Russula die dritte *PIC*

Hans-Jürgen, (vor 7274 Tagen)

Am letzten Sonntag war ich mit Rudi unter anderem am Erlabrunner Berg. Dort bin ich im feuchten, moosigen Kiefernbestand über diese Täublinge gestolpert:

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Beschreibung:

Hut: DM bis 70mm, flach ausgebreitet, zum Teil mittig eingesenkt, gelegentlich höckerig; Oberfläche glatt, beinahe fettig, dunkel weinrot bis purpurbraun, Mitte schwärzlich. Huthaut kaum abziehbar. Rand scharf, nicht gerieft.
Lamellen: weißlich bis hell ockerfarben; brüchig; nicht untermischt, kaum Lameletten, etliche am Stiel gegabelt.
Stiel: max. 90 x 22, fest, markig (nicht hohl). Oberfläche längsfurchig. Weiß mit zum Teil (siehe rechtes Exemplar) roten Flecken.
Fleisch: Weiß, nicht dünn. Mir ist kein Geruch aufgefallen. Geschmack nach einigen Sekunden Kauen deutlich scharf.

Chemie:

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(Also FeSO4 rosa, Guajak oliv- bis blaugrün, Phenol weinbräunlich)

Sporen rundlich bis elliptisch, Warzen nur teilweise und manchmal undeutlich verbunden:

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und wegen der besseren Erkennbarkeit der Warzen auch noch so:

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Sporenmaße (6,2 -) 7,5 (- 8,4) X (5,3 -) 6,4 (- 7,4);
Q = (1,0 -) 1,2 (-1,4)
Sporenpulverfarbe: 20Y 2M (creme).

Pleurozystiden spindelig mit Anhängsel:

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Was macht man nun also daraus? Heute habe ich's mal mit dem Schlüssel der Großpilze Baden-Württembergs versucht. Aber da müsste ich wohl mal bei anderer Gelegenheit mit Andreas durchhangeln. Da bin ich nämlich immer ganz schnell bei den Ingratae, von dort im Subgenus Rubrinula oder Russula gelandet (weil ich mir bezüglich der Inkrustierung der Pileozystiden nicht sicher bin). Bei Rubrinula ist ganz fix Schluss. Bei Russula kommt man bei den Violaceinae an.

Ich glaube aber (glauben heißt bekanntlich "nicht wissen"), dass es sich um Russula badia, den Zedernholztäubling (auch "heimtückisch" genannt) handelt, auch wenn die Pilze nicht nach Bleistiften gerochen haben. (Na gut, bei den Urentinae hätte ich mit etwas Glück und ein paar anderen Abzweigungen auch rauskommen können ...)

Die Ökologie würde passen, die Sporenmaße nicht.

Was also meinen die Experten?

Danke und Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Russula die dritte

phragmobasidie, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

auch hier erinnert einiges an den Blut-Täubling, R.sanguinaria

mikroskopisch würds diesmal passen, Standort passt auch

was irritiert ist der Rotton und die dunklere Mitte

sanguinaria erkennt man ganz gut an der körnelig-schorfigen HH, die
überhaupt nicht abzuziehen ist und an den meist etwas aufsteigenden
Lamellen.

schöne Grüße
Robin

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Re: Russula die dritte

Andreas ⌂, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen,

sieht für mich sehr nach Russula sardonia aus.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Russula die dritte

KARL, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Ich finde Russula Sardonia seit Wochen regelmäßig in sandigen Kiefernwäldern. Die älteren Exemplare entprechen genau Deinem Pilz. Die Mikroskopie passt ebenfalls. Probier mal, ob sich Fleisch bzw. Lamellen mit Ammoniak rosa verfärben.

Gruß Karl

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Re: Russula die dritte

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7274 Tagen) @ KARL

Hallo zusammen,

ich finde auch, R. sardinia wäre keine schlechte Wahl!

Grüsse, Markus

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Tipp

Gelbfieber, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo und guten Tag Hans- Jürgen,

da die Lamellen und das Fleisch von Russula sardonia bei älteren Exemplaren mit Laugen und Ammoniak rot werden und das außer bei Russula olivacea SCHFF. auch keine anderen Russulaarten tun sollen, hätte ich den Tipp für dich auch diese Reaktion mit Ammoniak, vorausgesetzt du hast welchen im Hause ;-) auszuprobieren.

Eine gute Zeit
Gelbfieber

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Re: Russula die dritte

Hans-Jürgen, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Danke Euch allen!

sardonia, der Zitronenblättrige, überzeugt mich sofort (sorry, Robin). Ich hätte beinahe noch torulosa, den Gedrungenen, in die Pfanne, äh Waagschale geworfen, die sardonia ja sehr ähnlich sein kann/soll.

Ich muss, glaube ich, doch mal die dämlichen Schlüssel beiseite legen und schlicht Bilderbuchbestimmung treiben. Gilt zwar nicht als lege artis und soll auch nicht so erkenntnisfördernd sein, führt aber, wie es scheint, auch nicht zu schrilleren Ergebnissen als die Achterbahn. Werde jedenfalls mal die Schlüssel ausgehend von sardonia rückwärts aufdröseln, um den falschen Abzweigungen auf die Spur zu kommen.

Ammoniak ist freilich im Haus. Werde mal sehen, ob sich noch ein Fitzelchen Pilz zum Färben findet.

Es zeigt sich halt immer wieder: Nix is bei schwierigen Gattungen so gut wie viel eigene Seh-Erfahrung.

Daran arbeitet noch:
Hans-Jürgen

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Re: Russula die dritte

phragmobasidie, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

...macht nix, bin auch überzeugt; da passen dann ja auch Hut- und Lamellenfarbe :)

Grüße
Robin