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Brandenburg hat "ausgemorchelt" *PIC*

Ingo, (vor 7482 Tagen)

Hallo und einen guten Abend an alle Pilz- und Naturfreunde hier,
auch in der Sandsteppe Brandenburgs geht es nun mit den Morcheln und überhaupt mit
allen Frühpilzen zu Ende. Nachdem seit dem 1.Mai täglich die Sonne nahezu ungebremst
auf die Landschaft schien, ist es um die oberirdischen Fruchtkörper nun leider schlecht bestellt.
Gerade mal etwa 30 Morcheln waren an geschützten Stellen noch nachgekommen. Die ganzen
Minis, die ich noch am Vorwochenende stehen sah, waren hinüber. Abermillionen von Insekten
werden wohl auch ihren Beitrag dazu geleistet haben; schließlich waren schon am Maiwochenende
viele Pilze von Fliegenlarven befallen. Hier nochmal ein Foto von diesen letzten "Morchelkanern":
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Dieses Schmuckstück soll noch als letzte Erinnerung an die Rekordernte herhalten:
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Andere Naturfreunde konnten dem warmen und sonnigen Wetter da eher etwas abgewinnen.
Diese Mini - Echse hier zum Beispiel:
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Wie versprochen, möchte ich nun aber auf weiteren Bildern die typische Vegetation aus dem Biotop vorstellen.
Zum Anfang hier Bilder von den Blättern und Blüten des Gewächses, unter welchem ich die Esculentas fand:
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Übrigens stand unter diesem Busch, ca. einen Meter von einer Speisemorchel entfernt, auch eine Elata.
Die nachfolgenden Pflanzen scheinen mir für dieses Morchelbiotop ziemlich spezifisch zu sein.
In keinem anderen Waldabschnitt habe ich diese bisher vorgefunden. Möglicherweise ist es ja
eine Art Waldmeister. Wie ich schon neulich schrieb, habe ich hiervon leider Null Ahnung.
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Die nächsten Gewächse kann ich ebensowenig einsortieren:
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Zum Abschluss habe ich hier noch eine Nahaufnahme, auf der man schön die rötlichen Farbnuancen
der Morchel erkennen kann:
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Ich hoffe, dass hier jemand diese Pflanzen erkennt und so dazu beitragen kann, das "Geheimnis" der
Kiefernwaldmorcheln zu lüften. Wenn ich den Beitrag von Till aus der vergangenen Woche richtig gedeutet habe,
scheinen auch Kiefernbestände durchaus normale Morchelbiotope zu sei - vorausgesetzt, es ist Kalk im Boden.

Da die trockene und sonnige Periode bei uns wohl noch bis mindestens Mitte nächster Woche anhalten soll,
und es eher noch wärmer wird, sehe ich für die nächsten Wochen schwarz für irgendwelche Pilzfunde.
Was hatten wir da im vorigen Jahr für tolle Bedingungen - Schmuddelwetter den ganzen Mai über!
Aber was soll's. Die meisten Leute freuen sich ja über das Freibadwetter und die halbe Pilzsaison ist schon
jetzt für mich mehr als super gelaufen.

Viele Grüsse aus Berlin und noch einen schönen Feierabend - Ingo

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Re: Brandenburg hat "ausgemorchelt"

phragmobasidie, (vor 7482 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

dieses Gewächs mit den weißen Blüten hatte ich auch gerade im Visier.
Ich glaube, das ist eine Amerikanische Kirsche / Spätblühende Traubenkirsche, Prunus serotina.
Das weiß aber bestimt noch jemand genauer. Das folgende sind wohl Labkräuter (Galium),
zu denen auch Waldmeister gehört, wie ich letzte Woche gelernt habe.
Waldmeister selbst ist das allerdings nicht.
Das Foto danach schaut mir eigentlich nach jungem Holunder aus.
Den Rest -> kA

schöne Grüße
Robin

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einige Pflanzen erkannt

Roswitha, (vor 7482 Tagen) @ Ingo

Wie versprochen, möchte ich nun aber auf weiteren Bildern die typische

Vegetation aus dem Biotop vorstellen.
Zum Anfang hier Bilder von den Blättern und Blüten des Gewächses, unter
welchem ich die Esculentas fand:

Dieser Busch (Baum)ist die Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus)

Übrigens stand unter diesem Busch, ca. einen Meter von einer Speisemorchel
entfernt, auch eine Elata.
Die nachfolgenden Pflanzen scheinen mir für dieses Morchelbiotop ziemlich
spezifisch zu sein.

In keinem anderen Waldabschnitt habe ich diese bisher vorgefunden.

Möglicherweise ist es ja
eine Art Waldmeister. Wie ich schon neulich schrieb, habe ich hiervon leider
Null Ahnung.
Der Waldmeister sind Lupinen, eine ausgewilderte Nutz- oder Gartenpflanze.

Die nächsten Gewächse kann ich ebensowenig einsortieren:

Das erste sieht aus wie junger Hollunder,
das nächste dürfte junge Schafgarbe sein,
beim letzten Bild, weiss ich nicht, wie die Pflanze heisst, sie müsste eigentlich gelb blühen.

Grüße
Roswitha

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Unterschiede Prunus-Arten ?

phragmobasidie, (vor 7482 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha,

.. 1/2 falsch gelernt :-\
Lupine und junge Schafgarbe wurde mir auch gezeigt. Hab aber zugunsten
von Pilzfunden wie oft üblich alles andere vergessen.
Kannst Du sagen, woran ich Prunus padus und P.serotina unterscheiden kann ?

schöne Grüße
Robin

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Re: Unterschiede Prunus-Arten ?

Roswitha, (vor 7482 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin .

(Kannst Du sagen, woran ich Prunus padus und P.serotina unterscheiden kann ? )

Prunus serotina blüht später (Mai bis Juni) und die Blätter sind ledriger (stell dir Kirschlorbeer oder Gummibaum vor) ansonsten sind beide sehr ähnlich.

Schöne Grüße

Roswitha

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Pflanzen

ajuga, (vor 7481 Tagen) @ Ingo

Hallo!

Also die Pflanzen wurden bereits alle gut angesprochen.

Ich glaube nur, dass die Traubenkirschen nicht mehr in die Gattung Prunus gehören, sondern eine eigene Gattung einnehmen: Padus. Die Gewöhnliche, um die es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt, heißt Padus avium.

Warum es sich bei der Lupine um eine ausgewilderte Nutz- oder Gartenpflanze handeln soll, weiß ich nicht. Sie kommen inzwischen durchaus "natürlich" vor, auch wenn sie wie viele unserer heutigen Wildkräuter vor langer Zeit mit der Landwirtschaft aus Südosteuropa und Asien (oder durch die Einführung von Pflanzen aus Amerika) eingeschleppt wurden und hier "ursprünglich" nicht vorkamen.

Jedenfalls handelt es sich um die Vielblättrige Lupine Lupinus polyphyllus, die typisch für Waldsäume und Lichtungen ist. Sie ist die einzige bei uns vorkommende Lupinenart, deren Blätter 10- bis 15-zählig sind (auf den Bildern schön zu erkennen). Alle anderen bei uns vorkommenden Arten haben 5-9zählige Blätter. Die Vielblättrige Lupine müsste ab Juni schöne blaue Blütenstande bekommen.
Die Labkräuter (Galium) haben übrigens mehrere etagenartig angeordnete Blattwirtel an einem Stengel. Für den Waldmeister braucht man meist lichten oder hallenartigen Buchenwald - oder einen Garten ;-)).

Die weiteren Bilder zeigen einen jungen Holunder, wahrscheinlich Sambucus nigra, Grundblätter einer Schafgarbe (Achillea spec.) und die Grundblätter irgendeiner gelb blühenden Asteracee (besser geht's nicht, sorry!).

Ach ja, und natürlich Lacerta agilis, die Zauneidechse.

Leider waren unter den Pflanzen keine ausgesprochenen kalkholden bzw. basenholden Arten. Oder sieht das jemand anders?

Vielen Dank für die schönen Bilder!

ajuga

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Re: Unterschiede Prunus-Arten ?

Abt, (vor 7481 Tagen) @ phragmobasidie

Moin Robin,
zu Prunus: siehe hier: http://www.baumkunde.de
Ansonsten sehe auch ich auf den Fotos Lupinen, Holunder, Schafgarbe und eine mir unbekannte Pflanze.
Gruß,
Marcel

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Traubenkirsche 2 Bilder -250 kb- *PIC*

phragmobasidie, (vor 7481 Tagen) @ Abt

Hallo Roswitha und Marcel,

Danke für die Tips und den Link. Diese hier habe ich vor drei Tagen fotografiert.
Sie standen überall im Wald, immer so wie hier zu sehen strauchig mit dürren Stämmchen
und (wenn überhaupt) nur an den Enden der Zweige mit Blättern.
Ist doch really spät dran, oder ? Allerdings waren die Blätter (noch ?) nicht sehr derb.
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Ich werde frühestens in einigen Wochen wieder dort sein, vielleicht sehe
ich es dann - oder im Herbst an der Färbung.

schöne Grüße
Robin

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Pflanzenbestimmung - vielen Dank!

Ingo, (vor 7481 Tagen) @ Ingo

Einen schönen Dank für die rege Beteiligung und die am Ende
doch recht eindeutige Bestimmung. Ich muss aber noch mal festhalten,
dass bis auf die hier gezeigten Pflanzen kaum weitere auffällige
Arten zu sehen waren. Man muss wohl damit leben, dass die Elatas
eher nicht so kalkbedürftig sind und in diesem Biotop doch ganz andere
Faktoren für die Morcheln von Interesse sind. Ich persönlich glaube
nicht daran, dass die unbedingt wegen der Kiefern so massenhaft
erschienen sind. Auf jeden Fall werde ich im Sommer mal nach den
Lupinen schauen.

lg Ingo

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Re: Brandenburg hat "ausgemorchelt"

tom66, (vor 7480 Tagen) @ Ingo

Auch bei uns in der Schweiz, Region Berner Mittelland, geht die Speisemorchelsaison langsam aber sicher zu Ende. Obwohl ich heute noch einige Exemplare finden konnte, musste ich spätestens beim reinigen feststellen, dass fast die Hälfte der Esculentas von Maden befallen war. Obschon noch einige junge Graumorcheln gefunden wurden ist es mittlerweile fast unmöglich aufgrund des spriessenden Grünzeugs noch eine Morchel zu entdecken ohne das man vorher mehrere Quadratmeter Grünzeugs sorgfältig mit einem Stecken auseinanderdrückt. Das gibt nur einen krummen und schmerzenden Rücken deshalb beende ich meine diesjährige, eher schlechte Saison.

Gruss Tom