Hebeloma sarcophyllum *PIC*

Werner E., (vor 6533 Tagen)

Servus beinander,

ich hab' heuer am Rande der Langwieder Heide bei München in lichtem Birken-Weiden-Gebüsch mit Sanddorn und Hartriegel folgende Hebeloma gefunden.

Nach Vesterholt kommt man genau bei H.sarcophyllum raus.
Sporen, Cheilozystiden und auch der Geruch nach Tee passen.
Auch die Lamellen haben einen leichten Rosastich.

Ich hab' nur leider keinen brauchbaren Sporenabdruck um das rötlichbraune Sporenpulver zu überprüfen, und das Exsikkat hat sich entgegen der Angaben bei Vesterholt eben schon dunkelbraun verfärbt.
Auch der Standort paßt nicht (Quercus u. Pinus).

Wie taxonomisch wichtig ist diese Exsikkatverfärbung bei Hebeloma eigentlich?

Da die Art sehr selten sein soll, hab' ich dann doch noch leichte Zweifel...

Kennt von Euch jemand die Art?

Liebe Grüße aus München

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Noch ein Bild *PIC*

Werner E., (vor 6533 Tagen) @ Werner E.

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Re: Noch ein Bild

Mischi, (vor 6533 Tagen) @ Werner E.

Hallo Werner

Nach was hat er denn gerochen?
Süsslich angenehm oder rettichartig? Wenn ersteres, könnte es Hebeloma senescens (oder H. edurum) der Bräunende Fälbling sein - rein äusserlich...

Gruss, Michel

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Re: Noch ein Bild

Werner E., (vor 6533 Tagen) @ Mischi

Servus Michel,

Nach was hat er denn gerochen?

Er hat nach Tee (Schwarztee) gerochen.

Süsslich angenehm oder rettichartig? Wenn ersteres, könnte es Hebeloma
senescens (oder H. edurum) der Bräunende Fälbling sein - rein
äusserlich...

Das war rein äußerlich auch mein Arbeitsname, schon wegen des bräunenden Stieles.
Die Mikroskopie paßt aber genau auf H.sarcophyllum.

Liebe Grüße, Werner

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Re: Hebeloma sarcophyllum

Günter Saar, (vor 6531 Tagen) @ Werner E.

Ebenso Servus,

ja, die Exsikkatenverfärbung ist schon wichtig, genauso wie bei Cortinarius!

Für mich schaut das Teil nicht nach H. laterinum aus, auch dieser Standort ist mir so für diese Art nicht geläufig, ich finde sie überwiegend in Nadelwäldern (aber auch Buchenwäldern) auf Kalk!

Wieso nicht sarcophyllum, wenn ALLE!! Merkmale passen. Bitte dabei auch die Dextrinoidität und das ablösende Perispor beachten, ebenso wie die "gemischten"
Cheilos.

Vielleicht hat Andreas noch eine Meinung zu dem Fund. UNd wie sicher ist eigentlich der GJK-Fund von 1991????

Gruß

Günter

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Re: Hebeloma sarcophyllum

Werner E., (vor 6531 Tagen) @ Günter Saar

Servus Günter,

wir hatten bei uns im Münchner Verein unter der Leitung vom Christoph Hahn ein Hebeloma-Mikroskopier-Wochenende, wobei wir unsere meist unbestimmten Exsikkate aufgearbeitet haben.
Dabei kamen natürlich viele H. laterinum heraus, wobei uns aber die Unterscheidung zu H. circinans nicht leicht fiel. Dieser Fund hier fiel aber aus der Reihe.

ja, die Exsikkatenverfärbung ist schon wichtig, genauso wie bei Cortinarius!

Die Hüte sind bei älteren Exemplaren dunkelbraun geworden, bei jüngeren nicht so stark. Auffallend ist, daß sich der äußerste Hutrand fast weiß verfärbt hat.
Auffallend ist auch, daß die Lamellen des Exsikkats anders braun gefärbt sind, wie z.B. bei den bestimmten Kollektionen von H.laterinum o. H.circinans.
Ein Indiz für das besondere rotbraune Sporenpulver?

Für mich schaut das Teil nicht nach H. laterinum aus, auch dieser Standort
ist mir so für diese Art nicht geläufig, ich finde sie überwiegend in
Nadelwäldern (aber auch Buchenwäldern) auf Kalk!

Auch makroskopisch ist mein Fund gut mit der Abbildung in Vesterholt vergleichbar.
Der Rand der Heide kann wohl auch als wärmebegünstigter rel. trockener Standort bezeichnet werden.

Wieso nicht sarcophyllum, wenn ALLE!! Merkmale passen. Bitte dabei auch die
Dextrinoidität und das ablösende Perispor beachten, ebenso wie die
"gemischten"
Cheilos.

Ich hab' mir notiert:
Sporenornament bei 400x schon deutlich erkennbar (O 2-3), mandel-zitronenförmig, stark dextrinoid (D 3), mit dem ablösenden Perispor hatte ich so meine Probleme, aber der Christoph hat dann doch die eine o. andere entdeckt (P 1), 10-11x6-7 , Cheilos zylindrisch bis leicht keulig, apikal bis 7-8 erweitert, die Erweiterungen im unteren Bereich , die manchmal vorkommen können, sind mir nicht aufgefallen.

Vielleicht hat Andreas noch eine Meinung zu dem Fund. UNd wie sicher ist
eigentlich der GJK-Fund von 1991????

Ärgerlich, daß ich keinen brauchbaren Sporenpulverabwurf habe!
Der kommt nächstes Jahr sicher wieder....

Besten Dank
Liebe Grüße aus München, werner

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Re: Hebeloma sarcophyllum

Andreas ⌂, (vor 6531 Tagen) @ Werner E.

Hallo Werner, Günter,

ich habe H. sarcophyllum nur einmal selbst gesehen, das war in Aix-en-Provence. An H. laterinum hatte ich damals nicht gedacht, auch weil der Habitus nicht passt. H. laterinum ist immer ziemlich kugelig im Hut und sehr dickfleischig. H. sarcophyllum ist das nicht so ausgeprägt, sondern eher wie die anderen hebelomen auch. Außerdem stand er bei uns in der Macchia zwischen ein paar Steineichen und Cistrosen, da denkt man eh nicht an laterinum ....

Makroskopisch würde Dein Fund gut zu meiner Erinnerung passen, er stimmt auch sehr gut mit dem Bild in FAMM 16 überein.
Dort erwähnt NEVILLE übrigens, dass er eine Verbindung der Art zu unterirdischen Fäkalien von Kleinsäugern vermutet, ähnlich wie das wohl bei H. radicosum und dem birrus-Aggregat sein soll.

beste Grüße,
Andreas

Servus Günter,
wir hatten bei uns im Münchner Verein unter der Leitung vom Christoph Hahn
ein Hebeloma-Mikroskopier-Wochenende, wobei wir unsere meist unbestimmten
Exsikkate aufgearbeitet haben.
Dabei kamen natürlich viele H. laterinum heraus, wobei uns aber die
Unterscheidung zu H. circinans nicht leicht fiel. Dieser Fund hier fiel
aber aus der Reihe.
Die Hüte sind bei älteren Exemplaren dunkelbraun geworden, bei jüngeren nicht
so stark. Auffallend ist, daß sich der äußerste Hutrand fast weiß verfärbt
hat.
Auffallend ist auch, daß die Lamellen des Exsikkats anders braun gefärbt
sind, wie z.B. bei den bestimmten Kollektionen von H.laterinum o.
H.circinans.
Ein Indiz für das besondere rotbraune Sporenpulver?
Auch makroskopisch ist mein Fund gut mit der Abbildung in Vesterholt
vergleichbar.
Der Rand der Heide kann wohl auch als wärmebegünstigter rel. trockener
Standort bezeichnet werden.
Ich hab' mir notiert: Sporenornament bei 400x schon deutlich erkennbar (O
2-3), mandel-zitronenförmig, stark dextrinoid (D 3), mit dem ablösenden
Perispor hatte ich so meine Probleme, aber der Christoph hat dann doch die
eine o. andere entdeckt (P 1), 10-11x6-7 , Cheilos zylindrisch bis leicht
keulig, apikal bis 7-8 erweitert, die Erweiterungen im unteren Bereich ,
die manchmal vorkommen können, sind mir nicht aufgefallen.
Ärgerlich, daß ich keinen brauchbaren Sporenpulverabwurf habe!
Der kommt nächstes Jahr sicher wieder....
Besten Dank
Liebe Grüße aus München, werner

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OT: H. birrus und ablösendes Perispor

AK_CCM, (vor 6531 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

weil Du gerade H. birrus erwähnst: Wirklich eine Schau, wie ausgeprägt sich das Perispor ablöst. Die Art hatten wir in München auch unterm Mikroskop.

Gruß, Andreas

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Re: Hebeloma sarcophyllum

Werner E., (vor 6531 Tagen) @ Andreas

Servus Andreas,

danke für Deine Einschätzung.
Nächstes Jahr wird die Bestimmung mit einem Sporenabwurf abgerundet...

Liebe Grüße aus München, Werner

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Re: Hebeloma sarcophyllum

Günter Saar, (vor 6530 Tagen) @ Werner E.

Hallo Hebeloma-Freaks,

Meiner Meinugn nach spricht nicht allzu viel gegen sarcophyllum. Wieso nicht.
Allerdings sollte man immer im Hinterkopf haben, daß Jan Vesterholt nicht ALLE Hebelomen Europas in seinem Werk darstellt, gerade die (sub)mediterranen Arten fehlen darin und auch noch einige aus ME (pers. Mitteilung).

Das soll hier nicht den Wert seiner grandiosen Arbeit schmälern, sondern zur Vorsicht aufrufen. Wenn nicht alle Merkmale passen, besteht immer die Aussicht, eine noch nicht klar gefaßte Art in Händen zu halten. Davon liegen bei mir auch noch ein paar Stück in der Exsikkatenkiste und harren einer genauen Bestimmung.

Jan ist aber auch weiterhin an der Gattung interessiert und es werden hier noch einige Papers zu erwarten sein.

Grüße
Günter

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Re: Hebeloma sarcophyllum

Andreas ⌂, (vor 6531 Tagen) @ Günter Saar

Hallo Günter,

Und wie sicher ist eigentlich der GJK-Fund von 1991????

welcher Fund? Ich kenne keinen. Im ATLAS sind nur zwei Fundmeldungen aus Rheinland-Pfalz.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Hebeloma sarcophyllum

Werner E., (vor 6531 Tagen) @ Andreas

Hallo Günter,
welcher Fund? Ich kenne keinen. Im ATLAS sind nur zwei Fundmeldungen aus
Rheinland-Pfalz.
beste Grüße,
Andreas

Servus Andreas,

der Günter meint wohl den bei Vesterholt erwähnten Fund (Krieglsteiner 1991)

Liebe Grüße, werner