Re: "Waldpflege" CH: Umhauen - Liegenlassen

Hermann, (vor 7178 Tagen) @ Waldschrat

Die Heidelbeere
war Ende der Fünfziger das erste und augenfälligste Opfer. Bis dato in
allen Wäldern üppig, verschwand sie innert 10 Jahren völlig.

Naja, das hängt aber wohl auch von anderen Faktoren ab. So ist im Odenwald in den höheren Lagen des Sandsteingebietes (östlicher Odenwald) oft der gesamte Boden von Heidelbeeren bedeckt - da ist teils kein Durchkommen und Pilze findet man dort sowieso nicht - man sieht schlicht nichts. Im westlichen Granitodenwald hingegen ist fast nirgendwo auch nur ein einziger Heidelbeerstrauch zu sehen, dort herrscht eher "langweiliger" Buchenwald mit Laubboden vor. Ich weiß nicht, welche Böden und pH-Werte Heidelberen nun gerne mögen, aber zumindest auf Granitböden sind so wohl nicht so gerne.

Von meinen Großeltern weiß ich, daß früher der Waldboden eher geleckt sauber war, da fast jeder Holz zum feuern geholt hat. Da sind heute die liegengelassenen Baumreste durchaus eine Abwechslung - wenngleich die richtig dicken Stämme natürlich fehlen. Schlimm finde ich hingegen die verbreitete Unsitte, mit schweren Maschinen den Waldboden zu pflügen, damit ja keine kleinen Bäume die ach so wertvollen reiferen Bäume behindern. Das sieht weder hübsch aus, noch dürfte es dem Waldboden besonders gut tun. Gerade in der Rheinebene in den Kiefernwäldern sehe ich das recht oft. Das da einige Jahre fast kein Pilz mehr aus dem Boden schaut, ist klar. Ich würde mir da auch eine schonendere Bewirtschaftung wünschen, aber der Wald gehört nunmal nicht mir..

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