Altlast aus Herbst 2006 *PIC*

Maren ⌂, (vor 6487 Tagen)

Hallo zusammen,
lange gekämpft, glaube ich ihm nun einen Namen geben zu können Sellerie-Ritterling (Tricholoma apium).

Gefunden im Oktober 2006 in einem Laubmischwald, am Wegrand im Moos in Bad Kissingen.

Hut:
Durchmesser 5,5 cm
Trocken, jung Rand eingerollt, Farbe hellcreme mit dunklerer rissiger Mitte, später ausgebreitet mit kaum abwischbaren rotbraunen Schüppchen, leicht eingedellte Mitte und wellig verbogenem Rand.
Stiel: 4,5 x 1,5 cm, Stielbasis zugespitzt und mit rotbräunlichen Flecken
Fleisch: weiß, alt dunkler creme, Mitte dickfleischig, Rand dünnfleischig, fest
Geruch: aufdringlich süßlich
Lamellen:
Angewachsen, jung wie der Hut gefärbt, dicklich, untermischt
Sporenpulver: weiß, inamyloid
Mikros:
Lamellentrama regulär, mit Schnallen
Basidien 4-sporig, 27x7, 30x7, Sterigmen 4x2
Sporen: hyalin, glatt, oval, (6-7) 6,25 x 3,75 (3-4) μm mit Tropfen, Jod negativ, Appendix 1 µm breit
Huthauthyphen glatt Breite 13 µm und Stieltrama mit Schnallen
Keine Zystiden feststellbar.

Am Fundort:
[image]
[image]

Zwei Tage später:
[image]

Die Vergleichsabbildungen und die Schnallen, die er nach PDS nicht haben soll, lassen noch Zweifel, kennt ihn jemand?

Gruß Maren

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Re: Altlast aus Herbst 2006 *PIC*

Andreas ⌂, (vor 6487 Tagen) @ Maren

Hallo MAren,

also wenn die Mikromerkmale gepast hätten, dann hätte ich mich zu einem untypischen Sellerie-Ritterling notfalls breitschlagen lassen. Obwohl der viel gelber ist und recht gedrungene, kräftige Fruchtkörper macht, so etwa wie der Grünling.
Aber nachdem die Schnallenverhältnisse nicht passen, ist es ausgeschlossen. Das ist bei den Ritterlingen schon ein definitives Ausschlusskriterium.

Ich denke inzwischen eher, es ist es ja ein untypischer Seifenritterling, Tricholoma saponaceum var. lavedanum. Schau mal dieses Vergleichsbild hier:

beste Grüße,
Andreas

Hallo zusammen,
lange gekämpft, glaube ich ihm nun einen Namen geben zu können
Sellerie-Ritterling (Tricholoma apium).
Gefunden im Oktober 2006 in einem Laubmischwald, am Wegrand im Moos in Bad
Kissingen.
Hut: Durchmesser 5,5 cm
Trocken, jung Rand eingerollt, Farbe hellcreme mit dunklerer rissiger Mitte,
später ausgebreitet mit kaum abwischbaren rotbraunen Schüppchen, leicht
eingedellte Mitte und wellig verbogenem Rand.
Stiel: 4,5 x 1,5 cm, Stielbasis zugespitzt und mit rotbräunlichen Flecken
Fleisch: weiß, alt dunkler creme, Mitte dickfleischig, Rand dünnfleischig,
fest
Geruch: aufdringlich süßlich
Lamellen: Angewachsen, jung wie der Hut gefärbt, dicklich, untermischt
Sporenpulver: weiß, inamyloid
Mikros: Lamellentrama regulär, mit Schnallen
Basidien 4-sporig, 27x7, 30x7, Sterigmen 4x2
Sporen: hyalin, glatt, oval, (6-7) 6,25 x 3,75 (3-4) μm mit Tropfen, Jod
negativ, Appendix 1 µm breit
Huthauthyphen glatt Breite 13 µm und Stieltrama mit Schnallen
Keine Zystiden feststellbar.
Am Fundort:

Zwei Tage später:
Die Vergleichsabbildungen und die Schnallen, die er nach PDS nicht haben
soll, lassen noch Zweifel, kennt ihn jemand?
Gruß Maren

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Re: Altlast aus Herbst 2006

Maren ⌂, (vor 6487 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
vielen Dank. Man glaubt es ja kaum, was die Seife so alles hergibt. Was streng' ich mich da so an, ich wäre mit den Schlüsseln vom Thomas und Harald Andres viel schneller zum Ziel gekommen ;-).
Beitrag 154152
Gruß Maren

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Ökologie des Tricholoma apium *PIC*

Stephan Weißer, (vor 6486 Tagen) @ Maren

Hallo Maren,
der eine Sellerieritterling, der mir bisher unterkam, roch so eindeutig nach Maggi/Liebstöckel/Sellerie (vergleichbar mit dem Bruchreizker), dass für mich praktisch nichts anderes in Frage kam. Ich fand ihn letzten August im Turiawald südwestlich von Klagenfurt, in einem südlich ausgerichteten Carici-Fagetum über Jurakalk mit vielen eingestreuten Kiefern, ca. 650 m NN, und dort auf kahlem Boden unter Kiefern. Leider habe ich das Foto überbelichtet, aber die Hutfarbe kommt noch einigermaßen gut raus.

Liebe Grüße
Stephan

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