Hallo Pilzmel,
nein, du bist nicht paranoid, sondern sensibilisiert für die Problematik bei Filzröhrlingsbestimmungen:)
Der Fund ist nur makroskopisch tatsächlich nicht so einfach einzuordnen. Farbe und Rissmuster der Huthaut entsprechen am ehesten X. chrysenteron, die Fleischverfärbung und -farbe eher X. cisalpinus (blaut oft zieml. intensiv), evtl. sogar X. ripariellus, der unter Birke in Parks wie die vorgenannte Art sehr wohl möglich ist, wenn es sich um eine feuchtere Stelle handeln sollte. Nicht definitiv zu entscheiden. An X. communis glaube ich nicht, dafür ist mir das Fleisch im Stiel (bes. zur Basis hin) nicht intensiv gelb/orange genug, X. porosporus müsste zur Stielbasis hin schmutziger gefärbt sein, auch passt die Huthaut nicht.
Wie schon in anderen Fällen rate ich auch hier, sich im Mikroskop zumindest mal die Sporen anzuschauen (Längen-Breiten-Quotient). Und vor allem - wenn möglich - die makroskopischen Merkmale an mehreren Fruchtkörpern zu beurteilen.
Grüße, Jürgen
Die Witterung zaubert wundersame Pilze hervor. Oder ich bin paranoid, und es
sind ganz gewöhnliche Allerweltsarten. Als erstes Beispiel sei ein
Röhrling erwähnt, gefunden in einer kleinen innerstädtische Grünanlage
unter einer einsamen Birke.
Was mich nun aber stark irritierte, war das intensive Blauen, und zwar nicht
in jener unappetitlichen blaugrünen Mischfarbe. Ein grüner Beiton stellte
sich erst nach geraumer Weile ein. Fleisch der äußersten Stielbasis
gelblich, darüber eine mal stärker, mal schwächer ausgeprägte
dunkelviolette Zone.
Für jeden Hinweis immer dankbar!
Beste Grüße! Pilzmel