Pappelschüppling, Verwertbarkeit?

Tilman, (vor 9484 Tagen)

Hallo Pilzspezialisten,

seit einiger Zeit lese ich hier viele interessante Beiträge.
Habe diesen Herbst auch viele neue Pilzarten kennen und bestimmen gelernt,
nicht zuletzt durch die vielen Beiträge und die hervorragenden Bilder auf Georgs Site.

Nun habe ich heute den sogenannten Pappelschüppling in rauhen Massen gefunden.
(meine Teenager hinten im Wagen "Neinnnnn nicht wieder Pilze sammeln gehen")

Der BLV Pilzführer von Gerhard gibt lapidar für den Speisewert ungeniessbar an.

Frage: Weiss jemand was man mit dem Burschen anfangen kann?
Trocknen als Würzpilz?
Abbrühen....

Vielen Dank

Tilman

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Re: Pappelschüppling, Verwertbarkeit?

Jens ⌂, (vor 9483 Tagen) @ Tilman

Hallo Pilzspezialisten,
seit einiger Zeit lese ich hier viele interessante Beiträge.
Habe diesen Herbst auch viele neue Pilzarten kennen und bestimmen gelernt,
nicht zuletzt durch die vielen Beiträge und die hervorragenden Bilder auf
Georgs Site.
Nun habe ich heute den sogenannten Pappelschüppling in rauhen Massen
gefunden.
(meine Teenager hinten im Wagen "Neinnnnn nicht wieder Pilze sammeln
gehen")
Der BLV Pilzführer von Gerhard gibt lapidar für den Speisewert ungeniessbar
an.
Frage: Weiss jemand was man mit dem Burschen anfangen kann?
Trocknen als Würzpilz?
Abbrühen....
Vielen Dank
Tilman

Hallo Tilman,

mit dem Pappelschüppling hatte ich dieses Jahr ein lustiges Erlebnis in der
Pilzberatung: Eine Familie brachte einen ganzen Eimer damit an und wollte gern
bestätigt haben, daß sie Wiesenchampignons gefunden hätten... :-)
Ich habe abgeraten, ihn zu verwenden. Er soll bitter schmecken und ist ja auch sehr festfleischig. Weiß nicht, ob man den überhaupt weich geschmort bekommt.
Das mit dem Trocknen käme mal auf einen Versuch an. Probier es aus und wenn es ein Erfolg wird, bitte hier posten.

Gruß Jens

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Re: Pappelschüppling, Verwertbarkeit?

Tilman, (vor 9483 Tagen) @ Jens

Hallo Tilman,
mit dem Pappelschüppling hatte ich dieses Jahr ein lustiges Erlebnis in der
Pilzberatung: Eine Familie brachte einen ganzen Eimer damit an und wollte
gern
bestätigt haben, daß sie Wiesenchampignons gefunden hätten... :-)

:-)))
Ich habe ihn in den Rheinauen gefunden. Lothar hat auch dort reihenweise Pappeln umgelegt, die jetzt, zu Holzmieten aufgeschichtet, an ihren Stirnseiten den Pilz geradezu ausbrüten. Sieht sehr eindrucksvoll aus.(Leider hatte ich keine Kamera dabei) mal sehen ob ich nochmals rechtzeitig vorbeikomme, dann poste ich es hier)

Ich habe nur 4 Exemplare davon zur Bestimmung mitgenommen, obwohl es ein Leichtes gewesen wäre den ganzen Kofferaum in Minuten randvoll zu ernten.

Ich habe abgeraten, ihn zu verwenden. Er soll bitter schmecken und ist ja
auch sehr festfleischig.

Ja er ist sehr festfleischig, um nicht das Wort zäh zu gebrauchen.
Die Huthaut ist nach einem Tag Zimmertemperaturlagerung schon richtig ledrig.
Die Stiele sind so knorrig, dass man sie auf sicherlich nicht verwenden kann.

Weiß nicht, ob man den überhaupt weich geschmort
bekommt.

Ich schmore ihn mal Test.

Ein anderes Exemplar werde ich versuchen zu brühen und das Wasser weggiessen.
Vielleicht etwas Essig mit ins Kochwasser.

Das mit dem Trocknen käme mal auf einen Versuch an. Probier es aus und wenn
es ein Erfolg wird, bitte hier posten.

Das Trocknen hab ich schon mal begonnen.

Ich melde mich mit Ergebnissen

Gruss Tilman

P.S. Sorry wegen dem Doppelposting, das ist durch Browser vor- und zurück-Klicken entstanden.

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Pappelschüppling, erste Ergebnisse Verwertbarkeit

Tilman, (vor 9483 Tagen) @ Tilman

So die ersten Ergebnisse.

Ich schmore ihn mal Test.

Diesen Versuch habe ich nach einer ersten Rohgeschmacksprobe verworfen.
Der Pilz ist einfach randvoll mit gerbsäureähnlichen Stoffen.

Ein anderes Exemplar werde ich versuchen zu brühen und das Wasser weggiessen.
Vielleicht etwas Essig mit ins Kochwasser.

Ein fulminantes Geschmackserlebnis!!!!!
So viele Gerb und Bitterstoffe auf einmal. Selbst geringste Dosen haben einen bleibenden Geschmackseffekt.
Es erinnert mich an den Sud aus Rosskastanienschalen, den ich mal zum Färben gebraut habe.
Die Konsistenz des Fleisches ist jedoch phantastisch!!

Essig (Schnapsglas auf 1 Liter) bringt also nix

Ich habe nun eine neue Charge mit "Baking Soda" angesetzt.
Sodium Bicabonate = Natronbikarbonat soweit ich weiss.

Ca. 3 Teelöffel auf 1 Liter darin 1 Pilzhut mit ca 7 cm Durchmesser.
Das hatte jetzt ca 30 min geköchelt.

Die Konsistenz des Fleisches ist schlechter geworden. Schleimiger und lappiger.
Wen wunderts :-))))

Geschmacklich tut sich in den ersten Sekunden das Natriumbicarbonat etwas hervor.
Dann kurze Zeit später trifft ein der volle Hammer der fiesen Gerbsäure.
Die knallt dann doch wieder voll durch. Zusätzlich schmeckt es gädrig

Das Trocknen hab ich schon mal begonnen.

Nun das wird ne Weile dauern. Ich mach mir aber keine Illusionen mehr,
ich glaube kaum dass die Gerbsäuren dabei zu Grunde gehen.
Ich denke die schmecken dann wie frisch gegerbtes Leder.

Soweit von der Pilzversuchsküche bei

Tilman