Telamonia spec. *PIC*

interhias ⌂, (vor 6533 Tagen)

Hallo zusammen,

ich weiß, der Titel klingt wie eine Drohung - ist es auch [image]

Diese mutmaßliche Telamonia fand ich schon Ende Juni dieses Jahres in einem Tannenjungwald auf eher saurem Boden nicht weit von München.

[image]

[image]

[image]

[image]

Auffallende Merkmale neben der frühen Erscheinungszeit: schwach klebriger Hut, Lamellen auch jung ohne Blautöne, Kohlrabigeruch und kleine, breitellipsoide Sporen.
Meine Schlüsselversuche versanden bei Arten wie C. quarciticus, lucorum, ionophyllus, diosmus etc., aber nichts passt so richtig. Wer weiß Rat?

Beschreibung und Mikros:
Funddaten: 27.06.2008; Fundort: MTB 7934-4-3-2, 630 m, Oberdill, Tannenjungwald, im Moos (Bazzania trilobata), auf zumindest oberflächlich saurem Boden, bei jungen Tannen; gesellig (4 Fk), verges. mit Boletus erythropus; Hut: bis 5 cm breit, jung stumpfkegelig, bald konvex mit stumpfem Buckel, Rand lange etwas heruntergebogen, feucht etwas schmierig und schwach klebrig, glatt; Hutrand jung durch silbrigweiße Cortina mit dem Stiel verbunden; Huthaut leicht abziehbar; Stiel: bis 7 x 1,5 cm, zylindrisch, basal keulig verdickt, an der Abrissstelle der Cortina mit deutlich abgesetzter (leicht vorstehender), aber nicht häutiger Ringzone, jung völlig vom weißen Velum überzogen und bisweilen violett durchschimmernd, reif an der Spitze schmutzigweiß längsfaserig, im unteren Drittel mit leichter Neigung zum Gilben; Lamellen: mäßig gedrängt bis entfernt, schwach ausgebuchtet angewachsen und bisw. mit Zähnchen herablaufend, jung graubraun, reif zimtbraun, Schneiden weißflockig; Fleisch: : im Hut wässerig graubraun bis lilabraun, im oberen Stieldrittel kräftig violett, in der untern Hälfte verblasst, schmutzig ockergrau bis blassbräunlich; Geruch: schwach nach Kohlrabi; Geschmack: mild, auch etwas kohlrabiartig; Chemie: KOH-Reaktion: am Hut schokobraun, sonst unauffällig; HDS: (beobachtet in KOH) Ixocutis (??) aus ca. 2-6 µm breiten, teils gelifizierten Zellen, darunter ein Hypoderm aus ca. 10-15 µm breiten Zellen, Pigment erst in unteren Zellschichten, in KOH keine Inkrustationen beobachtet; Sporen: ellipsoid, normal warzig, an den Enden auffallend grobwarzig, mit leichter suprahilärer Depression, 8,3 x 5,4 (7-9 x 5-6), Q=1,53 (1,4-1,7), 20 Sp. gemessen;

Sporen in KOH:
[image]

[image]

[image]

HDS, Radialschnitt in KOH:
[image]

[image]

Grüße aus München
Hias

Eintrag gesperrt
7 Aufrufe

Re: Telamonia spec.

Der Juergen, (vor 6531 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

ich kann Dir leider nicht weiter helfen, aber Deine Dokumentation ist wie immer vorbildhaft.

Grüßle
Juergen

Eintrag gesperrt
4 Aufrufe

Re: Telamonia spec.

Andreas ⌂, (vor 6531 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

ich denke mal, Du bist da schon in der richtigen Gruppe. Aber ausgerechnet dne häufigsten dort, der im sauren bis neutralen nadelwald vorkomt, den haste nicht erwähnt: C. malachius. Könnte es der nicht sein?

beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
5 Aufrufe

C. malachius

interhias ⌂, (vor 6531 Tagen) @ Andreas

Hallo Hias,
ich denke mal, Du bist da schon in der richtigen Gruppe. Aber ausgerechnet
dne häufigsten dort, der im sauren bis neutralen nadelwald vorkomt, den
haste nicht erwähnt: C. malachius. Könnte es der nicht sein?
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

Danke für den Tipp. C. malachius hatte ich wegen der kleinen Sporen (nur 7-9 x 5-6) nicht auf der Rechnung. In der Photoflora sind 9-11 x 5,5-6,5 µm, in der Funga Nordica 10-11 x 6-7 angegeben. Darüber hinaus sollte C. malachius wohl einen zumindest am Rand feinschuppigen Hut aufweisen.
Die Sporenmaße, die Moser (1983)für C. malachius angibt, würden sogar einigermaßen hinkommen (7,5-10 x 4,5-5,5), allerdings beschreibt er ihn mit jung satt blauvioletten Lamellen und ebenso gefärbtem Hut.

In der Funga Nordica ist direkt unter C. malachius ein C. suberi Soop ausgeschlüsselt, dessen Sporenmaße passen würden, der aber einen mehr grau gefärbten, eingewachsen faserigen Hut haben soll.

Beste Grüße