Mit und Ohne Milch - die Namen *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 7069 Tagen)

Hallo,

vielen Dank, das ihr bei der Raterei mitgemacht habt.

Hier die Auflösung:

1.) Momentan sehr häufig bei uns anzutreffen, von allen richtig erkannt:

Langstieliger Pfeffer-Milchling - Lactarius piperatus

[image]

2.) Auch erkannt:

Exemplare mit wenig Zonierung

Queraderiger Milchling - Lactarius acerrimus

[image]

3.) Momentan sehr häufig unter Hainbuche, an oberflächen versauerten Strecken

Typisches Merkmal (hier besonders stark ausgeprägt) die rote Stielbasis

Kratzender Kamm-Täubling - Russula pectinatoides

[image]

4.) Ein kleiner seltener Weißsporer - jedes Jahr hier zu finden
SV-Reaktion negativ, deswegen von rosea u. velutipes klar unterscheidbar,
den weißflockigen Stiel hat er auch.

Zinnoberroter Reif-Täubling - Russula emeticicolor

[image]

5.) Im selben Areal wie 4.) nur wenige Meter weiter
SV-Reaktion sofort rot
Richtig erkannt:

Morgenrot-Täubling/Netzflockiger Rosa-Täubling - Russula aurora (R.velutipes)

[image]

6.) Dieses Jahr sehr häufig zusammen mit der Grünen Form.
Diese Kollektion passte wie die Faust auf Auge auf Sanari's Beschreibung

Makroskopisch denkt man hier nicht an den Frauentäubling, die Chemie lügt aber nicht. (FeSo4 negativ bzw. nach Minuten grün und H2So4 auf der Huthaut leuchtend gelb)

Fraunetäubling (Gelbgrüne Form) - Russula cyanoxantha var. flavoviridis (Romagn.) Sarnari (1992)

[image]

7.)Andere haben Boletus legaliae ;-) wir haben den:

Der sehr seltene

Rubinrote Täubling - Russula zvarae

Immer wieder ein Highlight hier um Erfurt.

[image]

Besten Dank für das Interesse
Felix (wieder in Hannover)

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Re: Mit und Ohne Milch - die Namen *PIC*

42, (vor 7069 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

7.) Andere haben Boletus legaliae ;-)

Meinst Du uns Blutseeler? :-)

wir haben den: Der sehr seltene
Rubinrote Täubling - Russula zvarae
Immer wieder ein Highlight hier um Erfurt.

Auf den ersten Blick hätte ich den für R. rosea gehalten - was unterscheidet
die beiden denn (makroskopisch)? Siehe hier Rudis Bild vom 21.06.07:
[image]

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Mit und Ohne Milch - die Namen

Hermann, (vor 7069 Tagen) @ Thüringer-Holz

3.) Momentan sehr häufig unter Hainbuche, an oberflächen versauerten Strecken
Typisches Merkmal (hier besonders stark ausgeprägt) die rote Stielbasis
Kratzender Kamm-Täubling - Russula pectinatoides

Hmm.. dann ist das schon mal nicht mein brauner weiter unten. Bleibt noch der foetens über - auch wenn ich da beim besten Willen keinen Fischgeruch erkennen kann.

Brauch endlich wieder ein Mikroskop... *seufz*

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@42 Vergleich rosea/zvarae

Thüringer-Holz, (vor 7068 Tagen) @ 42

Hi Thomas,

ich gebe zu, dein Vergleichsbild von Rudi ist gut.

Wenn man jetzt beide Arten nebeneinander hätte würden sich die Unterschiede zeigen. Beide gehören Unterschiedlichen Sektionen an.

Russula zvarae gehört zu den Lilacinae,
Russula rosea (lepida) zu den Lepidinae.

Beim Schlüsseln trennen sich die Wege gleich bei Punkt 1:
Russula zvarae Sporenpulver rein weiß,
Russula rosea blaß creme.

rosea schmeckt nach Bleistift und ist "poch" hart (Fleisch),Huthaut nicht abziehbar,
zvarae schmeckt mild und ist von normaler "Täublingskonsistenz".
zvarae hat meistens pastellfarben (orangerot) und ist im Vergleich zu rosea kleiner.
rosea hat keine Inkrustationen in der Hh - nur Auflagen,
zvarae hat echte Inkrustationen und eine schwache SV Reaktion.

Soviel in Kürze, weitere Bilder findest du aufs Jochen's Homepage www.naturfuehrer-erfurt.de > Pilze > Russula > zvarae

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

Alles Gute
Felix

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Re: @42 Vergleich rosea/zvarae

42, (vor 7068 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

erst mal vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Wenn man jetzt beide Arten nebeneinander hätte würden sich die Unterschiede
zeigen. Beide gehören Unterschiedlichen Sektionen an.
Russula zvarae gehört zu den Lilacinae,
Russula rosea (lepida) zu den Lepidinae.
Beim Schlüsseln trennen sich die Wege gleich bei Punkt 1: Russula zvarae
Sporenpulver rein weiß,
Russula rosea blaß creme.

[von 'unten' hochkopiert]

rosea hat keine Inkrustationen in der Hh - nur Auflagen,
zvarae hat echte Inkrustationen und eine schwache SV Reaktion.

Bis hierher hätte ich im Wald schlechte Karten, da diese Unterschiede vor Ort
wohl kaum sichtbar sein werden (Sporenpulverfarbe jedenfalls nicht unbedingt).

rosea schmeckt nach Bleistift und ist "poch" hart (Fleisch),Huthaut
nicht abziehbar,
zvarae schmeckt mild und ist von normaler "Täublingskonsistenz".
zvarae hat meistens pastellfarben (orangerot) und ist im Vergleich zu rosea
kleiner.

DAS sind die Unterschiede, die mich interessierten - offensichtlich recht
eindeutig!

Eine Frage noch: ist Dein abgebildeter R. zvarae (wer oder was ist
eigentlich 'zvarae'?) einfach nur nass oder ist der typischerweise (im
Gegensatz zu rosea) etwas glitschig/schmierig (so erscheint er jedenfalls
auf dem Bild)?

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

Doch, sehr sogar - nochmals danke!

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: @42 Vergleich rosea/zvarae

Andreas ⌂, (vor 7068 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

(wer oder was ist eigentlich 'zvarae'?)

MELZER und ZVARA waren zwei tschechische Mykologen, die sich vor allem bei der Erforschung der Gattung Russula einen Namen gemacht haben. Sie haben sich (logisch) auch viel mit den Täublingen VELENOVSKYs beschäftigt und unter anderem Russula velenovskyi neu beschrieben. Sie haben aber nicht nur gemeinsame Artikel publiziert, sondern auch jeder für sich. So ist z.B. der Mandel-Täubling - Russula laurocerasi von MELZER beschrieben (heute als Synonym von R. grata geführt), der Flammstiel-Täubling - Russula rhodopus von ZVARA.
Auch das bekannte MELZERS REAGENS geht auf diesen tschechischen Mykologen MELZER zurück.

beste Grüße,
Andreas

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Re: @42 Vergleich rosea/zvarae

Thüringer-Holz, (vor 7068 Tagen) @ 42

Hi Thomas,

Grundsätzlich ist er eher matt/samtig-auch bereift, meiner ist nass.
Wenn du dir Jochen's Fotos auf der genannten Seite anschaust siehst du auch typische trockene Exemplare.

Alles Gute Felix