbar noch nix auf den Kötteln wächst. Wenn dann die Tintlinge kommen ist der oft schon wieder weg. Also regelmäßig (täglich) kurz unter die Stereolupe schieben.

beste Grüße,
Andreas

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Andreas, danke für die guten Tips, Detlef

Dedimyk, (vor 7935 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

danke Dir für die guten Tips ( ich kann mich nicht an die Schreibweise mit 2pp für Tip gewöhnen ).
Ich werde das in den nächsten Tagen probieren, allerdings habe ich leider keine Stereolupe nur ein Mikroskop. Aber mit der 10 fach- Lupe müßte auch etwas zu sehen sein. Wobei ich mehr Wert auf Ascobolus und co. lege,als auf Tintlinge, aber wenn sie kommen nehme ich sie auch. Aber Tintlinge sind so ein Problem, siehe meine Fotos, die Gelbfieber eingestellt hat und bisher sich auch noch keiner an die Bestimmung rantraute.
Also ich versuche es mal.

Herzliche Grüße

Detlef ( seit 63 Jahren mit "f" und nicht "v", bin Kummer gewohnt )

Hallo Detlev,
ganz einfach: Köttel mitnehmen, in eine Plastikdose auf ein Moospolster oder
ein feuchtes Zewa oder so was legen, Deckel drauf (aber nicht völlig
luftdicht bitte) und dann warten. Alle Tage mal wieder besprühen,
austrocknen dürfen sie nicht.
Ein paar Tipps: Nimm am besten Plastikgefäße die 1. durchsichtig sind
(Lichteinfall könnte wichtig sein, habe ich jedenfalls manchmal den
Eindruck), 2. Nicht allzu hoch sind (höchstens Joghurtbechergröße, sonst
passen sie nicht richtig unter die Stereolupe) und 3. auch nicht zu
niedrig sein dürfen, die Köttel sollten noch Platz bis zum Deckel haben,
sonst keigst Du lauter verbogene Tintlinge, die man nicht fotografieren
kann.
Ich stelle das Ganze dann auf die Fensterbank über die Heizung oder auch mal
direkt auf die heizung wenn die nur auf klein geschaltet ist. So 20-25
Grad sollte wohl optimal sein.
Und nicht die Geduld verlieren, manchmal dauerts ein paar Tage bis was kommt.
Mit der Zeit bekommt man einen Blick dafür, welche Köttel besonders
"trächtig" sind - weder zu frisch noch zu alt. Dann kannst Du
oft schon nach 2-3 Tagen die ersten Pilobolus oder Sordariaceen oder sowas
finden. Von den Ascobolaceen scheint mir Ascobolus immersus (der mit den
riesigen Sporen) der erste zu sein, den man gerne übersieht weil scheinbar
noch nix auf den Kötteln wächst. Wenn dann die Tintlinge kommen ist der
oft schon wieder weg. Also regelmäßig (täglich) kurz unter die Stereolupe
schieben.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Jens ⌂, (vor 7935 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

das mit den riesigen Sporen lässt mich gerade aufhorchen.

Im vergangenen Jahr beim Mikroskopier-Kurs in Hornberg hat uns Walter Pätzold den kleiigen Kotling (Ascobolus furfuraceus) gezeigt und der wurde natürlich auch mikroskopiert. Hat ja sehr interessante Sporen. Dabei entdeckten ThomasHofheim (der auch im Forum mitschreibt) und ich im Mikroskop aber auch Schläuche mit Sporen die so gigantisch waren, daß sie jedenfalls zu einer anderen Art gehören mussten.
Es hatte niemand eine Idee, was es hätte sein können, vielleicht war es der von Dir jetzt genannte Ascobolus immersus.

Gruß Jens

Dann kannst Du

oft schon nach 2-3 Tagen die ersten Pilobolus oder Sordariaceen oder sowas
finden. Von den Ascobolaceen scheint mir Ascobolus immersus (der mit den
riesigen Sporen) der erste zu sein, den man gerne übersieht weil scheinbar
noch nix auf den Kötteln wächst. Wenn dann die Tintlinge kommen ist der
oft schon wieder weg. Also regelmäßig (täglich) kurz unter die Stereolupe
schieben.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Kazuya, (vor 7935 Tagen) @ Jens

Hallo Andreas,
das mit den riesigen Sporen lässt mich gerade aufhorchen.
Im vergangenen Jahr beim Mikroskopier-Kurs in Hornberg hat uns Walter Pätzold
den kleiigen Kotling (Ascobolus furfuraceus) gezeigt und der wurde
natürlich auch mikroskopiert. Hat ja sehr interessante Sporen. Dabei
entdeckten ThomasHofheim (der auch im Forum mitschreibt) und ich im
Mikroskop aber auch Schläuche mit Sporen die so gigantisch waren, daß sie
jedenfalls zu einer anderen Art gehören mussten.
Es hatte niemand eine Idee, was es hätte sein können, vielleicht war es der
von Dir jetzt genannte Ascobolus immersus.
Gruß Jens
Dann kannst Du

hallo Jens,

Ascobolus immersus ist meines Wissens die einzige Ascobolus-Art, bei der die Sporenbeschreibung *gigantisch* absolut passt. A. immersus und A. furfuraceus findet man häufig zusammen auf einem Kuhfladen. Die Sporen messen bis zu 60 µm (oder knapp darüber) und haben auf ihrer Oberfläche meistens eine oder mehrere, längs verlaufende Rillen, die unter dem Mikro etwas heller erscheinen als der Rest oder Oberfläche. Ähnliche, ebenfalls in der sekt. Dasyobolus befindliche Arten wie A. elegans oder A. stictoideus weisen sehr viel kleinere Sporen auf und scheinen zudem etwas seltener zu sein (A. immersus ist auch für mich die bei weitem häufigste Ascobolus-Art).

Beste Grüße,
Kazuya

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Zu A. immersus

EricS ⌂, (vor 7932 Tagen) @ Kazuya

Hallo Kazuya und Co.,

hier noch der Link zu Deinem Beitrag über A. immersus:

hier entlang

Viele Grüße,

Eric

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

ThomasHofheim, (vor 7934 Tagen) @ Jens

Hallo Jens,
ich habe viel zu spät aufgehorcht, aber jetzt finde ich es auch nett, dass ich über meine Aufzeichnungen vom letzten Jahr noch einen Namen schreiben kann.
Viele Grüße
ThomasHofheim

Hallo Andreas,
das mit den riesigen Sporen lässt mich gerade aufhorchen.
Im vergangenen Jahr beim Mikroskopier-Kurs in Hornberg hat uns Walter Pätzold
den kleiigen Kotling (Ascobolus furfuraceus) gezeigt und der wurde
natürlich auch mikroskopiert. Hat ja sehr interessante Sporen. Dabei
entdeckten ThomasHofheim (der auch im Forum mitschreibt) und ich im
Mikroskop aber auch Schläuche mit Sporen die so gigantisch waren, daß sie
jedenfalls zu einer anderen Art gehören mussten.
Es hatte niemand eine Idee, was es hätte sein können, vielleicht war es der
von Dir jetzt genannte Ascobolus immersus.
Gruß Jens
Dann kannst Du

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Sporen von Ascobolus immersus (1 Bild) *PIC*

Andreas ⌂, (vor 7934 Tagen) @ Andreas

Hallo,

hab grad zufällig noch ein Bild von einem Mikropräparat des Ascobolus immersus gefunden, der diese besagten gigantischen Sporen hat. Ich glaube, nur die zweisporige Ptychoverpa bohemica und Picoa carthusianorum haben noch größere!

[image]

Die Sporengröße kann 1:1 an der Skala abgelesen werden.

herzliche Grüße,
Andreas

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Kazuya, (vor 7935 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Kazuya,
ich habe mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Bisher habe ich noch keine
Zuchtversuche angestellt, sondern nur jedes Exkrement in Wald und Flur
genau untersucht und dabei eben erst sehr wenig gefunden. Wie machst Du
die Kultivierung mit den Exkrementen ? Sammeln und in Garten legen, oder
wie ? Für einen Tip wäre ich dankbar, da ich solches mit Schaf,-Hase,- und
Rehkot eventuell versuchen will.
Danke im voraus.
Detlef

hallo Detlef,

also, du kannst zu jeder Jahreszeit Exkremente diverser Tierarten einsammeln und diese in eine mittelgroße Dose legen (meine sind ca. 10x10x8 cm). Wenn das Substrat schon richtig feucht ist, brauchst du nichts anderes mehr zu tun als die Dose zu schließen. Bei Zimmertemperatur (18-23°C) stellst du die Dose einfach irgendwo im Haus hin und schaust ab und zu mal nach, ob sich was gebildet hat. Meistens kommen zuerst Pillenwerfer, danach Tintlinge oder Ascomyceten, zuletzt auch bitunikate Arten. Ich dokumentiere hier jeden Tag genau, was ich gesehen hab und wie sich die Fruchtkörper entwickeln. Von den kleinen weißen Becherchen befinden sich zurzeit schon mehr als 20 auf dem Kuhfladen. In drei oder vier Tagen werde ich sie vielleicht fotografieren und dann hier präsentieren.

Beste Grüße,
Kazuya

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Kazuya, ich danke Dir für den Rat, Detlef *oT*

Dedimyk, (vor 7935 Tagen) @ Kazuya

- kein Text -

Eintrag gesperrt
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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Piwo, (vor 7936 Tagen) @ Notizbrettbildservice

hallo Kazuya,

Auf einer der Kuhfladen fand ich schon direkt am Standort (hier sind es knapp
4°C) einen orangegelblichen Becherling, der mir zunächst unbekannt war:
Coprobia granulata (Bull.: Fr.) Boud.
Fk. 0,5-4 mm breit, dick becher- bis scheibenförmig, stiellos dem Substrat
aufsitzend; Hymenium orangegelblich bis aprikosenfarben, glatt, etwas
konkav; Rand und Außenseite kleiig-granuliert, etwas dunkler als das
Hymenium. Asci und Sporen noch keine beobachtet, dafür bis 8 µm dicke
Paraphysen, die an ihrer Spitze bis 15 µm breit und oftmals einfach
verzweigt sind. Auffallend ist ihr orangefarbener Inhalt sowie ihre
mehrfache Septierung (meist im unteren Drittel).
Für mich steht trotz der fehlenden Sporen nahezu eindeutig fest, dass es sich
hierbei um Coprobia granulata (Bull.: Fr.) Boud., den Körnigen
Rinderdungbecherling, handelt. Neuderdings ist die häufige, vorwiegend auf
Kuhfladen zu findende Art in der Gattung Cheilymenia untergebracht.

Diese Art ist in der Tat häufig. Im vergangenen Herbst war sie bei uns fast auf jedem zweiten Kuhfladen zu finden. Nach den Daten, die du nennst, kann ich dir zustimmen: es ist Cheilymenia granulata.

Gruß
Piwo

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Peter W., (vor 7936 Tagen) @ Piwo

schön, dass du dich für coprophile Pilze begeistern kannst.

In der ZfM wird im Heft 2/ 2005 ein Artikel von Nobert Heine und mir erscheinen, der zeigt, wie interessant die Beschäftigung mit dieser Gruppe von Pilzen sein kann(u.A eine Neubeschreibung einer Art (Gattung wird nicht verraten, last euch überraschen, oder machen wir ein Rätsel drauß, den es ist aus einer Gattung die man da nicht erwartet. Wer es errät, außer für eingeweihte, gewinnt eine Pilzflora von Chemnitz)
In den nächsten Jahren sind dann auch weiter Artikel in Vorbereitung, wo einer auch Materialen und Methodik für das erfolgreiche suchen und bestimmen behandeln wird. Wer jetzt schon Copros bestimmen will, kann ich nur das Buch von Doveri, Fungi fimicoli Italici wärmstens empfehlen.

Schönes WE Peter Welt

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Re: Z. Beobachtung v. coprophilen Pilzarten v. Kaz

Kazuya, (vor 7935 Tagen) @ Peter W.

schön, dass du dich für coprophile Pilze begeistern kannst.
In der ZfM wird im Heft 2/ 2005 ein Artikel von Nobert Heine und mir
erscheinen, der zeigt, wie interessant die Beschäftigung mit dieser Gruppe
von Pilzen sein kann(u.A eine Neubeschreibung einer Art (Gattung wird
nicht verraten, last euch überraschen, oder machen wir ein Rätsel drauß,
den es ist aus einer Gattung die man da nicht erwartet. Wer es errät,
außer für eingeweihte, gewinnt eine Pilzflora von Chemnitz)
In den nächsten Jahren sind dann auch weiter Artikel in Vorbereitung, wo
einer auch Materialen und Methodik für das erfolgreiche suchen und
bestimmen behandeln wird. Wer jetzt schon Copros bestimmen will, kann ich
nur das Buch von Doveri, Fungi fimicoli Italici wärmstens empfehlen.
Schönes WE Peter Welt

Hallo Peter,

nun, es macht einfach spaß zuzusehen, wie mit der zeit irgendwelche kleinen Pilze heranwachsen, ohne dass man dafür viel suchen muss. Außerdem friert es bei mir grad wieder, da wird man mit Becherlingen und son zeugs eher wenig Erfolg haben.
Das Buch vom Doveri hab ich schon, es beinhaltet Mikrozeichnungen von gut 300 Basidio- und Ascomycetes sowie 158 Bilder, darunter knapp 50 Ascomyceten. Es ist in italienisch und englisch geschrieben und zählt 1104 Seiten. Schlüssel zu sämtlichen Gattungen machen aus dem Buch ein derart gutes Bestimmungswerk, dass es den unbestimmten Copros an den Kragen geht. Ich kann behaupten, dass es für den Preis von 110 € sich durchaus lohnt, dieses Buch zu besitzen.

Beste Grüße,
Kazuya