Hallo Andreas,
Nein, die Arbeit von WINTERHOFF habe ich nicht vorliegen. In der BaWü-Mycota
wird ein Fund von 1985 angegeben - im selben Jahr erschien der Artikel
WINTERHOFF, W. (1985): Über vier für die Bundesrepublik Deutschland neue
Makromyzeten. Z. Mykol. 51: 43-46 . Ist das der besagte Artikel bzw. wie
bekomme ich raus, welche seiner vielen Arbeiten die besagte ist? Dann
könnte ich zusehen, sie über die Bibliothek eines Vereinskollegen
einzusehen.
Leider weiß ich nicht wo WINTERHOFF diesen (oder waren es nicht doch zwei?) Fund(e) publiziert hat. Kann sein, in dem von Dir zitierten Artikel. Ich glaube eher in WINTERHOFF (1994) oder WINTERHOFF (1995), siehe Literaturverzeichnis Ba.-Wü.-Flora 3.
Wenn ich das Autorenzitat richtig deute, hat FAVRE die Art 1956 beschrieben
(und Bon hat sie 1993 umkombiniert)?
Clitocybe martiorum J. Favre, Schweizer. Z. Pilzkde. 34(11): 169, 1956
Lepista martiorum (J. Favre) Bon. Doc. Myc. 22(88): 46, 1993
Falls Du einen Fachartikel vorbereitest, bitte die Autorenzitate nach Vorschrift abkürzen. Es gibt da eine Liste, in der drin steht, wer wie abgekürzt werden soll. Bin grad zu faul zum nachschauen, aber in den Autorenvorschriften der diversen Zeitschriften wird das zitiert. Demnach bitte auch immer J. Favre schreiben. Alleine von der Cortinarientagung her kenne ich noch einen taxonomisch arbeitenden Alain Favre (= A. Favre) und eine Isabel Favre. Übrigens sollte man auch Jakob Lange von Morton Lange unterscheiden, etc.
Demnach ist der Fund eher der
"Neuzeit" zuzurechnen - müsste da nicht schon der
"Lamellen-abschieb-Test" bekannt gewesen sein, der ja heute u.a.
zur Artabgrenzung hergenommen wird?
Das mag schon sein, aber das heißt ja nicht, dass dieses Merkmal von jedem auch anerkannt wird. Auch heute noch nicht, kann ich mir denken.
Der Lamellenabschiebetest funzt übrigens auch bei Cortinarius varius ganz gut, und bei zu alten, zu nassen, zu madigen Rötelritterling klappt er auch nicht so richtig ....
Falls sich mein Fundpunkt als richtig herausstellt (erschwerend kommt hinzu,
dass ich 2006 leider noch keine Pilze getrocknet und archiviert hatte)
wäre dies eine Glatthaferwiese auf Kalkschotter; versauert ist da nichts.
WINTERHOFFs Fund(e) könnten von Magerrasen der Oberrheinbene gewesen sein, die sind wenigstens mineralreich, wenn auch nicht kalkhaltig.
Danke für den Hinweis. Meine Kollektion enthielt allerdings durchweg Fk. ohne
gerieften Hutrand.
Der Rand war nicht gerieft sondern gerippelt. Sah zunächst wie Hebeloma senescens aus. Bei meinem zweiten Fund war er meiner Erinnerung nach glatt, wir dachten da zunächst an Lepista irina. Einen Tag zuvor hatten wir lepista densifolia, aus dem sauren nadelwald, die sah extrem ähnlich aus, verfärbte aber nicht rotbräunlich und hatte engere Lamellen.
beste Grüße,
Andreas
Gruß, Andreas