Wurzelfäule an Robinien - Pilz?

hansuwe, (vor 6854 Tagen)

Hallo Holzpilzexperten unter den Forumsteilnehmern,
Wiederholt wurde in der Presse über Wurzelfäule an Robinien und die Notwendigkeit von Fällung der Robinien berichtet, übrigens meistens in urbanen Regionen und Städten.
Es wurde berichtet ein Pilz würde diese Wurzelfäule verursachen.
Gerade heute wurde in der örtlichen Zeitung (Leonberg, Württemberg) berichtet, dass die Fruchtkörper eines nicht näher bezeichneter Tintlings am Fusse der Robinien auf die Wurzelfäule hinwiesen.
Im Internet fand ich keine Hinweise auf die Pilzart, die diese Wurzelfäule an Robinien verursacht.
Wer weiss mehr?

Pilzige Grüsse

hansuwe

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Re: Wurzelfäule an Robinien - Pilz?

Heinz Butin, (vor 6854 Tagen) @ hansuwe

Hallo Holzpilzexperten unter den Forumsteilnehmern,
Wiederholt wurde in der Presse über Wurzelfäule an Robinien und die
Notwendigkeit von Fällung der Robinien berichtet, übrigens meistens in
urbanen Regionen und Städten.
Es wurde berichtet ein Pilz würde diese Wurzelfäule verursachen.
Gerade heute wurde in der örtlichen Zeitung (Leonberg, Württemberg)
berichtet, dass die Fruchtkörper eines nicht näher bezeichneter Tintlings
am Fusse der Robinien auf die Wurzelfäule hinwiesen.
Im Internet fand ich keine Hinweise auf die Pilzart, die diese Wurzelfäule an
Robinien verursacht.
Wer weiss mehr?
Pilzige Grüsse
hansuwe

Hallo Hansuwe,

bei dem in Frage stehenden Pilz handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Eschenbaumschwamm (Perenniporia fraxinea [Fr.] Ryv.). Der bisher in Deutschland eher als selten geltender Pilz verursacht eine Weißfäule in Stamm und Wurzelbereich von Esche (Namensgeber!), Eiche und vor allen Dingen Robinie. Ein Befall führt nicht selten zu Verkehrssicherheitsproblemen, auch bei jüngeren Bäumen. Das gleichzeitige Auftreten eines Tintlings hat sehr wahrscheinlich nichts mit dem Befall durch Perenniporia zu tun.

Gruß aus Wolfenbüttel, Heinz

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Re: Wurzelfäule an Robinien - Pilz? - Link

hansuwe, (vor 6854 Tagen) @ Heinz Butin

Danke für den Hinweis, habe auch einen Link gefunden. http://www.pilzkunde-ruhr.de/perenn_frax.html
Wundere mich nur, dass die zuständigen kommunalen Stellen so enig wissen und auch die Presse so mangelhaft informieren.
Danke

hansuwe

Hallo Hansuwe,
bei dem in Frage stehenden Pilz handelt es sich sehr wahrscheinlich um den
Eschenbaumschwamm (Perenniporia fraxinea [Fr.] Ryv.). Der bisher in
Deutschland eher als selten geltender Pilz verursacht eine Weißfäule in
Stamm und Wurzelbereich von Esche (Namensgeber!), Eiche und vor allen
Dingen Robinie. Ein Befall führt nicht selten zu
Verkehrssicherheitsproblemen, auch bei jüngeren Bäumen. Das gleichzeitige
Auftreten eines Tintlings hat sehr wahrscheinlich nichts mit dem Befall
durch Perenniporia zu tun.
Gruß aus Wolfenbüttel, Heinz

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Re: Wurzelfäule an Robinien - Link

hansuwe, (vor 6854 Tagen) @ Abt

Hallo abt,
Danke, ich habe gerade den/die gleiche Link auch inzwischen gefunden.
Ixh bin auf die weitere Diskussion gespannt, da ja die Robinie inzwischen in Deutschland weit verbreitet ist und auch aufgrund der Eigenschaften des Holzes eigentlich auch von wirtschaftlicher Bedeutung sein könnte.
Es wurde berichtet, dass die hiesigen zu fällenden Robinien als Holzschnitzel in Biomassekraftwerke landen würden. Eigentlich zu schade.
Auch wenn die seltenen Fruchtkörper wohl nicht essbar und von keiner Bedeutung sind.

hansuwe

http://www.forst.tu-muenchen.de/EXT/LST/BOTAN/LEHRE/PATHO/PILZE/FAEULE/perenni.html
Gruss,
Marcel

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Re: Wurzelfäule an Robinien - Link

Heinz Ebert ⌂, (vor 6854 Tagen) @ hansuwe

Die Robinien in unserem Garten waren auch betroffen. An holzbewohnenden Pilzen konnte ich an einem Stumpf Rhodocybe gemina feststellen. Als die drei Stämme gefällt und zersägt waren erschien Coprinus domesticus.
Auf der Rinde gibt's einen Ascomyceten Aglaospora sp.
Das Holz war übrigens bestens zum Grillen geeignet, es glühte noch am nächsten Morgen.
Beste Grüße,
Heinz Ebert

Hallo abt,
Danke, ich habe gerade den/die gleiche Link auch inzwischen gefunden.
Ixh bin auf die weitere Diskussion gespannt, da ja die Robinie inzwischen in
Deutschland weit verbreitet ist und auch aufgrund der Eigenschaften des
Holzes eigentlich auch von wirtschaftlicher Bedeutung sein könnte.
Es wurde berichtet, dass die hiesigen zu fällenden Robinien als Holzschnitzel
in Biomassekraftwerke landen würden. Eigentlich zu schade.
Auch wenn die seltenen Fruchtkörper wohl nicht essbar und von keiner
Bedeutung sind.
hansuwe

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Re: Wurzelfäule an Robinien - Link- und mehr

hansuwe, (vor 6854 Tagen) @ Heinz Ebert

Hallo Heinz, und Andere,
die abgestorbenen Teile der Robinie sind also ein Substrat vieler Saprophythen, das war ja nicht anders zu erwarten. Desgleichen ist die Eignung als Feuerholz gewiss unzweifelhaft, besonders unter den leckeren und inzwischen weltweit bekannten Pilzpfannen der Eiffeler Pilzfreunde unter der Regie von Heinz.
Im Artikel der Leonberger Zeitung war der Auslöser der Wurzelfäule nicht benannt.
Es wurde aber im Artikel auch behauptet, dass bei Neuanpflanzung von Robinien auch Mykorrhizien eingetzt würden.
Das erscheint mir sehr zweifelhaft.
Weitere Diskussionen erwünscht.
Pilzige Grüsse
hansuwe

Die Robinien in unserem Garten waren auch betroffen. An holzbewohnenden
Pilzen konnte ich an einem Stumpf Rhodocybe gemina feststellen. Als die
drei Stämme gefällt und zersägt waren erschien Coprinus domesticus.
Auf der Rinde gibt's einen Ascomyceten Aglaospora sp.
Das Holz war übrigens bestens zum Grillen geeignet, es glühte noch am
nächsten Morgen.
Beste Grüße,
Heinz Ebert

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Re: Wurzelfäule an Robinien - PDF

Abt, (vor 6854 Tagen) @ hansuwe

Hallo Hans-Uwe,
hier gibts u. a. ein PDF (von Reinartz & Schlag -die beiden 'Pilze an Bäumen'-Autoren aus meinem Beitrag: Beitrag 133926) mit dem Titel "Typische Schadbilder heimischer Baumarten", in dem auch die Robinie vorkommt:
http://www.tree-consult.org/html/de/links/pdfarchiv.htm
Schöne Grüße,
Marcel

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am Oberrhein recht häufig *PIC*

Markus Wilhelm ⌂, (vor 6854 Tagen) @ hansuwe

Hallo zusammen,

bei uns am Rhein, im Elsässer Sundgau ist dieser Pilz, früher unter dem Namen Fomitopsis cytisina bekannt, recht häufig. Und zwar meist in der semipileaten Form an der Basis von Robinien. (d.H. er ist dann auch gut sichtbar) Aber da Robinien oft im Gras stehen, eben doch etwas getarnt. Robinien in Parks oder an Wladrändern sind bevorzugt befallen.
Unten ein Bild des Pilzes.

Grüsse an alle, Markus

[image]

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nicht übertreiben ...

Heinz Ebert ⌂, (vor 6854 Tagen) @ hansuwe

Hallo Hansuwe,
das ist sicher übertrieben: "leckeren und inzwischen weltweit bekannten Pilzpfannen der Eifeler Pilzfreunde unter der Regie von Heinz"
Ich lade alle ein, die Richtigkeit dieser maßlosen Behauptung (*g*) zu prüfen. Aber ich selbst esse sowieso nicht gern Pilze, muss jedoch immer vorkosten.
Beste Grüße,
Heinz Ebert

Hallo Heinz, und Andere,
die abgestorbenen Teile der Robinie sind also ein Substrat vieler
Saprophythen, das war ja nicht anders zu erwarten. Desgleichen ist die
Eignung als Feuerholz gewiss unzweifelhaft, besonders unter den leckeren
und inzwischen weltweit bekannten Pilzpfannen der Eiffeler Pilzfreunde
unter der Regie von Heinz.
Im Artikel der Leonberger Zeitung war der Auslöser der Wurzelfäule nicht
benannt.
Es wurde aber im Artikel auch behauptet, dass bei Neuanpflanzung von Robinien
auch Mykorrhizien eingetzt würden.
Das erscheint mir sehr zweifelhaft.
Weitere Diskussionen erwünscht.
Pilzige Grüsse
hansuwe

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Re: Wurzelfäule an Robinien - Link- und mehr *PIC*

Matthias, (vor 6854 Tagen) @ hansuwe

Hallo Heinz, und Andere,
die abgestorbenen Teile der Robinie sind also ein Substrat vieler
Saprophythen, das war ja nicht anders zu erwarten. Desgleichen ist die
Eignung als Feuerholz gewiss unzweifelhaft, besonders unter den leckeren
und inzwischen weltweit bekannten Pilzpfannen der Eiffeler Pilzfreunde
unter der Regie von Heinz.
Im Artikel der Leonberger Zeitung war der Auslöser der Wurzelfäule nicht
benannt.
Es wurde aber im Artikel auch behauptet, dass bei Neuanpflanzung von Robinien
auch Mykorrhizien eingetzt würden.
Das erscheint mir sehr zweifelhaft.

Hallo Hans-Uwe,
das stimmt schon, wenn ich mich richtig erinnere hatte der Christoph Hahn entweder was dazu im alten DGfM-Forum geschrieben gehabt oder es mal auf einem Treffen erzählt das die Robinie auch Mykorrhiza kann.
Heinz hat schon recht mit dem Brennwert der Robinie die auch nicht solange gelagert werden muss weil der Feuchtegehalt des frischen Holzes deutlich niedrieger ist im Vergleich z.B mit Eiche oder Buche.
Man kann das Holz was ja im Freien dauerhafter als das der Eiche ist auch zu Möbeln verarbeiten was in jüngster Zeit ja häufig für Gartenmöbel und auch für Spielgeräte an Spielplätzen genutzt wird, vor 20 Jahren war das eher noch ein Exot für Möbel was mich aber nicht abgehalten hat mein Gesellenstück daraus zu bauen,
viele Grüsse
Matthias

[image]

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Pilzige Grüsse
hansuwe

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Robinien-Mykorrhiza

Georg, (vor 6854 Tagen) @ Matthias

Hi Matthias,

das stimmt schon, wenn ich mich richtig erinnere hatte der Christoph Hahn
entweder was dazu im alten DGfM-Forum geschrieben gehabt oder es mal auf
einem Treffen erzählt das die Robinie auch Mykorrhiza kann.

Wahrscheinlich bilden einige Wüstentrüffel-Arten (Terfezia and Verwandte)
Mykorrhiza mit Robinie.

Hier ein diesbezüglicher Artikel aus der Mycologia:

http://www.mycologia.org/cgi/content/full/94/2/247

Georg

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