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Bitte um Bestimmungshilfe *PIC*

KlausB, (vor 7421 Tagen)

Hallo Leute,
ich brauche mal wieder Bestimmungshilfe für einen FK den ich in unserem Garten
(im Rhein-Main Gebiet) gefunden habe. Seitdem wir regelmäßig mit Rindenstreu mulchen, gibt

es immer wieder
was neues zu sehen. Leider ist es schwierig den Bezug zu Öko Systemen herzustellen,
da ich nicht weiss, welche Rindenschnipsel da jetzt liegen und wo diese herkommen.

Also folgende FK habe ich am 28.5 gefunden:
Meine Vermutung ist Collybia succinea (Bernsteinbrauner Rübling) oder
Collybia nivalis (Schneerübling) - wobei dieser nur in montaner Umgebung
vorkommen soll laut PdS - allerdings wo kommen die Rindenschnipsel her?

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Hutdurchmesser ca 5 cm Gesamthöhe: 8 cm
Farbe: Purpurbraun, trocknere FK helleres braun zur Mitte hin dunkler braun werdend.
Huthaut: glatt, seidig, deutliche Zonenbildung ca 3mm vom Rand entfernt
Die Farbunterschiede auf den Bildern kommen daher dass einige FK in der Sonne, andere
nur im Schatten standen.
Hutform: ausgebreitet rund, leicht verbogen, zur Mitte hin etwas eingedellt, jedoch mit

deutlichem Buckel in der Mitte.
Hutrand: glatt bis ausgefranzt

Lammellen: rotbraun dunkel. Mit Zahn am Stiel angewachsen.

Stiel: weiss bis hellbeige, deutlich dunkle Flecken bei Berührung.
Längs-leicht gerieft, deutlich mit weisslichen Flocken besetzt.
Hohl, zäh, an einer Schnittstelle am äußeren Stilumfang deutlich braun verfärbend.
Zylindrisch, zum Hut hin leicht verbogen, nach oben hin deutlich dicker werdend (Durchmesser

5-8 mm)
Stielbasis: Striegelig mit kleinen Häärchen versehen im unteren Fünftel des Stils.

Sporenpulver: weiss
Abmessungen:
5,1[5,5 ; 6]6,4 * 3,1[3,4 ; 3,8]4,1
Q = 1,4[1,5 ; 1,7]1,8
N=8
Me= 5,8 * 3,6
Qe=1,6

Gruß Klaus

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Frage

Gelbfieber, (vor 7421 Tagen) @ KlausB

Hallo und guten Tag Klaus,

leider kann ich dir, trotz sehr guter makroskopischer Beschreibung, bei der Bestimmung deines Pilzchens nicht helfen.
Vielleicht kannst du mir aber etwas erklären. Es geht um die Angaben bei den Sporen. Du schreibst:

Abmessungen:
5,1[5,5 ; 6]6,4 * 3,1[3,4 ; 3,8]4,1
Q = 1,4[1,5 ; 1,7]1,8
N=8
Me= 5,8 * 3,6
Qe=1,6

Die Angaben Me= 5,8 * 3,6 deute ich als Mittelmaß der Sporen also 5,8 x 3,6µm. Die anderen Angaben sind Böhmische Dörfer für mich. Ebenfalls die hohe Genauigkeit der Messung.

Da ich in der Mikroskopie Anfängerin bin, wäre eine Erläuterung der Buchstabenkürzel bzw. Werte klasse.

Eine gute Zeit
Gelbfieber

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe

Hermine, (vor 7421 Tagen) @ KlausB

Hallo Klaus,

das Flecken der Lamellen Deines Rüblings und Deine sonstigen Angaben, auch die Sporenmaße, passen meiner Ansicht nach zu Collybia prolixa var. distorta, die jetzt Rhodocollybia heißt. Ein schönes Foto, allerdings mit sehr hellen Lamellen (im Text ist beschrieben, dass sie auch bis braun gefärbt sein können) findet sich in Großpilze Baden-Württembergs Band 3 (haben wir übrigens in der Vereinsbibliothek). Auch die Ökologie paßt zum Mulch, der ja sehr häufig Rindenmulch von Nadelholz ist. Ich glaube, ich sollte auch mal mulchen, damit ich so schöne Pilze im Garten finde....

Gruß

Hermine

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Re: Bitte um Bestimmungshilfe

Wolfgang P., (vor 7420 Tagen) @ KlausB

Hallo Klaus,

leider schreibst Du nichts zum Geruch - der Pilz sieht so nach einem von den Kohl-Stinkern (Gymnopus impudicus, brassicolens und Verwandte) aus, dass ich schon versucht war, am Monitor zu schnuppern.

G. impudicus würde auch von den Mikromerkmalen passen.

Wo wohnst Du denn im Rhein-Main-Gebiet? Ggf. könnte ich Dir mal die Gymnopus-Monographie von Noordeloos ausleihen - lohnt sich nur, wenn Du bereit bist, auch die Huthaut zu mikroskopieren :-((

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Re: Frage

KlausB, (vor 7419 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,
auch ich bin noch ziemlicher Anfänger beim Mikroskopieren, es macht mir aber
einen Riesenspass die Details anzusehen und zu versuchen Details zu finden und diese auch richtig zuzuordnen, was sicher der schwierigste Part ist.

Zu deinen Fragen. Ich benutze ein spezielles Programm zum Vermessen der Sporen, da mir die Vermesserei mit dem Meßokular zu aufwändig und auch zu ungenau war. Das Programm habe ich von einem anderen Pilzfreund erhalten. Es ist allerdings in französisch, aber mit einiger Übung und Trial + Error kommst du gut damit zurecht. Du kannst dann direkt in den Bildern die Sporen vermessen, und erhälst als Ergebnis direkt die in meiner Mail angegebenen Werte.
Qe= Mittelwert von Q. Q=Verhältnis von Länge zu Breite. Die Angabe findest du auch häufig in den Bestimmungsbüchern.
N= Anzahl der vermessenen Sporen
Me= Mittelwert von M (M= Sporenaussenabmessungen, was M genau heist weiss ich auch nicht - sorry hab ich einfach so übernommen)
Die Werte außerhalb der eckigen Klammern sind die Max bzw. Min Messungen für die Länge bzw Breite der Sporen. Die Werte innerhalb der eckigen Klammern sind der untere und der obere Mittelwert der Länge bzw. Breitenmessung (mit den Werten kann ich auch nicht allzuviel anfangen, aber ich dachte für die Spezialisten sind diese Werte vielleicht von Interesse).

Ich hoffe das ist ok so, falls du noch mehr Info willst melde dich einfach.

Hallo und guten Tag Klaus,
leider kann ich dir, trotz sehr guter makroskopischer Beschreibung, bei der
Bestimmung deines Pilzchens nicht helfen.
Vielleicht kannst du mir aber etwas erklären. Es geht um die Angaben bei den
Sporen. Du schreibst: Abmessungen: 5,1[5,5 ; 6]6,4 * 3,1[3,4 ; 3,8]4,1
Q = 1,4[1,5 ; 1,7]1,8
N=8
Me= 5,8 * 3,6
Qe=1,6
Die Angaben Me= 5,8 * 3,6 deute ich als Mittelmaß der Sporen also 5,8 x
3,6µm. Die anderen Angaben sind Böhmische Dörfer für mich. Ebenfalls die
hohe Genauigkeit der Messung.
Da ich in der Mikroskopie Anfängerin bin, wäre eine Erläuterung der
Buchstabenkürzel bzw. Werte klasse.
Eine gute Zeit
Gelbfieber

Einen schönen heissen Tag

Klaus

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Re: Frage

KlausB, (vor 7419 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang,

mit dem Geruch und Geschmack stehe ich ziemlich auf Kriegsfuss (obwohl ich auch Hobbykoch bin). Ich kann nur sagen, dass ich nichts auffälliges gerochen bzw. geschmeckt habe. Heute morgen habe ich an der gleichen Stelle nochmal nachgesehen und tatsächlich die "Jungs" kommen schon wieder, allerdings jetzt kleinere FK. Heute abend nach dem Büro werde ich nochmal riechen und schmecken.

Die Huthaut versuche ich immer auch zu mikroskopieren allerdings fällt es mir immer noch schwer aus dem was ich sehe irgendwelche Bezüge herzustellen. Ich schicke heute abend gerne auch die Bilder von der Huthaut.
Auf dein Angebot komme ich gerne zurück, wenn das für dich passen würde von der Entfernung her. Ich wohne in Hainburg (zwischen Hanau und Seligenstadt am Main gelegen).

Hallo Klaus,
leider schreibst Du nichts zum Geruch - der Pilz sieht so nach einem von den
Kohl-Stinkern (Gymnopus impudicus, brassicolens und Verwandte) aus, dass
ich schon versucht war, am Monitor zu schnuppern.
G. impudicus würde auch von den Mikromerkmalen passen.
Wo wohnst Du denn im Rhein-Main-Gebiet? Ggf. könnte ich Dir mal die
Gymnopus-Monographie von Noordeloos ausleihen - lohnt sich nur, wenn Du
bereit bist, auch die Huthaut zu mikroskopieren :-((

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Re: Frage

Wolfgang P., (vor 7419 Tagen) @ KlausB

Hallo Wolfgang,
mit dem Geruch und Geschmack stehe ich ziemlich auf Kriegsfuss (obwohl ich
auch Hobbykoch bin). Ich kann nur sagen, dass ich nichts auffälliges
gerochen bzw. geschmeckt habe. Heute morgen habe ich an der gleichen
Stelle nochmal nachgesehen und tatsächlich die "Jungs" kommen
schon wieder, allerdings jetzt kleinere FK. Heute abend nach dem Büro
werde ich nochmal riechen und schmecken.
Die Huthaut versuche ich immer auch zu mikroskopieren allerdings fällt es mir
immer noch schwer aus dem was ich sehe irgendwelche Bezüge herzustellen.
Ich schicke heute abend gerne auch die Bilder von der Huthaut.
Auf dein Angebot komme ich gerne zurück, wenn das für dich passen würde von
der Entfernung her. Ich wohne in Hainburg (zwischen Hanau und Seligenstadt
am Main gelegen).

Hmm, Hainburg liegt von meiner Achse Mainz-Darmstadt doch schon ziemlich weit weg... da schick' ich lieber ein paar Kopien mit der Post.

Wenn ich recht habe, sollte der Geruch aber auch für ungeübte Pilznasen deutlich unangenehm nach fauligem Kohl sein sein.

Grüße,

Wolfgang

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Re: Frage *PIC*

KlausB, (vor 7418 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang
hier zuerst die Aufnahme von der Huthaut. Ich kann daraus eigentlich keine Schlüsse ziehen. Vielleicht hilft da ja wirklich die Dokumentation weiter die du hast.

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Heute morgen habe ich die noch frischen FK nochmals berochen. Meine erste Reaktion war, könnte stimmen der Geruch nach Kohl. Danach habe ich die FK meiner Frau mal gegeben zur Geruchsprobe, ohne ihr vorher von dem eventuellen Kohgeruch zu erzählen. (Sie behauptet von sich eine sehr ausgeprägte Geruchsempfindung zu haben!) Ihre Reaktion war "muffiger Geruch nach nassem Keller, erdig", Danach habe ich ihr von dem Kohlverdacht erzählt, sie meinte der riecht nicht nach Kohl!!!

Was ich auch festgestellt habe, dass der Geruch schon sehr kurze Zeit nachdem ich die FK ins Haus geholt hatte (ca 10 Min) wesentlich weniger intensiv war.

Also leider bin ich jetzt noch genauso schlau wie zuvor.

Ich würde mich wirklich freuen wenn du mir die Doku zusenden kannst, ich werde mich dann nochmal an der HDS versuchen. Ich schicke dir meine Anschrift an deine Mail Adresse.

Hmm, Hainburg liegt von meiner Achse Mainz-Darmstadt doch schon ziemlich weit
weg... da schick' ich lieber ein paar Kopien mit der Post.
Wenn ich recht habe, sollte der Geruch aber auch für ungeübte Pilznasen
deutlich unangenehm nach fauligem Kohl sein sein.
Grüße,
Wolfgang

Dank dir für deine Info

Klaus

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Re: Frage

KlausB, (vor 7418 Tagen) @ Hermine

Hallo Hermine,
dank dir für die Info.
Ich bin noch am suchen, weisst du ob im Vereinsheim auch die Bücher von Nordeloos zu finden sind?

Den Großpilze von BW habe ich zu Hause, ich werde danach nochmal vorgehen, und versuchen weitere Infos herauszufinden. Leider gibt es in dem Großpilze von BW wenig Infos zu den Mikromerkmalen, und ich vermute dass ich mir diese vor allen Dingen ansehen muß um hier weiterzukommen.

Hallo Klaus,
das Flecken der Lamellen Deines Rüblings und Deine sonstigen Angaben, auch
die Sporenmaße, passen meiner Ansicht nach zu Collybia prolixa var.
distorta, die jetzt Rhodocollybia heißt. Ein schönes Foto, allerdings mit
sehr hellen Lamellen (im Text ist beschrieben, dass sie auch bis braun
gefärbt sein können) findet sich in Großpilze Baden-Württembergs Band 3
(haben wir übrigens in der Vereinsbibliothek). Auch die Ökologie paßt zum
Mulch, der ja sehr häufig Rindenmulch von Nadelholz ist. Ich glaube, ich
sollte auch mal mulchen, damit ich so schöne Pilze im Garten finde....
Gruß
Hermine

Gruß

Klaus

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Dankeschön

Gelbfieber, (vor 7418 Tagen) @ KlausB

Hallo und guten Tag Klaus,

vielen Dank für die Aufschlüsselung der Kürzel – da hab ich wieder etwas dazugelernt.
Wie du schon geschrieben hast, ist die Zuordnung, und das sehe ich auch so, das schwierigste bei der Mikroskopie.
Das du mit einem Programm die hohe Messgenauigkeit hinbekommst war mir schon klar. Verwirrt hat mich das du offensichtlich die Sporen in der Vergrößerung 400 fach misst.
Mal schauen ob ich einen Mikroskopierkurs im Schwarzwald belege denn es nützt ja nichts wenn ich das was ich gesehen/geknipst habe nicht zuordnen kann.

Eine gute Zeit und mikroskopische Grüße
Gelbfieber