bestimmungshilfe: knollenblätterpilz (5 fotos) *PIC*

coco, (vor 6717 Tagen)

liebes forum,

untreu war ich dir, zuviel der arbeit...

die heidelberger gegend ist nicht so schön befeuchtet worden wie z.b. karlsruhe, aber wenn man den gewittern folgt, geht doch einiges an grosspilzen.
auf sonntäglicher exkursion bei schriesheim fanden sich, neben den einschlägigen holzzersetzern, lecker täublinge (gefelderte speisefrauen) und der erste flocki, ausserdem unmengen von sklerotienporlingen und spindeligen rüblingen. an besonderheiten (für mich) gab es zwei pilze mit dem vornamen löwengelb, einmal porling, einmal dachpilz.

zu grübeln gibt mir eine amanita unter buche aus dem phalloides-formenkreis, die ich seit einigen jahren an einem anderen standort regelmässig im frühsommer finde und nicht so recht einzuordnen weiss. nun am südwesthang, sonst mit nordwestgefälle, jeweils im wärmebegünstigten buchenmischwald auf buntsandstein. auffällig lang gestielte fk mit reinweissem, zylindrischem, ungenatterten stiel (0,9-1,5x17 cm); hängender, fragiler manschette und einem hauch vergänglicher volva, die auch mit viel mühe nicht heil aus dem tiefen grund zu hebeln ist. hut 8cm, konvex, glatt ohne velumreste, am rand minimal befasert, grundfarbe weiss, zur mitte hin grau. lamellen mit ganz leichtem rosastich.

in der leider taxonomisch etwas unklaren phalloides-verwandtschaft von phalloides, phalloides var. alba und verna sprechen v.a. farbe und erscheinungszeit für a. verna nach südeuropäischer artauffassung. nun soll diese aber durch kleine fk mit flachem hut gekennzeichnet sein, das kommt gar nicht hin, auch nicht bei meinen früheren funden. also doch var. alba?

leider konnte ich die pilze erst nach zwei tagen im kühlschrank ablichten. inzwischen hat sich, besonders an der unteren stielhälfte, eine deutliche, fast perlpilzartige, rostrote verfärbung eingestellt. die hutoberfläche ist insgesamt nachgedunkelt und hat sich von stumf-matt zu phalloides-glänzend entwickelt.
lasst euch von den farben nicht täuschen, der hut war und ist neutralgrau.

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ein gruss an alle!

coco

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Re: bestimmungshilfe: knollenblätterpilz (5 fotos)

Christoph G, (vor 6717 Tagen) @ coco

Hallo Coco,
interessanter Fund! Wie riecht der denn, so typisch wie ein gruener Knolli?
Ich habe die var. alba schon ein paar mal gefunden, die war wirklich in allen Teilen ein typischer Gruener nur eben komplett und rein weiss (nicht grau).
Lg Christoph

liebes forum,
untreu war ich dir, zuviel der arbeit...
die heidelberger gegend ist nicht so schön befeuchtet worden wie z.b.
karlsruhe, aber wenn man den gewittern folgt, geht doch einiges an
grosspilzen.
auf sonntäglicher exkursion bei schriesheim fanden sich, neben den
einschlägigen holzzersetzern, lecker täublinge (gefelderte speisefrauen)
und der erste flocki, ausserdem unmengen von sklerotienporlingen und
spindeligen rüblingen. an besonderheiten (für mich) gab es zwei pilze mit
dem vornamen löwengelb, einmal porling, einmal dachpilz.
zu grübeln gibt mir eine amanita unter buche aus dem phalloides-formenkreis,
die ich seit einigen jahren an einem anderen standort regelmässig im
frühsommer finde und nicht so recht einzuordnen weiss. nun am südwesthang,
sonst mit nordwestgefälle, jeweils im wärmebegünstigten buchenmischwald
auf buntsandstein. auffällig lang gestielte fk mit reinweissem,
zylindrischem, ungenatterten stiel (0,9-1,5x17 cm); hängender, fragiler
manschette und einem hauch vergänglicher volva, die auch mit viel mühe
nicht heil aus dem tiefen grund zu hebeln ist. hut 8cm, konvex, glatt ohne
velumreste, am rand minimal befasert, grundfarbe weiss, zur mitte hin
grau. lamellen mit ganz leichtem rosastich.
in der leider taxonomisch etwas unklaren phalloides-verwandtschaft von
phalloides, phalloides var. alba und verna sprechen v.a. farbe und
erscheinungszeit für a. verna nach südeuropäischer artauffassung. nun soll
diese aber durch kleine fk mit flachem hut gekennzeichnet sein, das kommt
gar nicht hin, auch nicht bei meinen früheren funden. also doch var. alba?
leider konnte ich die pilze erst nach zwei tagen im kühlschrank ablichten.
inzwischen hat sich, besonders an der unteren stielhälfte, eine deutliche,
fast perlpilzartige, rostrote verfärbung eingestellt. die hutoberfläche
ist insgesamt nachgedunkelt und hat sich von stumf-matt zu
phalloides-glänzend entwickelt.
lasst euch von den farben nicht täuschen, der hut war und ist neutralgrau.


ein gruss an alle!
coco

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Re: bestimmungshilfe: knollenblätterpilz (5 fotos)

Andreas ⌂, (vor 6717 Tagen) @ coco

Hallo coco,

nur kurz vorab: Ein Knollenblätterpilz kann das nicht sein, denn die haben alle eine runde Stielnknollen und eine häutige, stabile Volva drumrum.
Nicht dass mir aus dem stehgreif einfallen würde, was es dann wäre, aber jedenfalls keine Knolli. Die Lamellen sehen übrigens auch nicht wirklich frei aus und das Verfärben Richtung rosalich ist auch untypisch für die Gruppe. Sieht eher nach was aus der gegend von A. solitaria aus.

beste Grüße,
Andreas

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Re: bestimmungshilfe: knollenblätterpilz (5 fotos)

Markus Wilhelm ⌂, (vor 6717 Tagen) @ Andreas

Hallo zusammen,

wieso kann das nicht eine gewöhnliche A. excelsa sein, also grauer Wulstling, eben die früher so genannte Form mit tief eingesenktem Stiel?

Grüsse, Markus

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Re: bestimmungshilfe: knollenblätterpilz (5 fotos)

Andreas ⌂, (vor 6717 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo zusammen,
wieso kann das nicht eine gewöhnliche A. excelsa sein, also grauer Wulstling,
eben die früher so genannte Form mit tief eingesenktem Stiel?
Grüsse, Markus

Hallo Markus,

das würde mir am allerbesten passen, aber die labbrige, glatte manschete passt halt nicht so.

beste Grüße.
Andreas

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sammelantwort

coco, (vor 6716 Tagen) @ coco

hallo,

vielen dank an christoph, andreas, markus für eure meinungen.

unterschlagen hatte ich den geruch. der war und ist denkbar unauffällig, schwach pilzig und fertig.
keine kartoffelkeime, nichts süssliches, am ehesten mit zuchtegerling zu vergleichen, also angenehm.

die idee mit dem grauen wulstling finde ich prima. nur kenne ich (vermeintlich) sowohl die spissa-, als auch die excelsa-form. so hell wie mein fund, so tief im boden, geruchsneutral, ohne velumreste auf dem hut und dabei gänzlich ungerieft, dass passt mir doch nicht so ganz. also bleibt der fund unkartiert und ohne vornamen.

schöne grüsse!

coco