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Funde gestern - bitte Bestimmungshilfe *PIC*

Operano, (vor 7816 Tagen)

Hallo allseits. Ich bin gestern auf einem kleinen Weg um einen See ganz unverhofft auf wunderbare Pilze gestoßen. Der mit dem roten Röhrenfutter dürfte der netzstielige (?) Hexenröhrling sein. Der flockenstielige ist glaube ich nicht so violett am Stiel. Der andere mit dem hellgelben Röhrenfutter gibt mir Rätsel auf. Ich habe ihn in meinen Büchern nicht gefunden, auch vorher noch nie gesehen. Erst dachte ich es ist der Dickfußröhrling, aber das Futter wird bei Druck nicht blau. Kann hier jemand helfen?

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Ferndiagnose

Gelbfieber, (vor 7816 Tagen) @ Operano

Hallo Operano,

ohne nähere Beschreibung des unteren Pilzes eine zaghafte Ferndiagnose:
Bilder 1 - 3 Boletus erythropus
Bilder 4 u. 5 Boletus impolitus

Alles Gute
Gelbfieber

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Re: Ferndiagnose

Rudi, (vor 7816 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo operano

Bin derselben Meinung wie Gelbfieber,
der fahle Röhrling wächst zZt auch in Würzburg, der Flocki jedoch lässt auf sich warten.

Grüße Rudi

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Re: Ferndiagnose

Operano, (vor 7816 Tagen) @ Rudi

Danke erstmal euch beiden. Werde morgen mal zur Pilzberatung gehen, mal sehen was die meinen. Der gelbe ist leider schon verschimmelt - vielleicht noch bestimmbar aber sicher nicht mehr genießbar...

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Re: Ferndiagnose

Jürgen, (vor 7816 Tagen) @ Operano

Hallo Operano,

sollte es sich bei deinem "See" rein zufällig um den Blutsee handeln? Der Gang zur Pilzberatung ist zwar grundsätzlich ratsam, in dem Fall aber überflüssig - die Ferndiagnosen von Gelbfieber und Rudi passen.

Grüße, Jürgen

Danke erstmal euch beiden. Werde morgen mal zur Pilzberatung gehen, mal sehen
was die meinen. Der gelbe ist leider schon verschimmelt - vielleicht noch
bestimmbar aber sicher nicht mehr genießbar...

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Re: Ferndiagnose

Operano, (vor 7816 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

nein es handelt sich um einen kleinen See in der Nähe von Leipzig. Wenn jetzt drei Mann sagen es ist der flockenstielige Hexenröhrling, dann hätte ich ihn mir ja schön braten können. War etwas unsicher weil der netzstielige ja nur bedingt essbar ist.

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Re: Ferndiagnose

pfifferling, (vor 7816 Tagen) @ Operano

...gut gedünstet hätte dir der netzstielige wohl aber auch nicht geschadet. Hättest ihn ja nicht gleich in Alkohol baden müssen.

LG
Frank

Hallo Jürgen,
nein es handelt sich um einen kleinen See in der Nähe von Leipzig. Wenn jetzt
drei Mann sagen es ist der flockenstielige Hexenröhrling, dann hätte ich
ihn mir ja schön braten können. War etwas unsicher weil der netzstielige
ja nur bedingt essbar ist.

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Re: Ferndiagnose

Piwo, (vor 7816 Tagen) @ Operano

Hallo Jürgen,
nein es handelt sich um einen kleinen See in der Nähe von Leipzig. Wenn jetzt
drei Mann sagen es ist der flockenstielige Hexenröhrling, dann hätte ich
ihn mir ja schön braten können. War etwas unsicher weil der netzstielige
ja nur bedingt essbar ist.

hallo Operano,

falls du Boletus impolitus nochmal findest, solltest du dir überlegen, ob du ihn zu Speisezwecken mitnimmst. Er steht auf der sog. Roten Liste und gilt als stark gefährdet.

Gruß
Piwo

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Fragwürdiger Speisepilz

Jürgen, (vor 7816 Tagen) @ Piwo

Hallo,

ganz abgesehen davon, dass Boletus impolitus als Seltenheit zu schonen ist, ist vom Verzehr - wie schon Kallenbach bemerkt hat - abzuraten:

- äußerst unangenehmer Karbolgeruch, der sich nach längerem Liegen und beim Kochen noch verstärkt
- verwest und schimmelt auffallend rasch (hat Operano ja auch schon festgestellt)

Eigentlich Gründe genug, die Art als "ungenießbar" oder allenfalls "bedingt essbar" einzustufen.

Frühere Angaben, wonach B. impolitus "einer der besten Speisepilze" sein soll, kann man allenfalls für junge, festfleischige Exemplare von B. depilatus gelten lassen, eine Art, die man früher mit B. impolitus zusammengeschmissen hat.

Grüße, Jürgen

falls du Boletus impolitus nochmal findest, solltest du dir überlegen, ob du
ihn zu Speisezwecken mitnimmst. Er steht auf der sog. Roten Liste und gilt
als stark gefährdet.
Gruß
Piwo

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Speisewert B. impolitus - B. depilatus

Birgit, (vor 7816 Tagen) @ Jürgen

Hi Jürgen,

ganz abgesehen davon, dass Boletus impolitus als Seltenheit zu schonen
ist, ist vom Verzehr - wie schon Kallenbach bemerkt hat - abzuraten: -
äußerst unangenehmer Karbolgeruch, der sich nach längerem Liegen und beim
Kochen noch verstärkt
- verwest und schimmelt auffallend rasch (hat Operano ja auch schon
festgestellt)
Eigentlich Gründe genug, die Art als "ungenießbar" oder allenfalls
"bedingt essbar" einzustufen.
Frühere Angaben, wonach B. impolitus "einer der besten
Speisepilze" sein soll, kann man allenfalls für junge, festfleischige
Exemplare von B. depilatus gelten lassen, eine Art, die man früher mit
B. impolitus zusammengeschmissen hat.

bzüglich des Speisewerts von B. impolitus hatte ich mal eine nette Unterhaltung mit CHristoph Hahn. Im Pilzverein Ulm kam eine Frau an und meinte sie hätte mal am Rand des Schönbuchs Röhrlinge gefunden, die auffallend nach Zitrone rochen und sie hätte dann auch einige kleine Exemplare mitgenommen und verspeist, die gut geschmeckt hätten. Wir haben dann noch ein bißchen rumgerätselt was das wohl gewesen sein könnte, Netz war keins am Stiel aber von der Statur hätte er laut der guten Beschreibung durchaus zu den Dickröhrlingen zählen müssen. Allerdings riecht da unseres Wissens nach keiner nach Zitrone. Irgendwann hab ich dann mal mit CHristoph drüber geredet und er meinte, daß das Boletus impolitus gewesen sein müßte, wäre ja auch im SChönbuch wohl nicht so ungewöhnlich. In Italien wird , laut Christoph, B. impolitus im Volksmund als Zitronenpilz bezeichnet, weil er eben im Jugendstadium nach Zitrone riecht. Er wird in dem Alter dann wohl auch regelmäßig gegessen.... Soviel dazu, ich hab auch nur mal ein Uraltexemplar hier gehabt, der war überhaupt nicht mehr appettitanregend.

Boletus depilatus, der ja wohl auch wegen seiner Seltenheit zu schonen ist, schmeckt im knackigen Stadium sehr gut, obwohl er ja auch nach Karbol riecht, zumindestens in der Stielbasis. Es war ein großes madenfreies Exemplar, von dem eine Hälfte als Exsikkat endete und die andere Hälfte habe ich verspeist :-).

liebe Grüße

Birgit

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Andre Länder, andre Sitten

Jürgen, (vor 7816 Tagen) @ Birgit

... wenn man bedenkt, was in Osteuropa so alles an scharfen Milchlingen verdrückt wird... Sicher sind ganz junge impoliti auch für die Küche zu verwenden ("Zitrone" trifft den Geruch gut). Sie sind aber auch dann schon rotfüßchenähnlich weich (bzw. "saftig", wenn man's positiv ausdrücken will). B. depilatus hält sich doch deutlich länger, ist auch weniger zermadet und riecht weniger streng - ist aber in unseren Breiten für Speisezwecke sicherlich auch zu selten.

Grüße und gute Nacht, Jürgen

bzüglich des Speisewerts von B. impolitus hatte ich mal eine nette
Unterhaltung mit CHristoph Hahn. Im Pilzverein Ulm kam eine Frau an und
meinte sie hätte mal am Rand des Schönbuchs Röhrlinge gefunden, die
auffallend nach Zitrone rochen und sie hätte dann auch einige kleine
Exemplare mitgenommen und verspeist, die gut geschmeckt hätten. Wir haben
dann noch ein bißchen rumgerätselt was das wohl gewesen sein könnte, Netz
war keins am Stiel aber von der Statur hätte er laut der guten
Beschreibung durchaus zu den Dickröhrlingen zählen müssen. Allerdings
riecht da unseres Wissens nach keiner nach Zitrone. Irgendwann hab ich
dann mal mit CHristoph drüber geredet und er meinte, daß das Boletus
impolitus gewesen sein müßte, wäre ja auch im SChönbuch wohl nicht so
ungewöhnlich. In Italien wird , laut Christoph, B. impolitus im Volksmund
als Zitronenpilz bezeichnet, weil er eben im Jugendstadium nach Zitrone
riecht. Er wird in dem Alter dann wohl auch regelmäßig gegessen.... Soviel
dazu, ich hab auch nur mal ein Uraltexemplar hier gehabt, der war
überhaupt nicht mehr appettitanregend.
Boletus depilatus, der ja wohl auch wegen seiner Seltenheit zu schonen ist,
schmeckt im knackigen Stadium sehr gut, obwohl er ja auch nach Karbol
riecht, zumindestens in der Stielbasis. Es war ein großes madenfreies
Exemplar, von dem eine Hälfte als Exsikkat endete und die andere Hälfte
habe ich verspeist :-).
liebe Grüße
Birgit

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Re: Andre Länder, andre Sitten

Rudi, (vor 7816 Tagen) @ Jürgen

Sicher sind ganz junge impoliti auch für die Küche zu
verwenden ("Zitrone" trifft den Geruch gut). Sie sind aber auch
dann schon rotfüßchenähnlich weich (bzw. "saftig", wenn man's
positiv ausdrücken will). Jürgen

Hallo Birgit und Jürgen,

Ich hab mich ja schon mal als "impolitus-Fresser" geoutet.
Vorletztes Jahr gabs so viele, da hab ich ein paar junge probiert.
Tatsächlich kann ich einen zitronigen Geschmack bestätigen. Der unangenehme Geruch verliert sich beim Braten fast völlig. Und die Konsistenz ist sicher weicher als bei jungen Steinpilzen, aber mir Rotfüssen nicht zu vergleichen.
Natürlich will ich jetzt nicht zu Feldversuchen reizen, bitte nur im Promillebereich ernten!

Grüße Rudi