Safranschirmlinge

Oli, (vor 9510 Tagen)

Hallo zusammen,

ich bin heutew abend nur so zum Spaß in den Fichtenjungwald 100m hinter meinem Haus gegengen. Schreckliche Fichtenmonokultur (ca. 12 - 15 Jahre) an einem heftigen Nordhang, in Reih und Glied und so eng gepflanzt, daß am Boden kein Grashalm wächst.
Das Unterholz ist aber heuer so ausgedünnt worden, daß man darin rumspazieren kann ohne sich bücken zu müssen. Ich lauf da also rein und denk ich kann meinen Augen nicht trauen. Dutzende Safranschirmlinge in allen Entwicklungesstufen.

Ich hab mir 10 Stück geschnappt und am Absatz kehrt (nach 5 Minuten war ich wieder zurück.

Von den Pilzen hab ich die Hüte in Öl, Salz und Peffer scharf angebraten. Stutzig wurde ich als ich 2 Mal Öl nachgießen mußte. Resultat der Braterei waren gebräunte Öllappen, die trotz auswringens in Küchenpapier mit viel gutem Willen noch als ölige Pilzpappe klassifiziert werden kann. Nach 3 halben Hüten hat mein Gehirn wegen akuter Gallenkolikgefahr gestreikt, die Dinger weiter aufzunehmen.

In den Pilzbücher steht zum Safranschirmling "Panieren wie einen Parasol", das hat mir aber beim Parasol auch schon nicht geschmeckt. Gibt´s ne schmackhafte Zubereitungsart??? Ansonsten laß ich die Kerlchen stehen. Der Gedanke an beliebige Pilzmahlzeiten jederzeit (wie gesagt, nach 5 Minuten war ich wieder im Haus, ungefähr so wie Kräuter aus´m Garten holen) wär aber schon verlockend.

Gruß Oli aus der Oberpfalz

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Rezepte

Birgit, (vor 9510 Tagen) @ Oli

Hallo Oli,

Von den Pilzen hab ich die Hüte in Öl, Salz und Peffer scharf angebraten.
Stutzig wurde ich als ich 2 Mal Öl nachgießen mußte. Resultat der Braterei
waren gebräunte Öllappen, die trotz auswringens in Küchenpapier mit viel
gutem Willen noch als ölige Pilzpappe klassifiziert werden kann. Nach 3
halben Hüten hat mein Gehirn wegen akuter Gallenkolikgefahr gestreikt, die
Dinger weiter aufzunehmen.

Ha, die Lappen hatte ich doch neulich schon beom Parasol beschrieben ;-), willkommen im Club, ist mir letztes Jahr mit Parasolen auch passiert! :-)
Also es gibt schon einige Möglichkeiten: such mal im Archiv nach, gerade in letzter Zeit hatte meines Wissens nach Doris und vor Urzeiten auch Sandro mal ein panadefreies Rezept gepostet. Füllen mit Hack, oder vegetarisch mit Schafskäsebröckchen oder Käse im Backofen überbacken geht auch (wenig Füllung nehmen, weil auch hier die Pilze zusammensacken).
Weitere Möglichkeit: Ich hatte dies Jahr auch mal Safranshirmlinge zum ABmähen und hab dann nur noch die ganz kleinen geschlossenen Paukenschlegel genommen, die kann man dann ganz normal in Fett anbraten, die saugen sich nicht so voll.

Gruß

Birgit

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Re: Rezepte

Knud L., (vor 9510 Tagen) @ Birgit

Hi Olli, Birgit

junge geschlossenen Exemplare, backe ich gerne in Teig (Bierteig, Weinteig o.ä.) aus.
die älteren Exempl. nehme ich gerne mal zum Trocknen mit. Wegen den relat. gerinngen Wassergehalt, eignen sich Parasole oder Safran-Sch. besonders gut dafür. Getrocknet mahle ich die Pilze und gebe sie mit "normalen" Trockenpilzen zum würzen an Bratenspossen.

ein guts geschmäckle Knud

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Re: Safranschirmlinge

interhias ⌂, (vor 9509 Tagen) @ Oli

In den Pilzbücher steht zum Safranschirmling "Panieren wie einen
Parasol", das hat mir aber beim Parasol auch schon nicht geschmeckt.
Gibt´s ne schmackhafte Zubereitungsart??? Ansonsten laß ich die Kerlchen
stehen. Der Gedanke an beliebige Pilzmahlzeiten jederzeit (wie gesagt,
nach 5 Minuten war ich wieder im Haus, ungefähr so wie Kräuter aus´m
Garten holen) wär aber schon verlockend.
Gruß Oli aus der Oberpfalz

Servus Oli!

Den von dir beschriebenen Effekt beim Braten von Safranschirmlingen oder Parasolen kenne ich ganz gut. Ist so ähnlich, wie wenn man eine Aubergine frisch aufschneidet und direkt in die Pfanne holzt. Wenn du dir die Mühe machst, die Safranlappen sorgfältig zu panieren und ins heiße Öl zu legen, sollte das aber nicht passieren.

Abgesehen davon gibt's aber schon eine Möglichkeit, diese Problemchen zu umgehen. Nimm einfach nur die noch völlig geschlossenen, frisch aus dem Boden sprießenden Exemplare. Die kann man verwenden wie die meisten anderen Schwammerln auch, z. b. fein aufschneiden und in Butter oder Öl schmurgeln. Mir schmecken sie so ehrlich gesagt auch besser, als die "alten Lappen".

Erstaunlich, daß die Safranschirmlinge auch noch in den greislichsten Mono-Fichtenjungwäldern gedeihen, und das auch noch meist in fast perfekt gezogenen Hexenringen. In meinen Münchner Schwammerlgründen gibt es kaum einen Schwammerl, der häufiger ist und das ganze Jahr über so fleißig wächst. Ich nehme schon länger nur noch die ganz frischen makellosen Exemplare.

Gruß
Hias