Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten *PIC*

Violet, (vor 6101 Tagen)

Liebe Coprinus- und Kotpilzfreunde, hier nun noch einmal der kleine Coprinus, den ich vor zwei Tagen eingestellt hatte. Also ich hab ihn (also ein neues Brüderchen) untersucht - und nein: das macht keinen Spaß, sich da durch ein Meer an dunklen Sporen durchzuwühlen und alles ist nur Matsch und man weiß nicht, was Cheilos und was Pleuros sind. ...
Und dieser Schlüssel ist so sau schwierig. Ich habs also dann jetzt mit dem Ludwig gemacht - alles durchgeschaut...!
Und bin dabei auf Coprinus patouillardii, den Eintags-Tintling gekommen, den Andreas schon vorgeschlagen hatte.
Was sagt ihr angesichts meiner Mikromerkmale? Die Sporen scheinen mir sehr charakteristisch zu sein. Ich würde noch gern wissen, was diese ockergelben spitzen Teile sind (ganz unten links auf meiner Zeichnung, kann auch ein Foto nachliefern). Die Sphaerozystiden müssten doch wohl rund sein laut Abbildungen?

Hier noch einmal zwei neue Fotos:

[image] http://www.imgbox.de

[image] http://www.imgbox.de

Und hier meine Zeichnung:

[image] http://www.imgbox.de

Und ws sagt ihr? Mehr kann ich irgendwie nicht machen bei diesem Matsch. Gibts da irgendeinen Trick?
Liebe sonntägliche Grüße an euch alle!
Ditte

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Re: Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten

Nobi, (vor 6101 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

nach der wiederum sehr schönen Dokumentation sehe ich nun ebenfalls C. patouillardii. Die charakteristischen Sporen zeigen den Weg. Kompliment, Andreas!
Inwieweit identisch mit C. cordisporus vermag ich indes nicht zu beurteilen. Da gibt es auch in der Fachliteratur verschiedene Ansichten.
Hinsichtlich der spitzen, ockergelben Teile habe ich im Moment auch keine Idee. So ähnlich sehen übrigens die Sklerozystiden von Coprinus heterosetulosus aus. Die beiden Arten können schon mal miteinander, aber dass Du uns hier eine Mischkollektion vorstellst ist doch nicht sehr wahrscheinlich.
Um Zystiden nachweisen zu können, sollten unausgereifte Pilze untersucht werden.
Ich kenne jedenfalls keinen anderen "Trick".

Beste Grüße vom Nobi

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Re: Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten *PIC*

Violet, (vor 6101 Tagen) @ Nobi

Hallo Ditte,
nach der wiederum sehr schönen Dokumentation sehe ich nun ebenfalls C.
patouillardii. Die charakteristischen Sporen zeigen den Weg. Kompliment,
Andreas!
Inwieweit identisch mit C. cordisporus vermag ich indes nicht zu beurteilen.
Da gibt es auch in der Fachliteratur verschiedene Ansichten.
Hinsichtlich der spitzen, ockergelben Teile habe ich im Moment auch keine
Idee. So ähnlich sehen übrigens die Sklerozystiden von Coprinus
heterosetulosus aus. Die beiden Arten können schon mal miteinander, aber
dass Du uns hier eine Mischkollektion vorstellst ist doch nicht sehr
wahrscheinlich.
Um Zystiden nachweisen zu können, sollten unausgereifte Pilze untersucht
werden.
Ich kenne jedenfalls keinen anderen "Trick".
Beste Grüße vom Nobi

Ich dank dir, lieber Nobi! Das mit der Mischkollektion hab ich nicht verstanden. Was meinst du damit? Ich häng hier das Bild von diesen gelben Dingerchen nochmal an. Die Mikros, nach denen ich gezeichnet habe, stammen alle von ein- und demselben Pilzlein. Es wachsen auf den Kötteln noch kleinere Coprini - zu denen hat mir bisher der Mut gefehlt. Vielleicht trau ich mich an einem der nächsten Tage dran.
Aber diese gelben Teilchen sind vom größeren Pilz, siehst du ja auch an den Sporen.
Liebe Grüße
von Ditte

[image]

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Re: Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten

Nobi, (vor 6101 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,

mit Mischkollektion meine ich, dass sich Elemente verschiedener Pilzchen in einem einzigen Mikropräperat finden. Gerade bei der Untersuchung von Pilzen aus Dungkulturen kommt das oft vor, da in der Regel verschiedene Arten in unmittelbarer Nachbarschaft fruktifizieren.
Bei "diesen gelben Dingerchen" könnte es sich durchaus um Teile eines anderen Pilzes handeln, neben den bereits genannten Sklerozystiden (an die nach diesen Bildern nicht mehr so recht glaube) z.B. um Squamufolien (haarähnliche Elemente am Hals verschiedener Pyrenomyceten, vor allem Schizothecium). Man findet solche abgebrochenen Teile recht häufig beim mikroskopieren coprophiler Pilze, da Schizothecium-Arten allgegenwärtig auf Dung sind.
Das ist aber wie gesagt nur eine Idee.

Beste Grüße vom Nobi

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Re: Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten

Violet, (vor 6100 Tagen) @ Nobi

Hallo Ditte,
mit Mischkollektion meine ich, dass sich Elemente verschiedener Pilzchen in
einem einzigen Mikropräperat finden. Gerade bei der Untersuchung von
Pilzen aus Dungkulturen kommt das oft vor, da in der Regel verschiedene
Arten in unmittelbarer Nachbarschaft fruktifizieren.
Bei "diesen gelben Dingerchen" könnte es sich durchaus um Teile
eines anderen Pilzes handeln, neben den bereits genannten Sklerozystiden
(an die nach diesen Bildern nicht mehr so recht glaube) z.B. um
Squamufolien (haarähnliche Elemente am Hals verschiedener Pyrenomyceten,
vor allem Schizothecium). Man findet solche abgebrochenen Teile recht
häufig beim mikroskopieren coprophiler Pilze, da Schizothecium-Arten
allgegenwärtig auf Dung sind.
Das ist aber wie gesagt nur eine Idee.
Beste Grüße vom Nobi

Okay, Nobi, jetzt hab ichs verstanden! Mich hat auch schwer überrascht, dass da so riesige Schlangen unterm Mikroskop zu sehen waren - lebendige! Ich bin das ja im Prinzip gewöhnt von den Kotuntersuchungen der Igel her (Lungenwürmer), aber ich bin schon zurückgeprallt, weil ich es hier halt nicht erwartet habe! In so einem kleinen Pilzhut!!
Liebe Grüße
Ditte

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Re: Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten

Nobi, (vor 6100 Tagen) @ Violet

"Mich hat auch schwer überrascht, dass da so riesige Schlangen unterm Mikroskop zu sehen waren - lebendige!"

Vielleicht die Gemeine Nematodennatter (Natrix nematodis)?

Gewöhnlich sind die Schlänglein immer dann präsent, wenn unsere pilzlichen Lieblinge beginnen, sich aufzulösen. Sollten sie doch einmal versuchen, sich eher an den Pilzen gütlich zu tun, haben sie in der Regel schlechte Karten. Siehe den tollen Artikel im neuesten "Tintling" zum Thema. (Von Raubpilzen und Pilzräubern).

Nobi

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Re: Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten

Violet, (vor 6099 Tagen) @ Nobi

"Mich hat auch schwer überrascht, dass da so riesige Schlangen unterm
Mikroskop zu sehen waren - lebendige!"
Vielleicht die Gemeine Nematodennatter (Natrix nematodis)?
Gewöhnlich sind die Schlänglein immer dann präsent, wenn unsere pilzlichen
Lieblinge beginnen, sich aufzulösen. Sollten sie doch einmal versuchen,
sich eher an den Pilzen gütlich zu tun, haben sie in der Regel schlechte
Karten. Siehe den tollen Artikel im neuesten "Tintling" zum
Thema. (Von Raubpilzen und Pilzräubern).
Nobi

Ja, lieber Nobi, den Beitrag hatte ich auch schon gelesen - echt irre - da kann jeder Krimi einpacken. Ich bin schwer beeindruckt.
Und dich und alle übrigen grüß ich ganz lieb - wie immer
Ditte

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Re: Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten

pilzmel ⌂, (vor 6100 Tagen) @ Violet

Hallo Ditte,
da habe ich tatsächlich mal gut geraten.
Was die dickwandigen Dinger sind, bin ich überfragt. Wie Nobi auch vermutet, glaube ich an Fremdkörper. Tintlinge auf Kot gabeln bei Wachsen allerhand auf.
Und besondere Tricks braucht man nicht, nur genügend Pilze. Wenn man reichlich Material hat, kann man ja getrost einen Hut völlig zerfetzen, um an ein Stück Lamelle zu kommen.
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Coprinus auf Rehkötteln - zum zweiten

Violet, (vor 6100 Tagen) @ pilzmel

Hallo Ditte,
da habe ich tatsächlich mal gut geraten.
Was die dickwandigen Dinger sind, bin ich überfragt. Wie Nobi auch vermutet,
glaube ich an Fremdkörper. Tintlinge auf Kot gabeln bei Wachsen allerhand
auf.
Und besondere Tricks braucht man nicht, nur genügend Pilze. Wenn man
reichlich Material hat, kann man ja getrost einen Hut völlig zerfetzen, um
an ein Stück Lamelle zu kommen.
Beste Grüße!
Andreas

Dank auch dir, lieber Andreas. Ich werd es üben! Vor allem im Winter, wo ich mehr Zeit dazu habe, und jetzt, wo ich gesehen habe, wie schön das funktioniert mit der Coprinus-Zucht.
Liebe Grüße
Ditte