Nochmals Inocybe, vielleicht verfrüht ;-) *PIC*

Hans-Jürgen, (vor 7274 Tagen)

Unweit von den zuletzt vorgestellten Risspilzen, aber im freieren Gelände zwischen Kiefern, ebenfalls mit kalkschotterigem Untergrund, habe ich diese Risspilze aufgelesen:

[image]

Hut: DM 20 - 27 mm, matt, ausgeprägt radialfaserig, rund kegelig. Dunkel Haselnussbraun. Rand lange eingerollt.
Lamellen: hell ockerbräunlich. Relativ entfernt stehend. Mit Lameletten. Schneiden glatt.
Fleisch: sehr dünn, eigentlich nur direkt über dem Stiel in der Kegelspitze etwas dicker (man sehe dazu das Foto BK 5 #39). Geruch spermatisch.
Stiel: 55 x 4 mm. Längsfaserig. Hellbraun, zur Basis zu weiß überreift. Myzelstränge anhaftend.

Meine Mikrofotos sind nicht berauschend, muss schon spät (oder besser: früh) am Tag gewesen sein. Aber vielleicht reicht es zur groben Analyse:

Sporen:

[image]

Also: langelliptisch bis mandelförmig (apikal zum Teil konisch verjüngt???), im Durchlicht gelblich
Maße: (10,3 -) 12,3 (- 15,3) X (5,3 -) 6,0 (- 7,1)
Q: (1,7 -) 2,0 (-2,4)

Kaulos habe ich leider nicht untersucht. Pleurozystiden flaschenförmig bis bauchig, dickwandig, an der Spitze deutlich mit Kristallen:

[image]

Anfangs dachte ich ja, das seien am Ende kleinere Exemplare des bereits vorgestellten Fischgeruch-Risspilzes (falls er's denn ist). Wieder eher große Sporen, aber im Unterschied deutlich mit Kristallen besetzte Pleuros.

Summa summarum komme ich damit bei Inocybe nitidiuscula heraus (den Uschi im Sommer schon mal vorgestellt hat).

Oder habe ich mich zu früh am Frühen Risspilz gefreut?

Gruß und Dank allen im Forum. Ohne Euch wüsste ich oft genug nicht ein und aus.

Hans-Jürgen

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Re: Nochmals Inocybe, vielleicht verfrüht ;-)

Helmut, (vor 7274 Tagen) @ Hans-Jürgen

Servus Hans-Jürgen,

gegen I. nitidiuscula spricht die durchgehend bräunliche Stielfarbe. Die sollte an der Spitze rötlich sein und zur Basis hin mehr und mehr verblassen. Auch von der Hutform, -oberfläche und -farbe her wäre es doch eine untypische nitidiuscula.

Entscheidend wäre nun, ob an ganz jungen Fruchtkörpern eine Cortina vorkam, wie weit die (echten) Kaulocystiden am Stiel herablaufen und wie genau die Stielbasis beschaffen war (nicht beschrieben und im Bild nicht richtig zu sehen).

Im übrigen besteht I. nitidiuscula unter anderem aus den Synonymen I. friesii (vorwiegend frühe Erscheinungszeit) und I. tarda (eher gegen Herbst erscheinend). Viele Autoren halten noch immer an der Unterscheidung fest. Darauf näher einzugehen würde aber jetzt zu weit weg vom Thema (sprich von Deinem schönen Fund) führen.

Gruß

Helmut

Unweit von den zuletzt vorgestellten Risspilzen, aber im freieren Gelände
zwischen Kiefern, ebenfalls mit kalkschotterigem Untergrund, habe ich
diese Risspilze aufgelesen:
Hut: DM 20 - 27 mm, matt, ausgeprägt radialfaserig, rund kegelig. Dunkel
Haselnussbraun. Rand lange eingerollt.
Lamellen: hell ockerbräunlich. Relativ entfernt stehend. Mit Lameletten.
Schneiden glatt.
Fleisch: sehr dünn, eigentlich nur direkt über dem Stiel in der Kegelspitze
etwas dicker (man sehe dazu das Foto BK 5 #39). Geruch spermatisch.
Stiel: 55 x 4 mm. Längsfaserig. Hellbraun, zur Basis zu weiß überreift.
Myzelstränge anhaftend.
Meine Mikrofotos sind nicht berauschend, muss schon spät (oder besser: früh)
am Tag gewesen sein. Aber vielleicht reicht es zur groben Analyse: Sporen:
Also: langelliptisch bis mandelförmig (apikal zum Teil konisch verjüngt???),
im Durchlicht gelblich
Maße: (10,3 -) 12,3 (- 15,3) X (5,3 -) 6,0 (- 7,1)
Q: (1,7 -) 2,0 (-2,4)
Kaulos habe ich leider nicht untersucht. Pleurozystiden flaschenförmig bis
bauchig, dickwandig, an der Spitze deutlich mit Kristallen:
Anfangs dachte ich ja, das seien am Ende kleinere Exemplare des bereits
vorgestellten Fischgeruch-Risspilzes (falls er's denn ist). Wieder eher
große Sporen, aber im Unterschied deutlich mit Kristallen besetzte
Pleuros.
Summa summarum komme ich damit bei Inocybe nitidiuscula heraus (den Uschi im
Sommer schon mal vorgestellt hat).
Oder habe ich mich zu früh am Frühen Risspilz gefreut?
Gruß und Dank allen im Forum. Ohne Euch wüsste ich oft genug nicht ein und
aus.
Hans-Jürgen

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Re: Nochmals Inocybe, vielleicht verfrüht ;-)

Hans-Jürgen, (vor 7272 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,

vielen Dank für Deine Antwort, die mich natürlich ein wenig ratlos (aber auch schlauer) macht. Vielleicht kannst Du Dich an das Gefühl (1983?) dunkel noch erinnern? Da muss man halt durch.

Herzliche Grüße
und viel Spaß beim Marathon-Trainig weiterhin
Hans-Jürgen

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Trockenbeleg vorhanden?

Helmut, (vor 7272 Tagen) @ Hans-Jürgen

Servus Hans-Jürgen,

aufgrund der Kombination der braunen Stiele mit der auffälligen Sporengröße habe ich Deinen Fund noch einmal mit der Literatur verglichen. Tatsächlich gibt es eine Art, die mit den Makro- und Mikromerkmalen ganz gut hinkommen könnte. Das wäre allerdings eine Besonderheit, denn die Ökologie passt nicht (jedenfalls die bisher beschriebene) und die Art wird bisher nur aus Südeuropa berichtet. Gibt es denn ein Exsikkat? Ein kleines Stückchen mit Lamellen und Stiel würde reichen.

Im Übrigen kann ich mich nicht nur an solche Bestimmungsprobleme erinnern, sondern erlebe sie ständig immer noch, auch noch bei den Risspilzen. Die Zahl der Belege ohne Namen wächst ständig.

Und der Marathon (42,195 km) wird in der kommenden Saison mit schnellen Rollen unter den Füßen absolviert anstatt mit Laufschuhen.

Viel Spaß weiterhin mit den Pilzen!

Helmut

Hallo Helmut,
vielen Dank für Deine Antwort, die mich natürlich ein wenig ratlos (aber auch
schlauer) macht. Vielleicht kannst Du Dich an das Gefühl (1983?) dunkel
noch erinnern? Da muss man halt durch.
Herzliche Grüße
und viel Spaß beim Marathon-Trainig weiterhin
Hans-Jürgen

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Ich melde mich per e-mail! *oT*

Hans-Jürgen, (vor 7272 Tagen) @ Helmut

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