Ciliolarina-Durchblick gesucht *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6257 Tagen)

Hallo!

Manchmal hat man so Pilz-Tage, da klappt gar nix so richtig. Finden tut man ja etliches, zur Untersuchung schaffen´s nur wenige, und die Untersuchten teilen sich dann in Kategorien:
Z.B.:
1. gibt´s nicht
2. gibt´s, es fehlen aber Informationen, die auf die Schnelle nicht aufzutreiben sind
3. gibt´s nur als vage cf.-Bestimmung
4. kenne ich, ist aber nicht reif
5. dem könnte ich mehrere Namen geben, weil sich die Literatur widerspricht
6. Mikro-Elemente zu winzig, dazu habe ich jetzt keinen Bock mehr

Den folgenden habe ich rein makroskopisch als Ciliolarina laricina (Lärchen-Ciliolarina) mitgenommen: an Lärchenast gewachsen, Außenseite feinflaumig, Ap. in Kleingruppen gesellig, winzig (0,1-0,2mm), erst weiß, später gelblich, fast gestielt, gern auch an verletzten Substratstellen.
Bildqualität wieder mal nicht optimal, aber wie ihr an den Pollen sehen könnt, der Pilz ist wirkich ganz schön klein.
[image]

Überraschung zu Hause: die Becherchen röten. Ich fange an zu frohlocken, dann wird´s wohl die wenig erwähnte Ciliolarina chameliontina (Dreifarbige Ciliolarina) sein.
[image]
War wohl nichts, eine Ciliolarina ist es, aber die Mikromaße passen nicht zu chameliontina.

Da eine andere rötende Art aber im Raitviir nicht erwähnt ist, würde ich ihm wenigstens einen cf.-Namen verpassen wollen. Er hat keine Haken und ist IKI und Melzer negativ, Mikromaße ähnlich wie laricina.

Nun stelle ich fest, ich weiß nicht, soll laricina nun Haken haben oder nicht? Nach Zotto-DVD eher nicht. Nach Zotto-DVD ist laricina aber auch IKI-negativ, nach Raitviir MLZ-positiv.

Wer weiß es genau? Kennt jemand noch irgendwelche andere brauchbare Schlüssel für die Gattung?

VG Ingo W

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Re: Ciliolarina-Durchblick gesucht

MartinB, (vor 6257 Tagen) @ Ingo Wagner

Hi Ingo,

ich kann dir da natürlich nicht helfen. Aber deine 6. Variante kommt mir sehr bekannt vor.

Grüße, Martin

Hallo!
Manchmal hat man so Pilz-Tage, da klappt gar nix so richtig. Finden tut man
ja etliches, zur Untersuchung schaffen´s nur wenige, und die Untersuchten
teilen sich dann in Kategorien: Z.B.: 1. gibt´s nicht
2. gibt´s, es fehlen aber Informationen, die auf die Schnelle nicht
aufzutreiben sind
3. gibt´s nur als vage cf.-Bestimmung
4. kenne ich, ist aber nicht reif
5. dem könnte ich mehrere Namen geben, weil sich die Literatur widerspricht
6. Mikro-Elemente zu winzig, dazu habe ich jetzt keinen Bock mehr
Den folgenden habe ich rein makroskopisch als Ciliolarina laricina
(Lärchen-Ciliolarina) mitgenommen: an Lärchenast gewachsen, Außenseite
feinflaumig, Ap. in Kleingruppen gesellig, winzig (0,1-0,2mm), erst weiß,
später gelblich, fast gestielt, gern auch an verletzten Substratstellen.
Bildqualität wieder mal nicht optimal, aber wie ihr an den Pollen sehen
könnt, der Pilz ist wirkich ganz schön klein.

Überraschung zu Hause: die Becherchen röten. Ich fange an zu frohlocken, dann
wird´s wohl die wenig erwähnte Ciliolarina chameliontina (Dreifarbige
Ciliolarina) sein.

War wohl nichts, eine Ciliolarina ist es, aber die Mikromaße passen nicht zu
chameliontina.
Da eine andere rötende Art aber im Raitviir nicht erwähnt ist, würde ich ihm
wenigstens einen cf.-Namen verpassen wollen. Er hat keine Haken und ist
IKI und Melzer negativ, Mikromaße ähnlich wie laricina.
Nun stelle ich fest, ich weiß nicht, soll laricina nun Haken haben oder
nicht? Nach Zotto-DVD eher nicht. Nach Zotto-DVD ist laricina aber auch
IKI-negativ, nach Raitviir MLZ-positiv.
Wer weiß es genau? Kennt jemand noch irgendwelche andere brauchbare Schlüssel
für die Gattung?
VG Ingo W

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Re: Ciliolarina-Durchblick gesucht

MartinB, (vor 6257 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

vielleicht kann ich doch helfen. Hast du schon im Schlüssel von Vesterholt/Petersen nachgeschaut? Dort wird laricina auf S. 121 so beschrieben:
Fruchtkörper sitzend, -0,5 mm breit, grau-weiß mit brauner Basis; Sp. 9-10 x 3,5-4 µm, ellipsoid, eine oder zweizellig; Asci ca. 55 x 9-10 µm, J-; Paraphysen an der Spitze keulenförmig; kurze Wimpern; auf Nadelholz, in DK gefunden am Kiefer; XII kaum alltäglich. - [EE802]. Ciliolarina laricina (Raitv.) Svrcek (bei der Übersetzung hat Google geholfen).

Herzlich, Martin

Hallo!
Manchmal hat man so Pilz-Tage, da klappt gar nix so richtig. Finden tut man
ja etliches, zur Untersuchung schaffen´s nur wenige, und die Untersuchten
teilen sich dann in Kategorien: Z.B.: 1. gibt´s nicht
2. gibt´s, es fehlen aber Informationen, die auf die Schnelle nicht
aufzutreiben sind
3. gibt´s nur als vage cf.-Bestimmung
4. kenne ich, ist aber nicht reif
5. dem könnte ich mehrere Namen geben, weil sich die Literatur widerspricht
6. Mikro-Elemente zu winzig, dazu habe ich jetzt keinen Bock mehr
Den folgenden habe ich rein makroskopisch als Ciliolarina laricina
(Lärchen-Ciliolarina) mitgenommen: an Lärchenast gewachsen, Außenseite
feinflaumig, Ap. in Kleingruppen gesellig, winzig (0,1-0,2mm), erst weiß,
später gelblich, fast gestielt, gern auch an verletzten Substratstellen.
Bildqualität wieder mal nicht optimal, aber wie ihr an den Pollen sehen
könnt, der Pilz ist wirkich ganz schön klein.

Überraschung zu Hause: die Becherchen röten. Ich fange an zu frohlocken, dann
wird´s wohl die wenig erwähnte Ciliolarina chameliontina (Dreifarbige
Ciliolarina) sein.

War wohl nichts, eine Ciliolarina ist es, aber die Mikromaße passen nicht zu
chameliontina.
Da eine andere rötende Art aber im Raitviir nicht erwähnt ist, würde ich ihm
wenigstens einen cf.-Namen verpassen wollen. Er hat keine Haken und ist
IKI und Melzer negativ, Mikromaße ähnlich wie laricina.
Nun stelle ich fest, ich weiß nicht, soll laricina nun Haken haben oder
nicht? Nach Zotto-DVD eher nicht. Nach Zotto-DVD ist laricina aber auch
IKI-negativ, nach Raitviir MLZ-positiv.
Wer weiß es genau? Kennt jemand noch irgendwelche andere brauchbare Schlüssel
für die Gattung?
VG Ingo W

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Re: Ciliolarina-Durchblick gesucht

Ingo Wagner, (vor 6256 Tagen) @ MartinB

Hallo Ingo,
vielleicht kann ich doch helfen. Hast du schon im Schlüssel von
Vesterholt/Petersen nachgeschaut? Dort wird laricina auf S. 121 so
beschrieben: Fruchtkörper sitzend, -0,5 mm breit, grau-weiß mit brauner
Basis; Sp. 9-10 x 3,5-4 µm, ellipsoid, eine oder zweizellig; Asci ca. 55 x
9-10 µm, J-; Paraphysen an der Spitze keulenförmig; kurze Wimpern; auf
Nadelholz, in DK gefunden am Kiefer; XII kaum alltäglich. - [EE802].
Ciliolarina laricina (Raitv.) Svrcek (bei der Übersetzung hat Google
geholfen).
Herzlich, Martin

Danke Martin!

Leider gehen die auch noch nicht auf Hakenverhältnisse und Paraphysen- und Sporeninhalte ein. "Kurze Wimpern" ist auch gut.

VG Ingo W

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Re: Ciliolarina-Durchblick gesucht

MartinB, (vor 6256 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

Stip Helleman hat keine Haken gefunden, Paraphysen etc. beschreibt er hier:
http://www.helotiales.nl/Species/Ciliolarina%20laricina.html

Grüße, Martin

Danke Martin!
Leider gehen die auch noch nicht auf Hakenverhältnisse und Paraphysen- und
Sporeninhalte ein. "Kurze Wimpern" ist auch gut.
VG Ingo W

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Re: Ciliolarina-Durchblick gesucht

Ingo Wagner, (vor 6256 Tagen) @ MartinB

Hallo Ingo,
Stip Helleman hat keine Haken gefunden, Paraphysen etc. beschreibt er hier:
http://www.helotiales.nl/Species/Ciliolarina %20laricina.html
Grüße, Martin

Hallo Martin!

Ja, damit hatte ich schon verglichen.
Eine wirklich tolle Seite!

VG Ingo W

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Resume (only for Ascofans) *PIC*

Ingo Wagner, (vor 6256 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo!

1.
Nach nochmaliger Überprüfung der Amyloidität, diesmal bei ganz kleinen, jungen Apothezien mit noch unseptierten Sporen muss ich meine Meinung revidieren: Die Asci-Pori werden nicht kontrastreicher (so hab´ ich´s anfänglich interpretiert), sondern reagieren. Für eine genaue Farbe kann man sich gar nicht recht entscheiden, mal scheint´s grau oder auch dunkelgraublau, dann wieder violettlich. Heißt also IKI = rb, nicht "minus" wie anfänglich angenommen.

2.
Bei der Suche nach Haken (das ist wirklich ein Krampf bei der Art, man erwischt die Asci so gut wie nie mit Basiszelle, weil sie so leicht abbrechen) ist mir aufgefallen, dass die Art zwar keine Haken besitzt, selten aber durchaus einen nach unten gerichteten Basalauswuchs (Protuberanz, offener Haken, Pseudohaken) aufweisen kann.

3.
Den Sporeninhalt würde ich vital in H2O mit OCI = 0-1 einschätzen, man kann aber durch Anfärben mit Kongorot-SDS durchaus kleine Guttulen provozieren/ besser sichtbar machen (??) und käme dann auf OCI 1-2. Diese kleinen Guttulen halten sich übrigens meist unsymmetrisch in der Nähe des Randes oder der Septe auf.

4.
Einige Ciliolarina-Arten unterscheiden sich durch braune Außenseite oder weiße Basis. Nun hat die gemeine C. laricina für gewöhnlich eine braune Basisfärbung (am Substratansatz). Wer sagt denn, dass diese Färbung nicht auch mal ein Stückchen höher gehen kann oder wegbleiben kann?

Je nach Interpretation dieser Eigenschaften käme man womöglich bei der Bestimmung auf verschiedene Arten. Vielleicht gibt´s ja gar nicht soviel und das meiste ist C. laricina, nur verschieden interpretiert?

Die 2. Möglichkeit wäre, dass es sich bei Ciliolarina laricina um eine Art handelt, die gerade in Aufspaltung begriffen ist (ähnlich Cistella acuum, Cistella grevillei/aconiti oder Urceolella carestiana), wobei sich die entstehenden Varianten nur durch Kleinigkeiten unterscheiden.

Wer weiß?
Ich werde meine Kollekton wegen der Rotfärbung bei Verletzung vorerst Ciliolarina cf. laricina benennen und folge damit Stip Helleman, dessen Fund (auf seiner sehr schönen Seite) dem meinen sehr gleicht.
http://www.helotiales.nl/Species/Ciliolarina%20laricina.html
(ganze Adresse aufrufen!)
Eine eventuelle Rotverfärbung durch Fremdbefall kann bei meinem Fund weitestgehend ausgeschlossen werden, da sie bei geschädigten Apos zu beobachten ist.

Mikros:
[image]
[image]
[image]

VG Ingo W

P.S.: Natürlich würden mich auch dokumentierte Funde von C. laricina von euch (vielleicht Dirk, Gernot, Lothar oder Ueli?) interessieren, die Art ist ja doch, besonders auf Lärchenholz, recht häufig, wenn man danach schaut.

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Re: Resume (only for Ascofans)

Gernot, (vor 6255 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

ich hab zwar mit Interesse alle Beiträge zu diesem Thema gelesen, helfen kann ich dir aber leider auch nicht, da mir Funde dieser Art fehlen. In Zukunft würde ich aber gerne darauf achten, könntest du vielleicht deshalb noch etwas über das Substrat sagen (wie dick die Äste sind, ob die sehr feucht liegen,...)? Vielleicht lässt sie sich dann ja mal finden.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Resume (only for Ascofans)

Ingo Wagner, (vor 6255 Tagen) @ Gernot

Hallo Ingo,
ich hab zwar mit Interesse alle Beiträge zu diesem Thema gelesen, helfen kann
ich dir aber leider auch nicht, da mir Funde dieser Art fehlen. In Zukunft
würde ich aber gerne darauf achten, könntest du vielleicht deshalb noch
etwas über das Substrat sagen (wie dick die Äste sind, ob die sehr feucht
liegen,...)? Vielleicht lässt sie sich dann ja mal finden.
Schöne Grüße
Gernot

Hallo Gernot!

Ciliolarina laricina wächst besonders gern an herabgefallenen, berindeten Lärchenästen, ausgesprochen feucht müssen die nicht liegen, aber eine gewisse Substratfeuchte durch Bodenberührung (am besten teilweise eingewachsen oder z.T. in der Nadelstreu eingebettet) sollte gegeben sein.

Die Aststärke reicht meiner Erfahrung nach von dünn (Zweiglein) bis ca. überfingerdick.
Ich glaube, die Art ist einfach wegen ihrer Winzigkeit sehr leicht zu übersehen, meist befindet sich auf den Ästchen auch immer noch eine Mytilidion-Art, die ja ohne Lupe auch kaum wahrzunehmen ist.
Und irgendwie kommt es mir vor, als wachsen die Becherchen gern in der Nähe der Knubbel, die sich an den Ästchen befinden (wie nennt man die eigentlich fachgerecht?).

Eine besonders bevorzugte Jahreszeit gibt es nicht. Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich die schon mal auf Kalk gefunden habe.

Viele Grüße
Ingo W

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Re: Resume (only for Ascofans)

Gernot, (vor 6255 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

vielen Dank für die Hinweise! Bis jetzt hab ich von Lärche hauptsächlich die dünnen potenziellen Lachnellula-Ästchen untersucht, aber dann werde ich mal gezielter nach der Art schauen.

Schöne Grüße
Gernot