Hallo Dieter,
eine der zur Zeit wohl populärsten Theorien in der Mykologie scheint die Rotalgen-Theorie zu sein was die Abstammung zumindest der monophyletischen (d. h. der aus einem Stamm ableitbaren) Pilze betrifft (Ascomyceten?). Nach dieser Hypothese haben sich die entsprechenden Pilze aus adelphoparasitischen Rotalgen entwickelt. Adelphoparasitisch meint hier: "Kretins", die es bequemer fanden, verwandte Rotalgen zu überfallen und zu verspeisen, als sich unbequem aber ordentlich von nicht Verwandten zu ernähren. Aus diesem Kannibalismus soll ein Großteil unserer Echten Pilze entstanden sein. Warum sollten sich ferne Nachfahren nicht genauso verhalten?
Findet nicht jeder dritte Schwiegermuttermord nur deshalb nicht statt, weil sich der an sich Tatwillige sich nicht überwinden kann, die Beweisstücke aufzufressen? Pilze kennen ihre Schwiegermütter nicht und sind deshalb nicht an zivilisatorische Vorgaben gebunden.
Um einem evtl. Entrüstungssturm zuvorzukommen: Ich habe keine Schwiegermutter und deshalb auch kein gestörtes Verhältnis zu dieser Spezies, nicht weil ich sie alle aufgefressen hätte, sondern weil ich die Heirat bisher gemieden habe, wie sprichwörtlich der Teufel das Weihwasser. Wo nix Heirat, da nix Schwiegermutter. Aber ein bisschen Eiweiß braucht doch ein jeder (Pilz)?
Mit satirischem Gruß, Peter!
Hallo Schnuffel
Hm..... parasitär in der gleichen Gattung ? ...... das grenzt m.E. an
Kannibalismus.
Liebes Forum, kann das bei Pilzen überhaupt sein ? Habe diesbezüglich noch
nie was gelesen. Das es parasitäre Pilze gibt ist mir bekannt, aber bei
unterschiedlichen Gattungen.
Schnuffel, schau mal im Bon unter Laccaria laccata nach. Darunter wird eine
var. moelleri (L. proxima auct.) erwähnt. Ich könnte mir vorstellen, das
beide als Saphrophyten dicht nebeneinander stehen können, je nach
Bodenhomogenität.
Gruß aus der Pfalz
Dieter