Trüffel in Niedersachsen *PIC*

Gelbfieber, (vor 6920 Tagen)

Hallo und guten Abend liebe Pilzler,

Trüffel sind in Niedersachsen nicht gerade häufig zu finden. Aus diesem Grund möchte ich euch meinen gestrigen Fund Kleinwarzige Hirschtrüffel Elaphomyces granulatus in Wort und Bild vorstellen.

Makroskopische Merkmale:
Fast rund, 10-25mm Durchmesser, Rinde mittel- bis dunkelbraun, feinkörnig. Weißliche Rinde 0,5-2mm dick. Im Schnitt ist der Fruchtkörper nicht marmoriert sondern tief dunkelbraun. Fundort – Sandboden unter jungen Eichen, 100 m üNN.

Mikroskopische Merkmale:
Sporen rotbraun, rundlich, 26 – 29µm, 1,5 – 2,5µm hohe Grate - teils verbunden.

Elaphomyces granulatus ist von den anderen Elaphomyces-Arten u. a. durch die Rindenfarbe (braun gegenüber schwarz bzw. mit schwarzen Bereichen) und das nicht marmorierte „Innenleben“ zu trennen. E. granulatus ist speziell von E. asperulus (beide mit brauner Rinde und nicht marmoriert) durch die 25 – 38µm großen Sporen und die kaum erkennbaren Grate der Sporen bei E. asperulus zu unterscheiden.
Die Kleinwarzige Hirschtrüffel Elaphomyces granulatus ist kein Speisepilz.

Eine gute Zeit und Tschüß
Gelbfieber

[image] http://www.naturfoto-kontor.de/mikroservice.html

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Re: Trüffel in Niedersachsen

Michael Schneider, (vor 6920 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Ursula,

Deine Beiträge sind immer Wunderschön , toll gestaltet ,

suuper Lehrreich und Informatif, Kompliment!

ich möchte dir einfach auf diesem Weg einmal Danke dafür sagen !

Vielen Herzlichen Dank ! .. und bitte gerne noch mehr davon! (o:

Mit freundlichen Grüssen michi

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Sehr interessant

arysch, (vor 6920 Tagen) @ Gelbfieber

Zuerst ein Glückwunsch zu der gefundenen Hirschtrüffel. Wie findest Du die? Nach Literatur sollten die ziemlich tief unter dem Waldboden wachsen... oder hast Du vielleicht ein freundliches Waldschwein gefragt...?
Hier ein interessanter Artikel zur Radioaktivität der Hirschtüffel (danach sind die Waldscheine in Deutschland nach dem Tscharnobyl-Unfall bis heute mit Cs-137 immer noch stark kontaminiert...):
http://www.environmental-studies.de/Radiooekologie/Radiocaesium/Cs_5/Hirschtrueffel/Cs-...
Schöne Grüße, Artur.

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Re: Sehr interessant

Ingo Wagner, (vor 6920 Tagen) @ arysch

Zuerst ein Glückwunsch zu der gefundenen Hirschtrüffel. Wie findest Du die?
Nach Literatur sollten die ziemlich tief unter dem Waldboden wachsen...
oder hast Du vielleicht ein freundliches Waldschwein gefragt...?

Hallo Artur!
Tschuldigung, dass ich mich schon wieder einmische.
Der hilft beim Finden, weil er die Standorte verrät:

Cordyceps ophioglossoides (Zungen-Kernkeule)
http://img256.imageshack.us/img256/695/cordycepsophioglossoidesk0.png
parasitiert die Hirschtrüffelarten (Elaphomyces) und ist gar nicht selten.

Ansonsten kenne ich so ein paar Trüffel-Spezis aus der ThAM (Thüringer Arbeitsgemeinschaft für Mykologie), die suchen nach ökologischen Gesichtspunkten und sind immer mit den verschiedensten Trüffelarten oder -verwandten fündig (so 4-5 Arten pro Exkursion haben die immer), weil die wirklich auch einen besonderen "Riecher" dafür bekommen.

Viele Grüße
Ingo W

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Re: Trüffel in Niedersachsen

Schnuffel, (vor 6920 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo und guten Abend liebe Pilzler,
Trüffel sind in Niedersachsen nicht gerade häufig zu finden. Aus diesem Grund
möchte ich euch meinen gestrigen Fund Kleinwarzige Hirschtrüffel
Elaphomyces granulatus in Wort und Bild vorstellen.
Makroskopische Merkmale: Fast rund, 10-25mm Durchmesser, Rinde mittel- bis
dunkelbraun, feinkörnig. Weißliche Rinde 0,5-2mm dick. Im Schnitt ist der
Fruchtkörper nicht marmoriert sondern tief dunkelbraun. Fundort –
Sandboden unter jungen Eichen, 100 m üNN.
Mikroskopische Merkmale: Sporen rotbraun, rundlich, 26 – 29µm, 1,5 – 2,5µm
hohe Grate - teils verbunden.
Elaphomyces granulatus ist von den anderen Elaphomyces-Arten u. a. durch die
Rindenfarbe (braun gegenüber schwarz bzw. mit schwarzen Bereichen) und das
nicht marmorierte „Innenleben“ zu trennen. E. granulatus ist speziell von
E. asperulus (beide mit brauner Rinde und nicht marmoriert) durch die 25 –
38µm großen Sporen und die kaum erkennbaren Grate der Sporen bei E.
asperulus zu unterscheiden.
Die Kleinwarzige Hirschtrüffel Elaphomyces granulatus ist kein Speisepilz.
Eine gute Zeit und Tschüß
Gelbfieber

Hallo Uschi,

herzlichen Dank für die Darstellung eines Pilzes aus der "Unterwelt", deren Vertreter aus naheliegenden Gründen selten im Forum vorgestellt werden.

In das Bild von E. granulatus, das ich aus eigener Anschauung und aus der Literatur habe, passen jedoch 2 Befunde nicht hinein:

1) ...unter jungen Eichen.
Ich finde E. granulatus regelmäßig unter jüngeren Fichten, wo der Boden von Wildschweinen flach (5-10 cm) aufgebrochen wurde und oft einige Exemplare des Pilzes das große Fressen überlebt haben.
Die ökologische Bandbreite wäre dann doch größer als bisher angenommen.

2) ...Sporen mit Graten.
Ich kenne die Sporen mit Stacheln. (Lt. Gerhardt: Stacheln bis 4 µ lang und leicht gebogen)
Die fehlenden Stacheln bei Deinem Fund sind vielleicht auf noch nicht ausgereifte Sporen zurückzuführen. (Bei Gerhardt bei E. muricatus beschrieben)

Da sonst alle Angaben zutreffen, ist aus diesen beiden unterschiedlichen Befunden jedoch keinesfalls der Schluss zu ziehen, dass eine andere Art vorliegen muss.

Gruß
Schnuffel

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Re: Trüffel in Niedersachsen *PIC*

Gelbfieber, (vor 6919 Tagen) @ Schnuffel

Hallo und guten Abend Schnuffel,

der Fundort unter jungen Eichen stimmt schon. Es ist ein ca. 4ha Eichenschlag umgeben von drei Seiten Fichten und einer Seite Lärchen und Kiefern. Auch bei mir war es von Wildschweinen aufgebrochener Boden. In meiner Literatur steht für die in Frage kommenden Arten - E. granulatus Laub und Nadelwald und für E. asperulus Nadelwald.
Zur Oberfläche der Sporen ist zu sagen das du nicht unrecht hast. Es sind Spitzen die allerdings bei meinem Fund überwiegend zu Graten „verklebt“ waren. Diese „verklebten“ Grate waren teils einzeln, teils wiederum mit andern Graten verbunden. Von netzig oder teils netzig möchte ich in diesem Fall nicht sprechen. Da ich in meinem Bericht meinen Fund beschreibe und nicht wie mein Fund laut Literatur auszusehen hat, ist, so denke ich alles im grünen Bereich ;-)
Ein Bildchen der 1. Ebene der Sporen füge ich an. Hier sieht man sehr klar das die Spitzen teilweise zusammenstehen oder wie ich mich ausdrücke, „verklebt“ sind und somit Grate bilden.
Schön das man sich auf diesem Wege so klasse austauschen kann. :-)
Eine gute Zeit und Tschüß
Gelbfieber

[image] http://www.naturfoto-kontor.de/mikroservice.html

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Re: Sehr interessant

Gelbfieber, (vor 6919 Tagen) @ arysch

Hallo und guten Abend Artur,

zu finden sind diese Trüffel in Laub- und Nadelwäldern. Im und auf von Wildschweinen aufgebrochenen Boden.

Eine gute Zeit und Tschüß
Gelbfieber

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Re: Trüffel in Niedersachsen

Schnuffel, (vor 6919 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo und guten Abend Schnuffel,
der Fundort unter jungen Eichen stimmt schon. Es ist ein ca. 4ha Eichenschlag
umgeben von drei Seiten Fichten und einer Seite Lärchen und Kiefern. Auch
bei mir war es von Wildschweinen aufgebrochener Boden. In meiner Literatur
steht für die in Frage kommenden Arten - E. granulatus Laub und Nadelwald
und für E. asperulus Nadelwald.
Zur Oberfläche der Sporen ist zu sagen das du nicht unrecht hast. Es sind
Spitzen die allerdings bei meinem Fund überwiegend zu Graten „verklebt“
waren. Diese „verklebten“ Grate waren teils einzeln, teils wiederum mit
andern Graten verbunden. Von netzig oder teils netzig möchte ich in diesem
Fall nicht sprechen. Da ich in meinem Bericht meinen Fund beschreibe und
nicht wie mein Fund laut Literatur auszusehen hat, ist, so denke ich alles
im grünen Bereich ;-)
Ein Bildchen der 1. Ebene der Sporen füge ich an. Hier sieht man sehr klar
das die Spitzen teilweise zusammenstehen oder wie ich mich ausdrücke,
„verklebt“ sind und somit Grate bilden.
Schön das man sich auf diesem Wege so klasse austauschen kann. :-)
Eine gute Zeit und Tschüß
Gelbfieber

Hallo Uschi,

ich hatte noch etwas gegoogelt und eine schöne Aufnahme der Sporen mit der SEM gefunden.

http://falco.elte.hu/NOVEL/mycorrhiza/Elaphomyces_granulatus_spores_SEM.jpg

Es scheint mir, dass hier ein Reifungsprozess von ziemlich weichen Gebilden, wie Du sie gezeigt hast, zu richtigen Stacheln stattfindet, wie ich sie beobachtet habe.

Ich habe noch einen Vorschlag, wie Du die verklebten Stacheln möglicherweise wieder vereinzeln kannst: in 3%iger KOH beobachten.
Ich habe diese nützliche Erfahrung mehrfach bei der Suche nach Cheilozystiden gemacht, wo die Gebilde der Lamellenschneide so verklebt waren, dass man überhaupt nichts erkennen konnte. In KOH war dann alles wunderbar zu sehen.

Gruß
Schnuffel

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Re: Trüffel in Niedersachsen *PIC*

Gelbfieber, (vor 6919 Tagen) @ Schnuffel

Hallo und guten Tag Schnuffel,

guter Vorschlag mit KOH-Lösung.
Da ich fast ausnahmslos meine Präparate in Wasser mache, messe und knipse um möglichst unverfälscht zu dokumentieren habe ich KOH nicht in Betracht gezogen.
Die nachfolgenden Bildchen sind in KOH gemacht. Du hattest Recht, die Stacheln sind nicht mehr verklebt und bilden keine Grate. Wie war das noch gleich …… wer recht hat gibt einen Schokopudding aus? … hihihi.
Allerdings, und das muß ich mit aller Deutlichkeit sagen, ist mikroskopieren in KOH nur bedingt geeignet und sollte nach der Sporenmessung erfolgen da sich die Trüffelsporen in diesem Falle um sage und schreibe fast 40% ausgedehnt haben!!!

Eine gute Zeit und Tschüß
Gelbfieber

[image] http://www.naturfoto-kontor.de