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Incrucipulum ciliare, ein Blattbecher.- von Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 7750 Tagen)

hallihallo,

im folgenden Beitrag beschreibe ich hier ausführlich den kleinen inoperculaten Discomyceten Incrucipulum ciliare, Eichenblatt-Haarbecherchen.

[image]
Fruchtkörper, ca. x20

Makroskopische Beschreibung:
Fruchtkörper mit 0,2-0,4 mm Breite relativ klein, weiß, mit kurzem, aber deutlichem Stielteil dem Substrat aufsitzend; Hymenium weiß, glatt; Rand deutlich mit auffallend langen, abstehenden, weißen Haaren bedeckt; Stiel und Außenseite fein haarig, weiß.

Mikroskopische Beschreibung:

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Asci, Haare, vereinzelt sind auch Paraphysen erkennbar

[image]
Asci mit Sporen, in der Mitte ein Haar

Sporen 20-25x2,5-4 mm, elliptisch bis spindelig, an beiden Enden zugespitzt, hyalin, mit mehreren mittelgroßen (1-1,2 µm) Tropfen, glatt.
Asci 40-45x6-8 µm, keulig bis zylindrisch, kurzstielig; Sporen biseriat oder schräg uniseriat.
Paraphysen unauffällig, hyalin, fadenförmig, die Asci mit 42-46x1-1,5 µm kaum überragend, vereinzelt septiert, glatt.

[image]
Haare (x1000)

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Haare (x1200), deutlich erkennbar der längsrillige Kristall an der Spitze

Haare 90-100x6-7 µm, septiert, hyalin, auf ganzer Länge fein inkrustiert, apikal nicht verdickt, aber mit längsrilligem Kristall von bis zu 10 µm Breite.

Vorkommen:
Auf Eichenblättern (z.B. Quercus robur), gerne an den Blattrippen, meist an feuchten Stellen.

Phänologie:
(Juli) August bis November

Verbreitung:
unregelmäßig, erscheint offenbar nicht jedes Jahr, abhängig von Regengüssen im Juli-August, dies war nach meinen Beobachtungen 2002 und 2005 der Fall, weshalb die Art in diesen Jahren massenweise, in anderen selten oder gar nicht gefunden wurde. Sie muss zudem gezielt gesucht werden.

Bestimmung:
Einfach. Man achte auf die langen, mit einem längsrilligen Kristall versehenen Haare und auf die spindeligen Sporen von über 20 µm Länge.

Verwechslung:
Ähnlich sind stets Lachnum-Arten, die ebenfalles weiße Fruchtkörper bilden, aber nicht oder selten auf Blättern erscheinen. Ein Beispiel ist Lachnum rhytismatis:

[image]
Die Art unterscheidet sich durch das Substrat (Blätter von Acer) sowie durch die Erscheinungszeit (Frühjahr: April bis Juni). Außerdem durch typische Lachnum-Sporen: elliptisch, hyalin, mit kaum oder wenigen Tropfen und meist < 10 µm. Ebenfalls auf Blättern: Incrucipulum capitata, mit viel kleineren Sporen (5-8x1-1,5 µm). Diese Art konnte ich bei mir noch nicht feststellen, während erstere sehr häufig ist.

Beste Grüße,
Kazuya

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Re: Incrucipulum ciliare, ein Blattbecher.- von Ka

Dedimyk, (vor 7750 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,

danke für die Vorstellung dieses Winzlings. Wie man sieht, muß noch mehr als bisher schon auf kleinste Fruchtkörper geachtet werden, besonders auf Fallaub ( ich kann mich an die neue Schreibweise mit 3 "l" nicht gewöhnen ).
Sehr schön, dieser kleine Ascomycet.Werde jetzt gezielt darauf achten und hoffe ihn auch zu finden, da ich ja ausreichend Eichen in meinen Gebieten habe.

Gruß Detlef

hallihallo,
im folgenden Beitrag beschreibe ich hier ausführlich den kleinen
inoperculaten Discomyceten Incrucipulum ciliare,
Eichenblatt-Haarbecherchen.

Fruchtkörper, ca. x20
Makroskopische Beschreibung: Fruchtkörper mit 0,2-0,4 mm Breite relativ
klein, weiß, mit kurzem, aber deutlichem Stielteil dem Substrat
aufsitzend; Hymenium weiß, glatt; Rand deutlich mit auffallend langen,
abstehenden, weißen Haaren bedeckt; Stiel und Außenseite fein haarig,
weiß.
Mikroskopische Beschreibung:
Asci, Haare, vereinzelt sind auch Paraphysen erkennbar

Asci mit Sporen, in der Mitte ein Haar
Sporen 20-25x2,5-4 mm, elliptisch bis spindelig, an beiden Enden zugespitzt,
hyalin, mit mehreren mittelgroßen (1-1,2 µm) Tropfen, glatt.
Asci 40-45x6-8 µm, keulig bis zylindrisch, kurzstielig; Sporen biseriat oder
schräg uniseriat.
Paraphysen unauffällig, hyalin, fadenförmig, die Asci mit 42-46x1-1,5 µm kaum
überragend, vereinzelt septiert, glatt.

Haare (x1000)

Haare (x1200), deutlich erkennbar der längsrillige Kristall an der Spitze
Haare 90-100x6-7 µm, septiert, hyalin, auf ganzer Länge fein inkrustiert,
apikal nicht verdickt, aber mit längsrilligem Kristall von bis zu 10 µm
Breite.
Vorkommen: Auf Eichenblättern (z.B. Quercus robur), gerne an den Blattrippen,
meist an feuchten Stellen.
Phänologie: (Juli) August bis November
Verbreitung: unregelmäßig, erscheint offenbar nicht jedes Jahr, abhängig von
Regengüssen im Juli-August, dies war nach meinen Beobachtungen 2002 und
2005 der Fall, weshalb die Art in diesen Jahren massenweise, in anderen
selten oder gar nicht gefunden wurde. Sie muss zudem gezielt gesucht
werden.
Bestimmung: Einfach. Man achte auf die langen, mit einem längsrilligen
Kristall versehenen Haare und auf die spindeligen Sporen von über 20 µm
Länge.
Verwechslung: Ähnlich sind stets Lachnum-Arten, die ebenfalles weiße
Fruchtkörper bilden, aber nicht oder selten auf Blättern erscheinen. Ein
Beispiel ist Lachnum rhytismatis:
Die Art unterscheidet sich durch das Substrat (Blätter von Acer) sowie durch
die Erscheinungszeit (Frühjahr: April bis Juni). Außerdem durch typische
Lachnum-Sporen: elliptisch, hyalin, mit kaum oder wenigen Tropfen und
meist

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Kristalle

Thomas Pruß, (vor 7749 Tagen) @ Dedimyk

Moin Kazuya und Detlef,
Welche Zusammensetzung haben eigentlich Kristalle an/in Pilzen?
Grüßlis
Thomas

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Re: Kristalle

Kazuya, (vor 7749 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin Kazuya und Detlef,
Welche Zusammensetzung haben eigentlich Kristalle an/in Pilzen?
Grüßlis
Thomas

Es handelt sich bei diesen Kristallen gewöhnlich um Oxalat, allerdings weiß ich nicht die genaue Zusammensetzung dieses Stoffes. Dem Namen her würd ich raten dass es größere Bestandteile an O2 (Oxygenium) enthält.

Gruß,
Kazuya

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Re: Kristalle

EricS ⌂, (vor 7749 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

wie von Kazuya erwähnt ist es in Pilzen meist Calciumoxalat, also das Ca-Salz der Oxalsäure (oxalic acid). Es gibt aber auch weitere Verbindungen die in kristallinem Zustand in Pilzen nachweisbar sind.

Tip: einfach mal "fungi, crystals" im http://scholar.google.com eingeben. :)

Gruß,

Eric