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Südtirol, Bilder und ein Rätsel *PIC*

Roswitha, (vor 7395 Tagen)

Letzte Woche Südtirol im Kurzdurchgang:
Herrliche Sonne, Temperaturen um 30° C, wenig Pilze.

Erster Fund auf einer Pässefahrt (Albula/Schweiz):

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Ein Pärchen Mistkahlköpfe (Psylocybe coprophila)
und gleich daneben ein unbestimmter Täubling:

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Dann war erst mal pilzfrei, dafür gab's Flugtiere auf Stachelpflanzen

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Nach abendlichen Gewittern entlang eines Waales (alter Bewässerungsgraben)
dann doch fündig geworden: Ein grauer Scheidenstreifling, eine Stelle mit etwa 100 Roßhaarschwindlingen, ein Lärchenstumpf mit schuppigen Sägeblättlingen, wenige ockerbraune Trichterlinge und viele Weißtäublinge, die den Waldboden hochhoben. Dann gab es noch diese Pilzblume:

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Ein schöner Schwefelporling.

Der Pilz auf den folgenden Bildern ist für mich ein großes Rätsel.
Er wuchs nicht etwa auf Moos sondern auf einem bemoosten Baumstumpf, vermutlich Fichte.

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Er sieht so markant aus, dass es eigentlich keine Verwechslung geben kann, wenn man weiß, was es ist. Ich weiß es nicht. Ich hoffe ihr könnt das Rätsel für mich lösen.

Im Übrigen ist das Pilzesammeln in Südtirol sehr strickt geregelt. Siehe
http://www.sudtirol.com/de/pilzesammeln.htm
Das hätte ganz schön teuer werden könne, wenn es etwas Lohnendes zu Sammeln gegeben hätte. Ich habe von diesen "Pilzsammelregelungen" erst am letzten Tag erfahren.

Nachtrag: Im Nationalpark Stilfser Joch (im Martelltal) gab es knapp unter der Baumgrenze einige normalerweise gut eßbare Röhrlinge. Aber da ist Sammeln sowieso verboten (ist auch gut so, bei den Menschenmassen, die da durchlaufen oder -wandern) und die Camera hatte ich auch vergessen.

Liebe Nachurlaubsgrüße

Roswitha

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel

DirkW, (vor 7395 Tagen) @ Roswitha

hallo roswitha, für eine psilocybe müssten die lamellen eigentlich breit angewachsen sein. ich denke, dass es sich bei deinem dung-bewohner um eine panaeolus-art handelt, wahrscheinlich den glocken-düngerling, dessen velum-reste am hutrand man gut erkennen kann.
viele grüße
dirk

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel

Mischi, (vor 7394 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha

Könnte der Rätselpilz nicht etwa der Stumpf eines vor ein paar Tagen abgechnittenen Schafporlings sein? Hab nämlich vor 2 Wochen in den Ferien im Wallis auch welche gefunden. Mir scheint, der Saft quillt aus der Schnittstelle...

Gruss, Michel

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel

Trametenlotti, (vor 7394 Tagen) @ Mischi

Hallo Roswitha

Könnte der Rätselpilz nicht etwa der Stumpf eines vor ein paar Tagen
abgeschnittenen Schafporlings sein?

Mich erinnert er an einen jungen Berg- oder Riesenporling.

Wie immer: ohne Gewehr.

Ligrü Lotte

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel *PIC*

Roswitha, (vor 7394 Tagen) @ DirkW

hallo roswitha, für eine psilocybe müssten die lamellen eigentlich breit
angewachsen sein. ich denke, dass es sich bei deinem dung-bewohner um eine
panaeolus-art handelt, wahrscheinlich den glocken-düngerling, dessen
velum-reste am hutrand man gut erkennen kann.
viele grüße
dirk

Hallo Dirk,

hier ein Auszug aus der Beschreibung von E. Gerhardt (große BLV für unterwegs):
Psilocybe coprophila:
...Hauthaut klebrig (das kann auf dem Bild nicht unbedingt erkennen), Rand oft behangen (!!), Lamellen bräunlich, dann fast schwarz, an den Flächen gescheckt, wie bei den Düngerlingen (Paneolus), Schneide weiß (!!!); Stiel gelblich bis bräunlich, flockig faserig, manchmal mit schwacher Ringzone....

Blöde Frage: Wie hast du gesehen, wie die Lamellen angewachsen sind, wenn der der Hut nicht ganz aufgeschirmt ist und es kein Schnittbild gibt?

Ich habe den gleichen Pilz schon im letzten September in Südtirol auf einer Alm
auch oberhalb der Baumgrenze gefunden, in vielen Kuhfladen, allerdings waren sie damals schon ziemlich vertrocknet und die Fotos sind nicht so toll:

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Ich bin ziemlich sicher, dass es Psilocybe coprophila ist.

Viele Grüße
Roswitha

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel

Roswitha, (vor 7394 Tagen) @ Mischi

Hallo Roswitha
Könnte der Rätselpilz nicht etwa der Stumpf eines vor ein paar Tagen
abgechnittenen Schafporlings sein? Hab nämlich vor 2 Wochen in den Ferien
im Wallis auch welche gefunden. Mir scheint, der Saft quillt aus der
Schnittstelle...
Gruss, Michel

Hallo Michel,
den Schaf-Porling hab' ich schon mal im Bayerischen Wald gefunden, das glaube ich eher nicht.
Es könnte eher ein abgeschnittener Semmel-Porling sein. Den habe ich zwar noch nie gesehen, aber von der Beschreibung her könnte es passen.

Danke für den Tip.

Viele Grüße
Roswitha

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel

DirkW, (vor 7394 Tagen) @ Roswitha

hallo roswitha,

ich denke nicht, dass es sich bei den gezeigten pilzen um die gleiche art handelt. die beiden letzten bilder verleiten eher zu noch mehr spekulationen, da man die hutunterseite nicht sieht. im schlimmsten fall könnte es sich sogar um drei verschiedene gattungen handeln (selbst agrocybe, stropharia und conocybe wären noch im bereich des möglichen ...).
beim zweiten bild ist eine schwache ringzone zu erkennen (kann also gut der mist-kahlkopf sein), in den bildern des ersten beitrages nicht. dort passen auch glockiger hut, dunkle hutfarbe und faserige oberfläche überhaupt nicht zu der psilocybe, die zwar velumreste, aber nicht so regelmäßig-dreieckförmige besitzt, auch die lamellen sind zu eng.
viele grüße
dirk

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel *PIC*

Roswitha, (vor 7393 Tagen) @ DirkW

hallo roswitha,
ich denke nicht, dass es sich bei den gezeigten pilzen um die gleiche art
handelt. die beiden letzten bilder verleiten eher zu noch mehr
spekulationen, da man die hutunterseite nicht sieht. im schlimmsten fall
könnte es sich sogar um drei verschiedene gattungen handeln (selbst
agrocybe, stropharia und conocybe wären noch im bereich des möglichen
...).
beim zweiten bild ist eine schwache ringzone zu erkennen (kann also gut der
mist-kahlkopf sein), in den bildern des ersten beitrages nicht. dort
passen auch glockiger hut, dunkle hutfarbe und faserige oberfläche
überhaupt nicht zu der psilocybe, die zwar velumreste, aber nicht so
regelmäßig-dreieckförmige besitzt, auch die lamellen sind zu eng.
viele grüße
dirk

Hallo Dirk,

du hast mich ganz schön verwirrt. Noch viel mehr verwirrt hat mich allerdings das Studium der mir zur Verfügung stehenden Pilzliteratur. Ich habe überwiegend nach Psilocybe geschaut, aber nicht, weil ich ein "Psyco-Freak"
bin, die Lektüre von Georgs Erfahrungsbericht und Martin Sutters sehr lesenswertem Buch "Die dunkle Seite des Mondes" haben mir vollauf genügt.

Psilocybe coprophila habe ich in 7 Büchern beschrieben gefunden, 5 mal mit Foto, einmal gezeichnet (Parey). Die Beschreibungen sind dabei so unterschiedlich, dass man sich fragt, ob es sich um den selben Pilz handelt.
So ist z. B. bei Dähnke (1200 Pilze) der Hutrand gerieft, bei Gerhardt ungerieft, 2 mal sind die Lamellen gedrängt, breit, bei Dähnke: breit, weit.
Der Geruch ist zweimal unbedeutend, einmal unauffällig pilzigartig, dann wieder stark pilzig. Die Hutform: halbkugelig bis konvex, dann halbkugelig bis
glockig, oft auch gebuckelt, bei Winkler: glockig bis halbkugelig.
Und so weiter. Auch die Fotos weichen zum Teil stark voneinander ab.
Hätte ich die Dähnke Fotos zuerst gesehen, wäre ich nie auf die Idee
gekommen, einen Mist-Kahlkopf fotografiert zu haben. Selbst wenn ich die Pilze in Natura hier hätte, und mal angenommen, es wären wirklich Mist-Kahlköpfe, könnte ich sie durch die abweichenden Beschreibungen doch gar nicht richtig zuordnen.

Bei einer Sache bin ich mir allerdings sicher: Die Pilze, die ich im letzten Jahr gefunden habe, waren alle von einer Art, es gab davon hunderte und sie wuchsen in der Regel so:
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Andere Fotos gibt es nicht, ich habe damals gerade mit dem Fotografieren angefangen und viel scharfes Gras mit unscharfen Pilzen aufgenommen.
(Passiert heute auch noch manchmal, aber wesentlich seltener.)

Nach diesen Erfahrungen sollte die Bildunterschrift zu den diesjährigen aus den Kuhfladen herauswachsenden Pilzen wohl lauten:
Ein Pärchen Dunkelblättler.

Viele Grüße
Roswitha

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel

Abt, (vor 7391 Tagen) @ Roswitha

Liebe Roswitha,
ich glaube auch an den Semmelporling.
Gruß,
Marcel

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel

Andreas ⌂, (vor 7391 Tagen) @ Roswitha

Hallo,

Ein Pärchen Mistkahlköpfe (Psylocybe coprophila)

Ich würde das für Düngerlinge halten, denn die Art des velums ist ganz typisch für z.B. den Glocken-Düngerling. Ebenso die Hutform und vor allem die trockene, hygrophane Oberflächenstruktur. All das gibt es so bei den Kahlköpfen nicht-

und gleich daneben ein unbestimmter Täubling:

Das ist auf jeden Fall einer aus der Speitäublings-Gruppe und da es aus dem alpinen Bereich ist kann man fast sicher Russula nana dazu sagen. Jedenfalls wenn es oberhalb der Baumgrenze war, denn Russula nana macht Mykorrhiza mit den Kriechweiden dort.

Der Pilz auf den folgenden Bildern ist für mich ein großes Rätsel.
Er wuchs nicht etwa auf Moos sondern auf einem bemoosten Baumstumpf,
vermutlich Fichte.
Er sieht so markant aus, dass es eigentlich keine Verwechslung geben kann,
wenn man weiß, was es ist. Ich weiß es nicht. Ich hoffe ihr könnt das
Rätsel für mich lösen.

Ich vermute eher, dass es sich hier um Osteina obducta handelt, den Knochen-Porling. Gibt's glaube ich nur im Gebirge. In Pilze der Schweiz ist ein Bild drin, kann leider nicht nachschlagen weil meine Literatur noch teilweise im Kofferraum ist ....

beste Grüße,
Andreas

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Täubling *PIC*

Roswitha, (vor 7391 Tagen) @ Andreas


Das ist auf jeden Fall einer aus der Speitäublings-Gruppe und da es aus dem
alpinen Bereich ist kann man fast sicher Russula nana dazu sagen.
Jedenfalls wenn es oberhalb der Baumgrenze war, denn Russula nana macht
Mykorrhiza mit den Kriechweiden dort.

beste Grüße,
Andreas

Jawohl, er wuchs oberhalb der Baumgrenze und auf dieser Weide gab es eine große Pflanzenvielfalt (leider kannte ich nur einen geringen Teil davon).
Hier noch ein Foto vom Hut:

[image]

Liebe Grüße
Roswitha

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Re: Südtirol, Bilder und ein Rätsel

proletus, (vor 7376 Tagen) @ Roswitha

Letzte Woche Südtirol im Kurzdurchgang: Herrliche Sonne, Temperaturen um 30°
C, wenig Pilze.
Erster Fund auf einer Pässefahrt (Albula/Schweiz):

Ein Pärchen Mistkahlköpfe (Psylocybe coprophila)
und gleich daneben ein unbestimmter Täubling:
Dann war erst mal pilzfrei, dafür gab's Flugtiere auf Stachelpflanzen

Nach abendlichen Gewittern entlang eines Waales (alter Bewässerungsgraben)
dann doch fündig geworden: Ein grauer Scheidenstreifling, eine Stelle mit
etwa 100 Roßhaarschwindlingen, ein Lärchenstumpf mit schuppigen
Sägeblättlingen, wenige ockerbraune Trichterlinge und viele Weißtäublinge,
die den Waldboden hochhoben. Dann gab es noch diese Pilzblume:
Ein schöner Schwefelporling.
Der Pilz auf den folgenden Bildern ist für mich ein großes Rätsel.
Er wuchs nicht etwa auf Moos sondern auf einem bemoosten Baumstumpf,
vermutlich Fichte.


Er sieht so markant aus, dass es eigentlich keine Verwechslung geben kann,
wenn man weiß, was es ist. Ich weiß es nicht. Ich hoffe ihr könnt das
Rätsel für mich lösen.
Im Übrigen ist das Pilzesammeln in Südtirol sehr strickt geregelt. Siehe
http://www.sudtirol.com/de/pilzesammeln.htm
Das hätte ganz schön teuer werden könne, wenn es etwas Lohnendes zu Sammeln
gegeben hätte. Ich habe von diesen "Pilzsammelregelungen" erst
am letzten Tag erfahren.
Nachtrag: Im Nationalpark Stilfser Joch (im Martelltal) gab es knapp unter
der Baumgrenze einige normalerweise gut eßbare Röhrlinge. Aber da ist
Sammeln sowieso verboten (ist auch gut so, bei den Menschenmassen, die da
durchlaufen oder -wandern) und die Camera hatte ich auch vergessen.
Liebe Nachurlaubsgrüße
Roswitha

Hallo Roswitha
Das ist ja fast unglaublich. Wenn ich nicht auf Deinen Link gedrückt hätte, würd ich´s nicht fassen. Gebühr für Pilzesammeln?
Erstaunter gruss proletus