Trossinger Wasserkopf *PIC*

interhias ⌂, (vor 6524 Tagen)

Hallo zusammen,

diesen kleinen Wasserkopf habe ich bereits im Juli in einem Buchenwald auf eher saurem Boden gefunden.

Ich bin mir nicht sicher, ob es C. trossingenensis Melot, der Trossinger Wasserkopf, ist, da dieser Pilz in den Nadelwald gehört und etwas kleiner sein soll. Die frühe Erscheinungszeit, die winzigen Sporen und die Huthautmikroskopie passen aber schon zu dieser Art, die in der Photoflora bei den Obtusi beschrieben und in der Funga Nordica auch ausgeschlüsselt ist.

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Beschreibung und Mikros:
Funddaten: 24.07.2008; Fundort: MTB 7934-3-4-1, 620 m, Leutstetten, im eher sauren Buchenwald, an Sommersteini-, Zigeuner- und Brätlingsplatz, bei großen Buchen in Polytrichum-Polster; gesellig (3 Fk); Hut: 2-3 cm breit, jung kegelig, dann ausgebreitet und mit warzenförmigem Buckel, jung schokoladenbraun, später heller rötlichbraun, bis maximal 1/2 Radius durchscheinend gerieft (jung nur ganz am Rand), hygrophan, längsstreifig zu ocker ausblassend; Stiel: bis 5 x 0,2 cm, zylindrisch, starr, basal gleichdick und weißfilzig, rosabraun, orangebraun, an der Spitze bereift, sonst weißlich überfasert; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen und mit Zahn herablaufend, schon jung rotbraun, später mehr rostbraun, Schneiden ockerlich, farblich deutlich abgesetzt und auffallend schartig bis gekerbt; Fleisch: im Hut- und Stielkern schmutzig cremeocker, sonst wässerig rotbraun; Geruch: unauffällig; Geschmack: -; Chemie: -; HDS: 1. (in Wasser) Oberste Schicht eine Cutis aus 2-3 Lagen schmaler Zellen (ca. 3,5-7), die +/- hyalin sind, darunter gut entwickeltes Hypoderm aus kurzen, aufgeblasenen Zellen (ca. 15-30 breit), Pigment (vor allem in den unteren Zellschichten) grob inkrustierend (Plaques), aber keine starke Natterungen erkennbar; Schnallen vorhanden; 2. (in KOH) Dünne Cutis aus 2,5-9 µm breiten, hyalinen Zellen, Hypoderm kaum ausdifferenziert, Zellen in den unteren HDS-Schichten (Subcutis?) mitunter etwas breiter und mit bernsteinfarbenen oder goldgelben Placken grob inkrustiert; Sporen: breitellipsoid bis subglobos, kräftig und dicht warzig, Warzen im Profil ca. 0,2 µm vorstehend, Maße: 5,5 x 4,3 (5-6 x 4-4,5), Q=1,29 (1,11-1,38); 20 Sp. gemessen;

Sporen in KOH
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HDS in Wasser:
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HDS in KOH:
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Grüße aus München
Hias

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Re: Trossinger Wasserkopf

Andreas ⌂, (vor 6524 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

tja, was soll man dazu sagen ....
Also die kleinen runden Sporen sind ja schon sehr charakteristisch. Und die Art steht auch in den Obtusi. Ich habe C. trossingensis nur einmal gesehen, da war er allerdings deutlich dunkler, mehr maronenbraun als scherbengelb. Auch abgetrocknet wurde der nicht so gelb. Ich hätte ihn auf Anhieb damals nicht für einen obtusus-Verwandten gehalten. Außerdem war er sehr klein, kaum mehr als 1 cm Hutdurchmesser.
Insgesamt glaube ich daher, dass Dein Fund kein C. trossingensis ist. Aber was dann, mit so kleinen Sporen? Da müsste man mal in der französischen Litertur stöbern, entweder im Atlas des Cortinaires oder in einem Artikel von HENRY im BSMF über die Sektionen Acuti-Obtusi.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Trossinger Wasserkopf

interhias ⌂, (vor 6524 Tagen) @ Andreas

Hallo Hias,
tja, was soll man dazu sagen ....
Also die kleinen runden Sporen sind ja schon sehr charakteristisch. Und die
Art steht auch in den Obtusi. Ich habe C. trossingensis nur einmal
gesehen, da war er allerdings deutlich dunkler, mehr maronenbraun als
scherbengelb. Auch abgetrocknet wurde der nicht so gelb. Ich hätte ihn auf
Anhieb damals nicht für einen obtusus-Verwandten gehalten. Außerdem war er
sehr klein, kaum mehr als 1 cm Hutdurchmesser.
Insgesamt glaube ich daher, dass Dein Fund kein C. trossingensis ist. Aber
was dann, mit so kleinen Sporen? Da müsste man mal in der französischen
Litertur stöbern, entweder im Atlas des Cortinaires oder in einem Artikel
von HENRY im BSMF über die Sektionen Acuti-Obtusi.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

ich fürchte, die starken Gelbtöne gehen auf mein Konto, da habe ich bei der Weißabgleichkorrektur geschlampt und die RAW-Dateien speichere ich dummerweise erst seit August. Ich habe den Pilz auch dunkler in Erinnerung und beschrieben habe ich ihn ja auch als "jung scholkoladenbraun, später heller rötlichbraun".

In der Funga Nordica wird die Hutbreite bis 0,25 cm angegeben. Wg. des Standorts im Buchenwald bleibt aber so oder so ein Fragezeichen hinter der Bestimmung. Im Atlas des Cortinaires kann ich mal nachschauen, sofern der Band in unserer Vereinsbibliothek nicht fehlt.

Jedenfalls ein schönes Schwammerl, werde ich unbedingt wiederfinden!

Beste Grüße
Hias

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Re: Trossinger Wasserkopf

Günter Saar, (vor 6523 Tagen) @ interhias

Hallo zusammen,

hab grad mal im Atlas des Cortinaires gestöbert, aber auch nichts gescheites gefunden, was passen könnte.
Aber C. tross. kommt ja im Frühjahr vor und Deine Beschreiburg, Hias, trifft schon diese Art.

C. tross. ist ja bisher wenig bekannt und wird sicher schon mal gern übersehen oder stehen gelassen, so daß man über seine Verbreitung und Symbiosepartner noch nicht viel weiß.

Aber ich denke, daß viele Pilzarten nicht an eine best. Baumart gebunden sind sondern an die Lebensgemeinschaft, wie hier Buche/Tanne/Fichte auf nährstoffarmen Boden (was wir im Schwarzwald häufig haben),sodaß ich mir eine Mykorhiza von C. tross. mit Buche durchaus vorstellen kann.

Warum nicht???

weihnachtliche Grüße
Günter

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Re: Trossinger Wasserkopf

interhias ⌂, (vor 6522 Tagen) @ Günter Saar

hab grad mal im Atlas des Cortinaires gestöbert, aber auch nichts gescheites
gefunden, was passen könnte.
Aber C. tross. kommt ja im Frühjahr vor und Deine Beschreiburg, Hias, trifft
schon diese Art.
C. tross. ist ja bisher wenig bekannt und wird sicher schon mal gern
übersehen oder stehen gelassen, so daß man über seine Verbreitung und
Symbiosepartner noch nicht viel weiß.
Aber ich denke, daß viele Pilzarten nicht an eine best. Baumart gebunden sind
sondern an die Lebensgemeinschaft, wie hier Buche/Tanne/Fichte auf
nährstoffarmen Boden (was wir im Schwarzwald häufig haben),sodaß ich mir
eine Mykorhiza von C. tross. mit Buche durchaus vorstellen kann.
Warum nicht???
weihnachtliche Grüße
Günter

Hallo Günter,

danke fürs Nachstöbern im A. d. C.!

Die Beschreibung in C.F.P. habe ich nochmal genau verglichen und noch eine Abweichung festgestellt: Dort ist C. tross. mit "weiß gewimperten" bzw. sterilen Lamellenschneiden und vielgestaligen sterilen Zellen an selbiger beschrieben. Dieses mikroskopische Merkmal konnte ich an keinem der getrockneten Fk nachvollziehen und bei der makroskopischen Beschreibung hatte ich mir "Schneiden ockerlich, farblich deutlich abgesetzt" notiert. Keine Ahnung, wie konstant dieses Merkmal bei den Teilen ist. Die Abbildung in C.F.P. ist aber so ähnlich, dass ich trotzdem glaube, dass er's ist.

Wie auch immer, ich behalte die kleinen Kerle mal im Auge.

Grüße
Hias