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Unbekanntes inocybiges Objekt (4 Pics/ 345 kB) *PIC*

AK_CCM, (vor 7563 Tagen)

Hallo Risspilzfreunde,

ein Vereinskollege hat mich gebeten, einen bislang nicht identifizierten Risspilz hier einzustellen:

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Die beiden Fk. wurden am 30.10.2005 südöstlich von Augsburg bei Neukissing/ Gut Mergenthau (MTB/Q: 7631/4) in einem Fichtenforst mit eingestreuten Laubbäumen gefunden. Die genaue Fundstelle ist leider nicht bekannt, da die Pilze von einer kleinen (und begeisterten) Exkursionsteilnehmerin zur Gruppe gebracht wurden.

Auffallend war eine tintig- bis schwarzblaue Färbung in der Stielbasis oberhalb der Knolle (keine Farbreaktion durch Chemikalien!). Die Fk. waren mittelgroß, im getrockneten Zustand immer noch 8 cm lang, der Hut im Durchmesser 3 cm breit. Die Sporen sind stark höckerig und grob 10 auf 8 µm groß. Weitere Angaben gibt es leider nicht; Exsikate vorhanden.

Hat vielleicht jemand einen Tipp, was das für ein Risspilz sein könnte?

Für eure Mühe besten Dank im voraus!

Viele Grüße

Andreas

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Re: Unbekanntes inocybiges Objekt (4 Pics/ 345 kB)

saibling, (vor 7562 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

ich bin zwar kein Spezialist in Sachen Risspilze, denke aber,
dass diese Pilze in Richtung Inocybe tenebrosa (I. atripes)
gehen könnten. Die einzige Art die ich mit schwärzender Stielbasis
kenne. Würd mich aber nicht wundern, wenns da ne ganze Artengruppe
geben würde.

Grüsse
christian

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I. tenebrosa ist ein Glattsporer!!

Werner2, (vor 7562 Tagen) @ saibling

... der kann es also nicht sein. Habe allerdings keine Vorstellung, wo der
Fund hingehört. Erinnert ein wenig an I. nitidiuscula (aber ebenfalls Glattsporer).
.
Gruß Werner
.

Hallo Andreas,
ich bin zwar kein Spezialist in Sachen Risspilze, denke aber,
dass diese Pilze in Richtung Inocybe tenebrosa (I. atripes)
gehen könnten. Die einzige Art die ich mit schwärzender Stielbasis
kenne. Würd mich aber nicht wundern, wenns da ne ganze Artengruppe
geben würde.
Grüsse
christian

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Re: Unbekanntes inocybiges Objekt (4 Pics/ 345 kB)

Helmut, (vor 7559 Tagen) @ AK_CCM

Servus Andreas,

die Arten mit ganz bereiftem, +-rötlichem Stiel und knolliger Basis sind nicht einfach gegeneinander abzugrenzen. Wenn dann noch ein Merkmal auftaucht wie die signifikant dunkelnde Stielbasis, die vielleicht arttypisch ist, vielleicht auch nur zufällig entstanden, wird es richtig schwierig. Hier wäre die Darstellung der Sporen und Hymenialzystiden unentbehrlich. Es geht nicht nur um die Größe, sondern auch die Form, die Wandstärke etc.. Kannst Du diese ins Forum einstellen (Mikrofotos oder -zeichnungen)?

Wenn möglich, wäre ich für ein kleines Stückchen Exsikkat dankbar.

Gruß

Helmut

Hallo Risspilzfreunde,
ein Vereinskollege hat mich gebeten, einen bislang nicht identifizierten
Risspilz hier einzustellen:

Die beiden Fk. wurden am 30.10.2005 südöstlich von Augsburg bei Neukissing/
Gut Mergenthau (MTB/Q: 7631/4) in einem Fichtenforst mit eingestreuten
Laubbäumen gefunden. Die genaue Fundstelle ist leider nicht bekannt, da
die Pilze von einer kleinen (und begeisterten) Exkursionsteilnehmerin zur
Gruppe gebracht wurden.
Auffallend war eine tintig- bis schwarzblaue Färbung in der Stielbasis
oberhalb der Knolle (keine Farbreaktion durch Chemikalien!). Die Fk. waren
mittelgroß, im getrockneten Zustand immer noch 8 cm lang, der Hut im
Durchmesser 3 cm breit. Die Sporen sind stark höckerig und grob 10 auf 8
µm groß. Weitere Angaben gibt es leider nicht; Exsikate vorhanden.
Hat vielleicht jemand einen Tipp, was das für ein Risspilz sein könnte?
Für eure Mühe besten Dank im voraus!
Viele Grüße
Andreas

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Re: Unbekanntes inocybiges Objekt (4 Pics/ 345 kB) *PIC*

AK_CCM, (vor 7557 Tagen) @ Helmut

Servus Helmut,

da ich kein Mikroskop habe, würde ich zunächst einmal wissen wollen, was "Hymenialzystiden" sind - sterile Zellen in der Fruchtschicht?

Bezüglich eines Exsikats hat Dir mein Vereinskollege bereits eine E-Mail geschrieben.

Ferner hat er noch eine Lamelle unter dem Mikroskop angeschaut, Zitat:

Die Hymenialzystiden sind ein Gedicht.
Es sind Kristallschopfzystiden mit richtigen
Mützchen und Hütchen auf,die aussehen
wie aus hellgrünem Glas.

Meistens sind sie bauchig-flaschenförmig,unten breit
und oben schmal.Manche waren aber auch mehr oder
weniger einheitlich nur breit und länglich.
Die hellgrünen Kristallmützchen haben die unterschied-
lichsten Formen.Von sechseckig quaderförmig mit
spitzen Kanten wie ein Hut über rundlich wie eine
Mütze auf dem Kopf bis zu zerlumpt mit mehreren
Auswüchsen,sogar wie fingerförmigen.Teils mehrere
quadratische zusammengefügte Kristallplatten oder
auch mit rundlichen Formen wie Blütenblätter.
Die Mützchen sind bis 15µ lang und bis 7µ hoch.
Die Zystiden selber sind (einschließlich Mützchen)
48 - 55µ hoch,die bauchigen haben dann unten ca.25µ
und oben am schmäleren Hals noch ca. 15µ Breite.
Die nicht bauchigen sind irgendwo dazwischen.
Wandstärke war unterschiedlich,unten schmäler und
teils oben viel breiter.Im Durchschnitt vielleicht 2µ.

Mit Mikrofotos hat es leider nicht so recht geklappt. Hier ein Schnappschuss mit der Digicam durch das Okular, auf dem man schemenhaft die Sporenumrisse erkennen kann:

[image]

Ich hoffe, Du kannst mit diesen Infos etwas anfangen.

Noch einen schönen Restsonntag

Gruß, Andreas

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Mikrozeichnungen (3 Pics/ 60 kB) *PIC*

AK_CCM, (vor 7557 Tagen) @ AK_CCM

Hallo nochmals,

nachstehend noch ein paar Skizzen und weitere Infos:

[image]

[image]

[image]

Zitat: Hier also mein abfotografiertes Gekritzel.
Ich habe mir im Stangl (Die Gattung Inocybe in Bayern)
nun einmal Zeichnungen von Hymenialzystiden angeschaut.
Zum einen ist mir dabei aufgefallen,daß solche Zystiden
immer nach unten hin wieder schmäler werden.Da dies
bei den meinen nicht so war,waren sie entweder allesamt
abgerissen oder abgebrochen oder derart im "Boden"
eingewachsen,daß ich das untere Ende nicht sehen
konnte.Somit sind sie also unvollständig und auch die
Angabe der Höhe mit 48 - 55µ wäre somit erheblich zu
kurz. - Vermutlich war das ganze Ding viel zu stark
gequetscht und hatte somit der Optik geschadet.Natürlich
ist eine ganze Lamelle viel zu dick zwischen Objektträger
und Deckglas.Aber meine Versuche,die Schneide abzu-
schneiden,waren gescheitert.Somit wußte ich auch nicht
wirklich,wo unten und oben ist und konnte auch nicht
unterscheiden zwischen Cheilo- und Pleurozystiden.
Was mir aber zum anderen aufgefallen ist,scheint wohl
doch ein ziemlicher Hammer zu sein.Die Kristallschöpfe
wurden zwar stets erwähnt und auch als kleine Anhängsel
gezeichnet,aber nie vermessen,weil sie nie derartig riesig
waren wie bei den meinen Zystiden.Das ist ganz unglaub-
lich.Es ist gerechtfertigt,sie daher gar nicht als Kristall-
schopfzystiden zu bezeichnen,sondern als Kristallhut-
zystiden.Die Hüte waren teils wirklich bis 7µ hoch und
bis 15µ breit und hatten sechseckige Quaderformen
wie die linke von Nr.1.Dies war keine ungewöhnliche
Ausnahme.Ich hatte mehrere solche gesehen wie die
linke von Nr.1.Diese Mützchen wie aus hellgrünem Glas
hatten sie alle gehabt,es gab keine Zystide ohne Hut.
Nein,etwas derartig Verrücktes habe ich im Stangl
nicht gesehen.Damit scheine ich alleine dazustehen.
Was für ein Jammer,daß es mit Fotos durch das Okular
nicht klappt.Bei der Draufsicht auf die Hüte glaubt man
sich in einer Glasausstellung.
Ich habe noch Material übrig,ohne nochmals ein Stück
vom Hut abschneiden zu müssen und werde auf jeden
Fall noch einmal einen Versuch starten,aber das könnte
eventuell länger dauern dann.
Noch etwas.Die Wandstärke war nur an einer mittleren
Stelle um die 2µ.Nach unten hin wurde sie schmäler,
vielleicht die Hälfte,nach oben erhebnlich dicker,gut
bis zum Doppelten.

Gruß, Andreas

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Neues Sporenfoto *PIC*

AK_CCM, (vor 7556 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,

mit einem Stativ hat mein Vereinskollege jetzt ein besseres Sporenfoto zustandegebracht:

[image]

Hast Du vielleicht schon eine Vermutung?

Guten Start in die Woche!

Gruß, Andreas

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Re: Neues Sporenfoto

Helmut, (vor 7556 Tagen) @ AK_CCM

Servus Andreas,

die dargestellten Mikromerkmale in Verbindung mit der Makroskopie deuten auf Inocybe glabrodisca hin. Dabei muss jedoch die dunkle Verfärbung an der Stielbasis ausser acht gelassen werden. Diese ist in keiner der spärlichen Literaturquellen beschrieben (jedenfalls nicht in den mir zur Verfügung stehenden). Für eine verbindlichere Aussage wäre aber schon eine genauere Untersuchung nötig.

Gruß

Helmut

Hallo Helmut,
mit einem Stativ hat mein Vereinskollege jetzt ein besseres Sporenfoto
zustandegebracht:
Hast Du vielleicht schon eine Vermutung?
Guten Start in die Woche!
Gruß, Andreas

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Re: Neues Sporenfoto

Andreas 2, (vor 7555 Tagen) @ Helmut

Hallo Andreas und Helmut,

über eine schwarzblaue Stielbasis bei höckerigsporigen Arten habe ich bisher auch noch nichts gehört. Die dargestellten Sporen passen m.E. nicht so richtig zu I. glabrodisca (Höcker zu gleichmäßig und zu stumpf), auch ist die angegebene Sporenbreite mit 10 µm zu groß für diese vor allem unter Laubbäumen vorkommende Art. Mein Tipp geht mehr in Richtung I. piceae, bzw. die Stielfarbe außer acht gelassen, zu pseudohiulca. Allerdings ist das -wie von Helmut schon angedeutet- ohne die Mikromerkmale nicht selbst gesehen zu haben, blanke Raterei.
Bei den gezeichneten Häubchen auf den Zystiden, könnte es sich um Harzkappen handeln, die vor allem bei dünnwandigen (aber nicht nur) vorkommen können. Nicht selten sind in diese Kappen auch Sporen einebettet und manchmal fallen diese Kappen auch ab und sind dann isoliert unterm Mikroskop zu sehen.

Beste Grüße, Andreas

Servus Andreas,
die dargestellten Mikromerkmale in Verbindung mit der Makroskopie deuten auf
Inocybe glabrodisca hin. Dabei muss jedoch die dunkle Verfärbung an der
Stielbasis ausser acht gelassen werden. Diese ist in keiner der spärlichen
Literaturquellen beschrieben (jedenfalls nicht in den mir zur Verfügung
stehenden). Für eine verbindlichere Aussage wäre aber schon eine genauere
Untersuchung nötig.
Gruß
Helmut