Pilze Pilze Forum
Erweitert

Aktuell: Vergiftung mit Weißem Knollenblätterpilz

AK_CCM, (vor 7759 Tagen)

Dreiköpfige Familie nach Verzehr giftiger Pilze in Lebensgefahr

Kleinsaubernitz. Eine dreiköpfige Familie aus Rostock befindet sich nach dem Verzehr hochgiftiger Knollenblätterpilze in akuter Lebensgefahr. Die drei waren am Sonntag mit dem Hubschrauber von Bautzen nach Berlin in die Charite gebracht worden, teilte die Polizei in Görlitz heute mit. Die Familie hatte am Sonnabend in einem Wald bei Kleinsaubernitz (Kreis Bautzen) Pilze gesammelt und anschließend gegessen. Die Knollenblätterpilze hielten sie für Champignons.

Bei der Familie handelt es sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei um einen 46 Jahre alten Mann, seine Lebensgefährtin und einen 18 Jahre alten Jugendlichen, vermutlich sein Sohn. Die drei machten Urlaub am Olbasee. Am Montagmittag lagen sie nach Angaben einer Charite-Sprecherin immer noch auf der Intensivstation.

Nachdem die drei die Pilze am Sonnabendabend zubereitet und verzehrt hatten, klagten sie in der folgenden Nacht über Unwohlsein, starke Übelkeit und Brechreiz. Am Sonntagmorgen begaben sie sich dann in das Klinikum nach Bautzen. Den mitgebrachten Pilz identifizierte ein Experte als hochgiftigen weißen Knollenblätterpilz, der dem Champignon ähnelt.

dpa

Quelle: Leipziger Volkszeitung

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Aktuell: Vergiftung mit Weißem Knollenblätterp

Mison, (vor 7758 Tagen) @ Georg

interessant vor allem der schluss des artikels:

"Freunde und Kollegen der Familie reagierten geschockt auf die Nachricht. "Ich kann nicht verstehen, wie Lars sich bei der Pilzsuche so vertun konnte. Er ist doch so erfahren", sagte gestern ein Mitarbeiter der Rostocker Behinderten-Werkstatt, in der Lars B. seit Jahren arbeitet. Auch Ute H. gilt als erfahrene Pilzsammlerin. Die Lehrerin arbeitet seit Jahren an einer Berufsschule für Bäcker. "Es ist mir unerklärlich, wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte. Die drei gehen doch jedes Jahr im Herbst in die Wälder, eben um Pilze zu sammeln", bedauert eine Nachbarin."

nun weiß man nicht, was man von solchen aussagen zu halten hat und wer im persönlichen umfeld als "erfahrene pilzsammlerin" gilt, aber gruselig ist das schon. ich würde ja auch immer davon ausgehen, dass mir das "nie" passieren könnte, die merkmale sind doch "eindeutig", wenn man sie kennt - aber wie sicher bin ich mir da eigentlich?

hoffen wir jedenfalls für die familie das beste.
schönen gruß,
simon

Eintrag gesperrt
23 Aufrufe

Re: Aktuell: Vergiftung mit Weißem Knollenblätterp

Bernhard Schülke, (vor 7758 Tagen) @ Mison

interessant vor allem der schluss des artikels: "Freunde und Kollegen
der Familie reagierten geschockt auf die Nachricht. "Ich kann nicht
verstehen, wie Lars sich bei der Pilzsuche so vertun konnte. Er ist doch
so erfahren", sagte gestern ein Mitarbeiter der Rostocker
Behinderten-Werkstatt, in der Lars B. seit Jahren arbeitet. Auch Ute H.
gilt als erfahrene Pilzsammlerin. Die Lehrerin arbeitet seit Jahren an
einer Berufsschule für Bäcker. "Es ist mir unerklärlich, wie es zu
dieser Verwechslung kommen konnte. Die drei gehen doch jedes Jahr im
Herbst in die Wälder, eben um Pilze zu sammeln", bedauert eine
Nachbarin."
nun weiß man nicht, was man von solchen aussagen zu halten hat und wer im
persönlichen umfeld als "erfahrene pilzsammlerin" gilt, aber
gruselig ist das schon. ich würde ja auch immer davon ausgehen, dass mir

Das Schlimmste ist "fundiertes Halbwissen" bis hin zum professionellen "Nicht-Wissen". Ich habe schon erlebt, dass Leute prallten mit ihren tollen Steinpilzen, die aber Birkenpilze waren. Und wenn man schon so überzeugt (und erfahren = es ging schon hundertmal gut...)und sicher ist, dann ist es nur eine Frage des Zeitpunktes bis zur Katastrophe (bei Lamellenpilzen).

So etwas wie in der Leipziger Volkszeitung wird sich immer wieder ereignen. Da helfen selbst die besten öffentlichen (gemeinsamen) Pilzwanderungen der Pilzvereine nur sehr wenig.

Das Problem mit solchen Fällen der Selbstüberschätzung (Leichtsinn) ist, gegen reine Dummheit ist kein Kraut gewachsen. Zum Wesen der Dummheit gehört eben, dass man sich seiner Beschränktheit nicht bewußt ist. Das nicht-Erkennen der eigenen Beschränktheit macht einen Teil des Wesens der Dummheit aus. Wenn man sich seiner Beschränktheit (Dummheit) bewußt ist, ist man eben nicht mehr dumm, sondern eher weise...

Törichtes Verhalten beim Pilze-suchen wird nie zu 100% zu verhindern sein. Da nützt die beste Öffentlichkeitsarbeit, die trotzdem ihren berechtigten Sinn hat, nichts. Leider!

Gruß

Bernhard

Eintrag gesperrt
16 Aufrufe

Re: Aktuell: Vergiftung mit Weißem Knollenblätterp

Schwammerlkönig, (vor 7758 Tagen) @ Mison

Hallo Simon,
das mit "erfahrener Pilzsammler" ist wirklich nicht immer so ernst zu nehmen.
Ich galt damals als 12 jähriger in unserer Strasse als "erfahrener Pilzkenner" nur weil ich damals vielleicht 10 Pilze mehr kannte als die Nachbarn.
Die kannten allerdings nur Steinpilz, Pfifferling, Rotkappe, Birkenpilz und Maronenröhrlinge.
Bleibt trotzdem nur, der Familie viel Glück zu wünsche, und dass sie überleben.

LG Peter

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Ich habe vor zwei Wochen zwei wunderschöne......

Hans hurter, (vor 7758 Tagen) @ Schwammerlkönig

fast aneinandergewachsene junge Steinpilze gepirscht !Stutzig hat mich einzig und alleine ein dünner Stiel etwa 5cm lang ,ein ebenmässiger kleiner Hut ,Farbe etwa wie Birkenröhrling gemacht!Stiel nicht gemasert aber keine weisse Netzzeichnung unter dem Hut,Geschmack sehr angenehm,Röhren fast weiss nicht blauend!Die Geschmacksprobe dann pfui Teufel bitter Gallenröhrling!!!Gewachsen in der unmittelbaren Nähe vom Steinpilzplatz.Daher bin ich schon seit Jahren immer vorsichtig bei jungen Pilzen.Ich danke meinem Schutzengel immer wieder wenn es um Egerlingsverwechslungen geht da ich in jungen Jahren auch nicht sehr vorsichtig gesammelt habe!Grüessli Hans

Hallo Simon,
das mit "erfahrener Pilzsammler" ist wirklich nicht immer so ernst
zu nehmen.
Ich galt damals als 12 jähriger in unserer Strasse als "erfahrener
Pilzkenner" nur weil ich damals vielleicht 10 Pilze mehr kannte als
die Nachbarn.
Die kannten allerdings nur Steinpilz, Pfifferling, Rotkappe, Birkenpilz und
Maronenröhrlinge.
Bleibt trotzdem nur, der Familie viel Glück zu wünsche, und dass sie
überleben.
LG Peter

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Artikel auf Bild.T-Online

AK_CCM, (vor 7757 Tagen) @ AK_CCM

Moin zusammen,

nachstehend noch die BILD-Meldung über die Knolli-Vergiftung. Man kann von der BILD halten was man will, aber in dem Artikel stecken m.E. alle wesentlichen Informationen:

Pilze verwechselt!
Ganze Familie auf Intensivstation

Von THOMAS KROHNER

Berlin – Sie wollten leckere Champignons essen, suchten sie selbst im Wald. Doch die Urlauber-Familie nahm aus Versehen Giftpilze mit nach Hause.

Jetzt kämpfen alle drei Familienmitglieder auf der Intensivstation ums Überleben – eine tödliche Dosis Pilzgift zerfrißt ihre Leber!

Es passierte am Olba-See bei Bautzen (Sachsen). Lars B. (46) war mit Sohn Casper (18) und Lebensgefährtin Ute (40) mit dem VW-Bus aus Rostock angereist. Die Familie genoß den Camping-Urlaub.Nachmittags gingen alle Pilze sammeln.

Der schreckliche Irrtum: Neben genießbaren Pilzen nahmen sie mindestens fünf Knollenblätterpilze mit nach Hause!

Ahnungslos schnitten sie die hochgiftigen Pilze in die Pfanne, aßen mit großem Appetit, lachten. Am nächsten Morgen wachten alle mit Übelkeit auf. Sie fuhren ins Krankenhaus.

Arzt Dr. Germar Kayser (33): „Sie klagten über Übelkeit, Erbrechen, hatten Cholera-ähnlichen Durchfall.“ Giftalarm!

Die Familie wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Virchow-Klinikum der Berliner Charité geflogen. Der Arzt: „Eine tödliche Dosis vom Weißen Knollenblätterpilz liegt bei 30 bis 50 Gramm.“ Das Pilzgift „Amanitin“ zerstört die Leber.

Der Arzt: „Sollte das Leberversagen fortschreiten, kann ihnen nur eine Transplantation helfen.“ Trotzdem weiß niemand, ob die Familie überleben wird.

[Abbildung 1: Wiesenchampignon]
Eßbar: der Wiesen- champignon. Seine Lamellen sind rosa bis dunkelbraun

[Abbildung 2: Weißer Knollenblätterpilz]
Hochgiftig: der Weiße Knollenblätterpilz. Er hat weiße Lamellen

Quelle: Bild.T-Online Nachrichten

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe