Bilder von Lepista martiorum gesucht

AK_CCM, (vor 6867 Tagen)

Hallo zusammen,

von euch hat doch sicher schon jemand den Fälblingsähnlichen Rötelritterling (Lepista martiorum) auf der Fundliste gehabt!? Bin zur Zeit auf der Suche nach Fotos von Fruchtkörpern zum Vergleich und Angaben zur Verbreitung jener Art. Insbesondere interessiert mich, ob Funde außerhalb des Waldes auf Magerrasen gemacht wurden und demnach auch Funde auf baumlosen Glatthaferwiesen infrage kommen könnten. Falls jemand auch noch weiß, warum das Taxon zuerst in Clitocybe beheimatet war, wäre ich vollends glücklich.

Für eure Hilfe schon mal vielen Dank im voraus!

Gruß, Andreas

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Re: Bilder von Lepista martiorum gesucht *PIC*

Andreas ⌂, (vor 6867 Tagen) @ AK_CCM

Hallo zusammen,
von euch hat doch sicher schon jemand den Fälblingsähnlichen Rötelritterling
( Lepista martiorum ) auf der Fundliste gehabt!? Bin zur Zeit auf der
Suche nach Fotos von Fruchtkörpern zum Vergleich und Angaben zur
Verbreitung jener Art. Insbesondere interessiert mich, ob Funde außerhalb
des Waldes auf Magerrasen gemacht wurden und demnach auch Funde auf
baumlosen Glatthaferwiesen infrage kommen könnten. Falls jemand auch noch
weiß, warum das Taxon zuerst in Clitocybe beheimatet war, wäre ich
vollends glücklich.
Für eure Hilfe schon mal vielen Dank im voraus!
Gruß, Andreas

Hallo Andreas,

die Arbeit von WINTERHOFF hast Du? Er hat die Art erstmals für Deutschland nachgewiesen, und ich meine aus Magerrasen. Bin aber nicht ganz sicher und habe auch grad nicht im Kopf, welche seiner Arbeiten das war.

Warum sie in Clitocybe beschrieben wurde? Nun ja, warum nicht? Auch die Nebelkappe ist lange Zeit als Clitocybe druchgegangen und tuts auch heute noch oft ....

Ich habe zwei Funde hier in Thüringen gehabt letztes und vorvorletztes Jahr an zwei verschiedenen Stellen. Beides mal auf Boden an der Grenze Buntsandstein-Muschelkalk, wo die Bodenazidität kleinsträumig schwankt. Einmal ein Kiefern-Fichten-Mischwald, den ich als sauer und naährstoffarm einstufen würde, das andere mal ein Fichtenwald auf Muschelkalk, aber mit versauerten Stellen dun auch mit Kiefern und da weiß ich leider den genauen Fundpunkt nicht weil den Pilz ein Kursteilnehmer im Korb hatte.

Ein Bild des Fundes von 2005 kannst Du auf Tanja's Seite sehen, aber das Original ist besser als der Scan:

[image]

beste Grüße,
Andreas

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Re: Bilder von Lepista martiorum gesucht

AK_CCM, (vor 6866 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

danke für die prompte Antwort.

die Arbeit von WINTERHOFF hast Du? Er hat die Art erstmals für Deutschland
nachgewiesen, und ich meine aus Magerrasen. Bin aber nicht ganz sicher und
habe auch grad nicht im Kopf, welche seiner Arbeiten das war.

Nein, die Arbeit von WINTERHOFF habe ich nicht vorliegen. In der BaWü-Mycota wird ein Fund von 1985 angegeben - im selben Jahr erschien der Artikel WINTERHOFF, W. (1985): Über vier für die Bundesrepublik Deutschland neue Makromyzeten. Z. Mykol. 51: 43-46. Ist das der besagte Artikel bzw. wie bekomme ich raus, welche seiner vielen Arbeiten die besagte ist? Dann könnte ich zusehen, sie über die Bibliothek eines Vereinskollegen einzusehen.

Warum sie in Clitocybe beschrieben wurde? Nun ja, warum nicht? Auch die
Nebelkappe ist lange Zeit als Clitocybe druchgegangen und tuts auch heute
noch oft ....

Wenn ich das Autorenzitat richtig deute, hat FAVRE die Art 1956 beschrieben (und Bon hat sie 1993 umkombiniert)? Demnach ist der Fund eher der "Neuzeit" zuzurechnen - müsste da nicht schon der "Lamellen-abschieb-Test" bekannt gewesen sein, der ja heute u.a. zur Artabgrenzung hergenommen wird?

Ich habe zwei Funde hier in Thüringen gehabt letztes und vorvorletztes Jahr
an zwei verschiedenen Stellen. Beides mal auf Boden an der Grenze
Buntsandstein-Muschelkalk, wo die Bodenazidität kleinsträumig schwankt.
Einmal ein Kiefern-Fichten-Mischwald, den ich als sauer und naährstoffarm
einstufen würde, das andere mal ein Fichtenwald auf Muschelkalk, aber mit
versauerten Stellen dun auch mit Kiefern und da weiß ich leider den
genauen Fundpunkt nicht weil den Pilz ein Kursteilnehmer im Korb hatte.

Falls sich mein Fundpunkt als richtig herausstellt (erschwerend kommt hinzu, dass ich 2006 leider noch keine Pilze getrocknet und archiviert hatte) wäre dies eine Glatthaferwiese auf Kalkschotter; versauert ist da nichts.

Ein Bild des Fundes von 2005 kannst Du auf Tanja's Seite sehen, aber das
Original ist besser als der Scan:

Danke für den Hinweis. Meine Kollektion enthielt allerdings durchweg Fk. ohne gerieften Hutrand.

Gruß, Andreas

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Re: Bilder von Lepista martiorum gesucht *PIC*

Mischi, (vor 6866 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas

Ich habe mich diesen Herbst erstmals mit dieser anscheinend wenig bekannten Art auseinandergesetzt. Ich fand auf einem alten Stück Kiefernrinde angewachsen ein stattliches Exemplar und verbiss ich mich bei der Bestimmung wie ein Dachs - bis mich schliesslich Prof. Heinz Clémençon aus Lausanne erlöste:

Wie ich vom Duft und den abschiebbaren Lamellen vermutet hatte ein Rötelritterling, Lepista martriorum! Aber zu meinem Erstaunen mit völlig glatten Sporen - Ja jetzt ging's erst los:
Beitrag 130043
Hier ist alles beschrieben.

Wenn du möchtest sende ich dir noch die Erklärungen zur Thematik von Heinz Clemençon. Er möchte halt nicht, dass man dies einfach ins Netz stellt...
Auch hab ich ein PDF der Schweizerischen Pilzzeitung (1956) mit dem Orginalbeschrieb, leider nur auf Französisch - aber mit tollen Zeichnungen!

Herzliche Grüsse
Mischi

PS. Ich denke, dass dieser Pilz zwar öfter vorkommt als man denkt, aber wegen des Konflikts mit den Sporen häufig unbestimmt bleibt - Hartnäckig bleiben!

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Re: Bilder von Lepista martiorum gesucht

AK_CCM, (vor 6866 Tagen) @ Mischi

Hallo Mischi,

Danke für die Infos!

Wenn du möchtest sende ich dir noch die Erklärungen zur Thematik von Heinz
Clemençon. Er möchte halt nicht, dass man dies einfach ins Netz stellt...
Auch hab ich ein PDF der Schweizerischen Pilzzeitung (1956) mit dem
Orginalbeschrieb, leider nur auf Französisch - aber mit tollen
Zeichnungen!

Das wäre wirklich super - bei meiner Mehl-Addy, die ich hier im Forum angegeben habe, musst Du lediglich ein "e" am Ende streichen (Spamschutz).

Gruß, Andreas

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Re: Bilder von Lepista martiorum gesucht

Andreas ⌂, (vor 6866 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Nein, die Arbeit von WINTERHOFF habe ich nicht vorliegen. In der BaWü-Mycota
wird ein Fund von 1985 angegeben - im selben Jahr erschien der Artikel
WINTERHOFF, W. (1985): Über vier für die Bundesrepublik Deutschland neue
Makromyzeten. Z. Mykol. 51: 43-46 . Ist das der besagte Artikel bzw. wie
bekomme ich raus, welche seiner vielen Arbeiten die besagte ist? Dann
könnte ich zusehen, sie über die Bibliothek eines Vereinskollegen
einzusehen.

Leider weiß ich nicht wo WINTERHOFF diesen (oder waren es nicht doch zwei?) Fund(e) publiziert hat. Kann sein, in dem von Dir zitierten Artikel. Ich glaube eher in WINTERHOFF (1994) oder WINTERHOFF (1995), siehe Literaturverzeichnis Ba.-Wü.-Flora 3.

Wenn ich das Autorenzitat richtig deute, hat FAVRE die Art 1956 beschrieben
(und Bon hat sie 1993 umkombiniert)?

Clitocybe martiorum J. Favre, Schweizer. Z. Pilzkde. 34(11): 169, 1956
Lepista martiorum (J. Favre) Bon. Doc. Myc. 22(88): 46, 1993

Falls Du einen Fachartikel vorbereitest, bitte die Autorenzitate nach Vorschrift abkürzen. Es gibt da eine Liste, in der drin steht, wer wie abgekürzt werden soll. Bin grad zu faul zum nachschauen, aber in den Autorenvorschriften der diversen Zeitschriften wird das zitiert. Demnach bitte auch immer J. Favre schreiben. Alleine von der Cortinarientagung her kenne ich noch einen taxonomisch arbeitenden Alain Favre (= A. Favre) und eine Isabel Favre. Übrigens sollte man auch Jakob Lange von Morton Lange unterscheiden, etc.

Demnach ist der Fund eher der
"Neuzeit" zuzurechnen - müsste da nicht schon der
"Lamellen-abschieb-Test" bekannt gewesen sein, der ja heute u.a.
zur Artabgrenzung hergenommen wird?

Das mag schon sein, aber das heißt ja nicht, dass dieses Merkmal von jedem auch anerkannt wird. Auch heute noch nicht, kann ich mir denken.
Der Lamellenabschiebetest funzt übrigens auch bei Cortinarius varius ganz gut, und bei zu alten, zu nassen, zu madigen Rötelritterling klappt er auch nicht so richtig ....

Falls sich mein Fundpunkt als richtig herausstellt (erschwerend kommt hinzu,
dass ich 2006 leider noch keine Pilze getrocknet und archiviert hatte)
wäre dies eine Glatthaferwiese auf Kalkschotter; versauert ist da nichts.

WINTERHOFFs Fund(e) könnten von Magerrasen der Oberrheinbene gewesen sein, die sind wenigstens mineralreich, wenn auch nicht kalkhaltig.

Danke für den Hinweis. Meine Kollektion enthielt allerdings durchweg Fk. ohne
gerieften Hutrand.

Der Rand war nicht gerieft sondern gerippelt. Sah zunächst wie Hebeloma senescens aus. Bei meinem zweiten Fund war er meiner Erinnerung nach glatt, wir dachten da zunächst an Lepista irina. Einen Tag zuvor hatten wir lepista densifolia, aus dem sauren nadelwald, die sah extrem ähnlich aus, verfärbte aber nicht rotbräunlich und hatte engere Lamellen.

beste Grüße,
Andreas

Gruß, Andreas

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Re: Bilder von Lepista martiorum gesucht

phragmobasidie, (vor 6866 Tagen) @ Mischi

Hallo Mischi,

da wäre ich auch interessiert dran. Vielleicht kannst Du mir das ebenfalls zukommen lassen ?

schöne Grüße
Robin

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Re: Bilder von Lepista martiorum gesucht

AK_CCM, (vor 6866 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Clitocybe martiorum J. Favre, Schweizer. Z. Pilzkde. 34(11): 169, 1956
Lepista martiorum (J. Favre) Bon. Doc. Myc. 22(88): 46, 1993
Falls Du einen Fachartikel vorbereitest, bitte die Autorenzitate nach
Vorschrift abkürzen. Es gibt da eine Liste, in der drin steht, wer wie
abgekürzt werden soll.

Keine Bange: Von einem Fachartikel bin ich soweit entfernt wie Mertingen von der Nordsee. Aber ich möchte die Art innerhalb unseres Vereins in einem Bildervortrag im April zeigen, daher rührt mein Interesse. Dennoch danke für den nützlichen Hinweis: Werde das bei unserem vereinsinternen Newsletter versuchen umzusetzen.

Das mag schon sein, aber das heißt ja nicht, dass dieses Merkmal von jedem
auch anerkannt wird. Auch heute noch nicht, kann ich mir denken.
Der Lamellenabschiebetest funzt übrigens auch bei Cortinarius varius ganz
gut, und bei zu alten, zu nassen, zu madigen Rötelritterling klappt er
auch nicht so richtig ....

Hat es ganz schön in sich, dieser Clitocybe-Lepista-Komplex... *uff*

Der Rand war nicht gerieft sondern gerippelt. Sah zunächst wie Hebeloma
senescens aus. Bei meinem zweiten Fund war er meiner Erinnerung nach
glatt, wir dachten da zunächst an Lepista irina. Einen Tag zuvor hatten
wir lepista densifolia, aus dem sauren nadelwald, die sah extrem ähnlich
aus, verfärbte aber nicht rotbräunlich und hatte engere Lamellen.

Sorry, da ist mir das falsche Adjektiv aus den Fingern gerutscht - meinte natürlich gerippt, so wie z.B. auch der Hutrand bei Leucopaxillus compactus strukturiert ist.

Lepista irina kenne ich ebenfalls aus dem Untersuchungsgebiet. Dort kommen zudem noch die weit verbreitete L. flaccida und die bereits weniger häufige L. nuda var. glaucocana vor. Dagegen kenne ich L. densifolia leider nicht aus eigener Anschauung.

Gruß, Andreas

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Nachtrag

AK_CCM, (vor 6866 Tagen) @ AK_CCM

Hallo nochmals,

Lepista irina kenne ich ebenfalls aus dem Untersuchungsgebiet. Dort kommen
zudem noch die weit verbreitete L. flaccida und die bereits weniger
häufige L. nuda var. glaucocana vor. Dagegen kenne ich L. densifolia
leider nicht aus eigener Anschauung.

jetzt habe ich glatt noch L. panaeolus vergessen: Die Art fruktifiziert sogar in der unmittelbaren Nachbarschaft des Fundorts von L. cf. martiorum.

Gruß, Andreas

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Re: Bilder von Lepista martiorum gesucht

AK_CCM, (vor 6866 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

Falls sich mein Fundpunkt als richtig herausstellt [...]
wäre dies eine Glatthaferwiese auf Kalkschotter; versauert ist da nichts.
WINTERHOFFs Fund(e) könnten von Magerrasen der Oberrheinbene gewesen sein,
die sind wenigstens mineralreich, wenn auch nicht kalkhaltig.

habe mich gerade daran erinnert, dass es ja noch die Online-Pilzkartierung gibt: Darin hat Peter Karasch 2 Funde auf Kalk vermerkt, allerdings liegen sämtliche Fundpunkte im Wald...

Andererseits liegt mein Fundpunkt nicht zentral in einer offenen Grasfläche, sondern etwa 20-30 Meter am Rand eines lichten Kiefernwalds entfernt. Aber da es sich um saprobiontisch lebende Art handelt, dürfte dies ohnehin egal sein. *grübel*

Schönes Wochenende!

Gruß, Andreas

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Lepista martiorum - Foto *PIC*

interhias ⌂, (vor 6866 Tagen) @ AK_CCM

Servus Andreas,

hier ein Foto vom September vergangenen Jahres (Mangfallregion). Die Lepista wuchsen am Rand eines Erlenbruchs, bei Fichten, Buchen und Schwarzerle, ein eher bodensaures Waldstück wahrscheinlich, auch ein Steiniplatz, mehr sog i ned ...

Mehr Fotos schick ich dir per Email.

Grüße
Hias

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