aktuelle Knollenblätterpilzvergiftungen

Ingo, (vor 7353 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,

in letzter Zeit häufen sich hier die Fragen nach dem Speisewert einiger Pilzarten.
Weiterhin kam das Thema Pilzvergiftungen im Zusammenhang mit guten Arten
zur Sprache. Ungekrönter Spitzenreiter ist wie so oft der Hallimasch. Das ist kein Wunder,
da die Hallimaschbüschel in einigen Regionen momentan massenhaft erscheinen.

Was mir aber momentan unter den Nägeln brennt, ist ein anderes Thema.
Leider fand gestern im Rahmen des Beitrages zu einem tollen Fund eines Ochsenröhrlings
einer kleiner Nebendisput statt, dem meiner Meinung nach wesentlich mehr Aufmerksamkeit
gebühren muss. Daher möchte ich dem Thema hier nochmal die ihm gebührende Aufmerk-
samkeit verschaffen.

Es geht mir um die 12 Vergiftungen mit dem Phalloides Syndrom in Westdeutschland.
Verglichen mit diesen Vergiftungen sind die Hallimaschallergien etwa so einzuordnen
wie ein gebrochener Zeh. Tut weh - wird aber wieder!

Leider konnte bisher niemand einen der betreffenden Beitrage der Tagespresse hierher
verlinken. Daher hier nochmal kurz der Grundtenor der Beiträge:
Es handelte sich bei den Vergiftungsopfern angeblich um Spätaussiedler aus dem Bereich der
ehemaligen SU, die bei der Suche nach Grünlingen Grüne Knollenblätterpilze als solche
erkannt und verwertet haben wollen. Vorneweg – es geht mir hier nicht um den Grünling.
Der von dieser Art möglicherweise verursachte Muskelschwund scheint nach den letzten
Berichten, rechtzeitig erkannt, auch erfolgreich zu kurieren sein.

In meiner ersten Reaktion auf den gestrigen Bericht befand ich, dass eine Verwechslung
von Amanita phalloides mit Tricholoma equestre eigentlich unmöglich sein sollte.
Daher verwies ich auf einen mir bekannten Artikel, nachdem es eher wahrscheinlich ist,
dass die Neubürger es auf den Gelben Knollenblätterpilz abgesehen hatten.

Ich habe mich gestern mal in meiner Literatursammlung umgesehen und den fraglichen
Beitrag auch gefunden. Erschienen ist er im “Tintling“ Nr. 28 vom 27.Oktober 2001.

Der Beitrag stammt von dem bekannten Sachverständigen für Pilzvergiftungen,
Herrn Harry Andersson aus Braunschweig, der unter anderem auch für das Giftinformations-
zentrum Nord in Göttingen tätig ist. Herr Andersson veröffentlichte in jenem Beitrag seine
Erkenntnisse, die er in einem, seinerzeit, aktuellen Vergiftungsfall mit ebenfalls zwei
vergifteten Spätaussiedlern machte. So kam Herr Andersson zu dem Schluss, dass sich die
betreffenden Personen eben nicht mit Knollenblätterpilzen vergifteten, weil sie diese mit allseits
bekannten Speisepilzen verwechselt hatten. Wozu denn auch. Diese Speisepilze kommen auch in
Osteuropa zum Teil häufig vor, sind dort gut bekannt und in der Regel auch gängige
Marktpilze. Als Verursacher wurde vielmehr eine Art ermittelt, die hierzulande keinerlei
Speisewert hat und in der Literatur häufig auch als Giftpilz eingestuft wurde – grundlos
übrigens, wie aktuelle Untersuchungen ans Licht brachten, nämlich Amanita citrina.

Der gelbe Knollenblätterpilz scheint zumindest nach aktuellen Erkenntnissen In Osteuropa ein
häufiger Pilz zu sein. Wogegen die Verbreitung des Grünen Knollenblätterpilzes gen Osten abzunehmen
scheint.
Das halte ich ebenfalls für eine logische, wenn auch für die umgesiedelten Gewohnheitssammler
bedrohliche Erklärung. Ich möchte auch davor warnen (wenn ich das darf?), die neuen Mitbürger
in dieser Hinsicht zu unterschätzen.
So veröffentlichte Herr Dr. Amalang von der UNI Greifswald vor einiger Zeit, ebenfalls im “Tintling“,
einen umfangreichen Bericht, nachdem er verschiedene Gebiete in Russland bereist hatte.
Im Wesentlichen kommt er zu dem Ergebnis, dass die Leute dort auf Pilze als Nahrungsergänzung
angewiesen sind und auch Arten verwerten, die hierzulande maximal noch als Foto im Forum herhalten
dürfen. Allerdings sollen sich die Menschen dort sehr wohl bewusst sein, was sie sammeln und wie
sie es am besten verwerten können. Selbst in armen Regionen möchte sich sicher niemand
seine Gesundheit zerstören. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Gesundheitssystem dort
mit unserem nicht vergleichbar ist.

Soweit zu den Zitaten aus der mir vorliegenden Literatur.

Mein Problem ist nun folgendes:
Scheinbar werden die Grünen Knollenblätterpilze hierzulande von einigen Spätaussiedlern mit
anderen, essbaren Wulstlingen verwechselt. Allein aus dem Grund, dass der Giftpilz dort nicht
vorkommt und diese Leute keinerlei Kenntnis von der Gefahr für Leib und Leben haben.

Ich weiß nicht, ob nach den seinerzeitigen Vergiftungsfällen irgendwelche vorbeugende
Maßnahmen erfolgten. Wenn welche erfolgten, dann ohne Wirkung, wie die aktuellen
Vergiftungsfälle zeigen.

Wäre es nicht möglich, bei dem ganzen Wust an Billigveröffentlichungen, die zur Zeit
im Buchhandel kursieren, wenigstens von verantwortlicher Stelle aus ein bebildertes
Informationsblatt für die Mitbürger, nach Möglichkeit in russischer Sprache, zu erstellen
und an diese zu verteilen?
Was würde so was kosten? Sicher doch keine 500.000,-€ - oder?

In einem aktuellen Artikel habe ich gelesen, dass eine Vergiftungsbehandlung mit dem
Phalloides - Syndrom im Schnitt ca. 10.000,-€ kosten soll. Allein aus finanzieller Sicht
sollte es doch im Interesse der Krankenkassen liegen, solche Kosten zu vermeiden.

Wäre das eigentlich nicht auch einmal ein praxisbezogenes Thema, wo die DGfM überregional
Profil zeigen und auf ihre Kompetenzen in Sachen Pilze verweisen könnte?
Und nebenbei – geht es nicht auch um Menschenleben?!

Ingo

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"Geht es nicht auch um Menschenleben?"

Heinz Ebert ⌂, (vor 7353 Tagen) @ Ingo

Ich weiß nicht wie oft diese Problematik an das Bundesgesundheitsministerium herangetragen worden ist. Dies ist jedoch die zuständige Stelle für diese Aufklärung.
Ein entsprechendes Aufklärungs-Faltblatt gab es schon Anfang der 30-er Jahre.
Im Übrigen denke ich nicht, dass es Amanita citrina ist, die für Verwechslungen verantwortlich ist, und auch nicht Tricholoma flavovirens (=equestre), und auch nicht T. sejunctum, sondern ein grüner (Hutoberfläche) Scheidenstreifling, der in Russland häufig zu sein scheint und oft gegessen wird.
WIR WISSEN DOCH: Unkundige "Pilzexperten" schauen sich die Fruchtkörper nur von oben an! Anatomische Merkmale wie Lamellenfarbe, Manschette (+-) und "Knolle" (+-) werden gar nicht beachtet, und sie sind durch unsachgemäßes Sammeln (z.B. Abschneiden) oft auch gar nicht mehr vorhanden.
Die notwendige Aufklärungsarbeit könnte sicher die DGfM leisten, wenn sie "es sich leisten" könnte, denn so etwas ist doch immer mit Kosten verbunden.
Die entsprechende Frage ist also an das Bundesgesundheitsministerium, oder noch viel besser an den Verband der Krankenversicherungen zu richten, denn das erstere hat eine bestimmte Verantwortlichkeit, und der letztere würde im Hinblick auf die enormen Behandlungskosten ganz sicher durch Ausgabenminimierung profitieren.
Aber wenn nix passiert, und man hat aber vorgebeugt, dann sind ja die Profite minimiert, und verhütete Kosten sind bekannterweise nicht nachweisbar. So wird jedenfalls heute gerechnet.
Und so gesehen wird es lustig so weitergehen wie bisher. Die paar Pilztoten gehen statistisch gesehen unter!
Man höre auf, sich darüber Gedanken zu machen (ich habe diesbezüglich längst resigniert).
Beste Grüße, Heinz Ebert

Hallo Pilzfreunde,
in letzter Zeit häufen sich hier die Fragen nach dem Speisewert einiger
Pilzarten.
Weiterhin kam das Thema Pilzvergiftungen im Zusammenhang mit guten Arten
zur Sprache. Ungekrönter Spitzenreiter ist wie so oft der Hallimasch. Das ist
kein Wunder,
da die Hallimaschbüschel in einigen Regionen momentan massenhaft erscheinen.
Was mir aber momentan unter den Nägeln brennt, ist ein anderes Thema.
Leider fand gestern im Rahmen des Beitrages zu einem tollen Fund eines
Ochsenröhrlings
einer kleiner Nebendisput statt, dem meiner Meinung nach wesentlich mehr
Aufmerksamkeit
gebühren muss. Daher möchte ich dem Thema hier nochmal die ihm gebührende
Aufmerk-
samkeit verschaffen.
Es geht mir um die 12 Vergiftungen mit dem Phalloides Syndrom in
Westdeutschland.
Verglichen mit diesen Vergiftungen sind die Hallimaschallergien etwa so
einzuordnen
wie ein gebrochener Zeh. Tut weh - wird aber wieder!
Leider konnte bisher niemand einen der betreffenden Beitrage der Tagespresse
hierher
verlinken. Daher hier nochmal kurz der Grundtenor der Beiträge: Es handelte
sich bei den Vergiftungsopfern angeblich um Spätaussiedler aus dem Bereich
der
ehemaligen SU, die bei der Suche nach Grünlingen Grüne Knollenblätterpilze
als solche
erkannt und verwertet haben wollen. Vorneweg – es geht mir hier nicht um den
Grünling.
Der von dieser Art möglicherweise verursachte Muskelschwund scheint nach den
letzten
Berichten, rechtzeitig erkannt, auch erfolgreich zu kurieren sein.
In meiner ersten Reaktion auf den gestrigen Bericht befand ich, dass eine
Verwechslung
von Amanita phalloides mit Tricholoma equestre eigentlich unmöglich sein
sollte.
Daher verwies ich auf einen mir bekannten Artikel, nachdem es eher
wahrscheinlich ist,
dass die Neubürger es auf den Gelben Knollenblätterpilz abgesehen hatten.
Ich habe mich gestern mal in meiner Literatursammlung umgesehen und den
fraglichen
Beitrag auch gefunden. Erschienen ist er im “Tintling“ Nr. 28 vom 27.Oktober
2001.
Der Beitrag stammt von dem bekannten Sachverständigen für Pilzvergiftungen,
Herrn Harry Andersson aus Braunschweig, der unter anderem auch für das
Giftinformations-
zentrum Nord in Göttingen tätig ist. Herr Andersson veröffentlichte in jenem
Beitrag seine
Erkenntnisse, die er in einem, seinerzeit, aktuellen Vergiftungsfall mit
ebenfalls zwei
vergifteten Spätaussiedlern machte. So kam Herr Andersson zu dem Schluss,
dass sich die
betreffenden Personen eben nicht mit Knollenblätterpilzen vergifteten, weil
sie diese mit allseits
bekannten Speisepilzen verwechselt hatten. Wozu denn auch. Diese Speisepilze
kommen auch in
Osteuropa zum Teil häufig vor, sind dort gut bekannt und in der Regel auch
gängige
Marktpilze. Als Verursacher wurde vielmehr eine Art ermittelt, die
hierzulande keinerlei
Speisewert hat und in der Literatur häufig auch als Giftpilz eingestuft wurde
– grundlos
übrigens, wie aktuelle Untersuchungen ans Licht brachten, nämlich Amanita
citrina.
Der gelbe Knollenblätterpilz scheint zumindest nach aktuellen Erkenntnissen
In Osteuropa ein
häufiger Pilz zu sein. Wogegen die Verbreitung des Grünen
Knollenblätterpilzes gen Osten abzunehmen
scheint.
Das halte ich ebenfalls für eine logische, wenn auch für die umgesiedelten
Gewohnheitssammler
bedrohliche Erklärung. Ich möchte auch davor warnen (wenn ich das darf?), die
neuen Mitbürger
in dieser Hinsicht zu unterschätzen.
So veröffentlichte Herr Dr. Amalang von der UNI Greifswald vor einiger Zeit,
ebenfalls im “Tintling“,
einen umfangreichen Bericht, nachdem er verschiedene Gebiete in Russland
bereist hatte.
Im Wesentlichen kommt er zu dem Ergebnis, dass die Leute dort auf Pilze als
Nahrungsergänzung
angewiesen sind und auch Arten verwerten, die hierzulande maximal noch als
Foto im Forum herhalten
dürfen. Allerdings sollen sich die Menschen dort sehr wohl bewusst sein, was
sie sammeln und wie
sie es am besten verwerten können. Selbst in armen Regionen möchte sich
sicher niemand
seine Gesundheit zerstören. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das
Gesundheitssystem dort
mit unserem nicht vergleichbar ist.
Soweit zu den Zitaten aus der mir vorliegenden Literatur.
Mein Problem ist nun folgendes: Scheinbar werden die Grünen
Knollenblätterpilze hierzulande von einigen Spätaussiedlern mit
anderen, essbaren Wulstlingen verwechselt. Allein aus dem Grund, dass der
Giftpilz dort nicht
vorkommt und diese Leute keinerlei Kenntnis von der Gefahr für Leib und Leben
haben.
Ich weiß nicht, ob nach den seinerzeitigen Vergiftungsfällen irgendwelche
vorbeugende
Maßnahmen erfolgten. Wenn welche erfolgten, dann ohne Wirkung, wie die
aktuellen
Vergiftungsfälle zeigen.
Wäre es nicht möglich, bei dem ganzen Wust an Billigveröffentlichungen, die
zur Zeit
im Buchhandel kursieren, wenigstens von verantwortlicher Stelle aus ein
bebildertes
Informationsblatt für die Mitbürger, nach Möglichkeit in russischer Sprache,
zu erstellen
und an diese zu verteilen?
Was würde so was kosten? Sicher doch keine 500.000,-€ - oder?
In einem aktuellen Artikel habe ich gelesen, dass eine Vergiftungsbehandlung
mit dem
Phalloides - Syndrom im Schnitt ca. 10.000,-€ kosten soll. Allein aus
finanzieller Sicht
sollte es doch im Interesse der Krankenkassen liegen, solche Kosten zu
vermeiden.
Wäre das eigentlich nicht auch einmal ein praxisbezogenes Thema, wo die DGfM
überregional
Profil zeigen und auf ihre Kompetenzen in Sachen Pilze verweisen könnte?
Und nebenbei – geht es nicht auch um Menschenleben?!
Ingo

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Re: "Geht es nicht auch um Menschenleben?"

Pilzmichel, (vor 7353 Tagen) @ Heinz Ebert

Ich erlaube mir mal, meinen Beitrag aus einem anderen Thread hier herüber zu kopieren:

Von einem ähnlichen Problem wird hier

http://americanmushrooms.com/deathcap.htm

aus den USA berichtet. Dort scheinen sich Vergiftungsfälle fast ausschliesschlich auf Einwanderer aus Südostasien zu beschränken, wo es den grünen Knolli nicht gibt, dafür aber wohl den Dunkelstreifigen Scheidling

Das problem scheint mir hier sehr ähnlich gelagert: man ist sich überhaupt keiner Gefahr (zumindest nicht dieser potentiell tödlichen) bewusst. Imo könnte hier schnelle Aufklärung wirklich mal helfen.

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ihr habt leider beide recht *oT*

manu2, (vor 7353 Tagen) @ Ingo

- kein Text -

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Re: aktuelle Knollenblätterpilzvergiftungen

proletus, (vor 7353 Tagen) @ Ingo

Hallo Pilzfreunde,
in letzter Zeit häufen sich hier die Fragen nach dem Speisewert einiger
Pilzarten.
Weiterhin kam das Thema Pilzvergiftungen im Zusammenhang mit guten Arten
zur Sprache. Ungekrönter Spitzenreiter ist wie so oft der Hallimasch. Das ist
kein Wunder,
da die Hallimaschbüschel in einigen Regionen momentan massenhaft erscheinen.
Was mir aber momentan unter den Nägeln brennt, ist ein anderes Thema.
Leider fand gestern im Rahmen des Beitrages zu einem tollen Fund eines
Ochsenröhrlings
einer kleiner Nebendisput statt, dem meiner Meinung nach wesentlich mehr
Aufmerksamkeit
gebühren muss. Daher möchte ich dem Thema hier nochmal die ihm gebührende
Aufmerk-
samkeit verschaffen.
Es geht mir um die 12 Vergiftungen mit dem Phalloides Syndrom in
Westdeutschland.
Verglichen mit diesen Vergiftungen sind die Hallimaschallergien etwa so
einzuordnen
wie ein gebrochener Zeh. Tut weh - wird aber wieder!
Leider konnte bisher niemand einen der betreffenden Beitrage der Tagespresse
hierher
verlinken. Daher hier nochmal kurz der Grundtenor der Beiträge: Es handelte
sich bei den Vergiftungsopfern angeblich um Spätaussiedler aus dem Bereich
der
ehemaligen SU, die bei der Suche nach Grünlingen Grüne Knollenblätterpilze
als solche
erkannt und verwertet haben wollen. Vorneweg – es geht mir hier nicht um den
Grünling.
Der von dieser Art möglicherweise verursachte Muskelschwund scheint nach den
letzten
Berichten, rechtzeitig erkannt, auch erfolgreich zu kurieren sein.
In meiner ersten Reaktion auf den gestrigen Bericht befand ich, dass eine
Verwechslung
von Amanita phalloides mit Tricholoma equestre eigentlich unmöglich sein
sollte.
Daher verwies ich auf einen mir bekannten Artikel, nachdem es eher
wahrscheinlich ist,
dass die Neubürger es auf den Gelben Knollenblätterpilz abgesehen hatten.
Ich habe mich gestern mal in meiner Literatursammlung umgesehen und den
fraglichen
Beitrag auch gefunden. Erschienen ist er im “Tintling“ Nr. 28 vom 27.Oktober
2001.
Der Beitrag stammt von dem bekannten Sachverständigen für Pilzvergiftungen,
Herrn Harry Andersson aus Braunschweig, der unter anderem auch für das
Giftinformations-
zentrum Nord in Göttingen tätig ist. Herr Andersson veröffentlichte in jenem
Beitrag seine
Erkenntnisse, die er in einem, seinerzeit, aktuellen Vergiftungsfall mit
ebenfalls zwei
vergifteten Spätaussiedlern machte. So kam Herr Andersson zu dem Schluss,
dass sich die
betreffenden Personen eben nicht mit Knollenblätterpilzen vergifteten, weil
sie diese mit allseits
bekannten Speisepilzen verwechselt hatten. Wozu denn auch. Diese Speisepilze
kommen auch in
Osteuropa zum Teil häufig vor, sind dort gut bekannt und in der Regel auch
gängige
Marktpilze. Als Verursacher wurde vielmehr eine Art ermittelt, die
hierzulande keinerlei
Speisewert hat und in der Literatur häufig auch als Giftpilz eingestuft wurde
– grundlos
übrigens, wie aktuelle Untersuchungen ans Licht brachten, nämlich Amanita
citrina.
Der gelbe Knollenblätterpilz scheint zumindest nach aktuellen Erkenntnissen
In Osteuropa ein
häufiger Pilz zu sein. Wogegen die Verbreitung des Grünen
Knollenblätterpilzes gen Osten abzunehmen
scheint.
Das halte ich ebenfalls für eine logische, wenn auch für die umgesiedelten
Gewohnheitssammler
bedrohliche Erklärung. Ich möchte auch davor warnen (wenn ich das darf?), die
neuen Mitbürger
in dieser Hinsicht zu unterschätzen.
So veröffentlichte Herr Dr. Amalang von der UNI Greifswald vor einiger Zeit,
ebenfalls im “Tintling“,
einen umfangreichen Bericht, nachdem er verschiedene Gebiete in Russland
bereist hatte.
Im Wesentlichen kommt er zu dem Ergebnis, dass die Leute dort auf Pilze als
Nahrungsergänzung
angewiesen sind und auch Arten verwerten, die hierzulande maximal noch als
Foto im Forum herhalten
dürfen. Allerdings sollen sich die Menschen dort sehr wohl bewusst sein, was
sie sammeln und wie
sie es am besten verwerten können. Selbst in armen Regionen möchte sich
sicher niemand
seine Gesundheit zerstören. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das
Gesundheitssystem dort
mit unserem nicht vergleichbar ist.
Soweit zu den Zitaten aus der mir vorliegenden Literatur.
Mein Problem ist nun folgendes: Scheinbar werden die Grünen
Knollenblätterpilze hierzulande von einigen Spätaussiedlern mit
anderen, essbaren Wulstlingen verwechselt. Allein aus dem Grund, dass der
Giftpilz dort nicht
vorkommt und diese Leute keinerlei Kenntnis von der Gefahr für Leib und Leben
haben.
Ich weiß nicht, ob nach den seinerzeitigen Vergiftungsfällen irgendwelche
vorbeugende
Maßnahmen erfolgten. Wenn welche erfolgten, dann ohne Wirkung, wie die
aktuellen
Vergiftungsfälle zeigen.
Wäre es nicht möglich, bei dem ganzen Wust an Billigveröffentlichungen, die
zur Zeit
im Buchhandel kursieren, wenigstens von verantwortlicher Stelle aus ein
bebildertes
Informationsblatt für die Mitbürger, nach Möglichkeit in russischer Sprache,
zu erstellen
und an diese zu verteilen?
Was würde so was kosten? Sicher doch keine 500.000,-€ - oder?
In einem aktuellen Artikel habe ich gelesen, dass eine Vergiftungsbehandlung
mit dem
Phalloides - Syndrom im Schnitt ca. 10.000,-€ kosten soll. Allein aus
finanzieller Sicht
sollte es doch im Interesse der Krankenkassen liegen, solche Kosten zu
vermeiden.
Wäre das eigentlich nicht auch einmal ein praxisbezogenes Thema, wo die DGfM
überregional
Profil zeigen und auf ihre Kompetenzen in Sachen Pilze verweisen könnte?
Und nebenbei – geht es nicht auch um Menschenleben?!
Ingo

Hi Ingo
Die Rus sammeln den Pilz (Amanita citrina) wegen seiner halluzionogen Wirkung.
Das es da zu Verwechslungen mit phalloides kommen kann liegt vielleicht an der Menge des Wodkasyndroms. Um die Krankenkassen bezüglichen Kosten zu senken, wäre es denkbar jedem unsachgemäss Informierten einen sachlich informierten zur Seite zu stellen.
Mit LG Chris

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Re: aktuelle Knollenblätterpilzvergiftungen

Jochen Girwert, (vor 7352 Tagen) @ proletus

Hallo Chris,

es kommt nichts Gutes dabei heraus, wenn man anderen Leuten oder Völkern bestimmte Eigenschaften/Unsitten unterjubelt. Es ist mir auch sonst nicht klar, was Du eigentlich sagen willst.

Gruß, Jochen.

Hi Ingo
Die Rus sammeln den Pilz (Amanita citrina) wegen seiner halluzionogen
Wirkung.
Das es da zu Verwechslungen mit phalloides kommen kann liegt vielleicht an
der Menge des Wodkasyndroms. Um die Krankenkassen bezüglichen Kosten zu
senken, wäre es denkbar jedem unsachgemäss Informierten einen sachlich
informierten zur Seite zu stellen.
Mit LG Chris

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Re: aktuelle Knollenblätterpilzvergiftungen

Steininger, (vor 7352 Tagen) @ proletus

Hi Ingo
Die Rus sammeln den Pilz (Amanita citrina) wegen seiner halluzionogen
Wirkung.
Das es da zu Verwechslungen mit phalloides kommen kann liegt vielleicht an
der Menge des Wodkasyndroms. Um die Krankenkassen bezüglichen Kosten zu
senken, wäre es denkbar jedem unsachgemäss Informierten einen sachlich
informierten zur Seite zu stellen.
Mit LG Chris

Hallo Chris,
auch wenn dein Beitrag ironisch gemeint sein sollte(?),finde ich ihn ziemlich "daneben". :-@
Gruß!
Wolfgang

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Re: aktuelle Knollenblätterpilzvergiftungen

Piwo, (vor 7352 Tagen) @ proletus

Hi Ingo
Die Rus sammeln den Pilz (Amanita citrina) wegen seiner halluzionogen
Wirkung.
Das es da zu Verwechslungen mit phalloides kommen kann liegt vielleicht an
der Menge des Wodkasyndroms. Um die Krankenkassen bezüglichen Kosten zu
senken, wäre es denkbar jedem unsachgemäss Informierten einen sachlich
informierten zur Seite zu stellen.
Mit LG Chris

hallo Chris,

wo hast das her, daß A. citrina halluzinogene Wirkung haben soll? Für mich ist diese Aussage neu. Habe ich da was Wichtiges verpennt?

Gruß
Piwo

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Re: aktuelle Knollenblätterpilzvergiftungen

Waldschrat, (vor 7352 Tagen) @ Ingo

Hallo Pilzfreunde,
in letzter Zeit häufen sich hier die Fragen nach dem Speisewert einiger
Pilzarten.
Weiterhin kam das Thema Pilzvergiftungen im Zusammenhang mit guten Arten
zur Sprache. Ungekrönter Spitzenreiter ist wie so oft der Hallimasch. Das ist
kein Wunder,
da die Hallimaschbüschel in einigen Regionen momentan massenhaft erscheinen.
Was mir aber momentan unter den Nägeln brennt, ist ein anderes Thema.
Leider fand gestern im Rahmen des Beitrages zu einem tollen Fund eines
Ochsenröhrlings
einer kleiner Nebendisput statt, dem meiner Meinung nach wesentlich mehr
Aufmerksamkeit
gebühren muss. Daher möchte ich dem Thema hier nochmal die ihm gebührende
Aufmerk-
samkeit verschaffen.
Es geht mir um die 12 Vergiftungen mit dem Phalloides Syndrom in
Westdeutschland.
Verglichen mit diesen Vergiftungen sind die Hallimaschallergien etwa so
einzuordnen
wie ein gebrochener Zeh. Tut weh - wird aber wieder!
Leider konnte bisher niemand einen der betreffenden Beitrage der Tagespresse
hierher
verlinken. Daher hier nochmal kurz der Grundtenor der Beiträge: Es handelte
sich bei den Vergiftungsopfern angeblich um Spätaussiedler aus dem Bereich
der
ehemaligen SU, die bei der Suche nach Grünlingen Grüne Knollenblätterpilze
als solche
erkannt und verwertet haben wollen. Vorneweg – es geht mir hier nicht um den
Grünling.
Der von dieser Art möglicherweise verursachte Muskelschwund scheint nach den
letzten
Berichten, rechtzeitig erkannt, auch erfolgreich zu kurieren sein.
In meiner ersten Reaktion auf den gestrigen Bericht befand ich, dass eine
Verwechslung
von Amanita phalloides mit Tricholoma equestre eigentlich unmöglich sein
sollte.
Daher verwies ich auf einen mir bekannten Artikel, nachdem es eher
wahrscheinlich ist,
dass die Neubürger es auf den Gelben Knollenblätterpilz abgesehen hatten.
Ich habe mich gestern mal in meiner Literatursammlung umgesehen und den
fraglichen
Beitrag auch gefunden. Erschienen ist er im “Tintling“ Nr. 28 vom 27.Oktober
2001.
Der Beitrag stammt von dem bekannten Sachverständigen für Pilzvergiftungen,
Herrn Harry Andersson aus Braunschweig, der unter anderem auch für das
Giftinformations-
zentrum Nord in Göttingen tätig ist. Herr Andersson veröffentlichte in jenem
Beitrag seine
Erkenntnisse, die er in einem, seinerzeit, aktuellen Vergiftungsfall mit
ebenfalls zwei
vergifteten Spätaussiedlern machte. So kam Herr Andersson zu dem Schluss,
dass sich die
betreffenden Personen eben nicht mit Knollenblätterpilzen vergifteten, weil
sie diese mit allseits
bekannten Speisepilzen verwechselt hatten. Wozu denn auch. Diese Speisepilze
kommen auch in
Osteuropa zum Teil häufig vor, sind dort gut bekannt und in der Regel auch
gängige
Marktpilze. Als Verursacher wurde vielmehr eine Art ermittelt, die
hierzulande keinerlei
Speisewert hat und in der Literatur häufig auch als Giftpilz eingestuft wurde
– grundlos
übrigens, wie aktuelle Untersuchungen ans Licht brachten, nämlich Amanita
citrina.
Der gelbe Knollenblätterpilz scheint zumindest nach aktuellen Erkenntnissen
In Osteuropa ein
häufiger Pilz zu sein. Wogegen die Verbreitung des Grünen
Knollenblätterpilzes gen Osten abzunehmen
scheint.
Das halte ich ebenfalls für eine logische, wenn auch für die umgesiedelten
Gewohnheitssammler
bedrohliche Erklärung. Ich möchte auch davor warnen (wenn ich das darf?), die
neuen Mitbürger
in dieser Hinsicht zu unterschätzen.
So veröffentlichte Herr Dr. Amalang von der UNI Greifswald vor einiger Zeit,
ebenfalls im “Tintling“,
einen umfangreichen Bericht, nachdem er verschiedene Gebiete in Russland
bereist hatte.
Im Wesentlichen kommt er zu dem Ergebnis, dass die Leute dort auf Pilze als
Nahrungsergänzung
angewiesen sind und auch Arten verwerten, die hierzulande maximal noch als
Foto im Forum herhalten
dürfen. Allerdings sollen sich die Menschen dort sehr wohl bewusst sein, was
sie sammeln und wie
sie es am besten verwerten können. Selbst in armen Regionen möchte sich
sicher niemand
seine Gesundheit zerstören. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das
Gesundheitssystem dort
mit unserem nicht vergleichbar ist.
Soweit zu den Zitaten aus der mir vorliegenden Literatur.
Mein Problem ist nun folgendes: Scheinbar werden die Grünen
Knollenblätterpilze hierzulande von einigen Spätaussiedlern mit
anderen, essbaren Wulstlingen verwechselt. Allein aus dem Grund, dass der
Giftpilz dort nicht
vorkommt und diese Leute keinerlei Kenntnis von der Gefahr für Leib und Leben
haben.
Ich weiß nicht, ob nach den seinerzeitigen Vergiftungsfällen irgendwelche
vorbeugende
Maßnahmen erfolgten. Wenn welche erfolgten, dann ohne Wirkung, wie die
aktuellen
Vergiftungsfälle zeigen.
Wäre es nicht möglich, bei dem ganzen Wust an Billigveröffentlichungen, die
zur Zeit
im Buchhandel kursieren, wenigstens von verantwortlicher Stelle aus ein
bebildertes
Informationsblatt für die Mitbürger, nach Möglichkeit in russischer Sprache,
zu erstellen
und an diese zu verteilen?
Was würde so was kosten? Sicher doch keine 500.000,-€ - oder?
In einem aktuellen Artikel habe ich gelesen, dass eine Vergiftungsbehandlung
mit dem
Phalloides - Syndrom im Schnitt ca. 10.000,-€ kosten soll. Allein aus
finanzieller Sicht
sollte es doch im Interesse der Krankenkassen liegen, solche Kosten zu
vermeiden.
Wäre das eigentlich nicht auch einmal ein praxisbezogenes Thema, wo die DGfM
überregional
Profil zeigen und auf ihre Kompetenzen in Sachen Pilze verweisen könnte?
Und nebenbei – geht es nicht auch um Menschenleben?!
Ingo

Hallo zusammen,
diese Diskussion gefällt mir ganz und gar nicht. Unterschwellig bereitiet sie den Boden für staatliche Reglementierung des Verspeisens von Wildfrüchten. Es ist doch schon fast alles verboten. Ich genieße die Freiheit, einen rohen Knolli zu verdrücken, sollte mir danach sein. Man kann Menschen nicht vor sich selbst schützen, wenn sie in irgendeiner Weise, unbewußt, nachlässig oder provokant (Bergsteiger, Autoraser) ihr Unglück heraufbeschwören. Es gibt ausreichend Möglichkeiten, sich über Gefahren und Risiken aller Gebieten zu informieren und zu schützen, außer vor kriegslüsternen Politikern und verbotswütigen Beamten.
nichts für ungut - Waldschrat

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Re: aktuelle Knollenblätterpilzvergiftungen

florian31, (vor 7352 Tagen) @ Waldschrat

Hallo allerseits,

Ingo hat doch lediglich vorgeschlagen bzw angedacht (wenn ich das richtig verstanden habe!), ob es eine Möglichkeit gibt, den Sammlern, die diesen Pilz anscheinend aus ihrer Heimat nicht kennen, die nötige Warnung zukommen zu lassen.

Ich als Pilzlaie habe keine Ahnung, mit welchem Pilz sie die tödlich giftigen wohl verwechseln, aber das ist doch auch eine nebensächliche Frage, wenn man sie nur vor DEN Pilzen warnen könnte oder würde, die für die Vergiftungen verantwortlich sind.

Dabei geht es doch nicht - auch nicht im Ansatz - um staatliche Reglementierung, sondern um eine WARNUNG. Wer dann trotzdem noch Selbstmord begehen will, könnte das ja tun, aber was um Himmels willen spricht dagegen, die Leute zu informieren?

Klar: Im Idealfall SOLLTE sich jeder ausreichend informieren usw, aber wenn jemand das NICHT tut, ist es eine ETWAS harte Strafe, ihn der Lebensgefahr auszusetzen bzw im schlimmste Fall mit dem Tode zu "bestrafen".

Gruß, Florian

Hallo zusammen,
diese Diskussion gefällt mir ganz und gar nicht. Unterschwellig bereitiet sie
den Boden für staatliche Reglementierung des Verspeisens von Wildfrüchten.
Es ist doch schon fast alles verboten. Ich genieße die Freiheit, einen
rohen Knolli zu verdrücken, sollte mir danach sein. Man kann Menschen
nicht vor sich selbst schützen, wenn sie in irgendeiner Weise, unbewußt,
nachlässig oder provokant (Bergsteiger, Autoraser) ihr Unglück
heraufbeschwören. Es gibt ausreichend Möglichkeiten, sich über Gefahren
und Risiken aller Gebieten zu informieren und zu schützen, außer vor
kriegslüsternen Politikern und verbotswütigen Beamten.
nichts für ungut - Waldschrat

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kein angenehmes Thema, ...

Ingo, (vor 7352 Tagen) @ Ingo

...nicht wahr ? Aber genau hier gehört es meiner Meinung nach hin.

Nochmal kurz zum Inhalt:
Die Eröffnung einer Dikussionrunde hatte ich mit meinem Beitrag nicht
beabsichtigt. Ich habe lediglich Literaturangaben zu einem vorherigen
Posting nachgereicht und ein wenig erläutert.
Ich hatte auch nicht vor, ein Forum über russische Trinkgewohnheiten oder
über die "Optimierung" staatlicher Reglementierungen zu starten.

Außer den nachgereichten Literaturangaben wollte ich mal nachfragen,
ob von offizieller Seite, hier von der DGfM, schon versucht worden ist,
die Ursachen des immer wiederkehrenden Problems zu beseitigen.

@Heinz Ebert:
Vielen Dank für Deine Antwort. Etwas viel "Realismus" auf einmal, wie
ich finde. Wer, wenn nicht die DGfM, kann denn noch diese Problematik
an die offiziellen Stellen herantragen. Und warum sollte in der
heutigen Zeit nicht gelingen, was bereits 1930 schon geklappt hat.
Dass die DGfM nicht über die Mittel verfügt, eine entsprechendes
Aufklärungsblatt zu finanzieren, ist schon klar. es sollte der DGfM
aber möglich sein, bei den zuständigen Behörden um entsprechende Mittel
zu werben und dies auch sachlich zu begründen.
Dass es keinen Sinn macht, bei Bayer oder Schering um solche Mittel zu
werben, läge auf der Hand. Obwohl, was kostet es, ein entsprechendes
Schreiben auch mal an diese Unternehmen zu schicken. Wenn man so bedenkt,
wieviel Geld diese Unternehmen für ihre Hochglanzprospekte (Werbung)
ausgeben. Vielleicht möchte sich das eine oder andere Unternehmen auch
mal mit solchen Federn schmücken.
Man stelle sich vor: Eine Informationsbroschüre, gesponsort von Bayer.

Im Übrigen halte ich es auch nicht für abwegig, an einzelne Krankenkassen
heranzutreten. Ich habe mal von der GEK ein Informationsblatt erhalten,
in dem diese auf den gesundheitliche Nutzen einzelner Pilzarten einging.
Unter anderem wurden dort neben Austernpilzen und Shiitake auch die Hallimasch
für besonders gesundheitsförderlich befunden.

Ansonsten finde ich es schade, dass Du mit dieser Problematik, vermutlich nach
mehreren erfolglosen Anläufen, abgeschlossen hast. Allein, wer aufgibt hat
schon von vornherein keine Chance mehr auf einen Erfolg. Die wahren Verlierer
kämpfen indessen in diversen Notaufnahmen um ihr Leben.

@Max&Moritz: Seht Euch vor dem Müller vor! Die Getreidemühle mahlt schon!

@Alle: Vielen Dank für Eure Meinungen zum Thema

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Re: kein angenehmes Thema, ...

Hirschling, (vor 7352 Tagen) @ Ingo

...nicht wahr ? Aber genau hier gehört es meiner Meinung nach hin.
Nochmal kurz zum Inhalt: Die Eröffnung einer Dikussionrunde hatte ich mit
meinem Beitrag nicht
beabsichtigt. Ich habe lediglich Literaturangaben zu einem vorherigen
Posting nachgereicht und ein wenig erläutert.
Ich hatte auch nicht vor, ein Forum über russische Trinkgewohnheiten oder
über die "Optimierung" staatlicher Reglementierungen zu starten.
Außer den nachgereichten Literaturangaben wollte ich mal nachfragen,
ob von offizieller Seite, hier von der DGfM, schon versucht worden ist,
die Ursachen des immer wiederkehrenden Problems zu beseitigen.
@Heinz Ebert: Vielen Dank für Deine Antwort. Etwas viel "Realismus"
auf einmal, wie
ich finde. Wer, wenn nicht die DGfM, kann denn noch diese Problematik
an die offiziellen Stellen herantragen. Und warum sollte in der
heutigen Zeit nicht gelingen, was bereits 1930 schon geklappt hat.
Dass die DGfM nicht über die Mittel verfügt, eine entsprechendes
Aufklärungsblatt zu finanzieren, ist schon klar. es sollte der DGfM
aber möglich sein, bei den zuständigen Behörden um entsprechende Mittel
zu werben und dies auch sachlich zu begründen.
Dass es keinen Sinn macht, bei Bayer oder Schering um solche Mittel zu
werben, läge auf der Hand. Obwohl, was kostet es, ein entsprechendes
Schreiben auch mal an diese Unternehmen zu schicken. Wenn man so bedenkt,
wieviel Geld diese Unternehmen für ihre Hochglanzprospekte (Werbung)
ausgeben. Vielleicht möchte sich das eine oder andere Unternehmen auch
mal mit solchen Federn schmücken.
Man stelle sich vor: Eine Informationsbroschüre, gesponsort von Bayer.
Im Übrigen halte ich es auch nicht für abwegig, an einzelne Krankenkassen
heranzutreten. Ich habe mal von der GEK ein Informationsblatt erhalten,
in dem diese auf den gesundheitliche Nutzen einzelner Pilzarten einging.
Unter anderem wurden dort neben Austernpilzen und Shiitake auch die
Hallimasch
für besonders gesundheitsförderlich befunden.
Ansonsten finde ich es schade, dass Du mit dieser Problematik, vermutlich
nach
mehreren erfolglosen Anläufen, abgeschlossen hast. Allein, wer aufgibt hat
schon von vornherein keine Chance mehr auf einen Erfolg. Die wahren Verlierer
kämpfen indessen in diversen Notaufnahmen um ihr Leben.
@Max&Moritz: Seht Euch vor dem Müller vor! Die Getreidemühle mahlt schon!
@Alle: Vielen Dank für Eure Meinungen zum Thema

Hallo zusammen.

auf die Gefahr hin das ihr mich in Zukunft hier ignoriert;
vielleicht wäre es ja ganz gut, wenn sich manche Leute erst mal ein wenig
mit den MITTELEUROPÄISCHEN PILZARTEN beschäftigen würden, bevor sie in den Wald rasen. Dazu muß man nicht mal deutsch lesen können, es gibt ja www//.!!!
Allerdings wäre die erstere Variante auch ganz nützlich.

Bitte ordnet mich jetzt nicht auf der falschen Seite ein, hab lange Haare und trag Biolatschen, bis zum Schnee!!!

Ist aber trotzdem meine Meinung, denn auf Unkenntnis folgt die Strafe auch, (hab ich jedenfalls schon öfter gehört)

Gruß Jörg

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Re: kein angenehmes Thema, ...

manu2, (vor 7351 Tagen) @ Hirschling

Hallo zusammen.
auf die Gefahr hin das ihr mich in Zukunft hier ignoriert;
vielleicht wäre es ja ganz gut, wenn sich manche Leute erst mal ein wenig
mit den MITTELEUROPÄISCHEN PILZARTEN beschäftigen würden, bevor sie in den
Wald rasen. Dazu muß man nicht mal deutsch lesen können, es gibt ja
www//.!!!
Allerdings wäre die erstere Variante auch ganz nützlich.
Bitte ordnet mich jetzt nicht auf der falschen Seite ein, hab lange Haare und
trag Biolatschen, bis zum Schnee!!!
Ist aber trotzdem meine Meinung, denn auf Unkenntnis folgt die Strafe auch,
(hab ich jedenfalls schon öfter gehört)
Gruß Jörg

hi,

ich habe mich, in sozialer hinsicht, schon sehr oft mit dem thema der sog. russland-deutschen auseinander gesetzt. das problem ist das sie hier sehr abgekapselt leben in unserer konsum orientierten gesellschaft, und ausserhalb ihrer gemeinschaften recht wenig aktiv werden (sicher nicht alle, aber dennoch die meisten), so glaube ich kommen die wenigsten, die sich das pilzesammeln zutrauen, auf die idee ein pilzbuch zu kaufen, geschweige denn in die hand zu nehmen. egal ob in deutsch oder russisch. so denke ich auch nicht dass ein informations blatt in buchhandlungen, öffentlichen stellen oder in büchern etwas bringen würde. die leute/gemeinschaften müssten selber und direkt informiert werden; was sicherlich ein problem ist, da überregionale-vernetzungs-strukturen praktisch nicht vorhanden sind. vielleicht gibt es hilfswerke (sowas haben zumindest die Türken hier) die da etwas erreichen könnten, ich meine der thread von hier könnte doch schon aussreichen damit die ein entsprechendes blatt zusammen stellen könnten, oder?

gruss manu

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Re: kein angenehmes Thema, ...

Ingo, (vor 7350 Tagen) @ manu2

Vielleicht gibt es hilfswerke (sowas haben : zumindest die Türken hier)
die da etwas erreichen könnten, ich meine der
thread von hier könnte doch schon aussreichen damit die ein entsprechendes
blatt zusammen stellen könnten, oder?
gruss manu

Hallo Manu, eine gute Idee, wie ich finde. Ich kenne leider
keine entsprechende Kontaktadresse. Vielleicht kann ja irgendwer
weiter helfen.

Ingo

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Re: kein angenehmes Thema, ...

florian31, (vor 7349 Tagen) @ Ingo

Hi,

das könnte in den Bereich des "Bund der Vertriebenen" fallen:

http://www.bund-der-vertriebenen.de/

der Kreisverband Düsseldorf zB:

http://www.bdv-duesseldorf.de/

bietet Spätaussiedlern Beratung in deutscher und russischer Sprache und in verschiedenen Belangen an.

Dort könnte man vielleicht auch in Erfahrung bringen, ob es eine Art zentrales Medium gibt, eine Zeitung zB, die von den Spätaussiedlern gelesen wird. Da wiederum könnte - ohne dass es jemanden etwas kostet, es muss keine Broschüre gedruckt werden etc - ein Artikel veröffentlicht werden, der auf diese Gefahr hinweist. So könnte auch "Mund-zu-Mund-Propaganda" gestartet werden.

Ich versuch noch was rauszukriegen...aber vielleicht kann sich ja auch ein PSV schon an diesen Bund wenden.

Viele Grüße! - Florian

Hallo Manu, eine gute Idee, wie ich finde. Ich kenne leider
keine entsprechende Kontaktadresse. Vielleicht kann ja irgendwer
weiter helfen.
Ingo