Re: Pilze aus Osteuropa (an Bruno)

Bruno, (vor 9887 Tagen) @ Werner

Lieber Werner, eine interessante Geschichte. Leider wurde vielleicht nicht mitgeteilt, was für eine Radioaktivität da gemessen worden ist. Man kann das nämlich je nach Aufwand sehr wohl differenzieren.
So erkläre ich mir diesen Vorfall damit, dass die vorjährigen Pilze vielleicht eine sekundäre Kontamination erfahren hatten (Hausstaub zB). Zufall , dass es 3 Monate später wieder geschah?
Bruno

Hallo Bruno,
dies ist eine längere Geschichte:
Ein Pilzvereinmitglied,Apotheker am Zentralklini-
kum Augsburg, war mit uns(Pilzverein Augsburg)und
Prof.Dr.Bresinsky von der Uni Regensburg am 1.Mai
des Tschernobyljahres in den Flussauwäldern des
Lechs(fließt durch Augsburg)beim "Anwandern"dabei.
Das Anwandern,heute Johann Stangl-Gedächtniswan-
derung,ist bei uns das erste gemeinsame Pilzesu-
chen des Jahres am 1.Mai.Wir fanden damals reich-
lich Morcheln,Verpeln und allerhand andere Klein-
pilze wie Cortinarien und Inocyben.Vom Supergau
hatte man ja zudiesem Zeitpunkt noch keine Ahnung.
Also trockneten wir unsere Morcheln wie jedes Jahr
zuvor auch.Als das Ausmaß der Katastrophe bekannt
wurde,entschloß sich der Apotheker,seine Bezieh -
ungen im Krankenhaus spielen zu lassen:Er füllte
getrocknete Morcheln des Vorjahres und frischge-
trocknete Morcheln in unterschiedliche Gläschen,
beschriftete diese von 1 bis 6 und gab sie in der
Strahlenabteilung ab.Nur wir wußten,welches Jahr sich hinter der Nummer verbirgt.Einige Tage später
kam der Strahlenmensch zu unserem Apotheker,fragte
ihn,ob er nun Pilze oder Atombomben zur Untersuch
ung bebracht habe.Die Belastungen waren erschreck-
end hoch - aber die vom Vorjahr.
Den gleichen Versuch machten wir mit dem gleichen
Ergebnis(3 Monate nach Tschernobyl)mit Maronen.
Genaue Werte habe ich aber keine mehr.
Ciao
Werner

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