Februarpilze mit fraglicher Mycena *PIC*

Violet, (vor 6104 Tagen)

Hallo Leute, hier hab ich ein paar Pilze der letzten zwei Wochen, die ich euch gern zeigen möchte. Bitte sagt, wenn es etwas zu korrigieren gibt:

1. Den hier hab ich nur durch reinen Zufall rausbekommen, weil er wohl in keinem meiner Bücher drin steht (und auch nicht im Abbildungsverzeichnis, Bollmann und Co verzeichnet ist):
Am Bachrand auf (vermutlich) Esche, die Mährische Kohlenbeere (Hypoxylon cercidicola). Wenn ich das richtig verstanden habe, ist sie erstens selten, zweitens wächst sie nur in wärmeren Regionen (Rheintal) und drittens ist sie selten "reif", und auch ich hab nur unreifes gefunden. Stimmt das alles und ist es der genannte Pilz?
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2. Den kannte ich schon vom letzten Jahr, allerdings von ganz woanders, der gezähnte Reibeisenrindenpilz (Cerocorticium molare) auf Eiche:
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3. Auf Weide der rotbraune Zitterling (Tremella foliacea)
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4. Der ist zwar auch geläufig, aber hübsch find ich ihn trotzdem, weil er in den Farben so unterschiedlich ist. Auf Hasel, der Runzelige Schichtpilz (Stereum rugosum). Ist er doch, oder? Er rötet schon, wenn man ihn nur vorsichtig berührt - erschreckend, irgendwie.
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5. Ein kleiner Süßer! Auf Lärchenzweiglein überall, das Gemeine Lärchen-Haarbecherchen, Lachnellula occidentalis (was, wie ich aus einem letztjährigen Thread von Ingo als nicht mehr unterschieden von willkommii verstanden habe).
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5. Hier nun also die fragliche Mycena. Ich hab sie als Bogenblättriger Hemling, Mycena speirea geschlüsselt, allerdings nach anfänglichem Irrweg in der Funga Nordica, weil ich die Lamellen nicht als "clearly decurrent" empfunden habe und es auch jetzt noch nicht tu. Aber Aussehen, Sporen, Cheilos und Kaulos entsprechen ihr. Auf vermooster Fichte, Hut-Dm. ca. 3-4 mm. Was sagt ihr Mycena-Spezialisten dazu?

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Hier meine Mikrozeichnungen:
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6 Und schließlich noch die reine Freude nach einem sehr anstrengenden Arbeitstag: Ein selbst gezogener Tintling (ein paar Millimeter breit), der mir in seiner kleinen Schachtel entgegenstrahlte. Auf Rehkot gewachsen. Ich finde das schier unglaublich: So eine kleine Schönheit! Wie er heißt, weiß ich nicht, hab im Augenblick auch keine Zeit, ihn zu untersuchen. Aber es wachsen noch viele weitere. Falls mir jemand (Nobi?) sagen kann, mit welchem Kotcoprinusschlüssel ich ihn rauskriege, wär ich dankbar.
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Ich grüß euch alle (für Hilfe bei Mycena und Coprinus sehr dankbar)!
Ditte

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Re: Februarpilze mit fraglicher Mycena

pilzmel ⌂, (vor 6104 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,
ich gebe mal eine vorsichtigen Coprinus-Tipp ab: Coprinus patouillardii. Ist, glaube ich, eine Sammelart, aber es sieht sehr danach aus, als könnte deine Zucht in diese Ecke gehören. Mikros sind dennoch erforderlich.
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Februarpilze mit fraglicher Mycena

Wolfgang D. ⌂, (vor 6104 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

1. Hypoxylon cercidicola (H. moravicum)

ist bei uns bei gezielter Nachsuche auf Eschen an Gewässerufern keineswegs als selten zu bezeichnen, nur bloß sehr unscheinbar und hauptsächlich in einem Lebensraumtyp, der als solcher relativ selten ist bzw. in dem man eher selten Pilze sucht. Auch die Beschränkung auf richtig warme Regionen kann ich nicht bestätigen, bei uns durchaus auch am weniger warmen Alpenrand. Es scheint sogar so, dass sie sehr warme Gebiete meidet, wenn dort der entsprechende Niederschlag fehlt (pannonischer Raum).

2. Den kannte ich schon vom letzten Jahr, allerdings von ganz woanders, der
gezähnte Reibeisenrindenpilz (Cerocorticium molare) auf Eiche:

Mit dem Mikroskop sicher eine klare Angelegenheit - ohne Mikroskop allerdings nicht eindeutig, weil es mehrere zum Verwechseln ähnliche Arten gibt.

5. Hier nun also die fragliche Mycena. Ich hab sie als Bogenblättriger
Hemling, Mycena speirea geschlüsselt, allerdings nach anfänglichem Irrweg
in der Funga Nordica, weil ich die Lamellen nicht als "clearly
decurrent" empfunden habe und es auch jetzt noch nicht tu. Aber
Aussehen, Sporen, Cheilos und Kaulos entsprechen ihr. Auf vermooster
Fichte, Hut-Dm. ca. 3-4 mm. Was sagt ihr Mycena-Spezialisten dazu?

Würde ich nicht anzweifeln. Die Lamellen müssen nicht "clearly decurrent" sein und sind jedenfalls anders angeheftet als bei Mycena hiemalis, den ich hier einmal als "klassischen Doppelgänger" bezeichne.

6. Falls mir jemand (Nobi?) sagen kann,
mit welchem Kotcoprinusschlüssel ich ihn rauskriege, wär ich dankbar.

Also da schaue ich als erstes immer auf
http://www.grzyby.pl/coprinus-site-Kees-Uljee/species/Coprinus.htm
Aber vielleicht lässt er sich auch mit einem etwas weniger aufwändigen Schlüssel herauskriegen.

LG
Wolfgang

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Re: Februarpilze mit fraglicher Mycena

Rudi, (vor 6104 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte

Bei uns liegt gefühlt ein halber Meter Schnee und du findest schon wieder tolle Sachen.
Da wacht das eiskalte Pilzherz auf!
Zum Zuchtpilz:
So was ähnliches hab ich letztes Jahr auch gefunden- ich hätte da gern Coprinus heptemerus, var. pusillulus draus gemacht- leider sind mir die Dinger vor der Klärung entwischt...
Sind die Stiel denn glatt oder (lanugo-)haarig?

LG Rudi

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Re: Februarpilze mit fraglicher Mycena

HARZPILZCHEN, (vor 6104 Tagen) @ Rudi

Hi Rudi
Hast du mir denn nicht die Mährische Kohlenbeere, im Jahr 2004 im Ochsenfurter Forst bei Würzburg gezeigt ?? (an Esche)

@Ditte
wieder sehr schöne Fotos und eine schöne Zeichnung. Ich hoffe in Friedrichsbrunn findest du auch einige Motive.

LG Hartmut

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Re: Februarpilze mit fraglicher Mycena *PIC*

Nobi, (vor 6104 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

es ist immer wieder ein Genuss, Deine Beiträge zu lesen und anzusehen. Während wir langsam einschneien präsentierst Du uns ganz wundervolle Pilzbilder, die die Hoffnung auf den Frühling keimen lassen. Danke für den schönen Beitrag!

Zum Tintling: Hierzu wurden ja schon einige interessante Meinungen gepostet.

@ Andreas: Ein C.patouillardii s.l. ist natürlich möglich, ich glaube jedoch nicht daran. Ich finde den gewöhnlich an Pferdedung, an Wildlosung eher selten.

@ Wolfgang: Das ist genau der Schlüssel, mit dem ich auch am liebsten arbeite.

@ Rudi: Ich tendiere ebenfalls zu C.heptemerus, es könnte aber auch C.curtus sein.

Auffällig an Deinen Bildern sind die gelben Kügelchen (Sphaerozysten), welche die Auswahl eingrenzen. Für eine Bestimmung wäre es natürlich wichtig, die Mikromerkmale zu kennen. Gibt es Pileozystiden und wie groß sind die Sporen (und vor allem wie sehen sie aus?).

Beste Grüße vom Nobi

PS: Es folgt noch ein Bild eines aufgeschirmten C. heptemerus (an der Qualität muss ich noch etwas arbeiten)

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Re: Februarpilze mit fraglicher Mycena

Rudi, (vor 6104 Tagen) @ HARZPILZCHEN

Servus Hartmut,

Hast du mir denn nicht die Mährische Kohlenbeere, im Jahr 2004 im
Ochsenfurter Forst bei Würzburg gezeigt ?? (an Esche)

dein Gedächtnis scheint ja noch ganz gut zu funktionieren!
Was macht der Frühling im Harz?

LG Rudi

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Sammeldank

Violet, (vor 6103 Tagen) @ Violet

Ich dank euch herzlich: Andreas, Wolfgang, Rudi, Hartmut und Nobi!
Ich nehm mir eines der nun wachsenden Pilzchen am Sonntag vor und melde mich dann noch einmal, nachdem ich mich an den Schlüsseln in Funga Nordica und dem von euch angegebenen versucht habe.
@ Wolfgang: Ich werd den Cerocorticium untersuchen - hab ich ja letztes Jahr nach Werners Anweisungen auch getan.
Und @ Hartmut: Na, da bin ich aber todsicher, dass ich in Friedrichsbrunn mehr als ich bewältigen kann, finden werde....;))
Seid ihr und alle übrigen auch lieb gegrüßt
von der Ditte