Hallo Pilzgemeinde,
hier habe ich unter anderem heute einen Milchling gefunden, den ich nirgends
in meiner Literatur finden kann.
Der Hut war ziemlich groß, so zwischen 12 und 15 cm Durchmesser, der Hutrand
sieht grob gerieft aus, und der Hut ist in der Mitte trichterförmig:
Der Hutrand ist leicht befasert, aber nicht wollig
Ausserdem ist der Hutrand eingerollt und der Stiel leicht grubig:
Im Schnitt wird die Milch sofort gelb und schmeckt schärflich, aber nicht
unerträglich scharf. Der Stiel ist ausserdem hohl.
Hier noch einmal ein Blick unter die Haube:
Was könnte das wohl sein?? Der Kerl wuchs übrigens im Buchenwald. Zuerst
dachte ich an Lactarius intermedius, aber der hat keinen eingerollten
Hutrand und ist auch nicht am Rand behangen. Ausserdem war weit und breit
keine Weisstanne in der Nähe.
Ich bitte um Meinungen !
LG Peter
Hallo Peter,
der einzige gelbmilchende Milchling mit fransigem Hutrand ist Lactarius citriolens und Dein Bild paßt sehr gut zu meinem einzigen Eigenfund (der war einen Tick gelber) und zu den Abbildungen in der Literatur.
Ich habe die Art auch erst einmal selbst gefunden, auch da ein Einzelexemplar. Den als charakteristisch beschriebenen süßen Geruch nach (alter) Zitrone konnte ich bestenfalls mit viel gutem Willen so wahrnehmen.
Zwar schreiben Heilmann-Claussen et al. dass der Stiel nie grubig sein darf, aber NEUHOFF schreibt "meistens (bisweilen undeutlich) wässerig bis schmutzig fuchsig tropfig-gefleckt (Flecken etwa 1-2 mm im Durchmesser), aber kaum mit grubigen Vertiefungen". Dieses Phänomen kennt man auch bei anderen Scobiculati und auch beim Fichten-Reizker (L. deterrimus), der ja auch "nie" Gruben am Stiel hat, aber durchaus auch mal ein paar dunkler orangene Flecken aufweist.
Dein Tipp intermedius war übrigens gar nicht schlecht, denn KRIEGLSTEINER setzt intermedius als Varietät zu citriolens.
Ein schöner und seltener Fund, die Art ist in Ba.-Wü. vom Aussterben bedroht (und nicht "nur" wegen Seltenheit latent gefährdet wie in der Ba.-Wü.-Flora steht).
beste Grüße,
Andreas