Amanita eliae und rätselhafte Lepista *PIC*

Roswitha, (vor 6957 Tagen)

Eigentlich war ich mit meinem Enkel unterwegs, um Krause Glucken zu fangen.
Die müssen das geahnt haben, denn sie hatten sich unauffindbar versteckt.
So bin ich dann zwar glucklos aber doch glücklich nach Hause gekommen mit einigen seltenen Funden.

Der erste ist Amanita eliae, der Kammrandige oder Isabellfarbene Wulstling

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Gut zu sehen, die tief im Boden steckende schlanke Knolle mit minimalen, lappigen Volvaresten

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Der Hut ist nicht gerade kammrandig, aber immerhin isabellfarben

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Typische Natterung oberhalb der Manschette

Den 2. Pilz, ebenfalls ein Erstfund, hatte ich im Wald als Lepista irina, den Veilchen-Rötelritterling angesehen, vor allem wegen des angenehm parfümierten Geruchs. Inzwischen habe ich einige Zweifel, finde aber nichts, was sonst passen würde. Hier zuerst die Fotos:

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Gegen L. irina spricht:
Die Lamellen sind bei alten Pilzen viel zu dunkel und lassen sich nicht vom Hutfleisch lösen. Ausgesport hat er leider nicht, aber auf einem Pilz war etwas, was sehr nach Sporenabwurf eines ihn überragenden Pilzes aussah; es war ein intensives Altrosa, was auch gut zu der Lamellenfarbe der alten Pilze passen würde. Bin ich da einem Rötling aufgesessen? In "Pilze der Schweiz" habe ich keinen Rötling gefunden, bei dem alle anderen Merkmale passen würden.

In der Hoffnung auf Hilfe

Roswitha

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Re: Amanita eliae und rätselhafte Lepista

Andreas ⌂, (vor 6957 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha,

die mutmaßliche Lepista ist meiner Ansicht nach entweder ein Tellerling (Rhodocybe) oder ein Filzkrempling (Ripartites). Ich vermute eher ersteres, wäre ein schöner Fund. Muss man aber mikroskopieren.

Den Kammrandigen Wulstling halte ich leider nur für den Grauen Wulstling in seiner tiefwurzelnden Form. Die hatte früher einen eigenen Namen. Der Kammrandige hat immer einen Rosaton im Hut und keine so deutliche, geriefte Manschette, sowie einen Hutrand wie ein Scheidenstreifling.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Amanita eliae und rätselhafte Lepista *PIC*

Markus Wilhelm ⌂, (vor 6957 Tagen) @ Andreas

Hallo Roswitha,

da muss ich Andreas auch zustimmen! Die Jahreszeit wäre für diese Art auch etwas eigenartig: Sie ist wärmeliebend und ich finde sie eigentlich nur vor der eigentlichen Saison.

Hier ein Bild des Kammrandigen Wulstlings:

Viele Grüsse, Markus

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Re: Amanita eliae und rätselhafte Lepista

Roswitha, (vor 6957 Tagen) @ Andreas

Hallo Roswitha,
die mutmaßliche Lepista ist meiner Ansicht nach entweder ein Tellerling
(Rhodocybe) oder ein Filzkrempling (Ripartites). Ich vermute eher
ersteres, wäre ein schöner Fund. Muss man aber mikroskopieren.
Den Kammrandigen Wulstling halte ich leider nur für den Grauen Wulstling in
seiner tiefwurzelnden Form. Die hatte früher einen eigenen Namen. Der
Kammrandige hat immer einen Rosaton im Hut und keine so deutliche,
geriefte Manschette, sowie einen Hutrand wie ein Scheidenstreifling.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

ich denke, Rhodocybe (?gemina?)ist sehr wahrscheinlich. Falls sich jemand bereit findet, zu mikroskopieren, schicke ich gerne Frischmaterial oder auch ein Exsiccat.

Bei dem Wulstling rieche ich nicht viel. Manchmal riecht er gar nicht dann wieder ein wenig dumpf nach Medizin. Ich habe mich wohl von der weißflockigen Natterung oberhalb der Manschette täuschen lassen, die laut "Pilze der Schweiz" auch ein Merkmal für A.eliae ist und dazu der dünne, tief in der Erde steckende Stiel. Über Riefung der Manschette hatte ich nichts gefunden in meinen Büchern und auch keine Fotos im Internet.
Aber wenn er schon Kammrandig heißt, ist das ja wohl das typischste Mekmal und das fehlt meinem (Grauen) Wulstling ganz offensichtlich.

Immerhin, ich lerne ständig dazu, auch aus Fehlern.

Liebe Grüße
Roswitha

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Re: Amanita eliae und rätselhafte Lepista

Andreas ⌂, (vor 6957 Tagen) @ Roswitha

Hallo Roswitha,

ich denke, Rhodocybe (?gemina?)ist sehr wahrscheinlich. Falls sich jemand
bereit findet, zu mikroskopieren, schicke ich gerne Frischmaterial oder
auch ein Exsiccat.

Wenn Du ein Stück trocknen magst, dann gerne. Ich komme erst im Winter dazu, Frischmaterial geht derzeit leider nicht.
Rhodocybe gemina ist es sicher nicht, eher etwas in Richtung mundula oder hirneola oder fallax.

Immerhin, ich lerne ständig dazu, auch aus Fehlern.

Besonders aus denen lernt man. Und das Forum ist dafür der beste Ort. Du nimmst es ja nicht böse, wenn man (selten) mal widerspricht, gell?!

beste Grüße.
Andreas

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Rhodocybe

Roswitha, (vor 6954 Tagen) @ Andreas

Hallo Roswitha,
Wenn Du ein Stück trocknen magst, dann gerne. Ich komme erst im Winter dazu,
Frischmaterial geht derzeit leider nicht.
Rhodocybe gemina ist es sicher nicht, eher etwas in Richtung mundula oder
hirneola oder fallax.

Hallo Andreas,
danke für das Angebot, ich habe auf jeden Fall mal ein Stück getrocknet.
Vielleicht kommst du im Winter ja auch dazu einen grünblauenden, schon oft erwähnten Pilz unters scharfe Glas zu legen.

Im Übrigen war ich heute Vormittag nochmal im Wald und habe mit Glück die Fundstelle wieder entdeckt, es waren ja ca. 30 Fruchtkörper, heute auch noch einige jüngere Exemplare. Ca. 110m weiter, sehr gut im Laub versteckt, 2 weitere Stellen entdeckt mit 10 bzw. 20 Fruchtkörpern.
Ich stelle morgen mal eine genaue Beschreibung ein. Ich finde, man kann damit auch makroskopisch herausfinden, welche Art es ist, bzw. bestimmt Arten ausschließen. Falls das nicht hundertprozentig geht, kann ich ja immer noch auf gute Zeiten im Winter warten.

Liebe Grüße
Roswitha