Schwermetalle und Tschernobyl *PIC*

Achim Gocht, (vor 9466 Tagen)

Guten Tag,
unlängst sah ich im Wissenschaftsmagazin "nano" (3sat) einen Beitrag über mögliche Gefährdungen beim Pilzverzehr infolge der Tschernobyl-Katastrophe. So etwa ist der Waldboden in den Hochlagen des Bayrischen Waldes in dem Maße strahlenbelastet, daß vom Verzehr dort gesammelter Pilze, insbesondere des Maronenröhrlings, abgeraten wird.
Kann mir mal jemand mitteilen, wie es um die pilzspezifische Aufnahmefähigkeit von Schwermetallen bestellt ist? Ich weiß nur, daß ein Wiesenchampignon weniger belastet ist als eine Marone. Wie steht es denn mit den anderen häufig gesammelten Speisepilzen?

MfG

Achim Gocht

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Re: Schwermetalle und Tschernobyl

Jens ⌂, (vor 9466 Tagen) @ Achim Gocht

Guten Tag,
unlängst sah ich im Wissenschaftsmagazin "nano" (3sat) einen
Beitrag über mögliche Gefährdungen beim Pilzverzehr infolge der
Tschernobyl-Katastrophe. So etwa ist der Waldboden in den Hochlagen des
Bayrischen Waldes in dem Maße strahlenbelastet, daß vom Verzehr dort
gesammelter Pilze, insbesondere des Maronenröhrlings, abgeraten wird.
Kann mir mal jemand mitteilen, wie es um die pilzspezifische
Aufnahmefähigkeit von Schwermetallen bestellt ist? Ich weiß nur, daß ein
Wiesenchampignon weniger belastet ist als eine Marone. Wie steht es denn
mit den anderen häufig gesammelten Speisepilzen?
MfG
Achim Gocht

Hallo und Guten Abend,

grundsätzlich muß unterschieden werden, zwischen der Schwermetallbelastung und der Strahlenbelastung von Wildpilzen. Dies sind zwei verschiedene Paar Schuhe!

Was die Strahlenbelastung mit radioaktivem Cäsium 134/137 betrifft, so liegt der Maronenröhrling einsam an der Spitze mit etwa 340 Becquerel pro kg Frischgewicht.
Für Sachsen-Anhalt gibt es eine Statistik, die über sieben Jahre geführt wurde und neben der Marone auch noch andere Arten als belastet einstuft, wenn auch weit weniger stark. Z.B. den Steinpilz (55 Bq/kg), den Parasol (18 Bq/kg), weiterhin (statistisch durch weniger Proben nicht so gesichert) der Butterpilz (128 Bq/kg), der Rotfußröhrling (54) und die Krause Glucke (21).
Die Belastung geht allerdings mit den Jahren immer weiter zurück.
Der für Handelsware zulässige Höchstwert beträgt in Sachsen-Anhalt übrigens 600 Bq/Kg.

Was die Schwermetallbelastung von Wildpilzen angeht, so liegen hier andere Arten vorn. Unter den häufig gesammelten Speisepilzen fallen beim Bleigehalt besonders der Anischampignon, der Parasol- und der Safranschirmpilz, der Riesenbovist verschiedene Täublinge und der Butterpilz auf.
Der Anischampignon und der Riesenbovist speichern zusätzlich noch relativ viel Cadmium und Quecksilber.

Wenn Du diese Ergebnisse mal in Papierform haben möchtest, kurze Mail reicht aus.

Warum bestimmte Arten mehr Schadstoffe speichern und andere weniger, scheint noch nicht so richtig klar zu sein, oder hat irgendjemand darüber Erkenntnisse?

Gruß Jens

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und was ist mit BSE auf Rinderweiden?

Holger, (vor 9465 Tagen) @ Jens

zumindest die Kahlköpfe (direkt auf dem Dung!) scheinen ja in größeren Mengen zu Schäden zu führen... Muß ich das jetzt auch bei Champignions fürchten - wenn ja steig ich ja vielleicht doch auf eine Mischung von beidem um, wäre vielleicht leichter erträglich...

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Cäsiumbelastung schwankt regional stark

Birgit, (vor 9465 Tagen) @ Jens

Hallo Jens,

Was die Strahlenbelastung mit radioaktivem Cäsium 134/137 betrifft, so liegt
der Maronenröhrling einsam an der Spitze mit etwa 340 Becquerel pro kg
Frischgewicht.

Wenn man schon solche Zahlenwerte angibt, dann muß man auch dazusagen wo sie herstammen, die Werte schwanken nämlich im Bundesgebiet sehr. Voriges Jahr (3.11.99) habe ich Maronen aus unserer Umgebung messen lassen (südlich Augsburg), die hatten weit höhere Cäsiumwerte, nämlich 900 Bq/kg Cäsium 137

Gruß

Birgit

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BSE in Pilzen .....

Heide, (vor 9465 Tagen) @ Holger

Mensch klasse !!!
kann das mal bitte einer so beiläufig an die Presse weitergeben....-dann wäre nächstes Jahr wieder Ruhe im Wald vor Gelegenheitspilzsuchern ;-))

Gruss

Heide

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MAKABER!!! *oT*

Karl-Heinz ⌂, (vor 9465 Tagen) @ Heide

- kein Text -

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Re: Cäsiumbelastung schwankt regional stark

Jens ⌂, (vor 9465 Tagen) @ Birgit

Hallo Jens,
Wenn man schon solche Zahlenwerte angibt, dann muß man auch dazusagen wo sie
herstammen, die Werte schwanken nämlich im Bundesgebiet sehr. Voriges Jahr
(3.11.99) habe ich Maronen aus unserer Umgebung messen lassen (südlich
Augsburg), die hatten weit höhere Cäsiumwerte, nämlich 900 Bq/kg Cäsium
137
Gruß
Birgit

Hallo Birgit,

das stimmt, die Schwankungen sind teilweise beträchtlich.
Die von mir genannten Zahlen sind statistische Werte aus Sachsen-Anhalt, die über einen Zeitraum von sieben Jahren gemittelt wurden, sorry, wenn das nicht so deutlich rüberkam.

Selbst innerhalb unseres BL gibt es bemerkenswerte Unterschiede. So ist z.B. die Nordhälfte deutlich stärker belastet als der Süden.

Das alles soll uns natürlich nicht die Freude am Pilzesammeln nehmen. (es gibt wirklich schlimmeres)

Gruß Jens

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Re: Schwermetalle und Tschernobyl

Thomas Pruß, (vor 9460 Tagen) @ Jens

Warum bestimmte Arten mehr Schadstoffe speichern und andere weniger, scheint

noch nicht so richtig klar zu sein, oder hat irgendjemand darüber
Erkenntnisse?
Gruß Jens

Hallo Jens,
so weit ich weiß, nutzen einige Pilze Schwermetalle als Zentralatom der reaktiven Gruppe einiger ihrer Enzyme.
Grüsslis
Thomas