Kleinigkeiten aus Craula (Ascos) *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6949 Tagen)

Hallo Pilzgemeinschaft!

Die ThAM (Thüringer Arbeitsgemeinschaft für Mykologie) hat ihre diesjährige Jahrestagung in Craula (im Hainich) ausgetragen. Der Nationalpark Hainich ist ein ausgedehntes Buchenareal, das man in Zukunft sich selbst überlassen will.

Dort wachsen etliche Pilzarten, die es in meinen Heimatrevieren überhaupt nicht gibt, wie z. B. Veilchen-Rötelritterling (Lepista irina), Beringter Buchenschleimrübling (Oudemansiella mucida) oder Gelborangemilchender Helmling (Mycena crocata). Lacht nicht, die gibt´s bei mir tatsächlich nicht!

Hier aber ein paar Ascos von dort:

Kommasporiger Stängelbecherling (Hymenoscyphus serotinus)
[image]
Auf Buchenästchen in der Laubschicht. Wie viele seiner Gattungskollegen bekommt er seine gelbe Färbung erst unter Lichteinfluss. Durch die Sporenform ist er mikroskopisch leicht zu entlarven. Verbreitet.

"Wechselfarbiger Tatra-Becherling" (Tatraea dumbirensis)
[image]
Gewachsen an Buchenstumpf und dickerem Buchenholz.
Interessant ist seine Farbveränderung von nass dunkel haselnussbraun zu trocken hellbeige-cremeocker.
Bemerkenswert ist sein komplexer Zellaufbau und die Tatsache, dass man im Präparat entweder multiguttulate vitale Sporen oder tote Sporen mit Riesen-Guttule findet ---> keine Übergangsform beobachtet!
Hat übrigens trotz der auffälligen Sporen mindestens 3 Stunden gedauert bis der Kollege seinen Namen preisgab.

An --Andreas--: Hast die Wette gewonnen, eindeutig inoperculat!!

Vereinzelt waren natürlich außer den Buchen auch noch andere Bäume vorhanden, z. B. "Ahörner"
Ockergelber Stromakelch (Lanzia luteovirescens)
[image]
Leicht an seinem Standort (Blattskelette von Ahorn) und seiner frisch gelbgrünen Farbe zu erkennen und wohl kaum verwechselbar, allerdings wohl nur in kurzem Zeitrahmen zu finden, etwa Ende September bis Mitte Oktober, nicht selten.

Mit pilzlichem Gruß
Ingo

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Re: Kleinigkeiten aus Craula (Ascos)

Andreas ⌂, (vor 6948 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

schön, dass Du ein paar der sonst immer unbeachtet bleibenden kleinen Schätzchen so einer Veranstaltung bestimmt hast und vorstellst.
Lanzia dumbirensis kannte ich bisher nicht und hatte auch keine Zeit mehr, das mitgenommene Holzstück zu untersuchen. Toll dass es Dir gelungen ist, es ist sicherlich ein eher seltener Pilz.
Zu Rutstroemia luteovirescens kann ich sagen, dass ich die auch im Frühjahr schon gefunden habe (Mai).

beste Grüße,
Andreas

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Re: Kleinigkeiten aus Craula (Ascos)

Ingo Wagner, (vor 6948 Tagen) @ Andreas

Hallo Ingo,
schön, dass Du ein paar der sonst immer unbeachtet bleibenden kleinen
Schätzchen so einer Veranstaltung bestimmt hast und vorstellst.
Lanzia dumbirensis kannte ich bisher nicht und hatte auch keine Zeit mehr,
das mitgenommene Holzstück zu untersuchen. Toll dass es Dir gelungen ist,
es ist sicherlich ein eher seltener Pilz.
Zu Rutstroemia luteovirescens kann ich sagen, dass ich die auch im Frühjahr
schon gefunden habe (Mai).
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas!

Wie häufig Tatraea dumbirensis ist (Lanzia dumbirensis ist sicherlich ein Schreibfehler von dir!) vermag ich nicht zu sagen, Baral et al.(1999)" ....sehen
aufgrund der bisherigen Funde eine recht enge Bindung an naturnahe, montane Laubwälder.....", insofern ein schöner Beweis, dass das mit dem Nationalpark Hainich schon fruchtet.

Dass R. luteovirescens auch im Frühjahr wachsen kann, ist mir noch nicht aufgefallen. Muss ich mal verstärkt drauf achten.

Gruß
Ingo W

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Re: Kleinigkeiten aus Craula (Ascos)

coco, (vor 6947 Tagen) @ Ingo Wagner

hallo ingo,

vielen dank für diesen tollen bericht! und bitte mehr davon.

gruss coco