Re: Erfahrung mit dem HPM 400 Mikroskop?

Jochen Girwert, (vor 7031 Tagen) @ Hans-Jürgen

Danke Hans-Jürgen,

da sind wir nun in die Geheimisse Deines Bilderfolges eingeweiht. Ich kann jetzt ohnehin kein Geld frei machen, aber so rein aus Interesse und falls es kein Geheimnis ist, was musstest Du investieren? Ich habe einen Zeichenaufsatz, kann also auf untergelegtem Papier die Umrisse nachzeichnen, was natürlich nicht ganz exakt gelingt, aber immerhin bleibt alles maßstabsgetreu. Wenn die Präparate gut gelingen, was eben oft genug nicht so ist, sind Hutdeckschicht und Sporen relativ schnell gezeichnet. Eben wenn. Die Qualität reicht für den Hausgebrauch. Dass man beim Zeichnen der HDS im Vorteil ist, kann ich mir gut vorstellen, denn hier muss man oft die typischen Elemente zusammensuchen.

Alles Gute, Jochen.

Hallo Jochen,
das Lob aus Deinem Munde freut mich ganz besonders. Natürlich kenne ich den
Spruch, wonach man nicht gesehen hat, was man nicht gezeichnet hat. Danach
wäre ich aber zur Blindheit verurteilt, weil alle meine Versuche mit dem
Stift zu nichts wirklich Brauchbarem geführt haben, ganz abgesehen davon,
dass ich zwar gerne drei Stunden mit einem Pilz zubringe, aber keine zehn.
Und das müsste ich, wenn ich von einer Handvoll Sporen brauchbare
Zeichnungen haben wollte. Seitdem ich angefangen habe, mich mit Täublingen
etwas genauer zu befassen, verbringe ich ohnehin viel Zeit am Mikroskop.
Noch mehr Zeit kann und will ich aber nicht investieren.
Also habe ich mir überlegt, ob nicht fotografisch auch ein brauchbarer Weg
beschritten werden kann. Denn für mich gilt schon eher die Formel: Was ich
nicht fotografiert habe, habe ich nicht gesehen ;-)
Man muss eigentlich nur hier im Forum ein wenig aufmerksam mitlesen, dann
wird einem die Lösung schon gewiesen. Bei Aufnahmen mit dem
100er-Öl-Objektiv hat man eine Schärfentiefe von grob einem halben µm. Das
reicht, um die Kontur scharf zu bekommen, und wenn man am Tischtrieb
rädelt, bekommt man nach und nach auch eine Vorstellung von der
Ornamentierung. Ein stimmiges Bild wird aber erst daraus, wenn man dabei
mitzeichnet - oder eben Schichten fotografiert und dann zu einem
Gesamtfoto zusammensetzt (wozu ich Helicon Focus einsetze). Meine neueren
Sporenfotos bestehen aus meistens zehn bis fünfzehn solcher
Einzelaufnahmen. Anfangs habe ich nur etwa sechs bis acht gemacht, aber
bald gemerkt, dass dabei noch zu viel Information verloren geht.
Was mich sehr für diese Art der Dokumentation einnimmt, sind diese drei
Beobachtungen: 1. Das zusammengesetzte Bild ist immer ein wenig anders (da
wesentlich detailreicher), als ich ursprünglich beim reinen Kucken
vermutet habe. Das mag beim Zeichnen auch so sein, aber ich habe doch
meine Zweifel, ob man beim Abmalen so neutral sein kann wie beim
Fotografieren. Man muss nur mal die Sporenbilder bei PdS6, bei Romagnesi
und Einhellinger vergleichen, dann sieht man schnell, dass hier viel
interpretatorischer Spielraum ist.
2. Das Verfahren ist standardisiert, die Aufnahmen sind also untereinander
besser vergleichbar.
3. Ich erfasse einen Ausschnitt von etwa 60 x 90 µm. In dem tummeln sich je
nach Größe ca. 30 bis 50 Sporen - ein weitaus verlässlicherer Überblick
also als bei zwei oder drei handgezeichneten Sporen.
Mit HDS-Aufnahmen plage ich mich allerdings noch herum ...
Danke noch mal für Deine Rückmeldung und schöne Grüße nach Erfurt!
Hans-Jürgen

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