@Gelbfieber und @Waldschrat: Sporenanfärbung

Schnuffel, (vor 6902 Tagen)

Hallo Ihr beide,

Ihr habt's gut und könnt beim Anfärben in Sporen schwelgen. ;-)).
Was aber mache ich, wenn ich die Amyloidität von Sporen feststellen will, die z. B. ein "Rindenpilz" oder ein Porling über Nacht oder erst im Verlauf mehrerer Tage in feuchter Kammer direkt auf einem Objektträger abgeworfen hat, jedoch in so geringer Menge, dass dies noch nicht einmal mit der Lupe, sondern erst mit dem Mikroskop festzustellen ist? Beim Absaugen von Melzers schwimmen dann natürlich auch die paar Sporen weg. ;-((

Gruß
Schnuffel

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: @Gelbfieber und @Waldschrat: Sporenanfärbung

Andreas ⌂, (vor 6902 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Ihr beide,
Ihr habt's gut und könnt beim Anfärben in Sporen schwelgen. ;-)).
Was aber mache ich, wenn ich die Amyloidität von Sporen feststellen will, die
z. B. ein "Rindenpilz" oder ein Porling über Nacht oder erst im
Verlauf mehrerer Tage in feuchter Kammer direkt auf einem Objektträger
abgeworfen hat, jedoch in so geringer Menge, dass dies noch nicht einmal
mit der Lupe, sondern erst mit dem Mikroskop festzustellen ist? Beim
Absaugen von Melzers schwimmen dann natürlich auch die paar Sporen weg.
;-((
Gruß
Schnuffel

Hallo,

um Amyloidität festzustellen brauhct man kein Abwurfpräparat, das geht auch an (eventuell) unreifen Sporen aus einem Hymeniumpräparat.
Sporenabwurf braucht man nur um sicher zu sein, dass die Spoen reif sind, was sich auf ein eventuelles Ornament und auf Messungen bezieht.
Ich persönlich arbeite so gut wie nie mit Abwürfen, weil da immer alles durch die Gegend flitzt. Abgeworfene Sporen findet man auch an der Stielspitze z.B.

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: @Gelbfieber und @Waldschrat: Sporenanfärbung

Markus Wilhelm ⌂, (vor 6901 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

--um Amyloidität festzustellen braucht man kein Abwurfpräparat, das geht auch an (eventuell) unreifen Sporen aus einem Hymeniumpräparat---

Das braucht aber doch einige Erfahrung! Es gibt ja einige Gattungen, z.B. Helmlinge (bei denen färbt wenigstens meist die Trama weinrot), da wird das bläulich gefärbte Perispor weggewaschen und die Sporen sind dann nicht mehr amyloid! Beim Test am Sporenpulver ist das Resultat dann eindeutig.
Ich habe schon 3 mal (von guten Mykologen) als Porpoloma pescaprae bestimmte Pilze nachgesehen, weil ich von der gesehenen Amyloidität nicht überzeugt war, und den Sporenwurf getestet, alles negativ, es war nur Hygrocybe fornicata.
Also ich finde gerade für nicht so geübte den Sporenwurf eine sehr nützliche Sache!

Grüsse, Markus

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: @Gelbfieber und @Waldschrat: Sporenanfärbung

Schnuffel, (vor 6899 Tagen) @ Andreas

um Amyloidität festzustellen braucht man kein Abwurfpräparat, das geht auch
an (eventuell) unreifen Sporen aus einem Hymeniumpräparat.
Sporenabwurf braucht man nur um sicher zu sein, dass die Spoen reif sind, was
sich auf ein eventuelles Ornament und auf Messungen bezieht.
Ich persönlich arbeite so gut wie nie mit Abwürfen, weil da immer alles durch
die Gegend flitzt. Abgeworfene Sporen findet man auch an der Stielspitze
z.B.

Hallo Andreas,

danke für Deine Vorschläge, die leider mein Problem nicht so ganz treffen. Es geht mir hier um Pilze, bei denen ich auch bei mehreren Proben keine Sporen im Hymenium oder sonst wo finde (ein Stiel ist bei den von mir genannten Pilzen ja auch nur selten vorhanden), sei es dass sie noch unreif sind oder aber die Sporen schon abgeworfen haben. Mit dem Sporenabwurf direkt auf dem Objektträger lassen sich dann aber oft noch ein paar Sporen gewinnen, mit denen man orientierende Untersuchungen anstellen kann. Und beim Färben und Auswaschen möchte ich das Wegschwimmen verhindern.

Gruß
Schnuffel

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Lösungsvorschlag *PIC*

Gelbfieber, (vor 6901 Tagen) @ Schnuffel

Hallo und guten Tag Schnuffel,

da könnte ich dir die folgende Gelbfieber’sche Lösung anbieten:

da ich nicht weiß wo sich die Sporen auf dem Objektträger befinden, gebe ich nebeneinander drei oder 4 winzige Tröpfchen Melzers auf den Objektträger (Bild 1). Auf dem angefügten Bild sind die Tröpfchen zwei und drei etwas verschwunden weil zuviel Zeit zwischen aufgeben der Reagenz und dem knipsen vergangen ist. Erkennen kann man sie aber. Wichtig dabei – auch wirklich nur einen „Hauch“ Melzers verwenden Bild 2) !!! Danach Deckgläschen aufsetzen (ca. 80% des Objektträgers ist so abgedeckt) und leicht andrücken. Dabei ist zu beobachten das durch die geringe Zugabe der Reagenz nichts an den Seiten rausgedrückt wird (Bild 3). So ist gewährleistet das die wenigen Sporen nicht an den Seiten ausgespült werden.
Da ich nicht weiß wo sich die Sporen befinden, arbeite ich die drei oder vier Deckgläschen nacheinander ab :-)

Auf den Bildern 4 und 5 ist die „Bademethode“ zu sehen. Zuviel Melzers als Tropfen, die überschüssige Reagenz quillt beim andrücken an der Seiten raus und nimmt eventuell wichtiges Material mit.

Bild 6 zeigt ein Präparat der Gelbfieber’schen Methode. Sporen gefärbt, Hintergrund klar, kein „absaugen“ nötig.

Eine gute Zeit und Tschüß
Gelbfieber

[image] http://www.naturfoto-kontor.de/mikroservice.html

Eintrag gesperrt
15 Aufrufe

Re: Lösungsvorschlag

Ingo Wagner, (vor 6901 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Uschi! Und natürlich auch an alle anderen!

Da dein Fundus von diversen Aufnahmen unbegrenzt scheint, hast du vielleicht auch noch ein Bildchen von amyloid reagierenden Mycena (Helmling)-Sporen. Was würdest du sagen, bei wievielfacher Vergrößerung kannst du die Amyloidität beurteilen?

VG
Ingo W

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: Lösungsvorschlag

Schnuffel, (vor 6899 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo und guten Tag Schnuffel,
da könnte ich dir die folgende Gelbfieber’sche Lösung anbieten: da ich nicht
weiß wo sich die Sporen auf dem Objektträger befinden, gebe ich
nebeneinander drei oder 4 winzige Tröpfchen Melzers auf den Objektträger
(Bild 1). Auf dem angefügten Bild sind die Tröpfchen zwei und drei etwas
verschwunden weil zuviel Zeit zwischen aufgeben der Reagenz und dem
knipsen vergangen ist. Erkennen kann man sie aber. Wichtig dabei – auch
wirklich nur einen „Hauch“ Melzers verwenden Bild 2) !!! Danach
Deckgläschen aufsetzen (ca. 80% des Objektträgers ist so abgedeckt) und
leicht andrücken. Dabei ist zu beobachten das durch die geringe Zugabe der
Reagenz nichts an den Seiten rausgedrückt wird (Bild 3). So ist
gewährleistet das die wenigen Sporen nicht an den Seiten ausgespült
werden.
Da ich nicht weiß wo sich die Sporen befinden, arbeite ich die drei oder vier
Deckgläschen nacheinander ab :-)
Auf den Bildern 4 und 5 ist die „Bademethode“ zu sehen. Zuviel Melzers als
Tropfen, die überschüssige Reagenz quillt beim andrücken an der Seiten
raus und nimmt eventuell wichtiges Material mit.
Bild 6 zeigt ein Präparat der Gelbfieber’schen Methode. Sporen gefärbt,
Hintergrund klar, kein „absaugen“ nötig.
Eine gute Zeit und Tschüß
Gelbfieber

Hallo Uschi,

besten Dank für Deinen praktischen Vorschlag. Ich habe es bisher etwas anders probiert: Erst das Deckgläschen aufgelegt und dann rundum eine geringe Menge Melzers aufgetragen, die unter das Deckgläschen zieht und dabei vielleicht noch die Sporen etwas in der Mitte konzentriert. Aber wie werde ich dann die Braunfärbung los? Nach Deiner Methode kann man ja vor Auflegen des Deckgläschens warten, bis sich das Jod verduftet hat. Es zeigen dann aber nur die Sporen, die vorher mit dem intakten Melzers in Berührung waren, eine Reaktion. Und wie ist es bei den anderen Färbemethoden, wo der Farbstoff ausgewaschen oder verdünnt werden muß? Da könnte ich mir gut vorstellen, dass man auch mit einer z. B. 1:10 verdünnten Färbelösung noch eine gute Anfärbung und einen ausreichenden Kontrast erhält.

Bei normalen Proben werde ich jedenfalls in Zukunft nur noch Deine überzeugend dokumentierte rationelle Verdünnungsmethode anwenden. Auch dafür herzlichen Dank.

Gruß
Schnuffel