Re: Letzter Versuch
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für Deine gütige abschließende Beurteilung. Das nächste Mal (kommt bestimmt!) wirds besser....
Viele Grüße,
Martin
Hallo Martin,
man darf die Proben unter dem Deckglas ruhig ein bisschen mehr quetschen,
damit sich der Zellverband zumindest stellenweise auflöst, zum Beispiel
durch schnelles, aber sanftes Klopfen mit dem Pinzettenrücken. Dabei noch
weniger Pilzmaterial und ebensowenig Flüssigkeit verwenden.
Die neueren Bilder vermitteln durchaus einen guten Gesamteindruck, aber ich
kann mir mit den sichtbaren Merkmalen momentan leider keinen Reim bilden.
Die Zystiden erscheinen mir dickwandig, das kommt nicht so häufig vor und
wäre etwa für die Gruppe um Hyphodontia abieticola/alienata typisch, für
eine Hyphodontia erscheinen mir aber die Sporen nicht typisch und nach
deinen Angaben auch relativ groß.
Ähnliche Zystiden gibt es natürlich auch bei Hyphoderma, dort sind die Sporen
aber in den meisten Arten (deutlich) größer. Am ehesten kommt, wie du
bereits vermutet hast, H. setigerum in Frage, wenn die Zystiden noch nicht
septiert sind, auf den Bildern habe ich keinen eindeutigen Hinweis darauf
gesehen. Falls sich aber zumindest eine Septozystide nachweisen lässt,
wäre der Fall wohl gelöst.
Es fallen mir durchaus noch Kandidaten aus diversen anderen Gattungen ein,
dafür fehlen uns aber einige grundlegende Merkmale (Schnallenverhältnisse,
Iodreaktion, Zellstruktur, ...).
Die Kristalle sind auffällig, aber taxonomisch meistens nicht von besonderer
Bedeutung. Jedenfalls fällt mir in diesem Zusammenhang keine Assoziation
zu bestimmten Arten ein.
Lasse dich bitte vom ersten Hineinschnuppern in einen Corticioiden nicht
entmutigen, viele Funde lassen sich ohne große Mühe bestimmen!
Vielleicht bis zum nächsten Mal
Wolfgang
