Mal ein paar Brandstellen-Basidios? *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6931 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!

Da sich das Gros der Großpilze schon beinahe in den Winterschlaf verabschiedet hat und auch der Vorwinter-Trichterlings-Aspekt irgendwie ausbleibt, empfehl ich euch mal einen Spaziergang über Brandstellenareale (glücklich der, der welche hat und sich von staatlicher Seite keiner um die Beräumung der angeblichen Schandflecke kümmert). Außer den verschiedensten Becherlingsarten sind mit gleicher Stetigkeit auch immer wieder die gleichen Großpilzarten anzutreffen.
Günstig sind ältere Brandstellen, am besten teilweise schon mit dem Brandstellenmoos (Funaria) bewachsen.

Häufiger Besiedler, Myxomphalia maura (Dunkler Kohlennabeling):
[image]
hier zu sehen ist seine farbliche Vielfältigkeit (von wegen Dunkler Kohlennabeling!). Eine makroskopische Abgrenzung zu den brandstellenbewohnenden Lyophyllum (Graublatt)-Arten ist manchmal gar nicht so einfach, da der Geruch gurkig bei Myxomphalia und gurkig, mehlig, mehligranzig oder tranig bei den Lyophyllum-Arten doch ziemlich ähnlich ist. Bleibt also makroskopisch noch die fettig-glänzende, mittig genabelte Hutoberseite und ziemlich weiße Lamellen mit als Faden abziehbarer Lamellenschneide. (mikroskopisch abgrenzbar durch überstehende Cheilozystiden).

Lyophyllum ambustum (Höckersporiges Kohlengraublatt)
[image]
Als Verfechter der makroskopischen Merkmale muss ich eingestehen, dass die drei Kohlengraublatt-Arten (ambustum = höckersporiges, atratum = ellipsoidsporiges, anthracophilum = rundsporiges) makroskopisch nicht unterscheidbar sind.
Dass auch renomierte Pilzler das Ellipsoidsporige Kohlengraublatt mit dem Dunklen Kohlennabeling (ebenfalls ellipsoidsporig) verwechseln können.... siehe TINTLING 33, S 59, Bild oben.

Ein weiterer, etwas weniger häufiger Brandstellenbewohner ist
Faerberia carbonaria (Gemeine Kohlenleistling)
[image]
mit stark gabeligen, harablaufenden Lamellen, oft etwas "wachstums-zoniertem" Hut und fast geruchlos.

Um den Beitrag nicht unnötig in die Länge zu ziehen, nur kurz noch den wahrscheinlich treuesten Brandstellen- Lamellenpilz

Pholiota highlandensis (Kohlenschüppling):
[image]

und Psathyrella pennata (Kohlenfaserling):
[image]
jung mit sehr viel weißem Velum behangen.

Es gibt natürlich noch viele weitere carbophile Pilze in den verschiedenen Gattungen, aber für heute reicht´s erst mal.

Pilzgrüße
Ingo W

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Re: Mal ein paar Brandstellen-Basidios?

Hermine, (vor 6930 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

was für eine schöne Dokumentation!

Ich habe letzten Sonntag ebenfalls auf einer Brandstelle ein Graublatt gefunden, gleich zu vermuten am mehligen Geruch, dem im feuchten Zustand gerieften Hut, den graubräunlichen Farben und dem knorpeligen Stiel/büscheligen Wuchs, sowie dem weißen Sporenabwurf. Das Mikroskop hat mir recht gegeben in Bezug auf die siderophile Granulation der Basidien. Kugelige Sporen habe ich auch gesehen, die waren teilweise sehr feinwarzig, teilweise mit diesen unregelmäßigen Auflagen, die in Breitenbach/Kränzlin als "Kalotten" bezeichnet werden. Ich habe den neuen Gröger und habs danach probiert, ich kam problemlos zu Lyophyllum (bzw. bei Gröger nach wie vor Tephrocybe) anthracophilum = Kugelsporiges Graublatt. Erwähnt im "Kleingedruckten" stand allerdings auch, dass manche Autoren sogar eine Synonymisierung mit der ellipsoidsporigen Sippe L. atratum in Betracht ziehen, nachdem ja schon L. sphaerosporum nicht mehr als eigene Art gilt, damit hätten wir ein einziges "Brandstellen-Graublatt". Bleibt noch das Graublatt mit den Risspilz-artigen Sporen, daraus macht Herr Gröger L. tylicolor, früher L. ambustum, das sieht aber makroskopisch dann doch anders aus, vor allem die Sippe, die nicht auf Brandstellen kommt, zumindest in den Büchern, finde ich. In der Natur habe ich es noch nicht gefunden. Man hat also dann doch als Verfechter der Makroskopie keine so schlechten Karten, finde ich!

Viele Grüße Hermine

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Wahrscheinlich Fehler eingeschlichen!

Ingo Wagner, (vor 6930 Tagen) @ Hermine

was für eine schöne Dokumentation!
Ich habe letzten Sonntag ebenfalls auf einer Brandstelle ein Graublatt
gefunden, gleich zu vermuten am mehligen Geruch, dem im feuchten Zustand
gerieften Hut, den graubräunlichen Farben und dem knorpeligen
Stiel/büscheligen Wuchs, sowie dem weißen Sporenabwurf. Das Mikroskop hat
mir recht gegeben in Bezug auf die siderophile Granulation der Basidien.
Kugelige Sporen habe ich auch gesehen, die waren teilweise sehr
feinwarzig, teilweise mit diesen unregelmäßigen Auflagen, die in
Breitenbach/Kränzlin als "Kalotten" bezeichnet werden. Ich habe
den neuen Gröger und habs danach probiert, ich kam problemlos zu
Lyophyllum (bzw. bei Gröger nach wie vor Tephrocybe) anthracophilum =
Kugelsporiges Graublatt. Erwähnt im "Kleingedruckten" stand
allerdings auch, dass manche Autoren sogar eine Synonymisierung mit der
ellipsoidsporigen Sippe L. atratum in Betracht ziehen, nachdem ja schon L.
sphaerosporum nicht mehr als eigene Art gilt, damit hätten wir ein
einziges "Brandstellen-Graublatt". Bleibt noch das Graublatt mit
den Risspilz-artigen Sporen, daraus macht Herr Gröger L. tylicolor, früher
L. ambustum, das sieht aber makroskopisch dann doch anders aus, vor allem
die Sippe, die nicht auf Brandstellen kommt, zumindest in den Büchern,
finde ich. In der Natur habe ich es noch nicht gefunden. Man hat also dann
doch als Verfechter der Makroskopie keine so schlechten Karten, finde ich!
Viele Grüße Hermine

Hallo Hermine!

Vielen Dank für deine interessanten Ausführungen, die mich dazu veranlasst haben, nochmal etwas nachzulesen und zu überprüfen. Und so langsam kommen bei mir Zweifel auf, ob die Bestimmung Lyophyllum abustum für meinen abgebildeten Pilz angebracht ist. Die Sporen waren nämlich tatsächlich so wie du sie von deinem Fund beschreibst, rau/ feinwarzig, und hier nur der geringere Anteil der Sporen. Nach LUDWIG oder B&K, deren Sporen risspilzartig, deutlich höckerig abgebildet sind und dadurch wohl eindeutig erkennbar wären, wäre ich also falsch.
Gehe ich nach Gröger (Bemerkung unter L. anthracophila ".....L. ambustum (Fr.) Donk mit undeutlich/schwach skulpturierten Sporen....."--> dann wäre ich richtig.
Am besten wäre es für mich, es gäbe L. sphaerosporum noch, aber die ist ja ad acta gelegt.
Ich schätze mal, die von mir abgebildete Lyophyllum-Art ist tatsächlich “nur” L. anthracophilum.

Also Hermine, ich muss mich bei dir bedanken (ich hasse es, wenn ich mich irre!!).

Das, was ich allerdings nicht verstehe, wieso kommst du drauf, dass Gröger L. tylicolor mit L. ambustum gleichsetzt, ich hab da keine Textstelle im GRÖGER gefunden (allerdings bin ich manchmal mit Blindheit beschlagen).

Viele Pilzgrüße
Ingo W

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Bei mir auch!

Hermine, (vor 6930 Tagen) @ Ingo Wagner

Oh Ingo, wir haben alle immer mal wieder nicht Recht:

Du hast mich nämlich erwischt, hab statt T. tylicolor T. gibberosa schreiben wollen, das ist nämlich laut Gröger T. ambusta ss. Ricken. T. gibberosa kenne ich aber auch nicht in natura. Ich habe leider privat keinen Ludwig, den schaue ich mir immer in der Vereinsbibliothek an, schau doch mal, was dort zu gibberosa=ambusta p.p. steht. Ich persönliche finde die Gattung Tephrocybe/Lyophyllum zwar sehr interessant aber auch schwierig, denn ältere Autoren haben wohl etliche Arten über den Standort benannt, und das jetzige "Zusammenführen" der Arten ist sehr verwirrend. Dann kommt bestimmt noch ein Sequenzierungsergebnis, das vieles wieder umwirft.

Bezüglich Deines Pilzes ist die Wahl nach Gröger dann ja wohl T. tylicolor bzw. T. anthracophila, verstehe ich das recht? Was mich zu meiner Bestimmung bei meinem Pilz bewogen hat, war auch der Hinweis auf den knorpeligen Stiel, den L. tylicolor hat das lt. Gröger nicht in dieser Form. Wie war das denn bei Deinen Pilzen?

Viele Grüße

Hermine

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@ Hermine & Lyophyllum-Kenner

Ingo Wagner, (vor 6930 Tagen) @ Hermine

Du hast mich nämlich erwischt, hab statt T. tylicolor T. gibberosa schreiben
wollen, das ist nämlich laut Gröger T. ambusta ss. Ricken. T. gibberosa
kenne ich aber auch nicht in natura. Ich habe leider privat keinen Ludwig,
den schaue ich mir immer in der Vereinsbibliothek an, schau doch mal, was
dort zu gibberosa=ambusta p.p. steht. Ich persönliche finde die Gattung
Tephrocybe/Lyophyllum zwar sehr interessant aber auch schwierig, denn
ältere Autoren haben wohl etliche Arten über den Standort benannt, und das
jetzige "Zusammenführen" der Arten ist sehr verwirrend. Dann
kommt bestimmt noch ein Sequenzierungsergebnis, das vieles wieder umwirft.
Bezüglich Deines Pilzes ist die Wahl nach Gröger dann ja wohl T. tylicolor
bzw. T. anthracophila, verstehe ich das recht? Was mich zu meiner
Bestimmung bei meinem Pilz bewogen hat, war auch der Hinweis auf den
knorpeligen Stiel, den L. tylicolor hat das lt. Gröger nicht in dieser
Form. Wie war das denn bei Deinen Pilzen?
Viele Grüße
Hermine

Hallo nochmal Hermine!

LUDWIG synonymisiert gibberosa unter ambustum.

Nach GRÖGER hätte ich anthracophila oder wenn ich ihn als eigene Art akzeptiere L. ambustum (da "....undeutlich/ schwach skulpturiert..."), auf keinen Fall gibberosa.
Nach LUDWIG oder B&K, die ambustum als eigene Art mit Risspilz-Sporen sehen, hätte ich auf keinen Fall ambustum, sondern anthracophilum.
Ich richte mich da jetzt nach LUDWIG, erscheint mir logischer.

Tylicolor habe ich ausgschlossen, da Pilz auf Brandstelle gewachsen ist. Eine besondere Knorpeligkeit des Stieles ist mir nicht aufgefallen, habe ihn aber unter dem Gesichtspunkt auch nicht unter die Lupe genommen.
Um sämtliche Unsicherheiten zu beseitigen (oder bis wir tylicolor kennen?), müssten wir die oberste Lage der HDS auf inkrustierte Hyphen hin untersuchen, da tylicolor keine inkrustierte oberste Schicht besitzt.

Vielleicht gibt´s ja auch ein paar Spezis im Forum, die sich mit diesen Problemen schon rumgeärgert haben??

Verwirrlicher Gruß
Ingo W

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Re: @ Hermine & Lyophyllum-Kenner

Andreas ⌂, (vor 6930 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo nochmal Hermine!
LUDWIG synonymisiert gibberosa unter ambustum.
Nach GRÖGER hätte ich anthracophila oder wenn ich ihn als eigene Art
akzeptiere L. ambustum (da "....undeutlich/ schwach
skulpturiert..."), auf keinen Fall gibberosa.
Nach LUDWIG oder B&K, die ambustum als eigene Art mit Risspilz-Sporen sehen,
hätte ich auf keinen Fall ambustum, sondern anthracophilum.
Ich richte mich da jetzt nach LUDWIG, erscheint mir logischer.
Tylicolor habe ich ausgschlossen, da Pilz auf Brandstelle gewachsen ist. Eine
besondere Knorpeligkeit des Stieles ist mir nicht aufgefallen, habe ihn
aber unter dem Gesichtspunkt auch nicht unter die Lupe genommen.
Um sämtliche Unsicherheiten zu beseitigen (oder bis wir tylicolor kennen?),
müssten wir die oberste Lage der HDS auf inkrustierte Hyphen hin
untersuchen, da tylicolor keine inkrustierte oberste Schicht besitzt.
Vielleicht gibt´s ja auch ein paar Spezis im Forum, die sich mit diesen
Problemen schon rumgeärgert haben??
Verwirrlicher Gruß
Ingo W

Hallo,

weit davon entfernt, ein Kenner dieser Gattung zu sein, aber ein paar Funde aus dieser Gruppe habe ich schon gesehen.

Euer Problem habe ich bei nahezu jeder Aufsammlung gehabt:
Sporen rund bis rundlich, glatt oder undeutlich rau-warzig oder mit rundlichen flachen Auflagerungen ("Kalotten"). Genau wie in Pilze der Sschweiz die Sporen bei 255 L. anthracophilum sowie 254 L. ambustum (A2, A3) gezeichnet sind. Ich habe eine zeit lang alle meine Funde L. sphaerosporum genannt udn war der meinung, dass die kalottenbildung auf den Sporen ein zustand der Vollreife darstellt, glatte und fein raue Sporen also das jüngere Stadium. Ich dnek mittlerweile, dass es sich bei dieser Variabilität um das normale Erscheinungsbild bei L. anthracophilum = L. sphaerosporum handelt.
Brandstellenbewohnende Graublätter mit Höckersporen habe ich bisher nicht gefunden, soll es aber geben. Das ist dann L. gibberosum bzw. L. ambustum wenn man der Synonymie Glauben schenken darf. VORSICHT: Das in PdS abgehandelte L. ambustum ist Omphaliaster asterosporus (fehlende Schnallen!).
L. tylicolor kenne ich, allerdings nicht von Brandtsellen sondern aus moosigen Wiesen (tylicolor ss.str.) oder Moospolstern im Wald (tesquorum?). Diese Art hat stachelwarzige Sporen und ist bestenfalls ein zufälliger Brandstellenpilz auf alten Brandstellen. Ob tylicolor und tesquorum tatsächlich verschieden sind kann ich nicht beurteilen, meine wenigen Funde sahen mir immer gleich aus, egal ob Wiese oder Wald. Auch zu den rstlichen Arten dieser haarsträubenden Sektion (erosa, oldae ...) kann ich nichts beisteuern.

beste Grüße,
Andreas

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Danke. Das hilft, was du schreibst!!! *oT*

Ingo Wagner, (vor 6929 Tagen) @ Andreas

- kein Text -

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Re: @ Hermine & Lyophyllum-Kenner

Hermine, (vor 6929 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Vielen Dank für Deine Einschätzung. Auch wenn Du Dein Licht unter den Scheffel stellst, gehe ich mal davon aus, dass Du Dich gar nicht so schlecht in der Gattung auskennst.....

Meine Konsequenz ist jetzt, dass ich auf Brandstellen in der Regel entweder L. anthracophilum (kugelige, feinwarzige Sporen mit eventueller "Kalottenbildung"), L. atratum (ellipsoide, glatte Sporen) oder L. gibberosum (Sporen ähnlich einem Risspilz, auf Schnallen achten!) finde. Das Mikroskopieren bleibt mir nicht erspart. Beobachten werde ich die Stiele, um herauszufinden, ob die Knorpeligkeit wirklich so gut auf L. anthracophilum hinweist, wie ich es aus dem Gröger entnehme. Vielleicht finde ich bis zu meinem Lebensende genug Kollektionen, um dann so gegen mein 79. Lebensjahr eine Aussage treffen zu können.......

Viele Grüße

Hermine

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Yes!! *oT*

Ingo Wagner, (vor 6929 Tagen) @ Hermine

- kein Text -

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Re: @ Hermine & Lyophyllum-Kenner

Andreas ⌂, (vor 6929 Tagen) @ Hermine

Vielen Dank für Deine Einschätzung. Auch wenn Du Dein Licht unter den
Scheffel stellst, gehe ich mal davon aus, dass Du Dich gar nicht so
schlecht in der Gattung auskennst.....
Meine Konsequenz ist jetzt, dass ich auf Brandstellen in der Regel entweder
L. anthracophilum (kugelige, feinwarzige Sporen mit eventueller
"Kalottenbildung"), L. atratum (ellipsoide, glatte Sporen) oder
L. gibberosum (Sporen ähnlich einem Risspilz, auf Schnallen achten!)
finde. Das Mikroskopieren bleibt mir nicht erspart. Beobachten werde ich
die Stiele, um herauszufinden, ob die Knorpeligkeit wirklich so gut auf L.
anthracophilum hinweist, wie ich es aus dem Gröger entnehme. Vielleicht
finde ich bis zu meinem Lebensende genug Kollektionen, um dann so gegen
mein 79. Lebensjahr eine Aussage treffen zu können.......
Viele Grüße
Hermine

Hallo Hermine, Ingo,

ich bin mir noch nicht mal sicher, ob man tatsächlich zwischen einer ellipsoid- und glattsporigen Art (L. atratum) und einer kugel- und ornamentiertsporigen Art (L. anthrocophilum-subsphaerosporum) trennen kann.
Vielleicht vorher nicht klar herausgekommen: Die Sporenornamentationen glatt - feinst rau - Kalottenbildung waren stets innerhalb desselben Präparats zu sehen! Dabei variierte der Anteil des jeweiligen Ornamentationstyps. Wobei die glatten soweit ich mich erinnere stets überwogen, die fein rauen so knapp an der Grenze des Auflösungsvermögen lagen und die Kalottenbildung immer nur an einzelnen Sporen zu finden war, nach etwas Suchen aber immer (ich glaube tatsächlich immer) gefunden werden konnte.
Auch die Sporenform habe ich stets von perfekt rund bis sehr breit elliptisch innerhalb desselben Präparats gehabt.

Ich hatte verschiedentlich versucht,herauszubekommen was diese Kalotten denn nun sind: Ornamente oder Auflagerungen. Mein subjektiver Eindruch war nämlich, dass das keine Ornamentation, sondern ein Auflagerung sei. Sie färben sich etwas intensiver in BWB als die restliche Sporen (finde ich), aber mit Toluidinblau habe ich z.B. keine unterschiedliche Färbung beobachtet. So habe ich auch keine Schlüsse daraus gezogen, bin aber immer noch - rein gefühlsmäßig - der Ansicht, die Dinger sitzen eher drauf.
Das könnte man folgendermaßen interpretieren - allerdings rein hypothetische Gedankenspielerei: Die jungen Sporen sind von einem Perispor bedeckt, dass sich bei zunehmender Reife ablöst und ein feinstwarziges Epispor freigibt. Dann wären die glatten Sporen die jüngste Phase, die Kalottenbildung würde sich ablösendes Perispor anzeigen und die fein rauen wären dann die reifsten. Vielleicht etwas ähnliches wie bei den dreischichtigen Sporen von Fayodia.

Leider habe ich das nicht weiter verfolgt, wäre vielleicht interessant, da weiter zu forschen. Aber vielleicht gibt es ja auch bereits Untersuchungen über die Ultrastruktur dieser Llyophyllum-Sporen. Wenn einer darüber Bescheid weiß, dann sicher Prof. Clemencon.

beste Grüße,
Andreas

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Re: @ Hermine & Lyophyllum-Kenner

Hermine, (vor 6929 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

ich habe es bei meinem Fund genauso beobachtet: feinwarziges Ornament an der Grenze der Auflösung (habe ich zunächst auch meinem Mikroskop zugeschrieben) und dann bei mir reifer erscheinenden Sporen die besagten Kalotten, die mich an diese schleimbatzigen Auflagerungen mancher Ascomyceten-Sporen erinnern. Und das auf der gleichen, gequetschten Lamelle. Allerdings waren meine Sporen alle rundlich, nichts Ellipsoides zu sehen. Deswegen werde ich - immer vorausgesetzt ich finde weitere Kollektionen.... - kugelsporige und ellipsoidsporige getrennt dokumentieren. Falls mal jemand dann schlüssig nachweist, dass die Sippen L. atratum und L. anthracophilum zusammengehören, wie es bei Gröger ja auch angedeutet ist, werfe ich meine Daten auch zusammen. Das ist ja leichter, als später herumzufieseln.

Viele Grüße

Hermine

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Re: Mal ein paar Brandstellen-Basidios?

Hans-Jürgen, (vor 6930 Tagen) @ Ingo Wagner

Sehr schöne Dokumentation, Ingo. Hast Du nicht Lust, sie vielleicht doch noch etwas in die Länge zu ziehen?

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Mal ein paar Brandstellen-Basidios?

42, (vor 6930 Tagen) @ Hans-Jürgen

Hallo Hans-Jürgen (und natürlich Rudi),

wißt ihr in unserer Gegend Brandstellen(*), die wir evtl. (bäuchlings)
inspizieren könnten? Ich habe irgendwie Pilz-Entzugs-Erscheinungen ... und
morgen ist doch Wochenende!

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner
(*) Vielleicht sollten wir schonmal für's nächste Jahr 'vorsorgen'?

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Re: Mal ein paar Brandstellen-Basidios?

Hans-Jürgen, (vor 6930 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

die letzte Brandstelle, die ich gesehen (und erfolglos nach Pilzen abgesucht) habe, war im Klosterforst, davor im Sommer eine größere ebenfalls ohne Pilze im Hafenlohrtal bei Rudis Null. Vorsorge, wie Du sie vorschlägst, alter Anarcho, wäre also dringend geboten.

Aber a propos Wochenende: Wir haben lose den Sonntag ins Auge gefasst. Näheres telefonisch.

Gruß (ohne jeden Entzug, eher schon im Täublingsfieber)
Hans-Jürgen